Unsere Gelenke ermöglichen uns unsere flexible Beweglichkeit. Wenn die Gelenke durch einen Unfall oder eine Arthrose geschädigt werden, kommt es auf die richtige Behandlung an.
Schmerzhafte Erkrankungen und Einschränkung in der Mobilität
In unserem Körper gibt es
mehr als einhundert große und kleine Gelenke. Die Gelenke können je nach Funktion ganz unterschiedlich aufgebaut sein. Es gibt
Kugel-, Sattel- und Scharniergelenke, die uns eine umfangreiche Funktionalität ermöglichen. Unsere Mobilität wird durch kaputte Gelenke empfindlich eingeschränkt.
Durch Unfälle, Erkrankungen oder durch Abnutzung, die sich im Laufe des Lebens an den Gelenken bemerkbar macht, kommt es zu
Schädigungen, Verformungen und Fehlentwicklungen in den Gelenken. Gelenkveränderungen und entzündliche Erkrankungen bedeuten für die Betroffenen in den meisten Fällen, dass sie gelegentlich oder sogar
dauerhaft unter heftigen Schmerzen leiden. Sind Unfälle die Ursache für die gesundheitlichen Probleme, besteht die Chance, dass sie sich mit der richtigen Behandlung regenerieren. Dennoch bleibt ein erhöhtes Risiko, dass sich eine
Arthrose entwickeln kann.
Arthrosen betreffen vor allem die Gelenke
in der Hüfte, im Knie und in den Fingern. Aber auch die Wirbelgelenke können sich
arthritisch verändern und schmerzen. Bei Arthrose handelt es sich um einen
Abnutzungsprozess, bei dem der Gelenkknorpel geschädigt wird. Der Knorpel bedeckt die knöchernen Gelenkflächen und stellt die Verbindung zwischen zwei Knochenstücken dar, die das Gelenk bilden. Wird die Knorpelschicht dünner oder ist sie ganz abgenutzt, reiben die Knochen schließlich
ohne schützende Pufferschicht aufeinander. Diese Knorpelschäden verursachen starke Schmerzen.
Die Gelenkinnenhaut kann sich ebenfalls entzünden. Aus der chronischen Arthrose kann so eine
akute Arthritis werden. Patienten mit einer Arthrose können das erkrankte Gelenk immer weniger belasten. Die Folge ist, dass das Gelenk
unbeweglicher und steifer wird. Der Arzt verschreibt bei Gelenkarthrosen und Arthritis entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, die jedoch bei langfristiger Einnahme starke Nebenwirkungen verursachen. Entzündliche
rheumatische Erkrankungen, die sehr häufig auftreten, nehmen oft einen ähnlichen Verlauf.
Bei Rheuma, nach einem Trauma und bei abnutzungsbedingter Arthrose kann der
orthopädische Facharzt eine Ursache für das Leiden feststellen. Es gibt jedoch massenhaft schmerzgeplagte Menschen, bei denen das Röntgenbild und die Blutuntersuchung keine Abweichungen von der Norm zeigen. Herkömmliche Behandlungsansätze bringen oft keine lindernden Effekte. Die hartnäckigen Schmerzen und die Einschränkung der Beweglichkeit des betroffenen Gelenkes lassen sich damit nicht beeinflussen.
In diesem Zustand schlagen viele Patienten neue Wege abseits von der schulmedizinischen Behandlung ein, um Hilfe zu finden.
Chiropraktik: Heilen mit den Händen
Da die verschriebenen Medikamente lediglich die Symptome lindern,
aber nicht die Ursachen heilen und schwerwiegende neue gesundheitliche Probleme verursachen können, suchen viele Patienten nach Alternativen. Neben
Akupunktur, Homöopathie und Pflanzenheilkunde hat sich die
Chiropraktik bei schmerzenden und steifen Gelenken bewährt. Gerade wenn die ärztlichen Untersuchungen keine Ursachen für die Beschwerden aufdecken, kann es sein, dass das Problem nicht im Gelenk zu suchen ist, sondern die umgebenden Strukturen für die Symptome verantwortlich sind.

Neben Blockaden von an sich gesunden Gelenken können die Sehnen, Bänder und Muskeln, die das Gelenk stützen, so verspannt sein, dass es sich wie Gelenkschmerzen anfühlt. Auch in diesen Fällen ist die
Chirotherapie sinnvoll. Der Therapeut verwendet für die Behandlung nur seine Hände. Bei dieser Therapie gibt es daher
keine medikamentösen Nebenwirkungen. Durch gezielte Handgriffe
löst der Chiropraktiker Gelenkblockaden, bringt verschobene Wirbel zurück in die richtige Position und entspannt Muskeln, Sehnen und Bänder.
Geschichte der Chiropraktik
Als Chiropraktiker
dürfen nur die Heilpraktiker und Ärzte tätig sein. Die Anwendung der Chirotherapie wird in speziellen Zusatzausbildungen vermittelt. Die Chirotherapie zählt wie die Osteopathie zu den
manuellen Behandlungsmethoden. Der Begriff
„Chiro“ stammt aus der lateinischen Sprache und bedeutet sinngemäß
„mit der Hand verrichtet“. Die Chirotherapie ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits in der Antike haben griechische und römische Ärzte ihre Patienten bei Gelenkbeschwerden manuell behandelt.
Der Begriff
„Chiropraktik“ tauchte erstmals Ende des 19. Jahrhunderts in den USA auf. Der Kanadier Daniel David Palmer war in dieser Zeit als Heiler tätig. Einer seiner Patienten kam mit dem Problem zu ihm, dass er nach einer heftigen Verdrehung des Halses auf einem Ohr nichts mehr hören konnte. Palmer schaffte es, mit gezielten Handgriffen die Blockade der Halswirbel aufzulösen. Der Patient erlangte sein vollständiges Hörvermögen zurück. Palmer gründete für seine Form der manuellen Behandlung kurz nach diesem Heilerfolg, der durch die Zeitungen bekannt wurde, seine eigene Schule.
In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die
manuelle Medizin von mehreren Ärzten aufgegriffen, weiterentwickelt und ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Damals gab es verschiedene Richtungen, die unterschiedliche Grifftechniken für die Behandlung bevorzugten. In der heutigen Ausbildung für Chiropraktiker werden die bewährtesten therapeutischen Handgriffe aus den
verschiedenen chirotherapeutischen Ansätzen vermittelt.
Was passiert bei einer chiropraktischen Gelenkmobilisation?
Wenn Du ein schmerzendes Gelenk hast, nimmst Du automatisch eine Schonhaltung ein. Das betroffene Gelenk wird weitgehend entlastet, damit es nicht so weh tut. Die Folge ist, dass es nach und nach seine Funktion verliert und immer steifer wird. Auch bei schmerzhaften Arthrosen gehört die regelmäßige Bewegung zu den besten Therapien.
Nur durch Bewegung werden die Knorpelzellen angeregt, sich zu regenerieren.
Bewegung ist auch das
Geheimnis der Chirotherapie. Der Therapeut bewegt mit seinen Händen das kranke Gelenk und das darum befindliche Gewebe nur ganz minimal, aber mit sehr schnellen und energiereichen Impulsen. Dennoch sind die Handgriffe
nicht abrupt, sondern weich und fließend. Früher wurde die Chirotherapie mit „Knocheneinrenken“ gleichgesetzt. Es gab tatsächlich Phasen in der Geschichte der Chiropraktik, in der die Vorstellung vorherrschte, dass alle Beschwerden verschwinden würden, wenn das Gelenk nur richtig eingerenkt wäre. Das ist in einigen Fällen tatsächlich ein Weg, um Gelenkbeschwerden zu lindern.
Doch es gibt auch andere Symptome, bei denen dies nicht ausreicht. Es werden bessere Heilerfolge erzielt, seit die Chiropraktiker
keine heftigen ruckartigen Gelenkbewegungen mehr praktizieren. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Chirotherapie von der Osteopathie beeinflussen lassen. Mit
sanften Manipulationen gleiten Gelenke in die richtige Position. Blockaden werden gelöst und gleichzeitig werden Impulse gegeben, die das Nervensystem beruhigen und die Schmerzweiterleitung beeinflussen.
Vor einer Chirotherapie wird sich der Therapeut mit Dir ausführlich unterhalten und sich die gesundheitliche Problematik genau schildern lassen. Anschließend wird er Dich mit seinen Händen untersuchen. Hinweise auf
behandlungsbedürftige Gelenke und Strukturen findet er, wenn er nach schmerzhaften und verhärteten Muskeln und Weichteilen fahndet. Dabei nutzt der Therapeut ein
System von Referenzpunkten auf der Haut des Patienten.
Diese Druckpunkte können
Verkettungen sichtbar machen: Oft liegt die Ursache nicht an der Stelle, die schmerzt, sondern in einer entfernten Region des Körpers. Hüftgelenksbeschwerden oder Knieprobleme können sich beispielsweise aus einer Blockade der Halswirbel entwickeln. Zur
Diagnosestellung werden bei Bedarf auch bildgebende Verfahren wie
Röntgen oder eine Computertomografie (CT) genutzt. Erst wenn sich der Therapeut ein umfassendes Bild über den Zustand des Patienten verschafft hat, wird er die Behandlung beginnen.
Gelenke werden mit der Manipulationsbehandlung entlastet. Der Chiropraktiker drückt mit einem gezielten Handgriff die Gelenkflächen zueinander. Dadurch können
Fehlstellungen und Blockaden beseitigt werden, weil das Gelenk nach der manuellen Manipulation wieder seine ursprüngliche Ausrichtung annehmen kann. Muskeln, Sehnen und Bänder werden anschließend
massiert und gedehnt, damit sie sich an die neue Position des Gelenkes anpassen können.
Bei Bedarf bekommt der Patient von seinem Chiropraktiker anschließend Übungen gezeigt, die er
zu Hause anwenden soll, um den Therapieerfolg zu unterstützen. Auch als
vorbeugende Maßnahme ist es sinnvoll, dass Du die individuell empfohlenen Übungen regelmäßig durchführst. Die Schmerzen können sich bereits nach einem Behandlungstermin bessern. Die Übungen sind jedoch wichtig, damit es zu keinem Rückfall kommt und Dein eventuell schon steifes und unbewegliches Gelenk seinen vollen Aktionsradius wiedererlangen kann.
Fazit
Die Chirotherapie ist eine
wirkungsvolle Methode, um bei funktionellen Störungen und bei Rücken- und Gelenkbeschwerden eine Besserung für den Patienten zu erzielen. Wichtig ist, dass eine
ausführliche Diagnostik durchgeführt wird, bevor die Behandlung beginnt. Nur so können organische Ursachen, die eventuell andere Therapien erforderlich machen, sicher ausgeschlossen werden.