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Fika! Warum wir die Kaffeepause wie die Schweden zelebrieren sollten

Die schwedische Fika macht die Kaffeepause zur Kunstform. Hier erfahren Sie, worum es geht und warum es Sinn macht, sich in dieser Kunst zu üben.

Kaffee – das braune Gold unserer Vorfahren

Wussten Sie schon, dass viele Dinge aus unserem Alltag einst als wertvolle Schätze angesehen wurden? So galt Salz früher als so wertvoll, dass die Soldaten des Römischen Reiches ihren Sold in Salz ausgezahlt bekamen. Aber auch Kaffee und Tee wurden damals als Luxusgüter gehandelt. All dies liegt lange zurück. Heutzutage erhalten wir diese Dinge für wenig Geld im Supermarkt um die Ecke.

Unsere Vorfahren hätten uns zweifellos beneidet. Mit der permanenten Verfügbarkeit für jedermann ist aber auch die Wertschätzung gesunken. Würden Sie Ihren Kaffee anders trinken, wenn er nicht aus dem Automaten kommen würde? Was wäre, wenn Sie ein kleines Vermögen bezahlt und Monate lang gewartet hätten, um genau diese Tasse Kaffee trinken zu dürfen?

Vermutlich würden Sie den Vorgang des Kaffeetrinkens regelrecht zelebrieren und bei jedem einzelnen Schluck genau auf den Geschmack achten. Vielleicht würden Sie sich dazu mit ein paar lieben Menschen treffen, um das Erlebnis gemeinsam auszukosten. Nach der Arbeit oder in eigens dafür vorgesehenen Kaffeepausen, in denen Stress und Hektik nichts verloren hätten. Wäre das nicht wundervoll? Was denken Sie?

Die Kaffeepause, wie wir sie kennen

Kaffeepausen erfüllen einen wichtigen Zweck. Wir legen eine Pause ein und können uns entspannen. Danach geht es mit frischen Kräften weiter. Dass Kaffee eine belebende Wirkung auf uns ausübt, ist bekannt. Leider funktioniert es oft nicht so, wie es soll: Wir gehen hektisch in die Pause, schlucken unseren Kaffee hinunter und sind dabei mit dem Kopf überall, nur nicht dort, wo wir Ruhe finden. So wird das, was als Erholungspause gedacht ist, zur „Aufputschpause“. Entspannung lässt sich so schwerlich finden. Dabei könnte es ganz anders sein. Zeit, von unseren schwedischen Freunden zu lernen.

Die Fika – Mehr als nur Pause machen

Wenn Schweden am Arbeitsplatz ihre Fika einlegen, hat der Stress draußen zu bleiben. Aber auch bestehende Hierarchien haben in der Kaffeepause nichts verloren. Dadurch ist ein informeller Austausch möglich, der alle voranbringt. Wie wichtig dies ist, zeigt ein Beispiel aus den USA: Als Steve Jobs die Filmfirma Pixar leitete, richtete er Treffpunkte im Firmengebäude ein.

Hier konnten die Mitarbeiter/innen sich während der Pausen treffen und untereinander austauschen. Dabei legte Jobs großen Wert darauf, dass es keine eigenen „Pausenflächen“ für die einzelnen Abteilungen gab. Vielmehr trafen sich hier die unterschiedlichsten Leute zum Plaudern und tauschten Ideen aus. Tatsächlich stammten einige der besten Ideen, die bei Pixar zum Leben erwachten, von Leuten, die nicht in der jeweiligen Abteilung tätig waren. Gleiches gilt in Schweden: Wenn das Personal sich zur Fika trifft, kann jeder von jedem lernen.

Durch die entspannte Atmosphäre entstehen schnell zwischenmenschliche Kontakte, die alle weiterbringen. Wenn man einmal Hilfe aus einer anderen Abteilung benötigen sollte, läuft es viel besser, dort jemanden gut zu kennen, als einfach eine unpersönliche E-Mail zu verschicken. Abgesehen davon wird der Alltag entschleunigt, was wiederum dafür sorgt, dass alle anschließend mit frischen Kräften an die Arbeit gehen. Die Vorstellung, dass jemand hektisch seinen Kaffee hinunterschlürft, während er schon wieder in Richtung Büro eilt, ist den Schweden suspekt. Krankheiten wie Burn-out dürften im Land der Elche dann auch deutlich seltener vorkommen.

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Die Bestandteile einer Fika

In ihrer Eigenschaft als nationales Kulturgut umfasst die Fika weit mehr als nur Kaffee. Um sie richtig zu zelebrieren, wird das braune Getränk um kleine Mahlzeiten ergänzt. Traditionell kommt hier Gebäck zum Einsatz. Wenn Sie Ihre Fika authentisch zelebrieren möchten, steht Ihnen hier eine große Auswahl zur Verfügung. Besonders beliebt ist dabei die schwedische „Kanelbulle“.

Falls Ihnen der Begriff nichts sagt, gibt es keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Es handelt sich dabei um Zimtschnecken, die Sie ohne großen Aufwand kaufen oder selbst backen können. Die zweite Lösung würde wohl am ehesten dem Geist der Fika entsprechen. Bietet sich doch so die Chance, soziale Kontakte zu vertiefen, und wenn es nur darum geht, dass Sie Komplimente für Ihre Backkünste erhalten oder Ihre Kollegen das Backrezept haben möchten. Nochmals: Die soziale Komponente steht im Vordergrund.

Dies bedeutet aber auch, dass Sie nicht verzweifeln müssen, wenn Sie nicht backen können und Ihr Bäcker kein schwedisches Gebäck im Sortiment hat. Tatsächlich geht man in Schweden sehr locker mit diesem Thema um: Wenn kein Gebäck zur Hand ist, darf es auch mal ein Sandwich sein. Wer keinen Kaffee mag, zelebriert die Fika mit einer Tasse Tee. Viel wichtiger als die Wahl der Speisen und Getränke ist die Stimmung. Auch sollte ein ausreichender Zeitraum eingeplant werden. Eine Fika, die nur zehn Minuten dauert, ist keine Fika.

Optimal wären wohl 30 Minuten. Wenn die Situation am Arbeitsplatz dies nicht zulässt, sollten es dennoch mindestens 15 Minuten sein. Falls Sie Arbeitgeber oder Führungskraft sind, sollten Sie die Fika nicht als verlorene Zeit betrachten. Die Steigerung der Produktivität wird den „Zeitverlust“ mehr als ausgleichen. Ganz zu schweigen davon, dass Ihre Angestellten nicht mehr so oft aufgrund von Stress und anderen Dingen krank sein werden.

Die Fika im Privatleben

Selbstverständlich endet die Fika in Schweden nicht am Arbeitsplatz. Man zelebriert sie ebenso in der Freizeit. Im Prinzip gelten hier die gleichen Regeln wie im Büro: ausgeglichene Stimmung, guter Kaffee und dazu kleine Mahlzeiten und interessante Gespräche. Da die Fika fester Bestandteil im schwedischen Alltag ist, wird es Sie nicht wundern, dort überall auf Menschen zu treffen, die sich bei einer Tasse Kaffee oder Tee vergnügt unterhalten.

Bei schönem Wetter im Freien, ansonsten im Haus. Laden Sie doch mal Ihre Nachbarn und Freunde dazu ein! Eine Packung Kaffee und etwas Gebäck kostet nicht die Welt. Die wertvollen Momente, die Sie dabei erleben, sind hingegen unbezahlbar.

Wie buchstabiert man Offenheit? Fika!

Die schwedische Cafészene ist seit langer Zeit aktiv dabei, die Fika weiterzuentwickeln. Dies hat zu einer Reihe bemerkenswerter Kaffeespezialitäten und köstlichen Gebäckkreationen geführt. Dabei haben auch alternative Ernährungsformen ihren Platz eingefordert. So ist es mittlerweile weit verbreitet, Kuhmilch auf Wunsch durch Mandel- oder Sojamilch zu ersetzen.

Passend dazu gibt es Lokale, die das Gebäck durch leckere Rohkostmalzeiten ersetzen. Die Fika lebt von der Offenheit der Menschen, die sie begehen. Wohl mit ein Grund, dass sie niemals in der Mottenkiste überholter Traditionen enden wird.

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Fazit: Die Fika ist nicht nur für Schweden gut!

Schweden ist seit langer Zeit für seinen hohen Kaffeeverbrauch bekannt. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen könnte, liegt dies nicht an einem hohen Stressfaktor. Vielmehr haben unsere europäischen Nachbarn eine geschickte Methode der Erholung etabliert, die zudem soziale Kontakte fördert und die Produktivität in der Wirtschaft erhöht. Diese Methode hört auf den Namen „Fika“ und stellt eine besondere Form der Kaffeepause dar.

Dabei geht es weniger um die Frage, welchen Kaffee man trinkt oder welche Tassen zum Einsatz kommen. Das Geheimnis der Fika besteht darin, dass Anspannung und Hektik hier nichts verloren haben. Man entspannt sich, genießt jeden Schluck und geht danach in harmonischer Stimmung zu den Alltagsgeschäften zurück. In den Betrieben werden Hierarchien während der Fika außer Kraft gesetzt. So muss niemand nervös sein, wenn der Chef mit am Tisch sitzt.

Die Vorzüge dieser Tradition zeigen sich in gesünderem Personal und einem allgemein besseren Betriebsklima. Aber auch die privaten sozialen Kontakte profitieren davon. Man trifft sich nicht „zwischen Tür und Angel“, sondern nimmt sich Zeit. Da die Fika äußerst flexibel zelebriert werden kann, lässt sie sich ohne Probleme in Deutschland umsetzen. Es muss nicht zwanghaft Schwedengebäck sein.

Ebenso lässt der Kaffee sich beispielsweise durch Tee ersetzen. Wer den Geist der Fika erfasst hat, muss sich nicht mehr darum sorgen, was auf dem Tisch steht. Er wird zweifellos auch so von dieser schönen Tradition profitieren. Wann veranstalten Sie Ihre erste Kaffeepause auf Schwedisch?



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