- Erstberatung (Internetrecht)
- Abmahnungsprüfung
- Datenschutz-Check (Website)
- Impressum-/Pflichtangaben-Check
- Bewertung löschen prüfen
- Urheberrechts-Lizenzcheck
- Social-Media-Werbekennzeichnung
- AGB/Widerruf für Shop
- Domain-/Markenrecherche (Basis)
- Beweissicherung (Dokumentation)
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Internetrecht eigentlich – und warum trifft’s ausgerechnet dich?
- Abmahnung im Postfach: Was jetzt (und was lieber nicht)
- Urheberrecht: Bilder, Texte, Musik – die Klassiker der Missverständnisse
- Datenschutz & DSGVO: Zwischen Cookie-Banner und echtem Risiko
- Impressum & Anbieterkennzeichnung: Klein, unscheinbar, aber teuer
- Bewertungen, Rezensionen, Ruf: Was darf man sagen – und was nicht?
- Social Media & Influencer: Werbung, Markennennung, Musik – der wilde Mix
- Online-Shop & Plattformen: Widerruf, AGB, Preisangaben – die häufigsten Baustellen
- Domains, Namen, Marken: Wenn die Adresse plötzlich Streit macht
- Beweise sichern: Screenshots sind gut, aber nicht immer genug
- Wann zum Anwalt – und wie du eine gute Beratung findest
Was ist Internetrecht eigentlich – und warum trifft’s ausgerechnet dich?
Internetrecht ist kein einzelnes Gesetzbuch, sondern eher so eine große Werkzeugkiste: Urheberrecht, Markenrecht, Wettbewerbsrecht, Datenschutz, Persönlichkeitsrecht, Vertragsrecht – alles landet irgendwann auf deinem Bildschirm. Und genau deshalb wirkt es manchmal unfair. Du postest ein Foto, teilst ein Meme, baust eine Website oder verkaufst nebenbei ein paar Produkte… und plötzlich ist da ein Brief mit Frist. Weißt du was? Die meisten Konflikte entstehen nicht aus bösem Willen, sondern aus „Ach, wird schon passen“. Spoiler: online passt’s eben oft nicht automatisch.
Was du dir merken solltest
- Internetrecht ist ein Sammelbegriff: mehrere Rechtsgebiete greifen ineinander.
- Typische Trigger: Inhalte posten, Werbung machen, Daten sammeln, Produkte verkaufen.
- Viele Probleme starten mit kleinen Details (Bildquelle, fehlender Link, falscher Button-Text).
- Fristen sind im Online-Kontext oft kurz – Tempo ist Teil des Spiels.
Abmahnung im Postfach: Was jetzt (und was lieber nicht)
Eine Abmahnung fühlt sich an wie ein Schlag in den Magen. Erstmal Puls, dann Googeln, dann Panik. Verständlich. Aber: Nicht jede Abmahnung ist automatisch berechtigt, und nicht jede Forderung ist „alternativlos“. Wichtig ist, dass du nicht aus Reflex unterschreibst oder bezahlst. Denn die beigefügte Unterlassungserklärung ist oft sehr weit gefasst – und kann dich Jahre begleiten. Offen gesprochen: Das Ding ist manchmal wie ein Abo, das du nie wolltest.
Erste Hilfe bei Abmahnungen
- Frist notieren und ernst nehmen – aber nicht überstürzt reagieren.
- Nichts unterschreiben, bevor der Vorwurf geprüft ist (Unterlassungserklärung!).
- Beweise sichern: betroffene Seite, Datum, Inhalte, Quellen.
- Häufige Themen: Urheberrecht (Bilder), Wettbewerbsrecht (Preisangaben), Marken.
- Wenn du antwortest: sachlich, knapp, keine „Erklärungen aus dem Bauch“.
Urheberrecht: Bilder, Texte, Musik – die Klassiker der Missverständnisse
„Ich hab’s doch bei Google gefunden“ ist leider kein Freifahrtschein. Urheberrecht schützt Fotos, Grafiken, Texte, Videos, Musik – oft sogar kleinste Ausschnitte. Und ja, auch wenn du etwas „nur kurz“ in einer Story nutzt. Besonders tückisch: Lizenzbedingungen. Bei Stock-Plattformen wie Shutterstock oder Adobe Stock sind die Regeln klar, aber man muss sie eben lesen. Bei „kostenlosen“ Seiten (z. B. Unsplash, Pexels) ist es entspannter, doch auch dort gibt’s Grenzen, etwa bei Marken, Personen oder sensiblen Kontexten. Und dann sind da noch Memes: kulturell überall, rechtlich… na ja, eine Grauzone mit Stolperdraht.
Typische Urheber-Fallen (und wie du sie umgehst)
- Google-Bildersuche zeigt nur Fundorte, keine Nutzungsrechte.
- Immer klären: Lizenz, Umfang (Web/Print), Bearbeitung, Namensnennung.
- Bei Fotos mit Personen: zusätzlich Persönlichkeitsrecht/Model-Release beachten.
- Musik in Reels/TikTok: Plattformlizenz deckt nicht automatisch jede Nutzung (v. a. kommerziell).
- Sauberer Workflow: Quellenliste + Screenshot der Lizenzbedingungen am Nutzungstag.
Datenschutz & DSGVO: Zwischen Cookie-Banner und echtem Risiko
DSGVO ist so ein Wort, das sofort nach „Formular“ klingt. Aber im Kern geht’s um etwas Simples: Was passiert mit Daten von echten Menschen? Kontaktformulare, Newsletter, Tracking, eingebettete Karten, Schriftarten, Chat-Widgets – das alles kann Daten bewegen, oft unbemerkt. Und ja, Cookie-Banner sind sichtbar, aber nicht automatisch korrekt. Viele Banner sind eher Deko als Einwilligung. Und wenn dann noch Google Analytics, Meta Pixel oder ein CRM-System dranhängt, wird’s schnell fachlich. Der Punkt ist: Datenschutz ist nicht nur Pflicht, sondern auch ein Vertrauenssignal. Nutzer merken, ob du’s ernst meinst.
Datenschutz, der nicht nach Theater aussieht
- Datenschutzerklärung muss zu deinen Tools passen (nicht „Copy-Paste“ von 2019).
- Cookie/Consent: Einwilligung nur, wenn wirklich freiwillig und informiert.
- Auftragsverarbeitung (AVV) prüfen: z. B. Newsletter-Tool, Hosting, Support-Chat.
- Datenminimierung: nur abfragen, was du wirklich brauchst.
- Hilfreiche Tools: Consentmanager, Usercentrics (je nach Setup), Matomo als Alternative.
Impressum & Anbieterkennzeichnung: Klein, unscheinbar, aber teuer
Das Impressum ist wie das Nummernschild am Auto: Du denkst nicht drüber nach, bis es fehlt. Für viele Seiten in Deutschland ist es Pflicht – nicht nur für Shops. Auch eine „kleine“ Business-Website, ein Portfolio mit Kontaktmöglichkeit oder ein Social-Media-Auftritt kann impressumspflichtig sein, wenn’s geschäftlich ist. Und geschäftlich ist schneller erreicht, als man denkt: Affiliate-Links, Coaching-Angebot, Terminbuchung, Sponsoring. Das Bittere: Fehler sind leicht zu finden, weil Konkurrenten und Abmahnkanzleien nicht schlafen. Unter uns: Die suchen nicht nach Kunst, die suchen nach Lücken.
Impressum-Check in 2 Minuten
- Vollständiger Name/Firma, Anschrift, Kontakt (E-Mail, oft auch Telefon sinnvoll).
- Rechtsform + Vertretungsberechtigte (z. B. GmbH: Geschäftsführer).
- Registerangaben, USt-IdNr. (wenn vorhanden/erforderlich).
- Leicht auffindbar: maximal 2 Klicks, auch mobil.
- Auch Social Media: Impressumslink in Bio oder Linktree sauber lösen.
Bewertungen, Rezensionen, Ruf: Was darf man sagen – und was nicht?
Bewertungen sind der digitale Flurfunk. Sie entscheiden, ob jemand anruft, bucht oder weiterklickt. Und genau deshalb knallt’s hier oft: Unternehmen wollen kritische Rezensionen weg haben, Kunden wollen warnen, Plattformen müssen moderieren. Rechtlich prallen Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrecht aufeinander. Eine Faustregel: Meinung ist eher erlaubt („Ich fand den Service unzuverlässig“), Tatsachenbehauptungen müssen stimmen („Die haben nie geliefert“). Und dann gibt’s Mischformen – die sind besonders heikel. Wenn du als Unternehmer betroffen bist, lohnt sich ein kühler Blick: Ist der Vorwurf konkret? Gibt es Belege? Und: Liegt vielleicht sogar eine Fake-Bewertung vor?
Bewertungen: So gehst du klug damit um
- Als Verfasser: bei Fakten nur schreiben, was du belegen kannst (Rechnung, E-Mails).
- Als Unternehmen: erst intern prüfen, dann sachlich antworten – nicht eskalieren.
- Bei Fake-Reviews: Plattform-Meldewege nutzen, Belege mitschicken.
- Keine Drohungen per Standardmail – das wirkt schnell wie Einschüchterung.
- Rufpflege ist Prävention: viele echte Bewertungen senken die Wirkung einzelner Ausreißer.
Social Media & Influencer: Werbung, Markennennung, Musik – der wilde Mix
Instagram, TikTok, YouTube – das ist Marketing, Community und manchmal auch ein Minenfeld. Kennzeichnungspflichten bei Werbung sind ein Dauerbrenner. Und ja, das betrifft nicht nur „Influencer mit Agentur“, sondern auch lokale Betriebe, Coaches, Creator im Nebenjob. Sobald du eine Gegenleistung bekommst (Geld, Produkt, Rabatt, Einladung), musst du sauber kennzeichnen. Gleichzeitig spielt Urheberrecht rein (Musik, Clips), Markenrecht (Logos) und gelegentlich Wettbewerbsrecht (irreführende Versprechen). Klingt nach viel – ist es auch. Aber mit klaren Routinen bleibt’s beherrschbar, versprochen.
Social-Media-Routine für weniger Stress
- Werbung klar markieren: „Werbung“ oder „Anzeige“ gut sichtbar, nicht versteckt.
- Briefings/Deals dokumentieren: Was wurde vereinbart, was war die Gegenleistung?
- Musikbibliotheken der Plattformen sind nicht automatisch für jede kommerzielle Nutzung safe.
- Gewinnspiele: Teilnahmebedingungen, Laufzeit, Datenschutz kurz und klar.
- Bei Gesundheits-/Finanzversprechen: besonders vorsichtig formulieren (Belegbarkeit).
Online-Shop & Plattformen: Widerruf, AGB, Preisangaben – die häufigsten Baustellen
Ein Shop ist schnell gebaut: Shopify, WooCommerce, Etsy, Amazon – ein Wochenende, ein paar Produktfotos, fertig. Rechtlich beginnt die Arbeit dann erst. Widerrufsbelehrung, Button-Lösung („zahlungspflichtig bestellen“), Lieferzeiten, Preisangaben (inkl. MwSt., Versand), Grundpreise, digitale Inhalte, Updates, Gewährleistung. Und das Gemeine: Viele Fehler sind nicht „nur Formalien“, sondern Wettbewerbsverstöße. Das heißt: Abmahnrisiko durch Mitbewerber. Wer schon mal wegen einer fehlenden Grundpreisangabe diskutiert hat, weiß: Das ist kein Spaß, das ist Tabellenkalkulation mit Zündschnur.
Shop-Checkliste, die wirklich zählt
- Widerrufsbelehrung + Musterformular korrekt und passend zum Sortiment.
- Preisangaben: Endpreis, Versandkosten, ggf. Grundpreis (z. B. €/kg, €/l).
- Lieferzeit realistisch und einheitlich kommunizieren.
- AGB nur nutzen, wenn sie zu deinem Modell passen (digitale Produkte ≠ physische Ware).
- Plattformregeln beachten: Amazon/Etsy haben eigene Compliance-Fallen.
Domains, Namen, Marken: Wenn die Adresse plötzlich Streit macht
Domains sind mehr als Technik, sie sind Identität. Und manchmal Zündstoff. Wenn dein Projektname zu nah an einer Marke ist, kann’s Ärger geben – auch dann, wenn du „nur“ eine Domain registriert hast und noch gar nicht groß sichtbar bist. Umgekehrt kann jemand deinen Namen kapern, Tippfehler-Domains sichern oder dich mit ähnlichen Profilen imitieren. Markenrecht und Namensrecht greifen hier ineinander, plus Wettbewerbsrecht, wenn Verwechslung entsteht. Ich hole jetzt einfach mal aus: Viele Streitigkeiten ließen sich vermeiden, wenn vor dem Start kurz recherchiert würde (DPMAregister, EUIPO, Google, Handelsregister). Zehn Minuten Suche können Monate Ärger sparen.
Vor dem Domainkauf: Mini-Preflight
- Markenrecherche: DPMAregister (DE), EUIPO (EU), WIPO (international).
- Ähnliche Namen prüfen: Schreibvarianten, Bindestriche, Plural, Umlaut-Domains.
- Social Handles mitdenken: konsistente Namen senken Verwechslungsrisiken.
- Bei Konflikten: nicht öffentlich „zurückschießen“, erst Rechtslage prüfen.
- Für Businesses: Markenanmeldung kann sinnvoll sein – aber bitte strategisch.
Beweise sichern: Screenshots sind gut, aber nicht immer genug
Online verschwindet Zeug. Schnell. Stories laufen ab, Seiten werden geändert, Kommentare gelöscht. Wenn du in einen Konflikt rutschst, willst du nicht derjenige sein, der nur noch „Ich schwöre, da stand das!“ sagen kann. Screenshots sind ein Anfang, aber sie sind leicht angreifbar. Besser ist ein Mix: vollständige URL, Datum/Uhrzeit, Kontext (z. B. Scroll-Screenshots), Quelltext oder PDF-Druck, und bei wichtigen Fällen sogar eine dokumentierte Sicherung. Es gibt Tools wie die Wayback Machine (Archive.org) – praktisch, aber nicht garantiert. Für harte Fälle nutzen Anwälte oft gerichtsfeste Dokumentation (Stichwort: Screenshots mit Protokoll, teils über Dienstleister).
Beweissicherung, die dir später hilft
- Immer: URL + Zeitstempel + vollständiger Seitenkontext (nicht nur Ausschnitt).
- PDF-Druck aus dem Browser inkl. Kopf-/Fußzeile (Datum, Seitenzahl).
- Bei Social Posts: Profilseite + Post + Kommentare separat sichern.
- E-Mails: Original mit Headern aufbewahren, nicht nur Screenshot.
- Für wichtige Streitwerte: rechtliche Beratung zur gerichtsfesten Sicherung einholen.
Wann zum Anwalt – und wie du eine gute Beratung findest
Manchmal reicht gesunder Menschenverstand. Und manchmal brauchst du jemanden, der täglich mit solchen Fällen arbeitet. Ein guter Zeitpunkt für anwaltliche Hilfe ist, wenn Fristen laufen, hohe Kosten drohen, du eine Unterlassungserklärung bekommst oder es um wiederkehrende Einnahmen geht (Shop, Kampagnen, Creator-Business). Auch präventiv kann es sich lohnen: einmal rechtssicher aufsetzen statt fünfmal flicken. Klingt widersprüchlich, ist aber logisch: Beratung kostet Geld, keine Frage – aber Chaos kostet oft mehr. Und wenn du dann jemanden suchst, willst du nicht blind wählen. Bewertungen, Erfahrungen und echte Empfehlungen sind Gold wert, weil sie zeigen, wie eine Kanzlei kommuniziert: schnell, klar, erreichbar – oder eben nicht.
So findest du die passende Beratung
- Vorab klären: Erstberatung, Abrechnung (RVG oder Honorar), erwartete Schritte.
- Nach Spezialisierung fragen: Internetrecht ist breit, Fokus ist hilfreich.
- Unterlagen bündeln: Abmahnung, Screenshots, Verträge, Timeline – spart Zeit und Kosten.
- Auf Kommunikation achten: erklärt die Person verständlich oder redet sie „über dich hinweg“?
- Bewertungsportale & Empfehlungen nutzen, um Online-Reputation einzuordnen.
Fazit
Internetrecht wirkt oft wie ein Nebel aus Paragrafen, dabei geht’s im Alltag meist um klare Fragen: Darf ich das nutzen? Muss ich das kennzeichnen? Habe ich Daten sauber im Griff? Und was mache ich, wenn eine Abmahnung reinflattert? Wenn du dir Routinen baust (Quellen prüfen, Impressum/Datenschutz aktuell halten, Beweise sichern), nimmst du vielen Problemen den Zündstoff. Und wenn’s doch ernst wird, hilft eine gute Beratung, die nicht nur juristisch korrekt ist, sondern auch verständlich erklärt. Bei der Suche nach einer passenden Anlaufstelle in deiner Nähe kann ein Blick auf KennstDuEinen helfen: Kundenbewertungen und Empfehlungen zeigen oft schnell, wer zuverlässig arbeitet – und eine starke Online-Reputation ist nun mal ein ziemlich gutes Signal, wenn man seriöse Anbieter auswählen will.
| Kategorie | Kosten / Preis |
| Erstberatung (Internetrecht) | 215 € |
| Abmahnungsprüfung | 235 € |
| Datenschutz-Check (Website) | 200 € |
| Impressum-/Pflichtangaben-Check | 170 € |
| Bewertung löschen prüfen | 150 € |
| Urheberrechts-Lizenzcheck | 120 € |
| Social-Media-Werbekennzeichnung | 130 € |
| AGB/Widerruf für Shop | 180 € |
| Domain-/Markenrecherche (Basis) | 100 € |
| Beweissicherung (Dokumentation) | 190 € |