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Besser vorsorgen: Wie ein Hautkrebs-Screening abläuft

In Zeiten weltweit steigender Neuerkrankungen an bösartigen Hauttumoren ist das Hautkrebs-Screening ein wichtiges Instrument zur Früherkennung. Die Untersuchung geht schnell, unkompliziert und schmerzfrei vonstatten.

Warum an einem Hautkrebs-Screening teilnehmen?

Hautkrebs gehört zu den am häufigsten auftretenden Krebsarten. 264.000 Neuerkrankungen pro Jahr sind keine Prognose oder Schwarzmalerei, sondern bittere Realität. Diese Zahl ist für Deutschland 2012 statistischer Fakt – Tendenz steigend. Generell erkranken immer mehr Menschen auf der ganzen Welt an Hautkrebs. Darunter ist leider sehr oft der so genannte Schwarze Hautkrebs zu finden, der medizinisch als malignes Melanom bezeichnet wird. Die Ursachen liegen keineswegs ausschließlich in der extensiven Bestrahlung durch UV-Strahlen der Sonne. Jene erhöht die Wahrscheinlichkeit zwar, an Hautkrebs zu erkranken.

Doch selbst jene Körperstellen, die keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind, stellen potentielle Stellen für bösartige Neubildungen dar. Es ist daher sehr wichtig, dass sich jeder einer Früherkennung unterzieht: sowohl jene Menschen, die relativ häufig der Sonne ausgesetzt sind, als auch solche, die sich die meiste Zeit innerhalb von Gebäuden aufhalten.

Die genetische Veranlagung spielt nämlich ebenfalls eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Hautkrebs. Aus diesen Gründen übernehmen die Krankenkassen in Deutschland für gesetzlich Versicherte ab einem Alter von 35 Jahren auch die Kosten für ein Hautkrebs-Screening. Krankenkassen und Ärzte empfehlen regelmäßige Untersuchungen alle zwei Jahre.

Wer sich einer derartigen Überprüfung der Haut unterzieht, der bedenkt bitte stets: Auch ein von einem geschulten Arzt durchgeführtes Screening bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Denn das menschliche Auge ist naturgemäß anfällig für Fehler. Dennoch lohnt sich die Teilnahme an der Untersuchung immer, da die Fehlerquoten sehr niedrig sind und die Vorteile die in diesem Zusammenhang so genannten Nachteile bei weitem überwiegen. Doch wie geht solch ein Hautkrebs-Screening eigentlich vonstatten?

So läuft das Hautkrebs-Screening ab

Möglicherweise schrecken nicht wenige Menschen vor einem Hautkrebs-Screening zurück, weil sie vermuten, in eine Röhre geschoben zu werden. Sie denken, dort lange Zeit liegen zu müssen, bis der Computer den gesamten Körper gescannt hat. Diese Vorstellung hat nichts mit der Realität zu tun! Bei einer derartigen Untersuchung benötigt der Arzt nichts außer seinem geschulten Auge und einem Spatel.

Mit Letzterem teilt er zum Beispiel das Kopfhaar, um auch die Kopfhaut auf auffällige Stellen hin zu untersuchen. Einen Spatel verwenden Ärzte im Rahmen des Screenings aber auch, um das Innere des Mundes zu inspizieren. Die Schleimhäute und das Zahnfleisch, aber auch die Lippen sind in die Untersuchung eingeschlossen. Schließlich können auch dort Tumoren entstehen.

Der Schädel inklusive Kopfhaut, Augen, Lider, Nase und Mund ist lediglich ein Bereich, den sich Ärzte ganz genau anschauen. Bei einem Hautkrebs-Screening steht nämlich der gesamte Körper im Fokus des Interesses. Daher ist es auch notwendig, dass sich Patienten vor der Untersuchung bis auf den Slip entkleiden. Nun schaut sich der Arzt alle Körperteile detailliert an. Der Oberkörper mit dem Hals, den Armen und den Händen sowie die Beine samt Füße müssen auf Auffälligkeiten hin untersucht werden.

Auch die Fußsohlen und die Zwischenräume der Zehen sowie der Finger sind mögliche Stellen für Hautkrebs. Viele Patienten fürchten die Begutachtung der Damm- und Afterregion und fühlen sich zudem etwas unbehaglich, wenn der Arzt einen Blick auf die Genitalien wirft. Doch dies ist falsche Scham! Denn auch diese Regionen des Körpers sind vor bösartigen Tumoren nicht geschützt. Dass ein erfahrener Doktor sie anschaut, ist deshalb sehr wichtig.

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Vorgespräch und Bildspeicherungen

Bevor diese Hauptuntersuchung beginnt, stellt der Arzt seinem Patienten einige Fragen zu familiären Vorgeschichten hinsichtlich Hautkrebs und möglicherweise anderer Erkrankungen. Wer viele Muttermale hat, der sollte dies dem Arzt im Vorgespräch mitteilen. So ist dieser bereits auf die Leberflecken sensibilisiert und achtet ganz genau auf jene.

Wenn Sie in Ihrer Familie bereits mit Hautkrebs zu tun hatten, dann verheimlichen Sie dies Ihrem Arzt auf keinen Fall! Denn auch diese Informationen sensibilisieren ihn. Vor allem Erkrankungen bei engen Familienmitgliedern wie den Eltern oder Geschwistern lässt Ihre Wahrscheinlichkeit steigen, an Hautkrebs zu erkranken. Blutungen aus Muttermalen teilen Sie Ihrem Arzt bitte auch mit.

Bemerkenswerte Stellen speichern Ärzte als Bilder in einer Datei ab, um deren Veränderungen bei der nächsten Untersuchung (idealerweise nach zwei Jahren) zu verfolgen. Es ist allerdings auch möglich, dass Patienten auf diese gespeicherten Bilder verzichten. Dann ist die Untersuchung günstiger. Dies ist vor allem für Menschen interessant, die ein Hautkrebs-Screening vor Erreichen des 35. Lebensjahres durchführen lassen.

In derartigen Fällen übernehmen die Krankenkassen nämlich nicht die Kosten beziehungsweise lediglich einen Teil im Rahmen von speziellen Aktionen und Tarifen. Zu empfehlen ist der Verzicht aber nicht! Schließlich ermöglichen die Bilder einen Vergleich potentiell gefährlicher Körperstellen über Jahre und Jahrzehnte hinweg: Entwickelt sich eine zunächst nur leicht auffällige Stelle zu einem schwarzen, asymmetrisch begrenzten Fleck, könnte es sich um ein malignes Melanom handeln.

Eine gute Vorbereitung erleichtert die Untersuchung

Lässt es sich einrichten und findet das Hautkrebs-Screening nicht urplötzlich statt, dann erscheinen Sie gut vorbereitet in der Arztpraxis. Das gründliche Duschen versteht sich von selbst. Vielmehr kommt es auf die Feinheiten an. Ärzte mögen es, wenn sich Patienten an so vielen Stellen wie möglich rasieren. Wo keine Haare sind, können sie auch keine auffälligen Veränderungen verdecken. Ähnlich verhält es sich mit Körperschmuck. Im Idealfall erscheinen Sie ohne Ohrringe, Piercings und Nagellack zum Hautkrebs-Screening. Auch Schminke verbirgt potentiell gefährliche Stellen.

Dies gilt ganz besonders für den Weißen Hautkrebs. Der Schwarze Hautkrebs ist nämlich nicht die einzige Erkrankung, auf die Ärzte bei der Untersuchung achten. Das spinozelluläre Karzinom sowie das Basalzellkarzinom zählen zu den hellen Hautkrebserkrankungen und sind nicht ganz so schlimm wie das maligne Melanom. Sie bilden nur sehr selten Metastasen, müssen aber natürlich dennoch entfernt werden. Extrem gefährlich ist der Schwarze Hautkrebs, da er sehr schnell Metastasen bildet und andere Organe angreift.

Zudem verzichten Sie bitte auch auf markante Frisuren, die den Blick auf die Kopfhaut erschweren oder ganz versperren. Beachten Patienten diese Aspekte, freut sich jeder Arzt und die Untersuchung endet so zügig wie möglich. Normalerweise dauert ein Hautkrebs-Screening nicht länger als 15 Minuten. Insgesamt dürfen übrigens um die 40.000 Ärzte das Screening durchführen. Darunter sind zum Beispiel Hausärzte, aber auch Spezialisten wie Hautärzte. Die Abrechnung findet über die normale Versichertenkarte statt.

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Fazit

Auf Grund der zahlreichen Neuerkrankungen an Hautkrebs sowohl in Deutschland als auch auf der ganzen Welt gewinnt ein Hautkrebs-Screening immer mehr an Bedeutung. Die etwa 15-minütige Untersuchung kann Leben retten, indem bereits entartete Zellen sowie potentiell gefährliche Stellen am Körper entdeckt werden. Der Arzt benötigt lediglich sein geschultes Auge, einen Spatel und eventuell eine kleine Taschenlampe für spezielle Körperbereiche.

Das schmerzlose und bei entkleidetem Körper durchgeführte Hautkrebs-Screening ist ab einem Alter von 35 Jahren eine für den Patienten kostenlose Kassenleistung. Jüngere Menschen bezahlen die Untersuchung zumindest teilweise selbst. Ein Hautkrebs-Screening ist eine leicht realisierbare Früherkennungsmethode, die aber wie andere medizinische Untersuchungen keine hundertprozentige Sicherheit gewährleisten kann. Der professionelle Blick eines Arztes auf den Körper ist aber uneingeschränkt zu empfehlen!



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