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Auf alle Fälle? Wann eine Lebensversicherung sinnvoll ist

Die Lebensversicherung steht in Deutschland hoch im Kurs. Niedrige Zinsen und hohe Kosten schmälern die Nachfrage kaum. Ergänzt um weitere Formen der Altersvorsorge ist sie sinnvoll.

Über 88 Millionen Lebensversicherungsverträge gibt es nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zum Jahresende 2014. Statistisch betrachtet hält damit jeder Bundesbürger mindestens einen Vertrag in seinem Bestand. Diese Zahl steht im Widerspruch zur heftigen Kritik, die jeder in den Medien rund um die Lebensversicherung hört.

Wie also lässt sich dieser Widerspruch auflösen? Wann ist eine Lebensversicherung sinnvoll? Wie veränderte sich der Markt in den letzten Jahren? Und welche Schlüsse ziehen Versicherte am besten daraus? Die Antwort liegt vor allem in der Entwicklung der Zinsen an den Kapitalmärkten und in den Kosten begründet.

Kapital aufbauen und Familien absichern

Wenn Sie eine Lebensversicherung abschließen, planen Sie, damit entweder Kapital anzusparen oder Ihre Hinterbliebenen für Ihren Todesfall zu schützen. Wenn Sie vorhaben, Vermögen aufzubauen, wählen Sie eine kapitalbildende Lebensversicherung. In eine Kapitallebensversicherung zahlen Sie viele Jahre lang monatlich einen festen Betrag ein. Kosten für den Abschluss und das Verwalten des Vertrags zieht die Gesellschaft ab.

Die verbleibenden Einzahlungen legt sie am Kapitalmarkt an und erhält dafür Zinsen. Per Gesetz sind die Versicherer verpflichtet, einen garantierten Zins pro Jahr zu zahlen. Hinzu kommt eine Gewinn- und Überschussbeteiligung, die der Versicherer aus seinem laufenden Geschäft erwirtschaftet. Am Ende der Laufzeit zahlt die Gesellschaft das angesparte Kapital mit den garantierten Zinsen sowie den Gewinn- und die Überschussbeteiligung aus. Aus diesem Grund betrachten viele Versicherte die Kapitallebensversicherung als bequeme, sichere und kalkulierbare Altersvorsorge.

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Grundsätzlich ist gegen dieses Argument nichts einzuwenden. Es ist ein Grund für die stetige Nachfrage nach kapitalbildenden Lebensversicherungen. Wenn Sie vorhaben, Ihren Partner oder Ihre Kinder mit einer Kapitalauszahlung für Ihren Tod zu schützen, kommt dagegen die Risikolebensversicherung in Frage. Ein laufendes Darlehen für eine gekaufte Immobilie sichern Sie mit der Risikolebensversicherung ebenfalls ab.

Wenn Sie sterben, leistet der Versicherer eine Einmalzahlung an die berechtigte Person. Damit hat Ihr Partner die Möglichkeit, die Beerdigung zu bezahlen und die erste Zeit nach Ihrem Tod finanziell zu überbrücken. Alternativ nutzen Ihre Angehörigen die Auszahlung vielleicht, um ein bestehendes Darlehen für eine Immobilie oder einen hohen Kredit an die Bank zurückzuzahlen.

Eine Risikolebensversicherung ist also sinnvoll, um andere Menschen für Ihren Todesfall abzusichern. Eine klassische Kapitallebensversicherung lässt sich ebenfalls gut mit einem Todesfallschutz kombinieren. Der Versicherer leistet dann eine Auszahlung in Ihrem Todesfall. Wenn Sie zum Zeitpunkt der Auszahlung noch leben, erhalten Sie die Summe selbst. Die Risikolebensversicherung ist eine günstige Variante, um Ihre Familie abzusichern. Daraus erklärt sich wiederum die konstante Nachfrage.

Sinkende Zinsen bestimmen den Markt

Beim Blick auf die Entwicklung an den Geld- und Kapitalmärkten der letzten Jahre wird deutlich, dass die Zinsen für Geldanlagen stetig sinken. Vor rund zehn Jahren erhielten Sie für eine sichere Anlage wie das Tages- oder Festgeld eine Rendite von durchschnittlich drei bis fünf Prozent jährlich. Heute gehören Zinsen in dieser Höhe für gut kalkulierbare Investments der Vergangenheit an.

Dieser Trend spiegelt sich auch bei der Anlage in eine kapitalbildende Lebensversicherung wider. Wenn Sie eine klassische Lebensversicherung wählen, ist der Versicherer verpflichtet, eine garantierte Verzinsung pro Jahr an Sie zu zahlen. Sie lässt sich um die Gewinn- und Überschussbeteiligung ergänzen, die die Gesellschaft aus ihrem täglichen Geschäft erwirtschaftet.

Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung gewährt sie diese Garantieverzinsung je nach Tarif nicht unbedingt. Der Versicherer zahlt Ihre Beiträge dann in Fonds ein, um eine bessere Rendite zu erzielen. Trotzdem sanken die Garantiezinsen und die Renditen aus Fondsanlagen in den letzten Jahren ständig. Noch im Jahr 2011 lagen diese bei 2,25 Prozent jährlich, im Jahr 2014 kamen 1,75 Prozent zur Auszahlung.

Im Jahr 2016 garantieren die Versicherer nur noch Renditen von 1,25 Prozent im Jahr. Die Verzinsungen aus Fondsanlagen waren in den letzten Jahren ebenfalls rückläufig. Versicherungsexperten erwarten nicht, dass sich an diesem Trend in Zukunft etwas ändert. Wenn Sie also planen, eine Kapitallebensversicherung zu halten oder zukünftig abzuschließen, ist es realistisch, mit einer vergleichsweise moderaten Rendite zu rechnen.

So wichtig ist der Blick auf die Kosten

Neben den sinkenden Zinsen sind die Kosten ein häufiges Argument gegen den Abschluss einer Lebensversicherung. Der Versicherer erhebt beim Vertragsabschluss eine Gebühr. Wenn Sie den Vertrag über einen Versicherungsvermittler eingehen, kommt noch die Provision für den Vermittler hinzu. Während der Vertragslaufzeit fallen weitere Gebühren für das Verwalten an. Allerdings sind die Kosten für Abschluss und Verwalten von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich hoch.

Wenn Sie also einen Versicherungsvertrag neu abschließen, achten Sie am besten auf die Höhe der Kosten. Ein Vergleich der Gesellschaften hilft dabei, den Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden. Bei vergleichbaren Beiträgen finden Sie den Versicherer mit den niedrigsten Gebühren in der Regel anhand der höchsten Auszahlungssumme. Sie ist also ein wichtiges Merkmal für eine Gesellschaft mit einer schlanken Kostenstruktur.

Diese Argumente sprechen für die Lebensversicherung

Durch die geringen Renditen und die anfallenden Kosten gibt es sicher Gründe gegen den Abschluss einer Lebensversicherung. Trotzdem sind sowohl die Risikolebensversicherung als auch die Kapitallebensversicherung berechtigt. Die Risikolebensversicherung ist vom geringen Verzinsen kaum betroffen. Hier spielt nur das Kostenargument eine Rolle. Wenn Sie als Familienvater der alleinige Verdiener in der Familie sind, weil Ihre Frau sich um das Erziehen kleiner Kinder kümmert, ist eine Risikolebensversicherung zu empfehlen.

Ihre Familie ist dadurch zumindest in der ersten Zeit nach Ihrem Tod finanziell abgesichert. Wenn Sie mit Ihrer Familie oder als Alleinstehender eine Immobilie erwerben, ist die Risikolebensversicherung ebenfalls ratsam. Sie dient dazu, das Darlehen im Fall Ihres Todes zurückzuzahlen. Besteht diese Absicherung nicht, stehen in der Regel Frau und Kinder oder die Erben für das Rückzahlen ein. Abhängig von der persönlichen Situation führt dies leicht zum finanziellen Ruin. Mit einer günstigen Risikolebensversicherung ist dies vermeidbar.

Die Kapitallebensversicherung ist noch immer gut geeignet, um Geld für Ihren Ruhestand anzusparen. Wenn Sie in jungen Jahren einen Vertrag abschließen und diesen bis ins Rentenalter fortführen, bauen Sie schon mit geringen Beiträgen eine solide Summe auf. Wenn Sie bereits im Berufsleben stehen und einen Vertrag abschließen, erzielen Sie mit höherem Einzahlen pro Monat ebenfalls ein vernünftiges Ergebnis.

Vielleicht kommt auch gelegentlich das Aufstocken mit einer Einmalzahlung in Frage. Sofern Sie bei der Wahl Ihres Anbieters auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Kosten achten, bleibt trotz des geringen Garantieverzinsens und der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt eine akzeptable Rendite übrig.

Insofern eignet sich die Kapitallebensversicherung im Grunde weiterhin für jeden Versicherten, der plant, mit einer bequemen und sicheren Anlage Geld für den Ruhestand anzusparen. Allerdings ist einen Fehler unbedingt zu vermeiden: Eine Kapitallebensversicherung ist besser nicht der einzige Baustein für Ihre Altersvorsorge.

Eine ideale Ergänzung für viele Verbraucher

Für frühere Generationen schien die Kapitallebensversicherung zum Aufbau von Kapital ideal geeignet. Heute gilt dies durch eine geringe Rendite nur noch begrenzt. Eine einzige Lebensversicherung reicht nach Einschätzung von Versicherungs- und Rentenexperten nicht mehr aus, Ihren gewohnten Lebensstandard im Alter zu erhalten. Die gesetzliche Rente ist in den kommenden Jahren zunehmend zu versteuern, auch Zahlungen aus einer Lebensversicherung sind steuerpflichtig.

Diese Regeln galten für die heutige Rentnergeneration nicht in gleicher Form. Um die Versorgungslücke im Alter trotzdem vollständig zu schließen, ergänzen Sie Ihre Altersvorsorge am besten um weitere Bestandteile. Dazu eignen sich etwa eine selbstgenutzte Immobilie, eine vermietete Wohnung oder eine Fondsanlage.

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Fazit: Ein solider Baustein für die persönliche Absicherung

Trotz aller Kritik bleibt die Lebensversicherung eine wichtige Form der Altersvorsorge. Als Risikolebensversicherung dient sie dem Absichern Ihrer Familie im Fall Ihres Todes. Als Kapitallebensversicherung hilft sie mit wenig Aufwand beim Aufbau von Vermögen für das Alter.

Wenn Sie vorhaben, Ihren gewohnten Lebensstandard im Alter zu erhalten, besteht Ihre Altersvorsorge am besten nicht nur aus einer einzigen Kapitallebensversicherung. Vielmehr ist es ratsam, dass Sie Ihr Portfolio um eine Immobilie oder um Fondsanlagen ergänzen und Ihr Vermögen dadurch auf mehrere Standbeine verteilen.

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