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Vollholz, Furnier & Spanplatte: Das Einmaleins der Holzwerkstoffe

Massivholz hat nicht immer die gewünschten Eigenschaften, die man für ein bestimmtes Bauproblem benötigt. Bevor man auf Kunststoffe zurückgreifen muss, können Holzwerkstoffe eine umweltfreundliche Alternative bieten.

Was versteht man unter Holzwerkstoffen?

Holz ist ein vielseitiger Werkstoff. Vollholz und Holzwerkstoffe werden nicht nur im Bereich der Möbelherstellung verwendet, sondern kommen zunehmend im Baugewerbe zum Einsatz. In den USA gibt es seit einigen Jahren den Trend, sogar mehrstöckige Häuser komplett aus Holzwerkstoffen zu errichten. Das liegt an dem zunehmenden ökologischen Bewusstsein, neuen technologischen Verfahren und den besonderen Eigenschaften dieser Materialien. Holzwerkstoffe bestehen, im Unterschied zu Vollholzprodukten, aus zerkleinertem Holz oder verholzten Materialien, die zu einem festen Baustoff zusammengefügt wurden. Dabei entscheidet nicht nur das verwendete Material, sondern auch der Grad der vorherigen Zerkleinerung über die Eigenschaften der einzelnen Produkte.

Herstellung der Werkstoffe

Die Holzwerkstoffe stellt man in der Regel in Platten- oder Stangenform her. Dazu werden die zerkleinerten Holzpartikel mittels synthetischer oder natürlicher Bindemittel bei einer abschließenden Heißverpressung zusammengefügt. Bei diesem Verfahren können der Mischung noch weitere chemische Mittel beigemischt werden, welche die späteren Eigenschaften des Produktes beeinflussen. Dazu können Brandschutzmittel, Paraffin, Holzschutzmittel, Farbe und ähnliches gehören. Die Eigenschaften der Werkstoffe können auch davon abhängen, ob die eingesetzten Holzpartikel vorbehandelt wurden. So verwendet man vermehrt Öl-Hitze-behandelte Hölzer. Dadurch ist es möglich, die Quelleigenschaft bei Feuchtigkeit zu senken. Gleichzeitig sind die so behandelten Holzwerkstoffe allerdings anfälliger für einen späteren Befall mit Pilzen. Bei neueren Verfahren arbeiten Hersteller heute häufig mit Techniken aus der Kunststoffverarbeitung. So fertigen sie zunehmend Holzwerkstoffe mit Hilfe von Strangpressen oder Spritzguss-Verfahren.

Allgemeine Eigenschaften der Holzwerkstoffe

Die Eigenschaften der einzelnen Holzwerkstoffe variieren je nach Herstellung erheblich. Allgemein lässt sich sagen, dass die Holzqualität sinkt, je feiner das Holz geschreddert wurde. Gleichzeitig erhöhen sich hierdurch aber die Dämmeigenschaften. Auch die mechanischen Eigenschaften unterscheiden sich bei den Werkstoffen unterschiedlicher Herstellung stark voneinander. Bei modernen Produkten reichen sie teilweise bereits an die Stärken von Nadelhölzern heran. Holzwerkstoffe sind unbehandelt anfälliger für Feuchtigkeit als Vollholzprodukte. In einem Bereich oberhalb der relativen Luftfeuchtigkeit von 65 bis 70 Prozent nehmen die Produkte in großem Maße Feuchtigkeit auf. Die erhöhte Neigung zur Dickenquellung bei massiven Feuchtigkeitseinwirkungen führt bei den Holzwerkstoffen eher zu irreversiblen Schäden als bei Vollholzprodukten. So müssen besonders im Bausegment entsprechende Platten bei Feuchtigkeit eher ausgetauscht werden. Während der Herstellung werden daher viele Holzwerkstoffe speziell vorbehandelt, so dass sie mit entsprechenden Zusätzen sogar besonders gegen Feuchtigkeit geschützt sind. Hier lohnt es sich, die Baustoffe anhand der zugesetzten Stoffe auszuwählen.

Holzbretter gestapelt 03

Vollholzwerkstoffe

Als Werkstoffe auf Vollholzbasis werden sämtliche Werkstoffe bezeichnet, die aus zusammengesetzten Massivholzelementen bestehen. Dabei sind zwei Varianten die häufigsten: Sperrholzprodukte bestehen aus Elementen, die um jeweils 90 Grad gedreht miteinander verleimt wurden. Sie weisen meist eine ungerade Anzahl von Lagen auf, damit die Maserung an den sichtbaren Flächen parallel verläuft. Schichtholz besteht wiederum aus parallel verleimten Lagen. Zu den Vollholzwerkstoffen zählen Massivholz- oder Leimholzplatten, Brettschichtholz und Stabsperrholz. Die Eigenschaften dieser Materialien ergeben sich aus den verwendeten Hölzern und dem Schichtaufbau der einzelnen Werkstoffe.

Furnierwerkstoffe

Als Furnierwerkstoffe werden Holzwerkstoffe bezeichnet, die aus dünnen, verleimten Schälfurnieren bestehen. Zur Herstellung lagert man Holzstämme zunächst nass und schält dann die Furniere heraus. Die so gewonnenen dünnen Platten werden anschließend rechtwinklig zueinander mittels Leim und Pressung verbunden. Durch die kreuzweise Verleimung sind die einzelnen Schichten stabiler, da sie nicht mehr gegeneinander arbeiten können. Zu den Furnierwerkstoffen zählen hauptsächlich Furniersperrholz, Furnierschichtholz, Furnierstreifenholz und Biegesperrholz. Die Eigenschaften der Furnierwerkstoffe sind denen der Vollholzwerkstoffe sehr ähnlich. Durch ihre dünneren Schichten ist die Variationsbreite jedoch höher. Je nach Verleimung unterscheidet man beim Furniersperrholz Innensperrholz (Verleimungsart IF20) und Außensperrholz (AW100). Das Außensperrholz ist beständig gegen Heißwasser und witterungsbedingte Schäden.

Holzspanwerkstoffe

Holzspanwerkstoffe sind die am häufigsten verwendeten Holzwerkstoffe. Sie werden aus Holzspänen produziert, die zu Platten oder Stangen verleimt und zusammengepresst werden. Meist bestehen die verwendeten Späne aus Nadelhölzern. Mitunter werden bei den Spanplatten auch andere Stoffe wie Stroh, Bagasse oder Bambus untergemischt. Die gängigen Holzspanwerkstoffe sind Spanplatte (Flachpressplatte), Strangpressplatte, Spanholzformteile, Grobspanplatte und Spanstreifenholz. Holzspanwerkstoffe werden vorwiegend im Möbel- und Innenausbau verwendet. Durch das Herstellungsverfahren sind sie sehr flexibel zu gestalten. Je nach Behandlung eignen sie sich sogar für Feuchtbereiche.

Holzfaserwerkstoffe

Holzfaserwerkstoffe werden aus Sägenebenprodukten oder Holz hergestellt. Sie können auch aus holzhaltigen Pflanzenfasern, beispielsweise aus Raps, bestehen. Zur Herstellung unterscheidet man das trockene und das nasse Verfahren. Aus den Holzresten oder Pflanzenfasern wird zunächst ein Vlies gefertigt. Das Vlies kann durch die holzeigenen Bindekräfte entstehen oder es werden Klebstoffe zugefügt. Anschließend wird das Vlies verdichtet. Im Nassverfahren entstehen Holzfaserdämmplatten sowie mittelharte, harte und extraharte Faserplatten. Im Trockenverfahren produziert man mitteldichte und hochdichte Faserplatten. Holzfaserwerkstoffe werden häufig als Dämmmaterial verwendet. Die harten Holzfaserplatten dienen zur Beplankung von Türen und Möbelrückwänden.

Holzproben

Verbundwerkstoffe

Verbundwerkstoffe werden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Unterschiedliche Holzpartikel und andere Werkstoffe werden hier miteinander vermengt. Wie die Materialien so variieren auch die Herstellungsverfahren der Verbundwerkstoffe. Die gängigsten Produkte aus Verbundwerkstoffe sind Kunstharzpressholz, Leichtbauplatten und Holz-Polymer-Werkstoffe.

Holzwerkstoffe und die Umwelt

Das Naturprodukt Holz kann eine umweltschonende Alternative sein, ist es aber nicht in jedem Fall. Der Einsatz von Bindemitteln und Klebstoffen kann ebenso zu erhöhten Umweltbelastungen führen wie die teils energieaufwändigen Herstellungsverfahren. Gerade bei Spanholzprodukten setzt man zudem häufig zusätzlich Flammschutzmittel, Holzschutzmittel oder Härter ein, um die Eigenschaften als Baumaterial zu verbessern. Auch bei diesen Zusätzen kommt es auf die Umweltverträglichkeit an, wenn Sie nachhaltige Baustoffe verwenden möchten. Falls Sie auf den natürlichen Baustoff Holz aus Gründen der Nachhaltigkeit zurückgreifen, sollten Sie also all diese Faktoren bei der Wahl des Materials bedenken. Um die Umweltbelastungen möglichst gering zu halten, bietet es sich zunächst an, wenn Sie sich nach Herstellern erkundigen, die Hölzer aus der Region verwenden. So können Sie unnötige Belastungen durch lange Lieferwege vermeiden. Darüber hinaus gibt es Hersteller, die bei der Produktion der Holzwerkstoffe auf formaldehydfreie Kleber zurückgreifen. Meist achten die entsprechenden Firmen bei der Herstellung insgesamt auf schadstoffarme Zusatzstoffe. Es lohnt sich also, direkten Kontakt zu den Firmen aufzunehmen und sich über die Herstellungsverfahren zu erkundigen.

Fazit

Die Einsatzmöglichkeiten der Holzwerkstoffe sind ebenso vielseitig wie die Holzprodukte selbst. Als Baumaterial eignet sich besonders Sperrholz. Durch eine entsprechende Verstärkung dienen Sperrholzplatten als Fußboden- oder Wandplatten. Spanholzstoffe können Sie, je nach Verarbeitung, ebenso innen und außen anwenden. Grobspannplatten werden beispielsweise häufig bei Wände verbaut. Besonders beliebt sind Spanplatten im Möbelbau, wo sie über 50 Prozent der verwendeten Stoffe ausmachen. Für Dämmarbeiten im Dachbereich oder bei Böden können Sie auf Holzfaserplatten zurückgreifen. Wenn Sie Holzwerkstoffe für Renovierungsarbeiten oder zum Bau verwenden möchten, sollten Sie allerdings bei der Planung und dem Einkauf einen Fachmann zu Rate ziehen. So können Sie böse Überraschungen aufgrund von ungeeignetem Material vermeiden.

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