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Wohnen im Alter: Warum eine Senioren-WG das Altenheim sticht

Wohngemeinschaften für Senioren sind bei älteren Menschen beliebter als das Altenheim. Sie erlauben das freie Wohnen und ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter.

Ältere Menschen möchten am liebsten in ihren eigenen vier Wänden alt werden. Vielleicht haben sie Jahrzehnte in ihrer Wohnung gelebt, vielleicht kennen sie die Umgebung seit ihrer Kindheit. Wer im Alter nicht vereinsamen will, sucht sich in dieser Phase des Lebens gerne auch die Gesellschaft von Gleichaltrigen. Wohngemeinschaften für Senioren sind deshalb zunehmend gefragt.

Hier leben sogenannte Best Ager – gerne auch mit dem werbewirksamen Begriff „Generation 50plus“ bezeichnet – bis ins hohe Alter in einer gemeinsamen Wohnung oder in einem Haus. Gemeinschaftsräume werden geteilt, eine ärztliche Betreuung und eine ambulante Pflege können bei Bedarf angefordert werden. Wohngemeinschaften für Ältere sind als moderne Wohnform heute gefragter als das klassische Altenheim. Warum ist das so? Und in welchen Punkten ist eine Senioren-WG dem Altenheim überlegen?

Eine WG für Ältere und Pflegebedürftige

In den Grundzügen ähnelt eine Senioren-WG einer Wohngemeinschaft für Studierende und junge Leute. Mehrere alte Menschen teilen sich eine Wohnung, jeder hat ein eigenes Zimmer, Wohnzimmer, Küche und Bad stehen für die gemeinschaftliche Nutzung zur Verfügung. Immer häufiger leben mehrere Parteien nicht nur in einer Wohnung, sondern sogar in einem eigenen Haus mit mehreren Wohneinheiten.

Der Vorteil solcher Seniorenhäuser liegt vor allem darin, dass jeder Bewohner eine eigene Wohnung zur Verfügung hat. Damit sind bessere Rückzugsmöglichkeiten und ein höheres Maß an Privatsphäre gegeben als in einer Wohnung mit einzelnen Zimmern. Unabhängig davon, ob es sich um eine Seniorenwohnung oder ein Mehrfamilienhaus handelt, leben die alten Menschen hier sehr selbstbestimmt. Sie pflegen Umgang mit Gleichaltrigen, leben in einer Gemeinschaft und unterstützen sich gegenseitig. Vor allem aber dürfen sie ihren gewohnten Tagesablauf verfolgen und müssen sich nicht zu sehr in ihrem individuellen Lebensstil einschränken.

Auch die ärztliche Versorgung oder die Pflege sind in einer Senioren-WG zu regeln. Auf Wunsch kann ein Pflege- oder Betreuungsdienst bestellt werden. Die Fachkräfte unterstützen die alten Menschen bei alltäglichen Leistungen wie dem Einkauf, dem Haushalt oder dem Besuch beim Arzt. Die ausgebildeten Pflegekräfte helfen bei der Körperpflege und erbringen bei Bedarf alle Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes.

Sofern mehrere Personen im Haushalt diese Pflegeleistungen benötigen, sind sogar Kosten für das Pflegepersonal zu sparen, wenn die Fachkräfte nur einmalig anreisen müssen. Damit ist eine Senioren-WG für alle alten Menschen geeignet, die im Alter nicht allein leben wollen und die gelegentlich Hilfe im Alltag oder eine ambulante Pflege benötigen.

Altenheime bieten weniger Flexibilität

Vergleicht man Senioren-WGs mit dem klassischen Alten- oder Seniorenheim, fällt vor allem folgender Unterschied ins Auge: In einem Heim für alte Menschen ist der Tagesablauf recht starr vorgegeben. Selbst wenn die Senioren noch sehr rüstig sind und gut allein zurechtkommen, legen Pflegekräfte fest, welchem Rhythmus sie Tag für Tag zu folgen haben. Die Frühstückszeiten sind vorgegeben, das Mittagessen wird nur zu bestimmten Zeiten serviert, beim Abendessen gibt es keinen flexiblen zeitlichen Rahmen.

Die Mahlzeiten werden altersgerecht zubereitet. Die Senioren haben kaum Möglichkeiten, sich selbst einzubringen und leichte Arbeiten im Haushalt noch selbst zu verrichten. Zwar werden sie in hohem Maße versorgt und betreut, doch dadurch gehen gleichzeitig Selbständigkeit und Selbstbestimmung verloren. In einem Heim für alte Menschen bestehen letztlich kaum noch Freiräume für ein Leben nach den individuellen Vorstellungen.

Da in einer Einrichtung für Alte viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, sind gewisse Vorgaben und Regelungen für die Hausbewohner unverzichtbar. Ein reibungsloser Heimbetrieb erfordert beispielsweise feste Essenszeiten, damit jeder umfassend versorgt ist. Doch diese nötigen Regeln gehen auf Kosten der Flexibilität und der Individualität. Der alte Mensch ist letztlich so etwas wie eine Nummer unter vielen Patienten. Auf seine persönlichen Bedürfnisse kann kaum Rücksicht genommen werden.

So finden Sie eine gute Senioren-WG

Mit zunehmendem Alter stellt sich für viele ältere Menschen die Frage, ob sie in ein Seniorenheim gehen wollen oder ob sich eine Wohngemeinschaft für Senioren eignet. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Wohnungsform für Sie infrage kommt, informieren Sie sich am besten ausführlich zu den Möglichkeiten in Ihrer Region. Suchen Sie im Internet nach Alten- und Seniorenheimen.

Vereinbaren Sie einen Termin in den Einrichtungen und lassen Sie sich alles genau zeigen. Sprechen Sie mit den Anwohnern und fragen Sie sie nach den Eindrücken. Recherchieren Sie auch nach Kritiken und Beurteilungen im Internet. So verschaffen Sie sich Schritt für Schritt einen Überblick, welche Heime für ältere Menschen in Ihrer Umgebung angesiedelt sind. Danach sollten Sie sich eine Meinung darüber bilden, ob ein Altenheim für Sie geeignet ist oder ob Sie die Freiheiten schätzen, die eine Senioren-WG Ihnen bietet.

Entscheiden Sie sich für die Wohngemeinschaft für Rentner, machen Sie sich auf die Suche nach einer passenden Einrichtung. Das Internet ist hierfür eine gute Informationsquelle. Auch in den lokalen Zeitungen finden Sie vielleicht einschlägige Werbung. Berücksichtigen Sie unbedingt, dass eine Senioren-WG nicht unbedingt von einem öffentlichen Träger betrieben werden muss. Vielleicht finden sich in Ihrem Umfeld sogar privat organisierte WGs, in denen mehrere Parteien zusammenleben. Erkundigen Sie sich, ob noch Zimmer oder Wohnungen frei sind oder fragen Sie, ob eine Warteliste geführt wird.

Lassen Sie sich in diesem Fall auf die Warteliste setzen und melden Sie damit Ihren Bedarf an. Alternativ gründen Sie eine eigene Wohngemeinschaft für ältere Bewohner. Fragen Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis herum, wer Interesse an dieser modernen und altersgerechten Wohnform hat. Vielleicht finden sich in Ihrem Umkreis Menschen wie Sie, die im Alter ähnlich flexibel leben wollen. Für die Gründung einer privaten Wohngemeinschaft für Senioren benötigen Sie letztlich nur die passende Wohnung oder ein Haus mit mehreren Wohneinheiten mit altersgerechter Einrichtung.

Für die Gestaltung der vertraglichen Modalitäten der Parteien untereinander und im Verhältnis zum Vermieter lassen Sie sich am besten von einem Rechtsanwalt beraten. So stellen Sie sicher, dass bei der Vertragsgestaltung alles berücksichtigt ist, was für Ihre individuellen Bedürfnisse erforderlich ist.

Keine Option für schwere Pflegefälle

Eine Seniorenwohngemeinschaft ist für ältere Menschen geeignet, die sich ihre Eigenständigkeit bis ins hohe Alter erhalten wollen. Eine ambulante Betreuung durch einen Pflegedienst ist in den meisten Fällen möglich. Wenn aufgrund des gesundheitlichen Zustands eine stationäre Pflege erforderlich ist, kommt diese Wohnform jedoch kaum noch infrage.

In der Regel sind die Betroffenen, die Angehörigen und auch die Mitbewohner mit der Aufnahme in ein Alten- oder Pflegeheim besser beraten, wenn eine intensive Rundumpflege notwendig ist. In einem Pflegeheim stehen erfahrene Fachkräfte rund um die Uhr zur Verfügung. Sie sind für die Betreuung von schweren Pflegefällen geschult. Auch die erforderlichen Geräte zur medizinischen Versorgung wie Pflegebetten oder alten- und behindertengerechte sanitäre Anlagen sind in einem Pflegeheim vorhanden.

Sie müssten in einer Seniorenwohngemeinschaft erst angeschafft werden. Dazu ist die Frage der Kostenteilung zwischen den einzelnen Bewohnern zu klären. Aus diesen Gründen kommt eine Wohngemeinschaft für Senioren eher nicht infrage, wenn eine intensive Pflegebetreuung notwendig ist.

Fazit

Der größte Pluspunkt einer Wohngemeinschaft für alte Menschen ist die hohe Flexibilität. Rüstige Senioren erhalten sich mit dieser modernen Form des Wohnens ihre Eigenständigkeit bis ins hohe Alter. Sie führen ein selbstbestimmtes Leben. Sie nehmen am sozialen Leben teil und pflegen Kontakte mit Gleichaltrigen. Eine ambulante Pflege ist darstellbar.

Auch aus Kostengründen ist diese Wohnform attraktiv, denn die Auslagen für einen Pflegedienst lassen sich bei Bedarf auf mehrere Betreuungsfälle umlegen. Eher ungeeignet ist eine Seniorenwohngemeinschaft für schwere Pflegefälle. Sofern eine Rundumpflege oder eine intensivmedizinische Versorgung notwendig ist, sind alte Menschen in einem Pflegeheim mit entsprechender Ausstattung besser untergebracht. Unter rüstigen und weitgehend gesunden Senioren dürfte sich diese zukunftsweisende Form des Wohnens aber einer zunehmenden Beliebtheit erfreuen.



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