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Die Geburt in der Gebärwanne: Was spricht für und gegen eine Wassergeburt?

Eine Wassergeburt verkürzt Wehen und reduziert Schmerzen. Allerdings ist sie nicht für jede Schwangere geeignet. Erfahren Sie hier, was für und gegen die Gebärwanne spricht.

Was ist eine Wassergeburt?

Bei einer echten Wassergeburt verläuft der gesamte Geburtsvorgang in einer Gebärwanne und das Baby kommt unter Wasser zur Welt. Allerdings ist das nur bei wenigen Wassergeburten der Fall. Häufig nutzen Schwangere lediglich zu Beginn die Wanne und wechseln für das Entbinden „an Land“. Oder Sie verbringen die Eröffnungsphase im Trocknen und steigen erst für die eigentliche Geburt ins Wasser.

Wie verläuft die Wassergeburt?

In den meisten Kreißsälen in Deutschland befinden sich inzwischen Gebärwannen für eine Wassergeburt. In der Regel sind sie sechseckig und haben ein Fassungsvermögen von circa 700 Litern Wasser. Sie sind höher als normale Badewannen, sodass das Wasser bis zur Brust reicht. Für die Geburt zu Hause gibt es im Fachhandel spezielle Geburtspools. Diese benötigen Sie nicht unbedingt. Sie haben auch die Möglichkeit, diese für die Geburt zu mieten. Die Wassertemperatur beträgt im Idealfall konstant zwischen 36 und 38 °C.

Die Schwangere ist nicht gezwungen, sich vorab festzulegen, ob sie die gesamte Geburt oder nur einen Teil im Wasser verbringt. Häufig hat sie die Option, auszuprobieren, ob sie sich im Wasser wohlfühlt und verlässt die Gebärwanne gegebenenfalls wieder. Den genauen Zeitpunkt des Ein- und Aussteigens legt sie selbst fest, es sei denn, medizinische Gründe erfordern das Verlassen der Gebärwanne. Bevor die Schwangere in das Becken steigt, bekommt sie einen Einlauf. Das ist notwendig um Verunreinigungen des Wassers durch den Stuhlgang zu vermeiden. Bei einer vollständigen Wassergeburt verbringt die Gebärende die Eröffnungs- und Austreibungsphase im Wasser. Dazu ist es möglich, im Geburtsbecken zu sitzen oder zu liegen und fließend die Positionen zu wechseln. Weiterhin kann die Schwangere die Nachgeburtsphase, in der es zum Ausstoß der Plazenta kommt, im Wasserbecken verbringen.

Viele erleben die Eröffnungsphase bevorzugt im Trockenen und steigen erst für die eigentliche Geburt in die Wanne. Der Grund: Das warme Wasser hilft dem Körper zu entspannen, wodurch sich die Wehen reduzieren und die Schmerzen deutlich mindern lassen. Aber auch umgekehrt – die Anfangszeit im Wasser und die Geburt zu Lande – ist eine Wassergeburt möglich. Das ist vor allem für die Geburtshelfer eine Erleichterung. Im Trockenen führen sie die notwendigen Handgriffe leichter durch.

Im Überblick: Für und Wider einer Wassergeburt

+ Reduzieren der Schmerzen
+ Verkürzen der Wehen
+ Vermindern von Dammverletzungen
+ Erleichtern der Positionswechsel im Wasser
+ Fürs Kind: sanfter Übergang vom Mutterleib ins warme Wasser
– Mögliche Risiken, wenn auch gering
– Verschiedene Kontraindikationen

Schmerzlinderung im Wasser

Studien belegen: Werdende Mütter, die ihr Baby im Wasser zur Welt bringen, greifen dabei seltener zu Schmerzmitteln als Gebärende, die auf konventionellem Weg entbinden. Der Aufenthalt im warmen Wasser wirkt entspannend und viele Schwangere empfinden ihn als angenehm. Außerdem erleichtert die tragende Kraft im Wasser den Geburtsvorgang. Allerdings ließ sich die schmerzlindernde Wirkung bislang nur für das Erleben der Eröffnungsphase im Geburtsbecken untersuchen. Für die Geburt unter Wasser selbst, fehlen noch wissenschaftliche Belege.

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Kürzere Wehen

Die (gefühlte) Intensität der Wehen lässt sich unter Wasser ebenfalls tendenziell verkürzen. Zumindest belegen das einige Studien. Der Geburtsprozess lässt sich dadurch für die Schwangere erleichtern. Viele Gebärende nehmen die Wehen im Wasser dumpfer wahr.

Weniger Dammrisse und -schnitte

Verbringen werdende Mütter die Eröffnungsphase oder die gesamte Geburt im Wasserbecken, lässt sich das Risiko von Dammverletzungen verringern. Der Grund: Durch das warme Wasser entspannt und lockert sich die Beckenbodenmuskulatur besser. Zudem ist ein Dammschnitt unter Wasser aufgrund einer möglichen Infektionsgefahr ausgeschlossen.

Mehr Bewegungsfreiheit

Im Wasser hat die Schwangere die Möglichkeit, fließend zwischen verschiedenen Positionen zu wechseln. Das sorgt für Entspannung bei der Gebärenden und verbessert somit den Geburtsfortschritt.

Eine sanfte Geburt fürs Kind

Ihr Baby profitiert ebenfalls von der Geburt in der Wanne. Es gleitet sanft aus dem Mutterleib in das warme Wasser – eine ihm vertraute Umgebung. Statt grellem Licht und lauten Geräuschen nimmt es durch das Wasser alles zunächst gedämpft wahr. So reduziert sich der Geburtsstress für das Baby. Außerdem helfen das Wasser und die darin möglichen Bewegungen, eventuelle Verspannungen beim Neugeborenen zu lösen.

Welche Risiken hat eine Wassergeburt?

Die Risiken einer Wassergeburt sind gering. Viele vermuten, dass Babys möglicherweise bei einer Wassergeburt ertrinken. Doch kein Grund zur Sorge – es ist nicht möglich. Neugeborene kommen mit einem Tauchreflex auf die Welt. Er verhindert, dass sich die Kleinen im Wasser verschlucken. Erst wenn die Gesichtshaut des Kindes erstmals Kontakt mit der Luft bekommt, beginnt es zu atmen. Bis dahin erhält das Baby über die Nabelschnur ausreichend Sauerstoff. Eine weitere Befürchtung: Das Kind infiziert sich unter Wasser mit Keimen.

Zwar ist dieses Risiko nicht auszuschließen, ist aber äußerst gering. Solange die Schwangere gesund ist und alle Hygienevorschriften greifen, besteht keine erhöhte Infektionsgefahr. Studien belegen, dass Infektionen bei Babys nach einer Geburt unter Wasser nicht häufiger auftreten als nach einer Geburt im Trockenen. Hierzulande gelten in Kliniken und Geburtshäusern strenge Hygienevorschriften. Gehen Sie davon aus, dass die Geburtsbecken gründlich gereinigt und desinfiziert sind.

Wann kommt eine Wassergeburt nicht in Frage?

Es gibt einige Kontraindikationen, die gegen eine Wassergeburt sprechen. Nicht für jede Frau und ihr Baby ist der Geburtsvorgang in der Wanne geeignet. Experten raten davon ab, wenn Risiken absehbar sind, die ohnehin eine größere Aufmerksamkeit bei der Geburt verlangen. Dazu gehört die Steißlage des Babys. In diesem Fall haben die Geburtshelfer unter Wasser nicht genügend Einsicht. Eventuelle Komplikationen beim Passieren des Geburtskanals erkennen sie möglicherweise nicht rechtzeitig. Gleiches gilt bei Mehrlingsgeburten.

Dann ist die Wassergeburt ausgeschlossen. Ist das Baby sehr groß oder gibt es Herzauffälligkeiten, findet die Geburt ebenfalls besser im Trockenen statt. Außerdem ist eine Periduralanästhesie (PDA) bei einer Wassergeburt nicht möglich. Kommt es während der Geburt zu Komplikationen, sind Sie nicht in der Lage, die Wanne unter der Betäubung selbstständig zu verlassen. Zu guter Letzt ist die werdende Mutter am besten gesund. Vor allem unterbinden eine Präklampsie, Diabetes, Herpes im Intimbereich, HIV oder Hepatitis die Geburt in der Gebärwanne.

Wann ist eine Wassergeburt möglich?

Die deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat für Wassergeburten spezielle Richtlinien entwickelt, um die Sicherheit von Kind und Mutter zu gewährleisten. Demzufolge ist eine Wassergeburt nach Abschluss der 37. Schwangerschaftswoche möglich. Voraussetzung: Das Baby befindet sich in der richtigen Geburtsposition und die Gebärende erlitt während der Schwangerschaft keine Komplikationen. Außerdem ist es notwendig, Vorerkrankungen und Infektionen auszuschließen. Trifft das alles zu, steht einer Wassergeburt nichts mehr im Wege. Freuen Sie sich auf eine angenehme Geburt unter Wasser.

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Fazit

Eine Wassergeburt ist vielversprechend. Sie bietet sowohl der Mutter als auch dem Kind einige Vorteile und nur wenige Nachteile. Die Wärme des Wassers entspannt den Körper, sodass sich die Wehen verkürzen, das Risiko von Dammverletzungen reduzieren und die Schmerzen dämpfen lassen. Ist die Schwangere gesund und hatte während der Schwangerschaft keine Komplikationen, ist eine Wassergeburt möglich, sofern das Kind die richtige Position hat. Bedenken, dass Baby ertrinke dabei möglicherweise oder infiziere sich mit Keimen, sind unbegründet.



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