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Kommt die Paketzustellung per Drohne? Das Für und Wider

Alle reden davon – dem Zustellen von Paketen per Quadrocopter. Doch eine individuelle Lieferung bis an die Haustür ist unwahrscheinlich. Wofür Paketdrohnen tatsächlich geeignet sind, erfahren Sie hier!

Freizeitdrohnen sind stark gefragt und inzwischen in zahlreichen Ausführungen erhältlich. Hingegen gestaltet sich das Angebot für die geschäftliche Nutzung etwas überschaubarer. Für die meiste Aufregung sorgen sogenannte Logistikdrohnen, die den unbemannten Transport von Waren ermöglichen.

Sie kommen bereits in Lagerhallen zum Einsatz, und wenn es nach großen Unternehmen, wie Amazon, Google und DHL, geht, übernehmen sie schon bald die Paketzustellung. Nahezu alle namhaften Logistiker und Online-Händler interessieren sich für diese Art des Auslieferns. Einige beantragten schon erste Patente oder haben Pilotprojekte am Laufen. Experten zweifeln jedoch am Durchbruch der Drohnen für das alltägliche Zustellen von Paketen.

Reine Utopie sei der Gedanke, dass Drohnen demnächst bis vor den Balkon fliegen, um Fast Food, Schuhe und Co. auszuliefern. Ihrer Meinung nach sind sie lediglich für feste Flugkorridore, wie von der Lagerhalle bis zur Verteilerstation, im innerbetrieblichen Bereich sowie in Notfällen geeignet.

Was sind Drohnen?

Drohnen (auch Quadrocopter genannt) sind unbemannte Luftfahrzeuge, die zur Klasse der Helikopter gehören. Ihre Steuerung erfolgt autark über einen Computer oder eine Fernsteuerung, ihr Antrieb über einen Elektromotor, der mehrere, in einer Ebene angeordnete Propeller betreibt. Es gibt sie in zahlreichen Ausführungen für verschiedene Anwendungszwecke. Besonders beliebt sind Drohnen mit Kamera für Luftaufnahmen sowie Paketdrohnen zum Transport leichter Waren.

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Wie funktioniert die Paketzustellung per Drohne?

Viele Unternehmen sind an der Entwicklung der Logistikdrohnen beteiligt. Allen voran die US-amerikanischen Riesen Amazon, Google und Facebook investieren in das Erforschen dieser Technologie. Aber auch Alibaba, DHL und Singapore Post weisen erste Erfolge auf dem Gebiet vor.

Die Funktionsweise ist sich in allen Fällen ähnlich: Die Drohne nimmt das Paket auf, steigt in die Luft und fliegt direkt zu einem vorgegeben Zielort, wo sie das Paket abliefert. Hinter diesem Prinzip stecken zahlreiche Sensoren, Kameras und Radarsysteme, die für einen zielgerichteten und sicheren Transport sorgen.

Sie berechnen die Flugroute automatisch und nehmen flugrelevante Daten, wie das Wetter und die Umgebung, auf. Noch einen Schritt weiter plant der Online-Händler Amazon zu gehen. Das Unternehmen denkt an das Verbinden von Drohnen und Smartphone. Demnach übertragen Kunden zukünftig per App ihren genauen Standort, damit ein Quadrocopter sie punktgenau beliefert.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Zustellen per Drohne erfolgt automatisch, geräuschlos und ohne Umwege. Dabei erreichen sie selbst schwerzugängliche Orte, und das in Rekordzeit. Unterm Strich erhoffen sich Befürworter dadurch ein Reduzieren der Lieferzeiten, mehr Flexibilität beim Ausliefern und ein Entlasten der herkömmlichen Lieferwege.

Die Vorteile der Paketzustellung per Drohne im Überblick:

+ Drohnen fliegen ohne Piloten auf einer einprogrammierten Route.
+ Drohnen erreichen schwer zugängliche Ort problemlos.
+ Drohnen entlasten herkömmliche Transportwege und reduzieren Zustellzeiten.
+ Drohnen fliegen ohne Benzin. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt.

Mögliche Einsatzgebiete von Logistikdrohnen

In der Logistikbranche kommen Drohnen bereits im innerbetrieblichen Bereich zum Einsatz. Dort optimieren sie automatisierte Lagersysteme, wie Hochregallager. Darüber hinaus erforschen Wissenschaftler den Einsatz beim Zustellen von Hilfsgütern, Medikamenten und alltäglichen Paketen. Im Bereich der kommerziellen Paketzustellung gilt vor allem der E-Commerce-Riese Amazon als Innovator.

Hingegen verfolgt DHL auch den Transport von Waren in schwerzugängliche Gebiete. So erprobte das Unternehmen im Jahr 2014 das Versorgen der Nordseeinsel Juist mit Medikamenten und anderen dringend benötigten Gütern. Das Anwenden von Paketdrohnen beschränkt sich momentan aber noch auf den Nahbereich sowie auf leichte Fracht von einigen wenigen Kilogramm. Sowohl rechtliche als auch technische Faktoren limitieren die Verwendungsmöglichkeiten von Logistikdrohnen stark.

Die Nachteile von Paketdrohnen im Überblick:

– Der Einsatz von Paketdrohnen ist technisch noch stark limitiert. Nur für kurze Strecken und Waren mit einem Gewicht von maximal 2,5 Kilogramm sind Quadrocopter bislang geeignet.
– Es ist erforderlich, den Luftraum für Drohnenflüge streng zu regeln und zu kontrollieren.
– Drohnen sind wetteranfällig, insbesondere bei Wind.
– Drohnen sind eine Gefahr für Insekten, Zugvögel und Hobbysportler, die sich im gleichen Luftraum bewegen.
– Abstürzende Drohnen stellen eine große Gefahr dar.
– Die Paketzustellung durch Drohnen gefährdet Arbeitsplätze im herkömmlichen Lieferdienst.
– Skeptiker warnen vor dem unkontrollierten Einsatz von Drohnen für Spionagezwecke.

Technische Hindernisse

Die Technologie rund um Logistikdrohnen steckt in den Kinderschuhen und der große Durchbruch ist noch nicht gelungen. Bislang reichen die technischen Kapazitäten von Quadrocoptern nicht aus, um schwere Lasten zu tragen und lange Strecken zurückzulegen. Aktuell transportieren sie Waren mit einem Gewicht von maximal 2,5 Kilogramm über Strecken von weniger als 20 Kilometer.

Es bleibt jedoch nur eine Frage der Zeit, bis Forscher diese technischen Hindernisse überwinden, um die möglichen Einsatzgebiete von Paketdrohnen zu erweitern. Etwas schwieriger scheint hingegen die Wetteranfälligkeit der Drohnen. Vor allem bei starkem Wind und Regen ist das Fliegen eines Quadrocopter bislang nahezu ausgeschlossen.

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Rechtliche Bestimmungen

Die aktuelle Gesetzeslage und deren künftige Entwicklung spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle beim Durchbruch der Paketdrohnen. Bislang stehen sie dieser Zukunftsvision entgegen. So sind Quadrocopter für kommerzielle Zwecke über längere Strecken in Deutschland und vielen anderen Ländern nicht zugelassen. Hierzulande sind mehrere Behörden in das Zulassen involviert.

Eine Musterzulassung erteilt nur das Luftfahrt-Bundesamt, während eine spezifische Aufstiegserlaubnis bei der zuständigen Landesluftfahrtbehörde einzuholen ist. Fliegen Drohnen im kontrollierten Luftraum, wo sich der Instrumentenflugverkehr bewegt, ist zusätzlich die Flugsicherung einzuschalten. Demzufolge wäre es erforderlich, dass alle Drohnen in der Nähe von Flughäfen für jeden einzelnen Flug eine individuelle Genehmigung erhalten. Nur so lässt sich die Sicherheit im Luftraum gewährleisten.

In Städten wie Frankfurt am Main ist diese Art der Paketzustellung also großflächig gar nicht möglich. In den USA regelt seit 2015 ein spezielles Regelwerk der zuständigen Luftaufsichtsbehörde den Einsatz von Drohnen für kommerzielle Zwecke. Demnach ist es nur Personen über 17 Jahre erlaubt, Drohnen zu steuern, sofern sie vorab eine qualifizierende Prüfung erfolgreich bestehen.

Ähnlich wie bei Modelflugzeugen ist es wichtig, dass Drohnen immer in Sichtweite des Piloten sind, was ihren Einsatz für die Paketzustellung stark begrenzt. Außerdem ist es für Drohnen nur tagsüber erlaubt zu fliegen. Dabei ist es verboten, die Fluglinie über Personen oder Personengruppen zu führen. Das Anliefern bis vor die Haustür ist damit vorerst ausgeschlossen. Wie sich die rechtliche Situation weiter entwickelt, hängt stark von den Stärken und Schwächen der Logistikdrohnen ab.

Nur wenn es gelingt, Letztere zu beseitigen, hat die Paketzustellung per Drohne eine Zukunft. Allem voran ist es erforderlich, dass Drohnen in der Lage sind, sich an die Regeln des Luftverkehrs automatisch anzupassen. Experten sind sich aber einig, dass dies kurz- bis mittelfristig nicht erfolgt. Vielmehr sehen sie das Potential der Logistikdrohnen im innerbetrieblichen Bereich, in Notfallsituationen und auf kurzen Standardstrecken, wie vom Lager bis zur Packstation.

In Lagerhallen und auf Firmengeländen fliegen Drohnen bereits ohne besondere Erlaubnis. In Notfallsituationen sind sie in der Lage, mit entsprechender Genehmigung Zustellungen zu übernehmen, die auf herkömmlichen Weg nicht möglich sind oder zu viel Zeit beanspruchen.

Fazit

Trotz der vielen Vorteile glauben Experten nicht an die künftige Paketzustellung per Drohne im alltäglichen Bereich. Das gilt zumindest für das Ausliefern direkt zum Kunden. Zu hoch sind das Beanspruchen des Luftraums und das Gefahrenpotential.

Ein Einsatz auf Standardstrecken zum Entlasten der erdgebundenen Infrastruktur ist jedoch erfolgsversprechend, genau wie das Verwenden im Bereich der Lagerlogistik. Darüber hinaus gelten Drohnen zu Recht als zukünftige Lebensretter. In Notfällen sind Quadrocopter in der Lage, einen schnellen Transport von Medikamenten und Hilfsgütern in unzugängliche beziehungsweise schwer erreichbare Regionen zu ermöglichen.



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