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Ein guter Tipp kann oft Gold wert sein

Wiesbadener Kurier

Wellness für Zuhause: Die Sauna Marke Eigenbau

Geschrieben von Anne Garske

So lange, wie es Finnen und Finnland gibt, so lange gibt es dort auch die Sauna. Unsere Vorstellung davon, dass Saunieren in Finnland ein regelrechtes Volksgut darstellt, ist also kein Gerücht oder Vorurteil, sondern lässt sich historisch zurückverfolgen und belegen. Sie wärmten sich dort auf, wuschen sich, bekamen dort ihre Kinder. Die Sauna galt als der sauberste Platz im Wohnbereich mit warmem Wasser und war daher im kalten Finnland mit den klirrenden Nächten sehr beliebt. Die Entstehung der Sauna fand dabei im normalen Wohnraum statt, denn ursprünglich wurden durch das Feuer erhitzte Steine zur Erwärmung der Behausung benutzt, später fand man heraus, dass Wasser das Hitzegefühl verstärkt und die Wärme nach oben steigt. Um diese Wärme genießen zu können, wurde ein Podest gebaut und die erste Saunabank erfunden.

Mit der Zeit trennte man Heizung und Behausung, sodass sich die Sauna in einer gesonderten Hütte befand. Heutzutage gibt es in fast jedem finnischen Haus eine Sauna, oft auch als Badezimmerersatz oder in Kombination mit dem Badezimmer, um sich direkt nach dem Saunagang duschen zu können.

Vorteile der Eigensauna

Auch in Deutschland ist die Sauna sehr beliebt, vor allem im Winter erfreuen sich öffentliche Saunen gesteigerter Besucherzahlen. Was viele allerdings vom Besuch dieser öffentlichen Saunen abhält, ist der Zwang des textilfreien Saunierens. Anders gesagt: wer sich vor Fremden nicht ausziehen möchte, wird Probleme haben, sich in einer Sauna zu entspannen. In Großbritannien und Frankreich ist es üblich, mit Badebekleidung zu saunieren, was für einen Deutschen natürlich kaum ein Trost sein kann.

Des Weiteren muss man sich in öffentlichen Saunen vielen Verhaltensregeln anpassen wie vorher abduschen, den Aufguss durch einen Bademeister durchführen lassen, man muss die Öffnungszeiten beachten und damit leben, nicht allein in der Sauna zu sitzen, sodass immer Unruhe herrscht. Wer über das nötige Kleingeld verfügt und ein Eigenheim besitzt, kann diesen Nachteilen aus dem Weg gehen und eine eigene Sauna bauen. Aber auch wenn man als regelmäßiger Saunagänger eher knapp bei Kasse ist, könnte man bedenken, dass man auf langer Sicht eine hohe Summe an Eintrittskosten für eine Therme oder ein Spa spart, wenn man die Investition in die heimische Sauna tätigt.

Backe, backe Sauna

Wie mit den meisten Handwerksdingen kann man sich hier entscheiden, ob man einen professionellen Saunabauer beauftragt, der die Sauna individuell auf die örtlichen Gegebenheiten anpasst und vielleicht sogar zusätzlich Bad und Ruheraum gestaltet, ob man eine Fertigsauna im Baumarkt kauft und diese in Eigenregie selbst aufstellt beziehungsweise vom Fachmann zusammenbauen lässt, oder ob man den Mut aufbringt, zu Akkubohrer, Säge und anderem Werkzeug zu greifen und die Sauna komplett selbst zu bauen. Da die Preise für Fertigsaunen je nach Größe unterschiedlich sind, sich aber meistens weit im vierstelligen Bereich befinden, ist die Sauna Marke Eigenbau die günstigste, denn hier kommen nur Materialkosten auf den „Bauleiter“ zu.

Räumliche Voraussetzungen

Wer sich eine Sauna bauen will, muss über genügend handwerkliches Know-How verfügen. Nicht jeder Laienhammerschwinger ist dazu in der Lage, denn eine Sauna muss sehr akkurat und präzise geplant und gebaut werden. Des Weiteren ist der Raum, in dem die Sauna am Ende stehen soll, entscheidend. Für die klassische Familiensauna (oben Liegen für zwei Erwachsene, unten eine Bank für zwei sitzende Kinder) muss im Raum Platz für mindestens vier Quadratmeter plus Einstiegsfläche vorhanden sein. Das Zimmer muss trocken sein und Fenster oder Türen nach draußen vorweisen, um belüftet werden zu können. Ein Stromanschluss mit normalerweise 400 Volt mit der Zuleitung von 5 x 2,5qmm muss ebenfalls vorhanden sein. In der Nähe des Raumes sollte sich eine Dusche, ein Tauchbecken oder ein Swimming-Pool befinden, auch ein Ruheraum wäre von Vorteil. Am ehesten bietet sich der Einbau einer Sauna natürlich an, wenn Sie sowieso eine Badsanierung planen.

Material

Besonders hochwertiges Holz kann, muss aber nicht verwendet werden. Im Grunde ist alles im Baumarkt erhältlich. Abgesehen von Ofen und Saunatür besteht die Sauna hauptsächlich daraus, sodass gerade bei diesem Material viel gespart werden kann. Man benötigt Dachlatten, Hartfaserplatten, Vierkanthölzer, Profilbretter und Saunaleisten aus Abachi. Polarfichte und Hemlock eignen sich sehr gut dafür, doch auch ganz normale A-Sortierung aus Fichte ist ausreichend. Bei der Auswahl der Profilbretter sollten Sie beim Kauf außerdem darauf achten, dass sie eine besonders lange Nut und Feder aufweisen. Für die Dämmung reicht ganz normale Mineralsteinwolle aus dem Baumarkt, außerdem eine Dampfsperre aus Aluminium.

Die Elektrik, die zur Saunalampe, zum Thermostat und zum Ofen führt, braucht eine Silikonummantelung, um Gefahren mit dem Starkstrom vorzubeugen. Für den Boden sollte man, falls noch nicht vorhanden, Fliesen planen. Den Rest der Einrichtung sollten Sie fertig kaufen, also die Saunatür mit Türrahmen sowie Ofen, Lampen, Eimer, Handtuchhalter, Kopfstützen… alles Dinge, bei denen sich der riesige Arbeitsaufwand kaum lohnt.
Was Sie nicht in diesem Sinne kaufen können, was aber unumgänglich ist: Achten Sie auf die Belüftung der Sauna, auf Luftpolster zwischen den einzelnen Bretterschichten, sonst werden Sie sich hechelnd und um Luft ringend auf einer Saunabank wiederfinden – Erholung sieht anders aus.

Die Kosten

Insgesamt kommt man mit einer Familiensauna auf Kosten in Höhe von 2000 Euro. Dafür bekommt man zwar bereits eine Fertigsauna, diese ist aber nicht individuell auf den Raum zugeschnitten, wahrscheinlich etwas kleiner als die Eigenbausauna und für diesen Preis noch längst nicht eingebaut, sodass sie auch dann nicht darum herumkommen würden, den Hammer zu schwingen.

Bildquellen:
Andrea Kusajda / pixelio.de
Rainer Sturm / pixelio.de
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