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Wer macht was? Die Unterschiede zwischen Physiotherapeut, Osteopath und Chiropraktiker

Diverse Rückenprobleme, Schmerzen nach Sport oder starker körperlicher Anstrengung, Krankheiten und Operationen – der Weg zu einem Experten der manuellen Therapie ist oft unumgänglich. Viele Menschen suchen die Hilfe eines Physiotherapeuten, Osteopathen oder Chiropraktikers zur Heilung und als Vorsorge.

Gezielte Handgriffe für einen gesunden Körper

Ihren Ursprung haben alle drei Therapieformen in der manuellen Therapie. Dieser Teilbereich der Alternativmedizin befasst sich mit der Behandlung von diversen Funktionsstörungen des menschlichen Körpers. Dies kann die inneren Organe und Nerven betreffen, aber auch die Muskeln, Knochen oder Gelenke. Die Alternativmedizin ergänzt in ihrer Funktionsweise die wissenschaftlich begründeten Behandlungsmethoden. Alternativmedizin ist übrigens gleichbedeutend mit Komplementärmedizin und steht für unterschiedliche Behandlungsmethoden abseits der Schulmedizin. Hierbei geht es darum, Krankheiten und diverse Funktionsstörungen des menschlichen Körpers mit Hilfe der Hände zu heilen. Obwohl die Physiotherapie, Osteopathie und die Chiropraktik in das Anwendungsgebiet der manuellen Therapien fallen, finden sich zahlreiche Unterschiede. Abhängig von den Beschwerden und Wünschen des Einzelnen soll deswegen die jeweilige Behandlungsform individuell ausgewählt werden.

Physiotherapie – wenn das körperliche Gleichgewicht fehlt

Ein Physiotherapeut hilft Menschen, ihr ursprünglich aktives Körpergefühl wieder zu erlangen. Dabei ist es nicht wichtig, ob das Gleichgewicht durch außergewöhnliche Belastungen, Unfall, Krankheit oder Operation gestört wurde. Durch die Nutzung eines natürlichen Heilungsverfahrens lernt der Patient, dem Alltag körperlich wieder gerecht zu werden. Der Physiotherapeut gibt Anweisung, damit die aktiven Bewegungen des Patienten richtig vollzogen werden. Passive Bewegungen, durchgeführt vom Therapeuten, vervollständigen das Programm zur Heilung. Für die Zeit zwischen den Terminen, erhält der Patient auch so manche Hausaufgabe.

Die Geschichte der Physiotherapie

Viele der heute angewendeten Methoden nutzten bereits Menschen vor über 4000 Jahren zur Heilung, Genesung und als Vorsorge. Zu den diversen Behandlungen zählten Massagen, Bäder in Thermal- und Mineralquellen, gesunde Ernährung und reichlich Bewegung. Dies sollte zur Beibehaltung des physischen und psychischen Gleichgewichtes dienen. Nicht nur der griechische Arzt Hippokrates vertrat die Meinung, dass ein gestörtes Gleichgewicht für Krankheiten und Unwohlsein verantwortlich sei. Seit dem 20. Jahrhundert findet eine ständige Weiterentwicklung der Physiotherapie in Zusammenarbeit mit der Schulmedizin statt. In Deutschland orientiert sich die Bezeichnung Physiotherapie am internationalen Sprachgebrauch. Die Bezeichnung Krankengymnastik wird deswegen seit dem Jahr 1994 offiziell nicht mehr verwendet, sondern bildet einen integrierten Bestandteil der Physiotherapie.

Die Ausbildung eines Physiotherapeuten

Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist in praktische und theoretische Unterrichtseinheiten gegliedert. Erst nach Ablegung der entsprechenden Prüfung darf sich der Absolvent als staatlich anerkannter Physiotherapeut bezeichnen. Ein Diplom-Physiotherapeut hat noch ein zusätzliches Jahr für das Studium der umfangreichen Materie zu absolvieren. In der Ausbildung lernt der angehende Physiotherapeut die verschiedenen Behandlungsmethoden kennen und erfolgreich umzusetzen: Bewegung mit und ohne Geräte, Training auf dem Laufband, diverse Massagen (klassische Massage, Bindegewebsmassage) und den richtigen Einsatz von Ultraschall und Elektrotherapie. Angewendet werden die diversen Therapien nach Operationen oder dem Einsatz eines künstlichen Gelenkes (zum Beispiel Knie oder Hüfte). Bei der körperlichen Wiederherstellung nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirntrauma. Des Weiteren besitzt der Therapeut fachliches Wissen in der Kinderheilkunde und in der Schmerztherapie.

Die Physiotherapie teilt sich in drei Schwerpunkte auf

1. Zur Rehabilitation des Körpers: Nach Krankheit oder Operation soll der Heilungsprozess positiv vorangetrieben werden. Die körperliche Koordination in Verbindung mit Geschicklichkeit soll verbessert werden. Das Hauptziel ist, die ursprüngliche Leistungsfähigkeit wieder vollständig zu erlangen.

2. Als Prävention, um bereits im Vorfeld körperliche Fehlhaltungen auszugleichen: Bei Risikopatienten, die ständig einer ungewöhnlich hohen Belastung ausgesetzt sind, hilft die Physiotherapie vorab durch gezielten Aufbau und Kräftigung der Muskulatur. Auch viele Berufssportler profitieren von dem Wissen eines Physiotherapeuten.

3. Zur Steigerung des körperlich-seelischen Wohlbefindens: Eine Physiotherapie kann die negativen Auswirkungen von Stress vermindern. Sie sorgt für körperliche Flexibilität und einen bewussteren Umgang mit dem eigenen Körper. Mit dem richtigen Training bleiben Sie gesund und fit bis ins hohe Alter.

Handelt es sich bei der Physiotherapie nicht um eine Prävention, ist eine ärztliche Überweisung Voraussetzung für die Inanspruchnahme eines Physiotherapeuten. Abhängig vom Alter und Allgemeinzustand des Patienten werden auch das Krankheitsbild und die Wiedereingliederung in den Alltag bei der Behandlung berücksichtigt. Die betroffenen Stellen werden dabei unterschiedlichen Reizen wie Kälte, Wärme, Druck, aber auch aktiven und passiven Bewegungen ausgesetzt. Die Osteopathie ist ein Teilbereich der Physiotherapie.

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Osteopathie – Behandlung des aktiven und passiven Bewegungsapparates

Die Osteopathie ist seit etwa 130 Jahren eine anerkannte Wissenschaft. Anwendung findet sie in Verbindung mit der Schulmedizin oder auch als Präventionsmaßnahme. Eine Begriffsabgrenzung ist sehr schwierig, da diverse Berufsgruppen die Osteopathie anwenden. Dazu zählen Ärzte, Physiotherapeuten, Heilpraktiker oder Diplomsportlehrer und jeder wendet dabei in der Praxis unterschiedliche Lehren. an Der Grundsatz ist jedoch bei allen Osteopathie-Praktikern gleich: Der menschliche Körper ist ständig aktiv und auch passiv in Bewegung. Kommt es zu Funktionsbeeinträchtigungen oder zum Verlust einzelner Bewegungen, sind körperliche Beschwerden die Folge. Symptome wie Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen und Blasenentzündungen oder Gleichgewichtsstörungen können dann den Einsatz eines Osteopathen erforderlich machen. Dieser nutzt seine Hände, um die Störungen im sich ständig bewegenden menschlichen Gewebe ausfindig zu machen und anschließend osteopathisch zu behandeln. Dabei werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte des Patienten aktiviert und eine rasche Heilung soll wirksam unterstützt werden.

Die Behandlung beginnt nach einem umfangreichen Gespräch mit dem Patienten sowie Einsichtnahme in eventuell vorhandene Befunde. Durch Abtasten findet der Therapeut Bewegungseinschränkungen oder Spannungen. Durch verschiedene Druck-, Verschiebe- und Zugtechniken soll die natürliche Beweglichkeit wieder hergestellt werden. Werden Funktionsstörungen rechtzeitig behoben, soll es zu keinem bleibenden Schaden an der Struktur kommen. Krankheiten können so verhindert werden. Die Ausbildung findet in Deutschland vorwiegend an privaten Schulen als begleitende Ausbildung zum Arzt oder Physiotherapeuten statt. Auch eine Vollzeitausbildung (Dauer: Fünf Jahre) kann von Abiturienten mit dem Ziel des akademischen Bachelorabschlusses angestrebt werden.

Ein Osteopath sieht den Menschen als Gesamtheit: Skelett, Muskeln, Schädel, innere Organe und das gesamte Gewebe samt Faszien werden bei einer Behandlung berücksichtigt. Beschwerden des Bewegungsapparates oder internistischer Bereich sowie auch die Kinderheilkunde, der Hals-Nasen-Ohr-Bereich und der urogenitale Bereich gehören zum Einsatzgebiet des Osteopathen. Gut zu wissen ist, dass seit Januar 2012 viele der gesetzlichen Krankenkassen zumindest einen Teil der osteopathischen Behandlungskosten übernehmen. Voraussetzung dafür sind die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung und der Nachweis der beruflichen Qualifikation des behandelnden Therapeuten.

Chiropraktik – die Wirbelsäule ist das Zentrum

Schmerzen im Rücken- und Nackenbereich sind oft der Auslöser für körperliche Beschwerden an anderen Stellen – Diese Meinung vertreten die Chiropraktiker. Viele Menschen, die keine Veränderungen an Knochen, Muskeln oder Gelenken für ihre Beschwerden verantwortlich machen können, landen deswegen bei einem Chiropraktiker. Das Ziel ist dabei, dass verklemmte Gelenke rasch wieder frei bewegt werden können. Verhärtete Muskeln, die Schmerzen verbreiten, werden fachmännisch vom Chiropraktiker gelockert. Dieser arbeitet mit schnellen und energiegeladenen Bewegungen, bewegt dabei aber die betroffenen Gelenke und das Gewebe nur minimal. Die Schmerzen dürfen im Zuge einer Behandlung nicht schlimmer werden. Massagen und Dehnungen, aber auch der gezielte Einsatz von Krankengymnastik, kommen bei einem Chiropraktiker zur Anwendung. Der Patient bekommt des Weiteren hilfreiche Tipps vom Therapeuten, damit er in Zukunft selbstständig auf seinen Körper achtet. Um in Deutschland als Chiropraktiker tätig werden zu dürfen, muss der Therapeut die erfolgreiche Absolvierung der Heilpraktiker-Prüfung vorweisen können.

Ärzten vorbehalten: Manuelle Medizin und Chirotherapie

Sowohl Fachärzte als auch praktische Ärzte dürfen nach erfolgreicher Fortbildung und bestandener Prüfung den Zusatz „Manuelle Medizin / Chirotherapie“ verwenden. Auch beim Arzt findet die Befundaufnahme und Behandlung in der Manuellen Medizin ausschließlich mit seinen Händen statt. Die Chirotherapie gilt als Bestandteil der Schulmedizin.

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Fazit

Als manuelle Therapien werden sämtliche Behandlungsformen bezeichnet, die keine Operation oder Medikamenteneinnahme beinhalten. Physiotherapeut, Osteopath und Chiropraktiker – jeder hat seine Spezialgebiete. Unterschiedliche Methoden und Praktiken kommen bei der jeweiligen Behandlung zum Einsatz. Rasch und zuverlässig soll damit eine Verbesserung der vorhandenen Beschwerden erreicht werden. Gesund und fit durch das Leben gehen – neben gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung und erquickenden Ruhephasen, lohnt sich der eine oder andere Tipp vom Therapeuten.



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