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Frisch aus dem Wald: Pilze, Beeren und Nüsse selbst sammeln

Wer Pilze, Früchte und Nüsse selbst sammeln möchte, entdeckt in unseren Wäldern vieles, was gut schmeckt. Die richtigen Sammelstellen zu finden, gelingt jedem, der ein paar hilfreiche Tipps beachtet.

Sammeln auf nahezu allen Waldflächen

Wenn Sie im Wald Beeren oder Nüsse sammeln möchten, müssen Sie verschiedene Regelungen beachten. Im Waldgesetz ist genau festgelegt, welche Flächen Sie betreten und wie viele Früchte Sie sammeln dürfen. Militärisch genutzte Bereiche, Wildhegegebiete oder Kernzonen landschaftlicher Schutzgebiete sind Areale, die meist nicht betreten werden dürfen. Informieren Sie sich am besten vorab im zuständigen Forstamt. Sammeln dürfen Sie auf allen zugänglichen Flächen, so viel Sie wollen. In manchen Schutzgebieten müssen Sie jedoch Einschränkungen beachten. Meist sollten Sie nur so viel sammeln, wie Sie selbst verzehren können. Entsprechende Hinweise zur Sammelmenge erteilt Ihnen die jeweilige Schutzgebietsverwaltung.

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Pilze und Bäume: große Lebensgemeinschaften

Im Herbst ist Pilzzeit. Laue Temperaturen und viel Regen begünstigen das Wachstum von Pilzen. Sammler interessiert der oberirdisch aus dem Laub ragende Fruchtkörper. Die besten Pilzstellen finden Sie, wenn Sie genaue Kenntnisse über die Lebensweise von Pilzen haben. Denn die Standorte von Pilzen hängen eng mit dieser zusammen. Pilze zählen weder zu den Tieren noch zu den Pflanzen. Sie bilden eine eigene Kategorie und vermehren sich über Sporen, die am Fruchtkörper hängen.

Im Waldboden entsteht aus ihnen ein Myzel, ein riesiges Geflecht von fadenförmigen Zellen. Mit dem Namen Pilz bezeichnet der Volksmund lediglich den oberirdisch sichtbaren Fruchtkörper. Dieser wächst bei optimalen Bedingungen aus dem Myzel nach oben. Pilze leben mit verschiedenen Pflanzen in einer Mykorrhiza, einer Vergesellschaftung zweier Lebewesen zum gegenseitigen Vorteil. So gibt es beispielsweise Gemeinschaften von Pilzen mit Bäumen. Das Myzel der Pilze durchdringt den Boden feinmaschiger als die Baumwurzeln. Die gewonnenen Nährstoffe stellt der Pilz dem Baum zur Verfügung. Sie finden Pilze demnach bevorzugt in älteren, lichten Wäldern.

Garanten für eine reiche Pilzernte

Speisepilze bestehen aus einem Ständer mit aufgesetztem Hut. Als Mykorrhiza bildende Lebewesen wachsen sie in alten Wäldern mit bestimmter Baumzusammensetzung. An Eichen, Kiefern, Buchen, Fichten und Birken bilden Speisepilze im Herbst ihren Fruchtkörper aus. Im Volksmund gebräuchliche Namen weisen bereits auf beliebte Symbiosen, also Gemeinschaften hin. Der Birkenröhrling ist an Birken zu finden. Sandröhrlinge bevorzugen Kiefern auf sandigen Böden. Hainbuchenröhrlinge fühlen sich an Hainbuchen wohl. Steinpilze und Maronen gehen mit Fichten eine Mykorrhiza ein. Pilze sind überall zu finden. Feuchtigkeit, Verdunstung, Niederschlag und Wärme sind entscheidend für das Wachstum.

Wirken alle Faktoren optimal, sprießen Pilze wie ein Teppich aus dem Boden. Suchen Sie in lichten Wäldern, an warmen Waldsäumen und an älteren einzeln stehenden Bäumen. Auch an bereits zersetzten Baumstümpfen fühlen sich Pilze wohl. Durchstreifen Sie ältere Waldflächen, wenn die äußeren Bedingungen wie Feuchtigkeit und Temperatur optimal für das Wachstum von Pilzen sind. Bald werden Sie die ertragreichen Stellen kennen, die meist über Jahre hinweg eine gute Pilzernte ermöglichen. Erst wenn sich die Bedingungen ändern, verschwinden oft auch die Pilze. Kleine Kahlschläge, zu wenig Regen oder zu niedrige Temperaturen können die Ursachen sein. Regnet es hingegen im Frühjahr viel, rechnen Pilzexperten mit einer reichen Ernte im Herbst. Gleich nach den ersten längeren Regenfällen bei noch lauen Temperaturen beginnt der Pilz im zeitigen Herbst, seinen Fruchtkörper durch den Humus zu schieben. Finden Sie den ersten Pilz, stehen zahlreiche weitere Exemplare meist in unmittelbarer Nähe.

Beerenfrüchte des Waldes

Beeren gehören als Früchte von Sträuchern zum natürlichen Bestandteil unterschiedlicher Waldformen. In der sogenannten Strauchschicht wachsen sie oft üppig mit vielen Früchten. Blaubeeren, Preiselbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren sind die typischen Beerengewächse der Wälder. Unscheinbar hängen sie am Strauch und erreichen oft nur einen Bruchteil der Größe gezüchteter Exemplare. Geschmacklich überzeugen sie hingegen fast jeden Gaumen. Blaubeeren oder Heidelbeeren sind zwischen Juli und September reif. Sie gedeihen in Nadelwäldern und lichten Laubwäldern und bevorzugen nährstoffarme Böden. In monotonen Fichtenwäldern bilden sie oft neben Moosen, Flechten und einzelnen Gräsern die einzige Bodenbedeckung. Lichte Kiefernwälder sind ebenfalls reich an Heidelbeeren. Auf kargem Boden, oft nur Sand, wachsen die Beeren optimal.

In Gesellschaft der Blaubeeren finden Sie auch weiße oder rote Preiselbeeren. Wenn Sie im Sommer lichte Kiefern- und Fichtenwälder betreten, bilden die kleinen blauen, weißen oder roten Beeren einen dichten Teppich auf dem Waldboden. Himbeeren und Brombeeren wachsen in fast allen Wäldern. Auf lichten Flächen, kleinen Kahlschlägen oder an Wegrändern sind die weißen Blüten von Anfang Juni bis Ende Juli überall zu sehen. Himbeeren und Brombeeren zählen zu den Rosengewächsen und bevölkern die Wälder in einer Vielzahl von unterschiedlichen Arten. Rote Himbeeren und dunkelblaue Brombeeren sammeln Sie Ende Juli bis Anfang September. Zu den Rosengewächsen zählt ebenfalls die Walderdbeere. Sie wächst maximal 20 Zentimeter in die Höhe und ist oft unscheinbar zwischen Gräsern und Farnen versteckt. Die kleinen roten Früchte hängen Ende Juli bis August am Strauch. Die Walderdbeere liebt die lichten Säume von Laubwäldern sowie Gebüsche. Im Gegensatz zu Heidelbeeren und Preiselbeeren finden Sie Brombeeren, Himbeeren und Walderdbeeren auf üppigen Waldflächen.

Haselnüsse, Walnüsse und Esskastanien

Sammeln Sie gern Haselnüsse oder Walnüsse, sind Sie im Wald genau richtig. Zwischen Birken und unter Eichen fühlt sich der Haselnussstrauch wohl. Seine Früchte sind ab Mitte Juni sichtbar. Am Anfang umsäumt von einer becherartigen, leicht samtig hellgrünen Hülle, sind die Früchte Anfang September reif. Sie müssen die Nüsse nicht vom Baum schütteln. Braune Früchte fallen von selbst aus der schützenden Umhüllung. Bevor das Laub von den Bäumen fällt, sammeln Sie die reifen Nüsse einfach vom Waldboden auf. Natürliche Walnussvorkommen beherbergen Deutschlands Wälder nicht. Vielerorts stehen die üppigen Bäume als Anpflanzungen entlang von Waldsäumen und breiten Waldwegen. Wie Haselnüsse fallen auch die reifen Walnüsse einfach vom Baum. Ab Anfang September können Sie die Nüsse unter dem Walnussbaum suchen. Im Sommer fallen die Bäume durch große hellgrüne Blätter und runde Früchte auf. Schauen Sie an Wegen und Waldlichtungen nach entsprechenden Anpflanzungen, damit Sie im Herbst die energiereichen Früchte bequem einsammeln können. Oft fallen die Nüsse in der Schale vom Baum.

Wenn Sie die Nüsse im Keller oder in einem luftigen Schuppen trocknen, löst sich die Schale nach einiger Zeit von selbst von der Nuss. Esskastanien, Edelkastanien oder Maronen wachsen in warmen, feuchten Wäldern. Als mediterrane Art benötigt der Baum viel Sonne und Feuchtigkeit, um zu blühen und danach Früchte auszubilden. In der Pfalz, der Oberrheinischen Tiefebene, im Oden- und Schwarzwald herrschen in Deutschland optimale Bedingungen für das anspruchsvolle Buchengewächs. Die Nüsse reifen in einem stacheligen Fruchtbecher. Reife Früchte kündigen sich durch den Wechsel der Stachelfarbe von Hellgrün zu Hellbraun an. Der Fruchtbecher öffnet sich von selbst. Die Esskastanien fallen ab Ende September mit oder ohne Fruchtbecher zu Boden. Sammeln Sie die einzelnen heruntergefallenen Maronen oder den ganzen Fruchtbecher ein und lagern Sie die Früchte zu Hause luftig und trocken.
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Fazit

Die Erntezeit im Wald beginnt Ende Juli. Heidelbeeren und Preiselbeeren zeigen in lichten alten Kiefern- und Fichtenwäldern ihre Früchte. Himbeeren, Brombeeren und Walderdbeeren finden Sie in grünen satten mittelalten bis alten Wäldern mit Kiefern, Eichen oder Buchen. Sie lieben warme lichtdurchflutete Waldsäume. Die Früchte sind keinesfalls so groß wie im Regal der Supermärkte. Deshalb sollten Sie bei Ihrer Suche Ihre Sinne auf die Farbe, weniger auf die Größe einstellen. Die roten und blauen Früchte sind im Grün der Gräser gut auszumachen. Pilze stehen überall im Wald. Nach ein paar Regentagen zeigen sie Anfang Herbst ihren Fruchtkörper. Suchen Sie gezielt an älteren Bäumen und auf Flächen, die locker mit Bäumen bestanden sind. Bereits im Sommer erscheinen die Früchte von Haselnuss, Walnuss und Esskastanie am Baum. Im Herbst lesen Sie die Früchte einfach vom Boden auf.

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