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Das Auge im Fokus: Was die Iris über den Gesundheitszustand eines Menschen verraten kann

Die Augen sind nicht nur das sprichwörtliche Fenster zur Seele, sie können auch viel über unseren Gesundheitszustand verraten. Einige Diagnosemethoden sind wissenschaftlich belegt, andere gehören zur Alternativmedizin.

Der Zusammenhang von Augenfarbe und bestimmten Erkrankungen

Die Augenfarbe ist kein Zufall, sondern wird von wahrscheinlich zwölf bis 13 Genvarianten bestimmt. Diese Gene steuern darüber hinaus noch andere Prozesse im Körper. So kann von der Augenfarbe durchaus auf andere gesundheitliche Aspekte eines Menschen geschlossen werden. Wissenschaftler der University of Colorado fanden jüngst heraus, dass die Augenfarbe Aufschluss darüber geben kann, ob man für bestimmte Krankheiten anfälliger ist.

So sollen Menschen mit dunklen Augen wesentlich häufiger unter der chronischen Pigmenterkrankung Vitiligo leiden. Bei Diabetikern verändert sich die Augenfarbe sogar. Je weiter die Krankheit fortgeschritten ist, desto dunkler können die Augen werden. Menschen mit hellen Augen sind dagegen meist empfindlicher gegenüber UV-Strahlen. Durch die geringere Anzahl an Pigmenten ist bei ihnen die Wahrscheinlichkeit höher, an Hautkrebs zu erkranken. Auch die hellen Augen selbst sollten durch Sonnenbrillen mit hohem UV-Filter besonders geschützt werden, da es spezielle Krebsarten gibt, die sich im Auge entwickeln können.

Sind helläugige Menschen weniger schmerzempfindlich?

Durch die Augenfarbe lassen sich nicht nur bestimmte Risikogruppen bestimmen, sondern auch körperliche Eigenschaften der Patienten vermuten. Wissenschaftler der University of Pittsburgh wollen nachgewiesen haben, dass blauäugige Menschen weniger Schmerzen empfinden als Menschen mit dunklen Augen. Die Helläugigen seien auch weniger anfällig für Depressionen. Erklären ließe sich das Phänomen durch das NCX-4 Gen, so die Forscher. Dieses Gen steuere sowohl die Ausprägung der Augenfarbe als auch das Schmerzempfinden mit.

Am wenigsten schmerzempfindlich sollen demnach helläugige Menschen mit roten Haaren sein. Dafür benötigten diese Patienten bei Operationen auch höhere Dosen an Narkosemitteln. Lars Arendt-Nielsen präzisierte bei seinen Studien an der dänischen Aalborg University den Befund: Menschen mit hellen Augen und vor allem Rothaarige scheinen auf Schmerzen anders zu reagieren als solche mit eher dunklen Pigmenten in Augen und Haaren. So ertrugen die helläugigen Probanden durch Druck verursachte Schmerzen leichter, während sich bei hitze- oder kältebedingten Reizungen keine Unterschiede zeigten.

Diagnostik mit Hilfe der Iris

Während die Augenfarbe nur vage Prognosen über bestimmte Prägungen zulässt, kann der Zustand der Iris einem geschulten Mediziner Aufschluss über konkrete Gesundheitszustände liefern. So hat der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands bereits 2001 darauf hingewiesen, dass schwere Erkrankungen, wie Diabetes, Herz-Kreislaufprobleme oder Leukämie bei Augenuntersuchungen frühzeitig diagnostiziert werden können. Selbst ein drohender Schlaganfall kann so rechtzeitig erkannt werden.

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Rechtzeitig erkannt, können die gesundheitlichen Folgen oftmals gering gehalten werden. Das kann mitunter Leben retten. Bevor sich die ersten Symptome eines Schlaganfalls bemerkbar machen, können Augenärzte häufig Veränderungen an den Blutgefäßen im Auge erkennen. Auch ein erhöhter Blutdruck, der auf Dauer zu ernsthaften Erkrankungen führt, wird mit Hilfe einer Augenuntersuchung oft sogar zuverlässiger diagnostiziert als mit einzelnen Blutdruckmessungen. Veränderungen des Irisrandes können ebenfalls zuverlässige Hinweise auf dahinterstehende Krankheiten liefern. So ist eine weißlich-gelbe Umrandung der Iris bei Menschen unter 50 häufig ein Zeichen für einen zu hohen Cholesterinspiegel. Verfärbt sich der Rand der Iris dagegen grün oder braun, kann das auf die Erbkrankheit Morbus Wilson hinweisen.

Bei Veränderungen der kompletten Irisfarbe handelt es sich meist um eine Entzündung der Regenbogenhaut. Häufig verändert sich nur die Farbe eines Auges. Grüner oder Grauer Star können hier die Folge sein. Der Iridozyklitis, wie die Irisentzündung genannt wird, können andere Erkrankungen zugrunde liegen. In diesem Fall muss ein Internist die möglichen Ursachen der veränderten Iris abklären. Das können unter anderem eine Sarkoidose (Erkrankung des Bindegewebes) oder bestimmte Formen von Hepatitis sein. Häufig ist die Iridozyklitis ein Zeichen für rheumatische Erkrankungen. Besonders kindliches Rheuma kann so frühzeitig erkannt und behandelt werden. Durch die regelmäßige Augenuntersuchung werden dann die Fortschritte der Rheumabehandlung überprüft. Bereits leichte Veränderungen der Netzhaut können eine Stoffwechselerkrankung als Ursache haben. So lässt sich über die Augenuntersuchung eine Diabetes mellitus feststellen. Auch hier kann der Augenarzt mit Hilfe von regelmäßigen Untersuchungen den Krankheitsverlauf kontrollieren. So fällt ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel früher auf und Spätfolgen können verhindert werden.

Iridologie als heiltherapeutisches Diagnoseinstrument

Die Iridologie oder Irisdiagnose ist nicht zu verwechseln mit der oben genannten Augenheilkunde, sondern gehört in den Bereich der Alternativmedizin. Die durchführenden Augendiagnostiker versprechen, aus Veränderungen der Iris auf andere Erkrankungen schließen zu können. Von der Schulmedizin wird diese Diagnosetechnik abgelehnt und konnte bisher nicht wissenschaftlich belegt werden. Die meisten Heilpraktiker und Homöopathen, die Irisdiagnostik anbieten, weisen darauf hin, dass es sich hierbei um eine Hinweisdiagnose handelt. Ziel ist ein möglichst früher Anfangsverdacht, der anschließend durch eine fachärztliche Untersuchung abgeklärt werden kann. Die Anfänge der Irisdiagnostik gehen bis ins altertümliche Ägypten zurück. 1670 beschrieb Philippus Meynes die Diagnoseform erstmals systematisch. Der ungarische Arzt Ignaz von Peczely begründete letztlich im 19. Jahrhundert die heutige Form der Iridologie. Bis heute gibt es unterschiedliche Herangehensweisen an diese Diagnosetechnik.

Die Idee hinter der Augendiagnostik ist, dass zwischen der Iris und dem restlichen Körper eine feste Nervenverbindung bestünde. Dadurch verändere sich die Iris im Laufe eines Lebens, indem sie auf die Veränderungen im Körper reagiere. Ein erfahrener Heilpraktiker oder Homöopath soll somit anhand von Pigmentflecken und Ringen in der Regenbogenhaut eventuelle Störungen anderer Organe erkennen können. Manche Therapeuten gehen sogar davon aus, durch die Methode zukünftige gesundheitliche Probleme diagnostizieren zu können. Die Struktur der Irispigmente soll in diesem Fall Aussagen über die Erbanlagen und deren mögliche Schwachpunkte ermöglichen.

Augenarzt

Fazit

Das Auge ist also weit mehr als nur das Fenster zur Seele: Tatsächlich lassen sich über die Iris genetische Veranlagungen vermuten, die sich durch die Pigmentierung der Regenbogenhaut ausdrücken. Entscheidender ist für die Meisten jedoch sicherlich, dass Ärzte schwerwiegende Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Rheuma oder einen Schlaganfall durch eine Augenuntersuchung frühzeitig erkennen können. Oftmals noch vor den Kolleginnen und Kollegen aus der Allgemeinmedizin.

Das ist möglich, da bereits leichte Veränderungen im Auge Rückschlüsse auf ernsthafte Erkrankungen zulassen, bevor sich andere körperliche Symptome zeigen. Die Augenärzte können anschließend den Krankheitsverlauf durch regelmäßige Untersuchungen kontrollieren. So ist ein rechtzeitiges Eingreifen bei etwaigen Komplikationen möglich. Wissenschaftlich nicht belegt ist die Irisdiagnostik aus dem Bereich der Alternativmedizin. Schaden wird diese Diagnoseform sicherlich nicht, wenn sie als Hinweisdiagnostik verstanden wird, der weitere Untersuchungen folgen. Meist wird sie von den Heilpraktikern deshalb im Rahmen einer umfassenden Behandlung eingesetzt.

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