Nachdem die Öl- und Gaspreise immer weiter explodieren, sind Kaminöfen eine gute Alternative. Was man beim Einbau in einer Mietwohnung beachten sollte, erfahren Sie hier.
Heizkosten durch Kaminofen sparen
Meist wird ein
Kaminofen angeschafft, um Heizkosten zu sparen. Gerade angesichts steigender Gas- und Ölpreise liegen die Vorteile eines Kaminofens auf der Hand. Vor allem in den Herbstmonaten zahlt sich der Ofen schnell aus, denn wenn es draußen schon ungemütlich ist, bietet sich die
Holzfeuerung an.
Die Räume werden
schnell aufgewärmt, ohne dass Sie die Heizung aufdrehen müssen. Auch in den kalten Wintermonaten bringt die Wärme durch Holz kuschlige Gemütlichkeit ins eigene Heim.
Zustimmung des Vermieters ist erforderlich
Bevor Sie in Ihrer Mietwohnung einen Kaminofen aufstellen, müssen Sie zunächst die
Genehmigung des Vermieters einholen. Da es sich hier um eine
bauliche Veränderung handelt, ist die Zustimmung notwendig. Allerdings gibt es
kein Recht darauf. Stimmt der Vermieter dem Einbau eines Kaminofens nicht zu, dürfen Sie auch keinen betreiben.
Betriebsbescheinigung des Schornsteinfegers einholen
Hat der Vermieter seine Zustimmung erteilt, müssen Sie einen
Termin mit dem Schornsteinfeger vereinbaren. Dieser stattet Ihnen einen Besuch ab, wobei er prüft, ob ein Kaminofen in der Wohnung betrieben werden kann. Haben Sie bereits einen Ofen erworben, wird er prüfen, ob die
Größe des Schornsteins und die Kilowatt-Leistung des Kaminofens zueinander passen. Darüber hinaus muss er prüfen, ob bereits andere Feuerstätten an dem Schornstein angeschlossen sind und ob sich diese mit dem Kaminofen vertragen.
Am besten ist es, den Ofen
erst nach dem Besuch des Schornsteinfegers anzuschaffen, da dieser Ihnen genau sagen kann,
welcher Kaminofen für Ihre Zwecke und für Ihre Wohnung geeignet ist.
Auch zum
richtigen Standort des Ofens kann er Sie beraten. Steht der Anschaffung eines Kaminofens aus Sicht des Schornsteinfegers nichts im Wege, stellt er Ihnen eine
Vorbescheinigung aus. Die
Endbescheinigung erhalten Sie, wenn das Gerät aufgebaut wurde. Erst dann, wenn der Schornsteinfeger Ihnen
beide Bescheinigungen ausgestellt hat, können Sie den Ofen in Betrieb nehmen.
Luftversorgung und Schornstein
Grundsätzlich kann in
fast jedes Haus nachträglich ein Kaminofen eingebaut werden. Zu berücksichtigen ist dabei der Haustyp. Wohnen Sie in einem Neubau, das nach der
Energieeinsparverordnung (EnEV) errichtet wurde, brauchen Sie einen speziellen Ofen mit einem externen Luftanschluss.
Auch bei Altbauten, die entsprechend der EnEV
nachträglich energetisch saniert wurden, müssen Sie auf den Luftanschluss achten. Das ist deshalb wichtig, da der zur Verbrennung notwendige Sauerstoff zugeführt werden muss.

Hat Ihr Haus
keinen Schornstein, der sich für einen Kaminofen eignet, muss das nicht zwingend das Aus für den Wärmespender bedeuten. Es gibt durchaus Möglichkeiten, dennoch einen Kaminofen zu betreiben. Hierzu sollten Sie einen Termin mit Ihrem Schornsteinfeger vereinbaren, der Ihnen die Alternativen aufzeigen kann.
Hier geht es nicht nur um
eventuelle bauliche Veränderungen, sondern auch um die
Brandschutzaspekte. So müssen Sie beim Aufstellen eines Kaminofens auch bestimmte Sicherheitsabstände zur Wand und zu anderen brennbaren Materialien einhalten. Auch die
Druckbedingungen am Aufstellort des Ofens spielen eine Rolle.
Rauchgase müssen
ungehindert durch den Schornstein
entweichen können. Auch in dieser Hinsicht berät der Schornsteinfeger und nimmt letztendlich auch die Endkontrolle vor.
Heizleistung des Ofens
Als Laie ist man sich meist unsicher, welcher Kaminofen passend ist. Häufig wird nach der
Optik geschaut und die
Heizleistung vernachlässigt. Doch genau auf diese kommt es an. Es nützt nichts, einen optisch ansprechenden Kaminofen in der Wohnung aufzustellen, wenn er nicht richtig dimensioniert ist.
Maßgeblich für den Heizwert sind die
Kubikmeterzahl der Räume, die beheizt werden sollen, und natürlich auch der persönliche Wärmebedarf. Überlegenswert ist es auch, ob der Kaminofen die Heizung voll und ganz ersetzen oder der Ofen nur gelegentlich genutzt werden soll.
Möchten Sie den Ofen
durchgehend befeuern, ist eine massive, gemauerte Konstruktion eine gute Wahl, andernfalls reichen auch kleinere Modelle. Auch hier kann der Schornsteinfeger Sie fachgerecht unterstützen.
Rät er Ihnen beispielsweise zu einem Kaminofen mit
sechs Kilowatt Heizleistung, sollten Sie das bei der Anschaffung des Ofens berücksichtigen. Erwerben Sie auf keinen Fall ein schwächeres Modell, nur weil Ihnen das eventuell optisch besser gefällt.
Die
Heizleistung des Ofens ist es schließlich, die Ihnen die Räume
mollig wärmt. Ist der Kaminofen unterdimensioniert, werden Sie viel Brennstoff verbrauchen, ohne dass die Zimmer richtig aufgewärmt werden. Zudem kann sich der Ofen verziehen, wenn er ständig unter voller Last betrieben wird.
Möchten Sie die Räume nicht nur aufheizen, sondern die Wärme auch über einen
längeren Zeitraum halten, kann es sinnvoll sein, den Ofen mit
Speckstein zu verkleiden. Auch hier sollten Sie sich wieder an den Schornsteinfeger wenden, der Ihnen verschiedene Möglichkeiten aufzeigt.
Vorschriften beachten
Welchen Kaminofen Sie auch auswählen, er sollte immer die gültigen
Emmissionsvorschriften erfüllen. Nach dem
Bundesemmissionsschutzgesetz (BlmSchV) dürfen neu eingebaute Kaminöfen nur noch eine
bestimmte Menge an Feinstaub ausstoßen.
Achten Sie auch darauf, dass Ihr neuer Ofen typgeprüft ist und die Einhaltung der
DIN- und EN-Normen garantiert ist. Auch wenn ein solcher Ofen etwas mehr Geld kostet als ein vermeintlich günstiges Modell aus dem Ausland, denken Sie immer an Ihre Sicherheit und an den Brandschutz.
Einbau eines Kaminofens
Möchten Sie den Einbau Ihres Kaminofens vornehmen, können Sie sich an folgende
Checkliste halten:
1. Zustimmung des Vermieters einholen
Auch wenn Sie den Kaminofen selbst einbauen möchten, brauchen Sie zunächst die Zustimmung des Vermieters. Erst, wenn dieser Ihnen den Einbau erlaubt, können Sie einen Termin mit dem Schornsteinfeger vereinbaren.
2. Beratung durch den Schornsteinfeger
Ihr nächster Ansprechpartner ist der
Schornsteinfeger. Er kann Sie zur Nachrüstung von Schornsteinen beraten, zum Aufstellort Ihres Ofens und zur Heizleistung. Zudem kennt er die Emissionsbestimmungen und weiß, welches Modell das richtige für Sie ist. Auch bei der Standortfrage hilft Ihnen der Schornsteinfeger weiter. Er weiß, wo Sie den Ofen aufstellen können.
3. Auswahl des Ofens
Nach der Beratung durch den Schornsteinfeger können Sie nun ein
Modell auswählen. Sind Sie sich unsicher, wenden Sie sich am besten an ein Kaminstudio. Die dortigen Fachleute helfen Ihnen gerne, den passenden Kaminofen auszusuchen.
4. Installation und Inbetriebnahme
Sinnvoll ist es, den Kaminofen von einem
Ofensetzer installieren zu lassen. Denken Sie auch bei einem
Einbau in Eigenregie an die Zusammenarbeit mit dem Schornsteinfeger. Dieser muss nach erfolgter
Installation die Feuerstätte prüfen und abnehmen. Erst nach der erfolgreichen Abnahmeprüfung können Sie Ihren neuen Kaminofen in Betrieb nehmen.
Ein Kaminofen schafft behagliche Wärme. Welches Modell zu Ihren Wohnräumen passt und was Sie sonst noch beachten müssen, sagt Ihnen Ihr
Schornsteinfeger. Fachleute helfen Ihnen bei der
Installation.