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Das Einmaleins der artgerechten Haltung von Zwergkaninchen

Zwergkaninchen gelten als pflegeleicht und anspruchslos. Ihre artgerechte Haltung hat jedoch einige wichtige Voraussetzungen: Denn die Tiere brauchen einen soliden Stall, gutes Futter und viel Bewegung, damit sie sich wohlfühlen.

Wie viele Zwergkaninchen dürfen es denn sein?

Zwergkaninchen sollten niemals einzeln gehalten werden, denn das widerspricht ihrer Natur. Zwei Kaninchen sollten es mindestens sein. In einer Dreiergruppe kann es passieren, dass ein Kaninchen ständig allein sitzt oder von den anderen verjagt wird. Im schlimmsten Fall beißen sich die Tiere. Dann muss ein Kaninchen aus der Gruppe herausgenommen werden. Zwei unkastrierte Rammler werden sich mit Beginn der Geschlechtsreife bis aufs Blut bekämpfen. Das kann zu schlimmen Verletzungen oder gar zum Tod eines Tieres führen. Daher sollten Rammler unbedingt frühzeitig kastriert werden. Über den geeigneten Zeitpunkt wird Sie Ihr Tierarzt sicher gern beraten. Zwei Häsinnen können sich durchaus gut vertragen, vor allem wenn sie aus einem Wurf stammen oder zusammen aufgewachsen sind. Eine lebenslange Garantie für Verträglichkeit gibt es jedoch nicht. Wird ein zeugungsfähiger Rammler gewittert, kämpfen auch Häsinnen miteinander. Am besten vertagen sich naturgemäß ein Rammler und eine Häsin miteinander. Damit es nicht laufend Nachwuchs gibt, muss auch hier der Rammler kastriert werden.

Zwergkaninchenhaltung drinnen und draußen

Zwergkaninchen können durchaus das ganze Jahr über im Freien gehalten werden. Die Frage ist jedoch, ob Sie es gern im Winter oder bei Regenwetter draußen versorgen wollen. Wenn es Ihnen möglich ist, sollte Sie Ihren Kaninchen zumindest eine Sommerwohnung im Garten oder auf dem Balkon gönnen. Die Umgewöhnung im Frühjahr auf die Außenhaltung und im Herbst wieder auf die Innenhaltung nehmen Sie am besten vor, wenn die Innen- und Außentemperaturen nicht zu weit auseinander liegen. Dann werden Ihre Kaninchen keine Probleme damit haben. Für den Übergang empfiehlt es sich, die Tiere nachts im Haus zu behalten und tagsüber nach draußen zu bringen.

Gewährleisten Sie ausreichende Bewegung

Kaninchen sind Bewegungstiere, sie sollten sich möglichst täglich einige Zeit frei bewegen können. Dies kann in Form von Freilauf in der Wohnung oder in einem Auslauf im Garten geschehen. Achten Sie bei Freilauf in der Wohnung darauf, dass Ihre Kaninchen keine Elektrokabel anknabbern können. Am besten lassen Sie Ihre Tiere nur unter Aufsicht in einem geschlossenen Zimmer herumhoppeln. Türen sind ebenfalls eine Gefahr für die kleinen Kaninchen. Sie können leicht darin eingeklemmt werden. Im Freien droht Ihren Zwergkaninchen vor allem Gefahr von Katzen, Hunden oder Raubvögeln. Ein Auslauf sollte daher mit einem Netz oder einem Gitter abgedeckt sein, damit keine Raubtiere Ihre Kaninchen fangen können.

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Manche Kaninchen lassen sich mit einem Brustgeschirr spazieren führen oder springen begeistert über Hindernisse. Auch Klicker-Training kann für Bewegung bei Ihren Kaninchen sorgen. Das ergibt allerdings nur Sinn, wenn Ihre Tiere wirklich Spaß daran haben und Sie regelmäßig Zeit dafür aufbringen können. Ein eher träges Tier wird sich kaum dafür erwärmen können. Haben Sie ein recht lebhaftes Kaninchen, dann wird ihm durch die regelmäßige Beschäftigung möglicherweise die Lust auf Unsinn vergehen. Unterforderte oder gelangweilte Kaninchen neigen durchaus dazu, Unfug anzustellen. Sie knabbern die Holzteile ihres Stalls an oder scharren das komplette Heu aus der Raufe. Diese Tiere brauchen mehr Auslauf und Abwechslung als ihre ruhigen Artgenossen.

Der Stall: ein großes Zuhause für kleine Kaninchen

Das Wichtigste am Kaninchenstall oder -käfig ist die Sauberkeit. In einem verschmutzten Stall kann kaum ein Kaninchen gesund bleiben. Die Mindestgröße eines Stalls für Zwergkaninchen liegt etwa bei einem halben Quadratmeter (ein Meter mal ein halber Meter). Je mehr Platz Sie Ihren Kaninchen bieten, desto wohler werden sie sich fühlen. Als Einstreu eignen sich Holzspäne oder Stroh besonders gut. Am besten sind eine untere Schicht aus Holzspänen, denn diese saugt die Feuchtigkeit gut auf, und eine Oberschicht aus frischem Stroh. So kann Ihr Kaninchen nach Herzenslust wühlen und auch vom frischen Stroh naschen.

Näpfe und Zubehör: die richtige Ausstattung

Für Trockenfutter und Frischfutter benötigen Sie jeweils einen eigenen Napf. Denn geben Sie beides in einen gemeinsamen Napf, dann wird das Trockenfutter feucht und klebrig. Wird das Frischfutter nicht schnell genug gefressen, dann verdirbt es und muss aus dem Stall oder Käfig entfernt werden. Die Näpfe sollten standfest sein, damit Ihre Kaninchen sie nicht ständig umwerfen oder damit spielen und so das Futter verstreuen. Am besten eignen sich Näpfe aus Ton oder Steingut. Heu gehört in eine Raufe, sonst wird es auf dem ganzen Boden verteilt und eventuell auch verschmutzt. Dann ist es für Ihre Kaninchen ungenießbar und gesundheitsgefährdend. Als Wasserbehälter werden spezielle Trinkflaschen für Kaninchen angeboten, aber auch Näpfe aus verschiedenen Materialien. In einer Trinkflasche verschmutzt das Wasser nicht so leicht wie in einem Napf. Trotzdem sollte das Wasser auch in einem solchen Gefäß regelmäßig ausgetauscht werden, damit sich keine Keime darin sammeln.

Welches Futter brauchen Zwergkaninchen?

Viele Zwergkaninchen werden mit Fertigfutter aus dem Zoohandel oder Supermarkt gefüttert. Häufig enthält dieses Futter große Mengen an Getreide. Dabei ist es egal, ob das Futter nun preisgünstig ist oder eher teuer. Zu viel Getreide macht Zwergkaninchen dick und Übergewicht verkürzt die Lebensdauer oft erheblich. Gut gehaltene Zwergkaninchen können bis zu zwölf Jahre alt werden, aber viele Kaninchen werden kaum älter als zwei Jahre. Die häufigsten Ursachen für den frühen Tod sind nicht artgerechtes Futter und mangelnde Bewegung. Achten Sie deshalb auf den Getreideanteil im Kaninchenfutter. Es gibt auch Pelletfutter mit geringem Getreideanteil. Füttern Sie möglichst kleine Mengen an Fertigfutter. Zwergkaninchen können nämlich auch ohne Trockenfutter gut leben. Geben Sie Ihren Zwergkaninchen besser täglich frisches Futter und verringern Sie die Ration Fertigfutter. Möhren, Salat und frisch geschnittenes Gras eignen sich sehr gut als Kaninchenfutter. Äpfel sorgen zudem für ein schön glänzendes Fell. Auch Kohl kann in geringen Mengen verfüttert werden. Er sorgt jedoch für einen etwas strengen Geruch im Kaninchenstall. Am ehesten eignen sich Kohlrabiblätter, die Blätter vom Blumenkohl und die Stiele von Brokkoli und Grünkohl. Sie verursachen weniger Blähungen als die anderen Kohlsorten. Entgegen der allgemeinen Meinung mag nicht jedes Kaninchen gern Mohrrüben. Probieren Sie einfach aus, was Ihren Kaninchen gut schmeckt. Wenn möglich, sorgen Sie auch beim Frischfutter für Abwechslung. Auch Tiere mögen nicht gern jeden Tag das Gleiche zu sich nehmen.

Der Tipp für gesundes Füttern: Viel und frisch muss es sein!

Der Verdauungstrakt eines Kaninchens funktioniert ohne Muskelkraft. Das heißt, die Nahrung wird nur weitertransportiert, wenn etwas nachgeschoben wird. Kaninchen müssen also häufig fressen. Damit die Tiere nicht zu viel Fett ansetzen, benötigen sie neben Frisch- und Trockenfutter auch Heu. Die Qualität von Heu erkennen Sie am Geruch und an der Farbe. Es sollte frisch riechen und von grünlicher Farbe sein. Verfüttern Sie niemals muffig riechendes Heu, es kann Ihre Tiere sehr krank machen. Manche Kaninchen fressen auch gern frisches Stroh.

Bieten Sie Ihren Zwergkaninchen etwas zu knabbern

Die Zähne von Kaninchen wachsen lebenslang. In der Natur ist das nötig, damit die Zähne nicht vorzeitig abgenutzt werden und ein Tier dann verhungern muss. Darum dürfen Zwergkaninchen nicht nur weiches Futter bekommen, sonst würden ihre Zähne zu lang und sie könnten irgendwann gar nichts mehr fressen. Um dies zu verhindern, geben Sie Ihren Kaninchen frische oder trockene Zweige von Apfelbäumen, Buchen oder Birken. Sie werde gern daran knabbern und so weniger Zahnprobleme bekommen.

Auch im Kaninchenstall heißt es: Wasser marsch!

Kaninchen brauchen nicht nur gutes Futter, sondern auch ausreichend Wasser. Der Wasserbedarf ist von Kaninchen zu Kaninchen sehr unterschiedlich. Es gibt Tiere, die fast einen Liter pro Tag trinken, andere gerade mal 250 ml. Das ist auch abhängig vom Futter. Je mehr frisches Futter ein Kaninchen bekommt, desto weniger muss es trinken. Bekommt ein Tier jedoch nur Trockenfutter, dann benötigt es relativ viel Wasser. Mit einer 450-ml-Flasche sollte ein Kaninchen ausreichend trinken können. Ist die Flasche jedes Mal leer, wenn Sie diese kontrollieren, dann ist sie möglicherweise leck. Das erkennen Sie an feuchter Einstreu unter dem Trinkröhrchen der Flasche. Ist die Einstreu trocken, dann benötigt Ihr Kaninchen mehr Wasser.

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Fazit

Durch artgerechte Haltung halten Sie ihre Zwergkaninchen gesund und haben länger Freude an ihnen. Außerdem sparen Sie sich so manchen Gang zum Tierarzt, der meist mit hohen Kosten verbunden ist. Der Aufwand ist nicht besonders groß: gutes Futter, viel Bewegung und ein sauberer Stall. Das sind die Grundbedürfnisse Ihrer Zwergkaninchen.

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