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Index Fonds als verlässliche Geldanlage? Alles was man wissen muss

Index Fonds oder ETFs sind die neuen Empfehlungen für langfristige Geldanlagen, auch für kleine Anleger. Hier erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen.

Was können diese neuen Fonds?

Sowohl Indexfonds als auch Exchange Traded Funds (ETF) gibt es in der Finanzwelt seit den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts. An der Börse wurde der erste ETF im Jahre 1993 gehandelt. Jetzt entdecken auch viele kleine Anleger diese Investitionsmöglichkeit für sich. Wie „normale“ Fonds investieren diese Anlageformen in einzelne Aktien, Obligationen, Rohstoffe oder auch Anleihen.

Doch während sich in traditionellen Fonds ein Fondsmanager aktiv um die Gestaltung des Portfolios kümmert, werden die Indexfonds und die ETF nicht aktiv verwaltet. Sie bilden einen Index nach. Damit ist genau definiert, welche einzelnen Werte mit welcher Gewichtung darin enthalten sind. Moderne Fonds erzeugen nur sehr wenige Verwaltungskosten. Das erhöht die Rendite für die Anleger und macht sie so attraktiv.

Börsenindex – was ist das?

Indizes wurden an der Börse entwickelt, um die Stimmung der Anleger in einer bestimmten Region oder in einem Markt auszudrücken. Der Index repräsentiert die Marktentwicklung und damit die wirtschaftliche Entwicklung in einem Land, einer Region, einem Industriezweig. Die Auswahl der Indexbestandteile und die Gewichtung der Einzelwerte erfolgt nach sehr strengen Prinzipien. In Deutschland ist der DAX wohl der bekannteste Index.

Er fasst die Entwicklung der Aktienkurse der 30 bedeutendsten deutschen Unternehmen täglich zusammen. Dazu gehören die Autohersteller BMW, Daimler und Volkswagen, die Chemieriesen Bayer und Beiersdorf, Banken wie die Deutsche Bank und die Commerzbank, E.ON und RWE aus dem Energiesektor, der Softwareriese SAP, die Lufthansa und die Telekom. Das Signal: Steigt der DAX, geht es der deutschen Wirtschaft gut.

Solch ein Index ist stets nur ein berechneter Wert eines definierten Aktien- bzw. Wertanlagenkorbes, er kann selbst nicht gehandelt werden. Weitere bekannte Aktienindizes sind der amerikanische Dow Jones, der Euro Stoxx für Europa und der MSCI World. Wer sich mit der Börse beschäftigt, kennt auch den deutschen Rentenindex RDAX oder den Rohstoffindex DAX Rohstoffe.

Warum die Anlage in einen Fonds?

Jedem Anleger steht es natürlich frei, die Basiswerte eines Index einzeln zu erwerben und ihn so nachzubilden. Mit dieser Strategie an der Börse Gewinne einzufahren, erfordert jedoch erhebliche Finanzmittel und erzeugt durch Transaktionsausgaben hohe Kosten. Das können Fondsgesellschaften besser, in dem sie Gelder verschiedener Anleger einsammeln und die Werte erwerben.

In einem Indexfonds bilden sie mit ihrem Fond den ausgewählten Index nach. Der deutsche DAX mit seinen 30 Einzelwerten lässt sich noch leicht nachbauen. Der MSCI Word dagegen, der wichtigste Index für das Stimmungsbarometer der bedeutendsten Aktienunternehmen weltweit, umfasst mehr als 1.600 Einzelwerte. Um ihn nachzubilden, werden für den Indexfonds oft nur wichtige Unternehmensaktien ausgewählt.

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Vorteile des Indexfonds und der ETF

Die Idee, Geld in Fonds zu investieren, gibt es schon seit Ende des 18. Jahrhunderts. Mit geringeren Anlagebeträgen erhalten so auch kleine Anleger die Möglichkeit, am Börsengeschehen teilzunehmen. Erwartet werden in der Regel höhere Renditen als bei klassischen Sparprodukten der Kreditinstitute.

Die Investition in verschiedene Werte streut das Risiko für die Investoren. Bei traditionellen Fonds beobachtet der verantwortliche Fondsmanager die Börse dafür genau, analysiert die Entwicklungen von Unternehmen und Märkten und kauft dann gezielt Werte, die einen hohen Ertrag versprechen.

Dabei werden sowohl die Kurssteigerungen der einzelnen Titel als auch Dividendenzahlungen berücksichtigt. Nicht erfolgreiche Titel werden wieder abgestoßen, das Depot umgeschichtet. Solch eine aktive Fondstätigkeit kostet jedoch. Fondsmanager sind teure Spezialisten, sie verfügen über hochmoderne Analysetechnik und repräsentative Büros. Die Verwaltungskosten aktiver Fonds können bis zu drei Prozent betragen.

Diese Kosten mindern direkt die Wertsteigerung des Fonds – oder erhöhen seinen Verlust. Sowohl Indexfonds als auch ETF dagegen werden nicht aktiv gemanagt. Nur bei der Neuauflage kaufen sie einmalig Werte. Später müssen sie nur dann reagieren, wenn sich der Index ändert. So fallen viel geringere Transaktionskosten an. Welche Einzeltitel ausgewählt werden, definiert der Index. Marktbeobachtung ist nicht notwendig.

Wenig Aufwand minimiert also die laufenden Kosten. Günstige Indexfonds verlangen nur 0,05 Prozent Verwaltungsgebühr, im Durchschnitt sind es aber 0,4 Prozent. Neben den geringen Gebühren überzeugen die Indexfonds und ETF durch ihre Transparenz und ihre Risikostreuung.

Mit einem Blick auf die Börsenindizes wissen Anleger täglich, wie sich ihre Anlage entwickelt. Welche Titel die Fondsgesellschaften kaufen, ist klar definiert – kein Fondmanager kann hier eingreifen und das Portfolio ändern. Durch die Auswahl der Werte ist das Risiko optimal gestreut.

Indexfonds und ETF gehören rechtlich zum Sondervermögen einer Fondsgesellschaft. Im Falle einer Insolvenz fallen sie nicht in die Insolvenzmasse, sondern werden an die Anleger ausgezahlt.

Nachteile und Risiken

Auch Indexfonds und ETF sind Investmentprodukte, die den Gesetzen des Finanzmarktes unterliegen. Entwickelt sich der Index rückläufig, verliert auch der Fonds an Wert. Muss der Anleger dann Anteile verkaufen, drohen Verluste. Auch das Währungsrisiko bei internationalen Fonds muss erwähnt werden. Ein Indexfond setzt mit seiner Nachbildung des Index stets darauf, eine ähnliche Rendite wie die Basis zu erzielen.

Ein höherer Gewinn lässt sich durch die passive Verwaltung also meist nicht einfahren. Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass es langfristig nur sehr wenigen klassischen Fonds gelingt, sich tatsächlich erfolgreicher zu entwickeln als der Index.

Unterschied Indexfonds und ETF

Ein Exchange Traded Fund ist ein Fond, der an der Börse frei gehandelt wird. Durch die Nachfrage am Markt kann sich sein Wert im Laufe eines Tages verändern. Für Indexfonds dagegen wird der Wert nur einmal täglich festgestellt.

ETF sind kostengünstig, es fallen Managementgebühren und die im Börsenhandel übliche Geld-Brief-Spanne an. Bei einem Indexfonds sind Ausgabe- und Rücknahmekommissionen zu berücksichtigen.

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Die Auswahl eines geeigneten Fonds

An der Börse frei handelbar sind also nur die ETF. Anleger, die sich für eine Investition in einen solchen Fonds entschieden haben, können unter mehr als 1.000 verschiedenen Produkten wählen.

Eine Übersicht über alle ETF gibt es auf der Internetseite der Deutschen Börse. Für potentielle Anleger ist die Eröffnung eines Wertpapierdepots bei einer deutschen Direktbank zu empfehlen, so lassen sich die Fondsanteile einfach erwerben. Viele dieser Onlinebanken bieten auch ETF als Sparpläne an.

Mit monatlich kleinen Beträgen lassen sich dann die Vorteile der passiv gemanagten Fonds nutzen. Exchange Traded Funds werden von verschiedenen Gesellschaften verwaltet, dazu zählen die Deutsche Bank (DB X-Trackers), Comstage als Tochter der Commerzbank und Lyxor International. Weltweiter Markführer unter den Fondsgesellschaften ist Blackroll Asset Management mit seiner Marke iShares, die in Deutschland mehr als 150 ETF anbietet. Entscheidungskriterien für die Wahl des richtigen Fonds sind die Entwicklung in den letzten Jahren, die Prognosen für den Markt und natürlich auch die Gesamtkosten.

Fazit

Indexfonds und Exchange Traded Funds sind moderne Börsenprodukte, die sich auch für kleine Anleger eignen. Im Rahmen einer langfristigen Anlagestrategie ergeben sich gute Renditechancen. Das Risiko von teilweisen Verlusten allerdings bleibt, daher sollten nicht alle Ersparnisse so angelegt werden. Aufgrund der Möglichkeit des Börsenhandels und der damit schnell verfügbaren Liquidität passen ETF besser zu privaten Anlegern als Indexfonds.

Bei der Auswahl des richtigen ETF vergleichen Sie die Renditen in der Vergangenheit und betrachten Sie die Entwicklungsmöglichkeiten. Investieren Sie am besten in solche Fonds, deren Basisindex Sie gut verstehen.

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