- 10x Triplet-Lupe (Basis-Tool) – 25 €
- Professionelle Schmuckreinigung beim Juwelier – 30 €
- Fassungs- & Krappen-Check (Sicherheitsprüfung) – 40 €
- Neufassung / Umarbeitung (einfacher Standard) – 250 €
- Labor-Gutachten Farbedelstein (Basisbericht) – 180 €
- Labor-Gutachten Diamant (Standardreport) – 220 €
- Wiederaufpolieren / Nachschliff (kleiner Stein) – 120 €
Inhaltsverzeichnis
- Was sind Edelsteine eigentlich – und warum faszinieren sie so?
- Arten, Qualität, Schliffe: die Basics, die dir wirklich helfen
- Echtheit prüfen: Tricks, Tools und typische Täuschungen
- Preise & Kosten: Wofür zahlst du – und wofür besser nicht?
- Kaufberatung: online vs. vor Ort (und wann was Sinn macht)
- Pflege & Aufbewahrung: damit dein Stein nicht leise leidet
- Herkunft & Ethik: schöner Stein, gutes Gefühl?
- Häufige Fragen, die fast jeder irgendwann stellt
Was sind Edelsteine eigentlich – und warum faszinieren sie so?
Edelsteine sind im Kern Mineralien (manchmal auch organische Materialien wie Perlen oder Bernstein), die wegen Farbe, Transparenz, Härte und Seltenheit geschätzt werden. Und ja: Ein Teil der Magie ist schlicht menschlich. Wir mögen Dinge, die selten sind, die Licht „fangen“ und die eine Geschichte erzählen. Ein Saphir ist nicht nur blau; er ist auch ein Stück Geologie, das über Millionen Jahre Druck, Hitze und Zufall überstanden hat. Weißt du was? Genau dieses Gefühl – „das ist älter als alles um mich herum“ – macht viele so neugierig.
Neugier-Futter: Was du aus diesem Abschnitt mitnehmen kannst- Die meisten Edelsteine sind Mineralien; Ausnahmen sind z. B. Perlen und Bernstein.
- Werttreiber sind meist: Seltenheit, Schönheit (Farbe/Brillanz) und Haltbarkeit.
- „Faszination“ kommt oft aus Story + Sinneseindruck: Licht, Farbe, Haptik.
- Interner Sprung: Wenn du sofort Praxis willst, geh zu Echtheit prüfen.
Arten, Qualität, Schliffe: die Basics, die dir wirklich helfen
Bevor man sich in Details verliert: Es gibt ein paar Grundpfeiler, die fast immer gelten. Bei Diamanten spricht man gern von den „4C“ (Carat, Color, Clarity, Cut). Bei Farbedelsteinen ist es ähnlich, nur dass die Farbe oft noch mehr dominiert: Ton, Sättigung, Helligkeit – und ob der Stein „lebt“, wenn du ihn bewegst. Dazu kommt die Härte nach Mohs: Rubin und Saphir (beides Korund) liegen bei 9, Diamant bei 10, Quarz bei 7. Klingt trocken, ist aber Gold wert, wenn du Schmuck wirklich tragen willst – täglich, im Alltag, mit Jacke an/aus, Hände waschen, mal anecken.
Tipps & Tricks: Qualität schnell einschätzen- Farbedelsteine: Priorisiere Farbe (Sättigung, Gleichmäßigkeit), dann Reinheit, dann Schliff.
- Alltagstauglich: ab Mohs 7 (Quarz, Topas) meist robust genug; darunter mehr Vorsicht.
- Schliff ist nicht nur „Form“: Er steuert Licht und kaschiert (oder betont) Einschlüsse.
- Interner Sprung: Preislogik dazu findest du unter Preise & Kosten.
Jetzt ein kleiner, ehrlicher Widerspruch: Manche der schönsten Steine sind gar nicht die härtesten. Opal zum Beispiel kann dich mit Farbspiel umhauen – ist aber empfindlich, mag keine Hitze, keine Trockenheit, keine groben Stöße. Und Fluorit? Optisch oft ein Traum, aber so weich, dass er im Ringalltag schnell traurig aussieht. Heißt das, du sollst die Finger davon lassen? Nö. Es heißt nur: Du kaufst nicht „nur“ einen Stein, du kaufst auch Pflegeaufwand und Nutzungsprofil. Wie bei Lederschuhen: genial, aber eben nicht fürs Matschfestival.
Alltags-Check: Passt der Stein zu deinem Leben?- Opal: eher für Anhänger/Ohrringe, weniger für harte Ringnutzung.
- Weiche Steine (z. B. Fluorit): lieber Sammlerstück oder geschützter Schmuck.
- Frage dich: Trägst du Schmuck täglich oder nur „ausgehen“?
- Ein guter Händler fragt nach deinem Alltag – nicht nur nach deinem Budget.
Und dann gibt’s noch die Sache mit Behandlungen. Viele Edelsteine werden erhitzt, geölt oder bestrahlt, um Farbe und Klarheit zu verbessern. Das ist nicht automatisch schlecht; es ist eher wie „Finish“ in der Werkstatt. Problematisch wird’s, wenn es verschwiegen wird oder wenn eine Behandlung die Pflege verändert (z. B. gefüllte Risse bei Smaragden). Unter uns: Wenn ein Smaragd völlig lupenrein wirkt und dabei erstaunlich günstig ist, lohnt sich ein zweiter Blick.
Mini-Lexikon: Behandlungen, die du kennen solltest- Erhitzen: sehr häufig bei Saphir/Rubin; oft akzeptiert, muss aber angegeben werden.
- Ölen/Harzen: typisch bei Smaragd; beeinflusst Reinigung und Werthaltigkeit.
- Bestrahlung: bei manchen Topasen/Quarzen; kann Farbe stabilisieren oder verändern.
- Merksatz: Behandlung okay – Intransparenz nicht.
Echtheit prüfen: Tricks, Tools und typische Täuschungen
Der Klassiker: „Ist der echt?“ – und die Antwort hängt davon ab, was du mit „echt“ meinst. Natürlich? Synthetisch? Imitation? Ein synthetischer Rubin ist chemisch Rubin, nur im Labor gewachsen. Eine Imitation kann Glas sein, das nur so tut als ob. Und dann gibt’s zusammengesetzte Steine (Doubletten/Tripletten), bei denen Schichten verklebt werden. Ehrlich gesagt: Das ist genau die Stelle, an der viele online stolpern, weil Fotos nett sind, aber keine Lupe ersetzen.
Wichtiges Vokabular: Damit du Verkäufer-Aussagen einordnen kannst- Natürlich: in der Natur entstanden, ggf. behandelt.
- Synthetisch: im Labor gewachsen, gleiche Chemie/Struktur wie natürlich.
- Imitation: anderes Material (z. B. Glas), nur ähnliche Optik.
- Doublette/Triplette: verklebte Schichten, teils mit dünner Edelsteinschicht.
Für den Hausgebrauch gibt’s ein paar Checks, die helfen, ohne dass du gleich ein Labor aufmachst. Eine 10x-Lupe (Triplet-Lupe) ist fast schon Pflicht, kostet nicht die Welt und zeigt dir Einschlüsse, Kanten, Klebefugen. Dazu: gutes Licht, ein weißes Blatt Papier, und ein bisschen Geduld. Wenn du dann noch ein Refraktometer bedienen kannst, bist du schon ziemlich weit – aber das ist eher Nerd-Level und lohnt sich vor allem, wenn du regelmäßig kaufst.
Praktische Tools: Was sich wirklich lohnt- 10x-Triplet-Lupe: für Einschlüsse, Facettenkanten, mögliche Klebelinien.
- Taschenlampe mit neutralem Licht: um Farbzonierung und „Fenster“ zu sehen.
- Weiße Unterlage: macht Farbstiche und Trübungen deutlicher.
- Für Fortgeschrittene: Refraktometer + Polarisationsfilter (nur wenn du’s nutzt).
Typische Täuschungen sind erstaunlich bodenständig. „Swiss Blue Topas“ klingt nach Alpen, ist aber meist behandelter Topas. „Ceylon-Saphir“ wird gern als Qualitäts-Signal genutzt, obwohl Herkunft allein nicht alles sagt. Und dann die fiesen Fotos: zu warmes Licht, zu viel Kontrast, Stein nass fotografiert (wirkt klarer), oder schlicht ein ganz anderer Stein als geliefert. Klingt paranoid? Vielleicht. Andererseits: Wenn du schon mal einen „knallgrünen Smaragd“ für kleines Geld gesehen hast, weißt du, wie schnell Wunschdenken ans Steuer kommt.
Red Flags: Wenn dein Bauchgefühl leise „hmm“ sagt- Unrealistische Farbe bei sehr niedrigem Preis (besonders bei Smaragd, Rubin, Paraíba-Turmalin).
- Keine Angaben zu Behandlung/Herkunft, aber große Versprechen im Text.
- Nur Stockfotos oder stark bearbeitete Bilder ohne Video/360°.
- Kein Rückgaberecht oder sehr komplizierte Rückgabeprozesse.
Wenn’s ernst wird (Verlobungsring, Investment, Erbstück): Zertifikate helfen. In Deutschland und Europa sind Institute wie DSEF (Deutsches Gemmologisches Institut / Deutsche Stiftung Edelsteinforschung, Idar-Oberstein) bekannt; international tauchen GIA, SSEF, Gübelin oder IGI oft auf. Wichtig ist weniger das Logo als der Inhalt: Welche Untersuchungen wurden gemacht? Wird Behandlung genannt? Gibt’s eine eindeutige Identifikation? Und: Passt die Zertifikatsnummer zum Stein, den du in der Hand hältst?
Zertifikate clever nutzen: So liest du sie ohne Kopfschmerzen- Achte auf: Steinart, Gewicht, Maße, Behandlung, ggf. Herkunftseinschätzung.
- Seriös: klare Sprache, keine Marketing-Formulierungen, nachvollziehbare Methodik.
- Checke die Zertifikatsnummer, falls Online-Verifikation angeboten wird.
- Interner Sprung: Kosten für Gutachten stehen unter Preise & Kosten.
Preise & Kosten: Wofür zahlst du – und wofür besser nicht?
Preise bei Edelsteinen sind so ein Thema, bei dem man sich schnell fühlt wie im Weingang eines riesigen Supermarkts: tausend Flaschen, tausend Geschichten, und irgendwo dazwischen die Frage: „Zahl ich grad für Qualität oder für Etikett?“ Grundsätzlich zahlst du für Seltenheit, für Schönheit (Farbe/Brillanz), für sauberes Handwerk (Schliff/Fassung) und für Sicherheit (Zertifikat, Rückgabe, Beratung). Was du nicht bezahlen solltest: nebulöse Versprechen, Druck („nur heute!“) oder Fantasienamen, die nach Luxus klingen.
Preislogik in normal: Diese Faktoren schieben den Betrag nach oben- Seltenheit & Nachfrage: Klassiker wie feiner Rubin sind knapp und teuer.
- Schliffqualität: präziser Schliff bringt Licht zurück, macht den Stein „wach“.
- Behandlung: unbehandelt ist oft teurer, aber nicht immer „besser“ für jeden Zweck.
- Service: Rückgabe, Beratung, transparente Angaben kosten – und sind oft ihr Geld wert.
Ein kleiner Exkurs, weil’s oft gefragt wird: „Kann ich Edelsteine als Geldanlage kaufen?“ Ja, kann man. Aber es ist kein Tagesgeldkonto. Der Markt ist weniger transparent, Spreads können hoch sein, und ohne Expertise zahlst du schnell Lehrgeld. Wenn du’s trotzdem reizvoll findest, dann geh konservativ ran: hochwertige, gut dokumentierte Steine, am besten mit anerkanntem Laborbericht, und realistischem Zeithorizont. Offen gesprochen: Für die meisten ist „Wertanlage“ eher ein schöner Bonus – Hauptgrund bleibt das Tragen und die Freude.
Investment-Realität: Damit du nicht ins Stolpern gerätst- Rechne mit Wiederverkaufsabschlag, besonders ohne Top-Qualität und Dokumente.
- Bevorzuge etablierte Kategorien: z. B. Saphir, Rubin, Smaragd, Diamant (Top-Qualität).
- Dokumentation ist alles: Laborbericht, Rechnung, Fotos, ggf. Herkunftsnachweis.
- Interner Sprung: Für seriöse Anbieter siehe Kaufberatung.
Damit du ein Gefühl bekommst, was bei typischen Themen rund um Edelsteine an Kosten anfällt, findest du weiter unten eine kompakte Tabelle. Die Werte sind als einzelne Richtwerte gedacht (kein Gesetz, eher „Orientierung am Markt“). Region, Aufwand, Steinart und Dringlichkeit spielen rein. Und ja: In Idar-Oberstein wird man manchmal anders kalkulieren als in München oder Hamburg – ganz normal.
Orientierung statt Rätselraten: So nutzt du die Kostentabelle- Nutze die Werte als Startpunkt für Fragen („Was ist bei Ihnen inklusive?“).
- Vergleiche Leistungen, nicht nur Zahlen: Reinigung vs. Politur vs. Reparatur sind nicht dasselbe.
- Bei hohen Summen: lieber einmal Gutachten als später Ärger.
- Interner Sprung: Pflegekosten hängen stark von Pflege & Aufbewahrung ab.
Kaufberatung: online vs. vor Ort (und wann was Sinn macht)
Online kaufen ist bequem, klar. Du siehst viel Auswahl, kannst Preise vergleichen, und manchmal findest du echte Perlen (Wortspiel beabsichtigt). Vor Ort hat dafür diesen unschlagbaren Vorteil: Du siehst den Stein in Bewegung, im Tageslicht, und du kannst Fragen stellen, bis dein Kopf leer ist. Ideal ist oft die Kombi: online recherchieren, dann gezielt im Laden anschauen – oder online nur bei Anbietern, die viele echte Fotos/Videos, klare Angaben und ein unkompliziertes Rückgaberecht bieten.
Entscheidungshilfe: Welcher Kaufweg passt zu dir?- Online gut für: Standardqualitäten, Vergleich, bequeme Auswahl.
- Vor Ort gut für: Farbnuancen, Haptik, Beratung, Sonderanfertigungen.
- Must-have online: Rückgabe, Behandlung offen angegeben, echte Bilder/Video.
- Must-have vor Ort: Zeit nehmen, Tageslichtcheck, Schriftliches Angebot.
Wenn du im Laden bist, stell ruhig konkrete Fragen. „Ist der Stein behandelt?“ „Gibt’s einen Laborbericht?“ „Kann ich ihn im Fensterlicht sehen?“ Ein seriöser Profi wird nicht nervös, sondern eher erleichtert sein, weil du strukturiert bist. Und wenn du das Gefühl hast, du wirst „überfahren“ – schneller Abschluss, wenig Antworten, viel Druck – dann geh raus, trink einen Kaffee, schlaf drüber. Ein guter Stein läuft dir nicht weg. Ein schlechter Deal leider schon.
Fragen, die wirken (ohne unangenehm zu sein)- „Welche Behandlungen sind bekannt und wie wirkt sich das auf Pflege/Wert aus?“
- „Was genau ist im Preis enthalten: Fassung, Anpassung, Service, Garantie?“
- „Wie ist das Rückgabe- oder Umtauschrecht geregelt?“
- „Darf ich den Stein unter verschiedenen Lichtarten sehen?“
Noch ein Punkt, der gern unterschätzt wird: die Fassung. Du kannst den schönsten Stein haben – wenn er wackelt, zu hoch sitzt oder Krappen zu dünn sind, wird’s im Alltag schnell unerquicklich. Bei Ringen gilt: Je exponierter der Stein, desto mehr Schutz braucht er. Zargenfassungen sind oft alltagstauglicher, Krappen wirken luftiger, brauchen aber gute Arbeit. Das ist wie beim Haus: Das Material ist wichtig, aber die Statik macht’s bewohnbar.
Fassung 101: Kleine Details, große Wirkung- Zargenfassung: schützt Kanten, gut für weiche oder empfindliche Steine.
- Krappenfassung: mehr Licht, mehr „Sparkle“, aber auf Stabilität achten.
- Ringschiene & Sitz: entscheidet über Komfort und ob der Ring hängen bleibt.
- Interner Sprung: Pflegehinweise dazu unter Pflege & Aufbewahrung.
Pflege & Aufbewahrung: damit dein Stein nicht leise leidet
Pflege klingt nach Nebensache, ist aber oft der Unterschied zwischen „wow“ und „war der schon immer so matt?“. Viele Steine verlieren Glanz, weil sich Seife, Creme und Staub in der Fassung sammeln. Für robuste Steine (Diamant, Saphir, Rubin) reicht meist warmes Wasser, ein Tropfen mildes Spülmittel und eine weiche Bürste. Danach gut abspülen und trocknen. Bei empfindlichen Kandidaten (Opal, Smaragd, Perle) wird’s spezieller: weniger Chemie, weniger Hitze, weniger Ultraschall.
Pflege-Plan in 5 Minuten: So bleibt’s schön- Standardreinigung: warmes Wasser + mildes Spülmittel + weiche Bürste.
- Kein Ultraschall für: Smaragd (oft geölt), Opal, Perlen, Doubletten/Tripletten.
- Nach dem Eincremen: Schmuck zuletzt anlegen (und zuerst ablegen).
- Bei Unsicherheit: lieber nachfragen statt riskieren.
Aufbewahrung ist der stille Held. Diamanten können andere Steine zerkratzen, weil sie so hart sind. Deshalb: getrennt lagern, idealerweise in Stoffbeuteln oder einem Schmuckkästchen mit Fächern. Und wenn du Ketten liebst: häng sie auf oder leg sie so, dass sie nicht verknoten – das spart Nerven, wirklich.
Aufbewahrungs-Hacks: Weniger Kratzer, weniger Chaos- Diamant getrennt lagern: er „gewinnt“ sonst gegen fast alles.
- Weiche Materialien: Stoffbeutel, Fächer, keine lose Metallkiste.
- Ketten: aufhängen oder in langen Fächern lagern, um Knoten zu vermeiden.
- Reisetipp: kleine Pillendosen mit Watte funktionieren erstaunlich gut (für Ohrstecker).
Und dann ist da noch die regelmäßige Kontrolle. Krappen können sich lösen, Fassungen können sich setzen, besonders wenn du Schmuck oft trägst. Ein kurzer Check beim Juwelier (oder Goldschmied) ein- bis zweimal im Jahr ist keine Übertreibung, eher so etwas wie TÜV für Lieblingsstücke. Wenn du einmal erlebt hast, wie schnell ein Stein „weg“ sein kann, wirst du’s verstehen.
Service-Routine: So verhinderst du den klassischen Verlust- 1–2x pro Jahr: Sitz der Steine prüfen lassen (besonders bei Krappen).
- Nach Stößen: sofort prüfen, nicht erst Wochen später.
- Bei antikem Schmuck: lieber öfter, weil Materialermüdung real ist.
- Interner Sprung: Kostenbezug findest du unter Preise & Kosten.
Herkunft & Ethik: schöner Stein, gutes Gefühl?
Viele möchten nicht nur einen schönen Stein, sondern auch ein gutes Gewissen. Das ist kein Trend-Gag, das ist ziemlich nachvollziehbar. Bei Diamanten spielen Begriffe wie „Kimberley Process“ eine Rolle, bei Farbedelsteinen ist die Lieferkette oft noch schwerer nachzuvollziehen. Heißt: Frag nach Herkunft, nach Dokumenten, nach Transparenz. Und akzeptier, dass „100% sicher“ selten ist – aber „bemüht und belegbar“ ist ein echter Schritt.
Ethik praktisch: Fragen, die seriöse Anbieter beantworten können- „Gibt es Angaben zur Herkunft oder zum Handelsweg?“
- „Welche Standards nutzen Sie für Ihre Lieferanten?“
- „Gibt es Laborberichte mit Herkunftseinschätzung (wenn relevant)?“
- Alternative: Vintage/Secondhand-Schmuck kann ethisch und preislich spannend sein.
Ein netter Umweg: Secondhand und Erbstücke. Das hat Charme, spart Ressourcen und bringt oft Designs, die nicht nach „Katalog 2026“ aussehen. Aber: Lass den Schmuck prüfen. Nicht aus Misstrauen, sondern aus Pragmatismus. Alte Fassungen können weich sein, Steine können ersetzt worden sein, und manche „Rubine“ aus alten Ringen sind in Wahrheit Spinelle oder Granate – was nicht schlimm ist, nur eben anders.
Vintage-Checkliste: Damit Nostalgie nicht zum Risiko wird- Fassung prüfen: Krappen, Zarge, Schienenstärke.
- Stein identifizieren lassen: besonders bei Familienüberlieferungen ohne Belege.
- Reparaturen dokumentieren: für Versicherung und Werterhalt.
- Interner Sprung: Echtheitsfragen siehe Echtheit prüfen.
Häufige Fragen, die fast jeder irgendwann stellt
„Welcher Edelstein ist für einen Verlobungsring sinnvoll?“ Wenn du Alltagstauglichkeit willst: Diamant, Saphir oder Rubin sind robuste Klassiker. Smaragd ist wunderschön, aber empfindlicher (Einschlüsse sind normal, Pflege ist wichtiger). Wenn’s farbig sein soll und du etwas Preis-Leistung suchst: Spinell ist oft ein Geheimtipp – tolle Farben, gute Härte, weniger „Hype-Aufschlag“.
Konkrete Empfehlungen: Ring-taugliche Steine- Sehr robust: Diamant, Saphir, Rubin.
- Gute Alternative: Spinell (oft unterschätzt, sehr hübsch).
- Mit Vorsicht: Smaragd (empfindlicher, häufig behandelt).
- Trageprofil entscheidet: Büroalltag vs. Handwerk vs. Sport.
„Warum sieht mein Stein zuhause anders aus als im Laden?“ Licht. Punkt. Im Laden gibt’s oft Spots, die Brillanz pushen. Zuhause hast du Mischlicht, Fensterlicht, Schatten. Deshalb: Bestehe auf einem Tageslicht-Check. Und wenn du online kaufst: frag nach Videos bei neutralem Licht. Das ist nicht pingelig, das ist klug.
Licht-Realität: So testest du Farbe und Glanz fair- Prüfe bei: Tageslicht am Fenster, Schatten, warmem Innenlicht.
- Spots machen Steine „besser“: gut für Show, schlecht für Entscheidung.
- Videos sind oft ehrlicher als Fotos (weniger Nachbearbeitung).
- Interner Sprung: Schliff-Faktoren stehen unter Arten & Qualität.
„Kann ich Edelsteine selbst schleifen oder polieren?“ Theoretisch ja, praktisch: bitte nur, wenn du weißt, was du tust. Schon kleine Fehler machen Facetten unsauber oder nehmen zu viel Material weg. Für einfache Dinge wie „Stein wirkt matt“ ist oft nicht der Stein das Problem, sondern Schmutz in der Fassung. Reinigung zuerst. Wenn’s wirklich Kratzer sind: zum Fachbetrieb. Das ist wie beim Messer schleifen – YouTube hilft, aber die Klinge verzeiht nicht alles.
Do’s & Don’ts: DIY bei Edelsteinen- Erst reinigen, dann urteilen: viele „Kratzer“ sind Beläge.
- Politur/Schliff: lieber Profi, vor allem bei wertvollen Steinen.
- DIY okay: sanfte Reinigung, sichere Aufbewahrung, Sichtkontrolle.
- Interner Sprung: Pflege-Details siehe Pflege & Aufbewahrung.
„Woran erkenne ich einen seriösen Anbieter?“ An Transparenz und Verhalten, nicht an großen Worten. Seriös ist, wer Behandlungen nennt, Rückgabe klar regelt, verständlich erklärt und auch mal sagt: „Das passt nicht zu Ihrem Alltag.“ Bewertungen helfen dabei, Muster zu sehen: Kommt die Ware wie beschrieben? Wird beraten oder nur verkauft? Wie wird mit Problemen umgegangen?
Seriositäts-Check: Kleine Signale, großer Unterschied- Klare Angaben: Behandlung, Maße, Gewicht, Material der Fassung.
- Saubere Prozesse: Rückgabe, Garantie, Rechnung, erreichbarer Support.
- Kommunikation: keine Drucktaktik, nachvollziehbare Antworten.
- Bewertungen lesen: nicht nur Sterne, sondern konkrete Erfahrungsberichte.
Fazit
Edelsteine sind ein Mix aus Naturwunder, Handwerk und Bauchgefühl – und genau deshalb lohnt es sich, ein paar Basics zu kennen: Härte und Tragealltag, Behandlungen, saubere Angaben und im Zweifel ein Zertifikat. Wenn du eine gute Beratung in deiner Nähe suchst, können Portale wie KennstDuEinen hilfreich sein: Kundenbewertungen und Empfehlungen zeigen oft schnell, welche Anbieter zuverlässig arbeiten. Und ja, Online-Bewertungen und die Online-Reputation sind bei der Auswahl seriöser Dienstleister ein ziemlich handfestes Kriterium.
| Kategorie | Kosten / Preis |
| 10x Triplet-Lupe (Basis-Tool) | 25 € |
| Professionelle Schmuckreinigung beim Juwelier | 30 € |
| Fassungs- & Krappen-Check (Sicherheitsprüfung) | 40 € |
| Neufassung / Umarbeitung (einfacher Standard) | 250 € |
| Labor-Gutachten Farbedelstein (Basisbericht) | 180 € |
| Labor-Gutachten Diamant (Standardreport) | 220 € |
| Wiederaufpolieren / Nachschliff (kleiner Stein) | 120 € |