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Seiteneinstieg Berufsschullehrer: Was muss man mitbringen? Wie kann man sich weiterbilden?

Der Seiteneinstieg als Berufsschullehrer bietet Akademikern eine alternative Beschäftigung im Bildungsbereich. Grundvoraussetzung: Sie bringen das zu vermittelnde Wissen mit und haben Freude an der Lehre.

Eine Anstellung als Berufsschullehrer ist für Akademiker interessant, die sich mit ihrem Beruf verbunden fühlen und nach neuen Aufgaben suchen. Der Seiteneinstieg in den Schuldienst bietet Ihnen vielversprechende Möglichkeiten und öffnet Ihnen die Türen für eine Karriere im pädagogischen Bereich. Die Voraussetzungen dafür sind in den Bundesländern individuell geregelt. Neben einem Hochschulabschluss erwarten Arbeitgeber berufliche Praxis mit direktem Bezug zu dem ausgeschriebenen Lehrfach. Hinzu kommen soziale Kompetenzen sowie Spaß an der pädagogischen Arbeit. Für Fächer mit Lehrermangel gelten oft andere Voraussetzungen.

Warum Berufsschullehrer werden?

Viele Akademiker fühlen sich im Arbeitsumfeld ihrer Arbeitgeber nicht wohl. Sie wollen etwas Anderes machen und streben nach einer neuen Herausforderung. Berufsschullehrer ist für viele die Lösung. Der Job im Bildungsbereich verbindet fachliche Expertise mit pädagogischen Aufgaben. Die Fachlehrer sollen in erster Linie fachpraktische Lehrinhalte vermitteln. Deshalb ist Erfahrung im Berufsleben gern gesehen. Darüber hinaus werden Berufsschullehrer in vielen Bereichen dringend benötigt, denn in manchen Fächern herrscht extremer Lehrermangel.

Die meisten regulären Lehramtsstudenten meiden eine Anstellung als Berufsschullehrer. Die Schüler bzw. die Zusammensetzung der Klassen gelten als schwierig. Zu unterschiedlich sind Alter, soziale Herkunft, Nationalität und Motivation. Gleiches gilt für die Einsatzorte: Diese sind vielfältig und können stark variieren. Berufsschullehrer arbeiten nicht nur an den klassischen Berufsschulen, sondern auch an Berufsfachschulen, Berufsvorbereitungsschulen für Schüler ohne Abschluss, Fachschulen, Oberschulen und an beruflichen Gymnasien.

Besonders interessant ist die Tätigkeit als Fachlehrer für Personen, die in Ihrem ursprünglichen Beruf keine Beschäftigung mehr finden. Das sind zum Beispiel ältere Menschen, Frauen, die den Wiedereinstieg nach der Elternzeit nicht schaffen, oder Personen, denen die berufliche Belastung in der Wirtschaft zu hoch ist. Eine reine Notlösung sollte der Job allerdings nicht darstellen. Der Beruf ist aufreibend und fordert Motivation.

Was sind Seiteneinsteiger?

Seiteneinsteiger im Schuldienst haben weder Lehramt studiert noch ein Referendariat abgeschlossen. Vielmehr sind sie Akademiker, die einen nicht pädagogischen Universitätsabschluss haben. Somit verfügen sie über Spezialwissen in einem bestimmten Fachgebiet, welches sie anderen Menschen vermitteln möchten.

Was unterscheidet Seiteneinsteiger von Quereinsteigern?

Seiteneinsteigern treten direkt in den Schuldienst ein. Hingegen absolvieren Quereinsteiger im Bildungsbereich ein Referendariat. Ihr universitärer Studienabschluss wird nach Einzelfallprüfung der ersten Staatsprüfung für ein Lehramt gleichgestellt. Daraufhin beginnen sie ihre Karriere im Bildungswesen mit einem Vorbereitungsdienst und legen danach die zweite Staatsprüfung ab. Seiteneinsteiger dürfen ganz ohne eine Staatsprüfung unterrichten.

Welche Berufe eignen sich für einen Seiteneinstieg im Schuldienst?

Der Ausgangsberuf eines Akademikers spielt beim Seiteneinstieg als Berufsschullehrer eine wichtige Rolle. Er gibt die Fachrichtung vor, die ein Seiteneinsteiger einschlägt. Betriebswirte eignen sich für die Ausbildung im kaufmännischen Bereich, Mediziner für die Gesundheitsfachberufe. Ergibt sich aus Ihrem Studium eine relevante Fachrichtung, ist eine Karriere im Bildungssektor möglich. Besonders gefragt sind Ingenieure, Mathematiker, Sozialpädagogen, Naturwissenschaftler und IT-Experten.

Welche Voraussetzungen gelten für den Seiteneinstieg als Berufsschullehrer?

Die Voraussetzungen für eine Karriere als Berufsschullehrer für Akademiker ohne pädagogische Ausbildung sind sehr unterschiedlich. Jedes Bundesland hat seine eigenen Vorgaben. Oft entscheidet der Mangel an Lehrkräften über die notwendigen Kriterien.

1. Ein abgeschlossenes Hochschulstudium an einer Universität
Egal ob Quer- oder Seiteneinstieg: für eine Tätigkeit als Berufschullehrer benötigen Sie einen universitären Hochschulabschluss. In der Regel verlangen die Bundesländer eine Mindeststudienzeit von acht Semestern. Folglich reicht ein Bachelorstudium nicht aus. Mit einem Mastertitel oder Diplom stehen die Chancen sehr gut, sofern Ihr Studium direkten Bezug zur ausgeschriebenen Stelle hat. Im Idealfall leiten sich aus Ihrem Studiengang zwei Unterrichtsfächer ab. Dann besteht in einigen Bundesländern die Möglichkeit zur Verbeamtung.

2. Einschlägige Berufserfahrung
Als Berufsschullehrer vermitteln sie hauptsächlich fachspezifisches Wissen. Dabei handelt es sich um theoretische Grundlagen und fachpraktisches Know-how. Somit erfordert ein Seiteneinstieg in diesem Beruf hinreichende Berufserfahrung.

In den meisten Fällen reicht eine zweijährige Berufstätigkeit aus. Insgesamt schwanken die Zahlen je nach Bundesland zwischen ein und fünf Jahren. In manchen Fällen genügt der Nachweis einer mehrjährigen Betreuung eines minderjährigen Kindes. Bei hohem Lehrermangel verzichten viele Arbeitgeber sogar auf die Praxiserfahrung.

3. Deutschsprachkenntnisse
Hierzulande ist die Unterrichtssprache an den meisten Berufsschulen Deutsch. Folglich benötigen Sie für eine Anstellung als Fachlehrer ausreichende Sprachkenntnisse. Sowohl für den Unterricht als auch für die Erziehungstätigkeit verlangen die meisten Arbeitgeber, dass Sie Deutsch in Wort und Schrift sicher beherrschen.

4. Ein bestandenes Auswahlverfahren
Viele Arbeitgeber führen zur Einstellung von Berufsschullehrern ein individuelles Auswahlverfahren durch. In solch einem Fall ist eine positive Prognose für die Eignung als Fachlehrer notwendig. Die Ausgestaltung des Verfahrens variiert stark: In manchen Fällen gehört dazu eine schriftliche Eignungsprüfung.

5. Höchstalter
In einigen Bundesländern ist für Seiteneinsteiger an Berufsschulen ein Höchstalter vorgeschrieben. Zum Beispiel gilt in Hessen ein Alter von maximal 40 Jahren zum Zeitpunkt der Einstellung.

6. Personale und soziale Kompetenzen

Viele träumen davon, doch nicht jeder Akademiker ist für den Job als Berufsschullehrer geeignet. Ziehen Sie einen Seiteneinstieg als Pädagoge in Erwägung, brauchen Sie personale Stärken und soziale Kompetenzen. Spaß am Wissenstransfer und ein Gespür für den Umgang mit Menschen sind unabdingbar in diesem Beruf. Hinzu kommen didaktisches Geschick und ein Motivationstalent.

Als Lehrer vermitteln Sie nicht nur Wissen, sondern müssen Ihre Schüler auch für Ihr Fachgebiet begeistern. Geduld, Ausdauer und starke Nerven sind dabei äußerst hilfreich genauso wie Kommunikationsstärke und Einfühlvermögen. Selbst Humor sollten Sie mitbringen, um ein guter Lehrer zu werden. Fortbildungsinteresse und Innovationsbereitschaft runden das Profil geeigneter Bewerber ab.

Wie erfolgt der Seiteneinstieg?

Seiteneinsteiger im Bildungssektor geben zu Beginn nur eine geringe Anzahl an Wochenstunden. Parallel nehmen sie selbst an einer pädagogischen Ausbildung teil. Diese dauert für gewöhnlich zwei Jahre, der Ablauf hängt allerdings vom jeweiligen Bundesland ab. Genaue Informationen zu den Rahmenbedingungen liefert das zuständige Bildungsministerium. Zum Beispiel beträgt in Nordrhein-Westfalen die Unterrichtszeit anfangs 15,5 Stunden, in Hessen 20.

Die berufsbegleitende Nachbildung erfolgt entweder in einem landesweiten Programm oder direkt an der Schule. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, ein Fernstudium im Bereich Bildungswissenschaften oder Sozialpädagogik zu absolvieren.

Welche Inhalte behandelt die Umschulung zum Berufsschullehrer?

Qualifikationen für Seiteneinsteiger im Bildungswesen vermitteln überwiegend pädagogische und didaktische Kompetenzen. Während der Weiterbildung lernen Sie, wie Sie Fachwissen aufbereiten und den Unterricht methodisch gestalten. Dazu beschäftigen Sie sich mit verschiedenen Unterrichtsformen und Strategien zur Förderung der Lernmotivation. Aber auch der Umgang mit Konflikten im Klassenzimmer ist Inhalt der pädagogischen Nachbildung.

Was erfordert das Bewerbungsverfahren?

Ihre Karriere im Bildungssektor erfordert eine intensive Planung. Daher raten Experten zu einer Vorbereitungszeit von mindestens einem Jahr. Allein um die Formalitäten zu klären, vergeht einige Zeit. In vielen Fällen richten Sie Ihre Bewerbung an das Bildungsministerium des jeweiligen Bundeslandes. Bei selbstständigen Schulen ist eine direkte Bewerbung möglich, denn diese schlagen qualifizierte Kandidaten beim Bildungsministerium vor. Privatschulen wählen ihre Lehrer unabhängig von einem Ministerium aus.

Fazit

Aufgrund des aktuellen Lehrermangels finden immer mehr Seiteneinsteiger den Weg ins Bildungswesen. Personen mit einem universitären Hochschulabschluss und einschlägiger Berufserfahrung sind prädestiniert für eine Tätigkeit als Berufschullehrer. Die Chancen stehen gut, die Voraussetzungen sind transparent. Beim Bildungsministerium Ihres Bundeslandes erhalten Sie alle notwendigen Informationen über Lehrermangel, freie Stellen, Voraussetzungen und Weiterbildungsmöglichkeiten.



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