Keine Praxis für Kassenpatienten!
Diese Bewertung wurde von S. H., Frankfurt 60433, vom 29.01.2010 , mit von 5 Sternen bewertet.
Vor ewigen Zeiten (ca. 10 - 15 J. ) kam ich als Patientin in diese Praxis, damals noch betrieben von Dr. Engel und Dr. Weiß. Die Praxis war damals noch hinter dem Südbahnhof. Anfangs war ich Patientin von Dr. Engel, später kam ich zu Dr. Weiß. Die Betreuung und Behandlung war sehr gut. Irgendwann zog die Praxis um in das Gebäude in der Alten Post am Südbahnhof, es kamen mehr Ärzte hinzu. Es fing an, schwierig zu werden, telefonisch einen Termin zu vereinbaren, weil das Telefon kaum abgehoben wurde. Ansonsten war ich mit der Betreuung immer noch zufrieden, wenngleich zu merken war, dass sie nicht mehr so gut war, wie in den Jahren zuvor. Was ich unverschämt fand, war die Frage am Telefon, ob man Privatpatient oder Kassenpatient sei. Ich blieb der Praxis dennoch treu, weil ich glaubte, mich dort in guten Händen zu befinden. Auch Herr Dr. Weiß zeigte sich als verständisvoller, guter Arzt. Im Jahr 2009 zog die Praxis nochmals um, diesmal fast gegenüber vom Südbahnhof. Alles sehr großzügig, über 2 Etagen, ein Therapiezentrum etc. Termine zu vereinbaren fast unmöglich. Einmal rief ich den ganzen Vormittag, ca. 4 Stunden lang an, ohne dass jemand ans Telefon ging. Durch Zufall habe ich herausgefunden, dass es zwei Telefonnummern gibt. Wählt man die andere Nummer, ist sofort nach dem ersten Klingeln jemand dran. Aber das nur am Rande. Ende letzten Jahres suchte ich abermals Herrn Dr. Weiß auf wegen Bandscheibenbeschwerden. Es sei eine Entzündung, ich bekam eine Spritze. Der akute Schmerz verschwand daraufhin, aber immer noch hatte ich solche Schmerzen, dass ich nicht sitzen konnte. Unten an meiner Wirbelsäule hatte sich eine kleine Erhebung gebildet, die vorher nicht da war. Also bin ich wieder zu Dr. Weiß. Am Telefon kam ich mir vor wie eine Bittstellerin. Aber ich bekam einen Termin. Herr Dr. Weiß schaute sich das "Hügelchen" an meinem Rücken an, fand das aber nicht sonderlich erwähnenswert, tastete meinen Rücken ein bisschen ab und meinte, es sei alles in Ordnung. Auf meinen Wunsch hin wurde ein Röntgenbild gefertigt, auf dem man aber nichts sah. Als ich frage, ob ich mir die Schmerzen denn einbilde, meinte der Arzt: "Man muss sich ja nicht quälen" und gab mir ein Rezept (Ibuprofen). Er zeigte sich etwas ungehalten und machte eine Bemerkung wie: Sie waren doch erst da (so nach dem Motto: Was wollen Sie schon wieder hier? ). Meine Schmerzen wurden nicht besser. Inzwischen waren fast 3 Monate vergangen, in denen ich mit diesen Schmerzen leben musste. Ich wechselte den Arzt. Dieser Arzt ordnete eine MRT an. Es kam heraus, dass ich einen Bandscheibenvorfall hatte, den ich monatelang unbehandelt mit mir herumschleppte. Ich war fassungslos. Und bin mir sicher: Wäre ich Privatpatientin, hätte man sich in der Praxis Engel/Weiß ein Bein ausgerissen, um herauszufinden, was ich habe. Bei einer Kassenpatientin hatte man nicht einmal das Interesse, herauszufinden, was los ist. Ich bin mit einem Bandscheibenvorfall nach Hause geschickt worden, weil dem Arzt die Untersuchung zu teuer war (wohlgemerkt: Ende des Jahres, Ende des Quartals, vermutlich Budget erschöpft). In dieser Praxis wird mich keiner mehr sehen. Ich denke mal, die wollen die Kassenpatienten loswerden. Da frage ich mich, warum die nicht ihre Kassenzulassung zurückgeben und einfach eine Privatpraxis eröffnen! ?
