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Eine Galerie eröffnen: Voraussetzungen, Hürden und Fallstricke

Die eigene Galerie ist der Wunschtraum vieler Künstler oder Kunstbegeisterter. Dieser Ratgeber informiert in kompakter Form über die nötigen Voraussetzungen und mögliche Hindernisse.

Wenn Sie mit dem Gedanken einer eigenen Galerie spielen, sind Sie entweder selbst Künstler oder ein passionierter Kunstfreund. Für beide Gruppen potenzieller Galeriegründer gelten vielfach die gleichen Voraussetzungen beziehungsweise Hürden. Ein Hindernis sei gleich im Vorfeld angesprochen: Sollten Sie eine Galerie rein aus ökonomischen Gründen, also aus purer Gewinnerzielungsabsicht, auf die Beine stellen wollen, ist dies häufig mit einer ungünstigen Prognose verbunden.

Fehlt nämlich Herzblut und die Liebe zu den Exponaten, übertragen Sie dies unweigerlich mit der Zeit auf Ihre Besucher oder Kaufinteressenten und laufen Gefahr, dass diese nach einer Galerie mit mehr Enthusiasmus für die Kunst an sich suchen.

Das A und O: Welche Kunst steht im Fokus?

Einfach den Wunsch zu haben, eine Galerie zu eröffnen, reicht nicht. Das Wichtigste ist im Vorfeld, dass Sie sich genau darüber im Klaren sind, welche Art von Kunst Sie ausstellen möchten. Geht es um eigene Kunstwerke oder um die schöpferischen Kreationen anderer Künstler? Vielleicht auch um eine gut harmonierende Mischung aus beidem?
Möchten Sie Bilder in Öl oder Skulpturen, Zeichnungen oder Drucke, Selbstgetöpfertes oder verschiedenartige Kunst aus einer ganz bestimmten Epoche oder Kultur zeigen?

Dies alles bestimmt Ihr weiteres Vorgehen im Hinblick auf Ihre Existenzgründung im Galeriebereich. Denn egal, ob es um eine geplante Kreditaufnahme bei der Bank, um die Beantragung eines Existenzgründungszuschusses bei der Arbeitsagentur, die Gestaltung der Galerieräume oder Ihr zukünftiges Marketing geht: Überall müssen Sie ganz genau wissen, was Sie ausstellen möchten.

Der Standort der Galerie als entscheidende Frage

Wo soll die neue Galerie aus der Taufe gehoben werden? Das Argument, dass dies egal sei, weil es sich um einzigartige Ausstellungsstücke handelt, könnte sich schon bald als Fallstrick herausstellen. Denn gerade bei einem Unternehmen wie einer Galerie, bei dem Produkte nicht einfach online angesehen und gekauft werden, sondern es auf echte Begegnungen ankommt, ist die Wahl des Standortes sehr wichtig.

In einer Großstadt wie Düsseldorf oder Berlin dürfen Sie zum Beispiel mit einem größeren Kreis von potenziellen Interessenten für Kunst rechnen als abseits der großen Metropolen. Dafür haben Sie es hier mit einer größeren Konkurrenz zu tun. Auch in Bezug auf den genauen Standort in einer Stadt müssen Sie sich bereits im Vorfeld ernsthafte Gedanken machen. Im Zentrum selbst bezahlen Sie erhöhte Aufmerksamkeit vielfach mit hoher Miete, die Ihnen als aufstrebender Galerist, der sich erst am Markt etablieren möchte, unter Umständen zum Verhängnis werden kann.

In einem reinen Wohnviertel dürfen Sie dagegen kaum auf Laufkundschaft hoffen. Sollten es in der Stadt Ihrer Wahl ein angesagtes Künsterquartier geben, ergibt es häufig Sinn, sich hier zuerst nach einem Plätzchen umzusehen.

Finanzielle Voraussetzungen

Die Eröffnung einer Galerie ist, wie nahezu jede Existenzgründung, daran gebunden, dass Sie zumindest einen Teil des dafür nötigen Kapitals aus eigener Kraft aufbringen können. Das restliche Geld, das sogenannte Fremdkapital, müssen Sie rekrutieren. Hierfür stehen Ihnen unterschiedliche Quellen zur Verfügung. Die klassische Variante ist ein Kredit bei der Bank. Wenn Sie sich aus der Arbeitslosigkeit heraus als Galerist selbstständig machen möchten, können Sie unter anderem bei der Agentur für Arbeit den sogenannten Existenzgründungszuschuss beantragen.

Er umfasst einen Prozentsatz des an Sie gezahlten Arbeitslosengeldes. Dazu bekommen Sie einen Zuschuss zur monatlichen Sozialversicherung, deren Beiträge Sie bei Beginn der Selbstständigkeit selbst aufbringen müssen. Weiterhin ist es sinnvoll, wenn Sie sich im Internet oder bei einschlägigen Berufsverbänden aus dem Bereich Kunst schlau machen, ob es spezielle Förderungen gibt, die Sie im Rahmen einer Existenzgründung als Galerist in Anspruch nehmen könnten.

Persönliche Voraussetzungen

Wenn Sie eine Galerie eröffnen und mit dieser Idee Erfolg haben möchten, steigt die Chance deutlich an, wenn Sie über bestimmte persönliche Voraussetzungen verfügen. In erster Linie bedeutet dies, dass Sie mit der Materie vertraut sein sollten, für Außenstehende also ganz deutlich erkennbar „vom Fach“ sind.

Dies ist aus zweierlei Gründen entscheidend. Zum einen natürlich für Ihre Karriere als Galerist und die Erfolgsaussichten Ihrer Galerie allgemein. Hier ist es wie bei jeder anderen Existenzgründung auch: Je besser Sie mit der von Ihnen ausgestellten und angebotenen Kunst vertraut sind und den Markt und die Szene kennen, umso mehr Handlungsansätze haben Sie, in diesem Metier erfolgreich aufzutreten.

Der zweite Grund, warum einschlägige Kenntnisse in der Branche unverzichtbar sind, ist ebenso bei allen anderen Existenzgründungen wichtig: Egal, ob Sie sich um ein Bankdarlehen oder eine Förderung vom Arbeitsamt oder einer kulturellen Organisation bemühen, müssen Sie an den zuständigen Stellen unbedingt nachweisen können, dass Sie für dieses Vorhaben die erforderliche Eignung mitbringen. Das kann zum Beispiel die eigene Tätigkeit als Künstler sein, aber auch die jahrelange Mitarbeit in einer Galerie oder ein erfolgreich absolviertes Kunststudium.

Die Galerie als Ihr „Schätzchen“

Ein Schuhgeschäft oder ein Laden für Bürobedarf darf ruhig mit Blick auf Ökonomie und Funktionalität gestaltet sein. Eine erfolgreiche Galerie, in die der Besucher gerne wiederkommt, hat im Idealfall eine „Seele“. Daher sollten Sie sich bei Design und Aufteilung der Galerieräume viel Zeit lassen und notfalls einen Fachmann zurate ziehen, wenn Sie sich eine gelungene Inneneinrichtung in Eigenregie noch nicht zutrauen. Interieur, Farben, Licht – es gibt zahlreiche Faktoren, die dazu beitragen, dass eine Galerie das gewisse Etwas hat: nämlich das Flair, an das man sich gerne erinnert.

Ganz wichtig: Die Galerie sollte in ihrer Einrichtung genau auf die Art von Kunst abgestimmt sein, die Sie auszustellen beabsichtigen. So passen etwa Glas und Metall gut zu moderner Kunst, während Sie die Werke romantischer Künstler oder antike Schätze vielleicht besser in einer eher wärmeren Atmosphäre präsentieren.

Marketing

Eine Galerie eröffnen Sie am besten mit einem standesgemäßen Event wie einer ganz klassischen Vernissage. Dies bereiten Sie am besten über einen längeren Zeitraum vor, da Sie mit dieser Veranstaltung eines erste Visitenkarte abgeben. Und: Auch im Hinblick auf die Eröffnung einer Galerie gilt, dass der erste Eindruck in der Regel ganz entscheidend ist.

Wen möchten Sie zu diesem Event einladen? Gibt es einen Künstler, dessen Werke Sie präsentieren und der als Zugpferd zu Ihrer Veranstaltung kommen würde? Gibt es eine Schauspieler oder Musiker, der Ihr Event in besonderer Weise untermalen könnte? Oder bieten Sie ein Menü eines angesagten kulinarischen Künstlers an? Dies alles können Ideen sein, mit der Sie sich und Ihrer Galerie vom Wettbewerb abgrenzen können. Denn wie bei allen anderen Geschäftsvorhaben gilt auch bei einer Galerie: Einzigartigkeit, Unverwechselbarkeit und ein hoher Wiedererkennungswert sind von zentraler Bedeutung! Möchten Sie in erster Linie moderne, rebellische Kunst ausstellen, ist es auch möglich, einen Aktionskünstler zu kontaktieren. Eine solche Attraktion zur Eröffnung oder ein Event wie ein Flashmob verschaffen Ihnen gebührende Aufmerksamkeit.

Auch im Hinblick auf die Einladungen sollten Sie authentischer Besitzer einer Galerie sein. Das heißt, Sie sollten künstlerischen Geschmack beweisen. Gestalten Sie Ihre Einladungen, die dazugehörigen Bilder und Texte also kreativ und passend zum Stil der Exponate, die Sie anbieten. Ob dies auf dem klassische Postweg oder über die Nutzung der vielen Kanäle der aufstrebenden Multimedia wie Facebook oder YouTube geschieht, ist nicht so entscheidend. Aber es spielt eine große Rolle, ob Sie ein rundes, stimmiges Gesamtbild abgeben und ob Ihre Einladung die Gäste nicht nur informiert, sondern auch tatsächlich emotional abholt.

PR-Arbeit als wichtiger Baustein

Wenn man Sie und Ihre Galerie nicht kennt, wird man Sie nicht besuchen. Obwohl die Faustformel so simpel ist, wird sie noch viel zu häufig vernachlässigt. Gerade im Galeriebereich genügt es auch nicht, in regionalen Medium wie der Tageszeitung auf ein Event oder eine neue Ausstellung aufmerksam zu machen. Kunstfreunde koonsultieren nicht selten auch internationale Medien und natürlich einschlägige Fachzeitschriften.

Auch die Sozialen Medien sollten Sie nicht vernachlässigen. YouTube und Instagram sind ausgezeichnet geeignet, wenn Sie Ihre Galerie auch in (bewegten) Bildern in Szene setzen möchten. Mit Facebook und Twitter sowie über spezialisierte Foren erreichen Sie nicht nur junge Leute, die sich für Kunst interessieren. Diese Medien werden mittlerweile nahezu flächendeckend auch generationenübergreifend genutzt und dienen der raschen Information Ihrer Interessenten über aktuelle Ereignisse. Sind Sie hier noch nicht firm, lohnt es sich, einen Marketing-Fachmann zur Beratung hinzuzuziehen.

Fazit

Wie Sie sehen, benötigt die Eröffnung einer Galerie eine Menge Vorbereitungen. Bedenken Sie nicht nur was Sie ausstellen, sondern auch wo – mit allen genannten Aspekten. Die Selbstvermarktung und die Treue gegenüber Ihren eigenen Prinzipien wird Ihr wichtigstes Instrument sein, um sich geschickt von der Konkurrenz abzuheben. Erarbeiten Sie sich so einen Ruf und einen Namen in der Szene, können Sie mit größerem Erfolg rechnen. Um hier keine Fehler zu machen, die Sie auf Dauer begleiten, lohnt es sich, einen Fachmann zu befragen.



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