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Neuer Firmenname: Wann ist ein Markenschutz sinnvoll?

Wer sich selbständig macht, arbeitet oft mit einem persönlichen Logo und mit Markennamen. Lohnt dafür ein Markenschutz? Das kommt ganz drauf an. Lesen Sie hier, wann Markenschutz sinnvoll ist.

Markenschutz ist Herkunftsschutz

Welche Vorteile mit dem Schutz der eigenen Marke, des Firmennamens und des Logos, verbunden sind, hängt vor allem davon ab, welche Dienstleistungen und Waren Sie in welchem Rahmen anbieten. Haben Sie ein Business, das Waren verkauft, ist besonders die Herkunftsfunktion der Marke wertvoll. Durch den Schutz Ihrer Marke stellen Sie sicher, dass Ihre Kunden genau wissen, dass das Produkt mit Ihrem Namen auch wirklich von Ihrer Firma und aus Ihrem Land stammt. Was bedeutet das aber konkret?


Kauft ein Kunde beispielsweise ein Plagiat, das unter demselben Namen firmiert wie Ihr Produkt, kann es passieren, dass das Produkt nicht dieselbe Qualität hat. Der Kunde erleidet also Schiffbruch mit einem „fremden“ Produkt, verbindet aber diese negative Erfahrung mit Ihrem Markennamen. So leidet Ihre Reputation schnell. Dass das unbedingt zu vermeiden ist, braucht wohl nicht eigens erwähnt zu werden und lässt einen Markenschutz für neugegründete Unternehmen, die Waren anbieten, ratsam und sinnvoll erscheinen.

Dies ist umso mehr der Fall, wenn Sie mit Ihrem Business auf Märkten operieren, wo die Konkurrenz hoch ist oder die stark im Aufschwung sind. Bietet Ihr Unternehmen Produkten nur auf einem lokalen Markt an, ist ein Markenschutz hingegen oft nicht ganz so dringlich. Ein Beispiel: Der Biomarkt aus Bad Bramstedt wird in der Regel nicht mit einem aus einer anderen Stadt konkurrieren. Ob sich Letzterer dann nach Ersterem benennt oder ein ähnliches Logo verwendet, ist also nicht ganz so relevant.

Schließlich werden die wenigsten Kunden aus Bad Bramstedt die dort erworbenen Waren mit einem gleichnamigen Biomarkt in einer anderen Stadt in Verbindung bringen. Für Dienstleister gilt im Prinzip Ähnliches. Eine Autowerkstatt zum Beispiel hat überwiegend Kunden aus der Region. Die Arbeit einer Autowerkstatt gleichen Namens in einem anderen Ort hat daher meist keinen Einfluss auf die Reputation dieser Werkstatt.


Umgekehrt gilt, dass Dienstleister, die deutschlandweit oder gar international operieren, beispielsweise als Consultants oder als Copywriter, durchaus von einem Markenschutz profitieren können. Dieser stellt dann in jedem Fall sicher, dass kein anderes Unternehmen unter Ihrem Namen Dienstleistungen anbietet, die sich auf Ihre Reputation auswirken können.

Zudem kosten Sie solche „Plagiatoren“ auch insofern Kunden, als diese Ihre gute Reputation nutzen können und Kunden an sich binden, die sonst zu Ihnen gekommen wären.Daraus wird aber auch bereits deutlich: Wer gerade erst gegründet hat, braucht seine Marke im Dienstleistungsbereich nicht sofort schützen zu lassen. Haben Sie aber schon eine gewisse Reputation aufgebaut, kann es sich schnell lohnen.

Markenschutz für Vertrauensbildung

Dieser Punkt klang in den zuvor genannten bereits an. Wenn Sie Ihre Marke schützen lassen, trägt das zur Vertrauensbildung bei und bürgt bis zu einem gewissen Grade für die Qualität Ihrer Produkte beziehungsweise Dienstleistungen. Der Kunde kennt Ihren Namen – und verbindet damit eine positive Kauferfahrung. Dank des Markenschutzes ist sichergestellt, dass kein Dritter von Ihrem Ruf profitiert und so letztlich Kunden abwirbt oder Ihrer Reputation mit schlechterer Dienstleistung oder Ware schadet.

Zudem werden bestimmte Herkunftsländer auch positiv mit der Qualität bestimmter Produkte assoziiert. Wer etwa im Bereich Fahrzeugtechnik unterwegs ist, kann von der guten Reputation anderer deutscher Unternehmen in diesem Bereich profitieren, weil sein Produkt aus Deutschland kommt. Der Schutz der eigenen Marke stellt sicher, dass der Kunde weiß: Dies ist ein deutsches Produkt. So kann Markenschutz auch eine marketingstrategische Entscheidung sein, die die Reputation Ihres Unternehmens steigern kann.

Markenschutz zur Identifikation

Auch in diesem Sinne ist der Schutz der eigenen Marke ein Marketinginstrument, denn die geschützte Marke hat eine kommunikative Funktion. Da Ihre Marke, Ihr Logo oder Ihr Name von niemand anderem verwendet werden darf, können die von Ihnen angebotenen Produkte und Dienstleistungen eindeutig Ihrem Unternehmen zugeordnet werden.
Dies hilft Kunden bei ihren alltäglichen Kaufentscheidungen und der Kommunikation über das Produkt.

Nehmen wir an, ein Kunde hat „hohes C“ gekauft und ist beeindruckt vom Geschmack des Orangensafts. Nun möchte er wissen, ob es von diesem – seiner Erfahrung nach – guten Hersteller auch noch andere Säfte gibt. Er braucht nun nur im Supermarkt nach dem „hohen C“ zu fragen oder eben nach dem Logo Ausschau zu halten. Zudem können Kunden den Saft, der ihnen gut geschmeckt hat, auch leichter weiterempfehlen.
Bei Dienstleistungen ist es nicht viel anders. Haben Sie eine Consultingfirma in Hamburg, die „Mega-Consult“ heißt, ist es durchaus sinnvoll, den Namen schützen zu lassen.

Ansonsten läuft die Kommunikation vielleicht eher so: „Welche Mega-Consult – die aus München?“ – „Nein, aus Hamburg.“ Ihre Firma ist dann weniger sichtbar, es besteht Verwechslungsgefahr. Haben Sie hingegen einen Friseursalon „Madame“, dessen Kunden nur aus dem näheren Einzugsgebiet stammen, ist es nicht so wichtig, ob es irgendwo in Deutschland ein weiteres Geschäft dieses Namens gibt.


Dieselben Überlegungen gelten selbstverständlich für Ihr Firmenlogo. Logos und Symbole haben einen sehr hohen Wiedererkennungswert bei Kunden; daher ist es bei größerer Konkurrenz unbedingt empfehlenswert, sich auch das eigene Logo schützen zu lassen.

Was kostet der Schutz der eigenen Marken?

Was der Schutz einer Marke kostet, hängt vor allem davon ab, in welchem Umfang Sie Ihren Namen schützen lassen möchten. Daher lässt sich diese Frage nur schwer pauschal beantworten. Als grobe Richtlinie kann man Folgendes festhalten: Eine Standard-Markenanmeldung beim Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamts kostet 290 Euro und schützt den Firmennamen in drei Klassen.

Die Klassen geben die Dienstleistung an, die erbracht wird. Für jede weitere Klasse sind weitere 100 Euro zu bezahlen. Wer seine Marke gleich auf dem ganzen europäischen Markt schützen lassen möchte, muss dafür mindestens 900 Euro investieren. Dafür ist die Marke aber auch in allen EU-Staaten geschützt. Zuständig dafür ist das europäische Harmonisierungsamt. Ganz billig ist der Markenschutz also nicht. Dennoch sollten Sie sich als Unternehmer angesichts der genannten Vorteile überlegen, ob es sich für Sie lohnt, diesen Schritt zu tun.

Fazit

Markenschutz ist in jedem Fall eine Überlegung wert – gerade für Start-ups. In der Gründungsphase lohnt sich der Markenschutz vor allem dann, wenn Sie ein neues Produkt auf einen größeren Markt bringen. Ansonsten können Sie später einen Markenschutz erwägen, wenn Ihr Unternehmen und Ihre Reputation wachsen. Als Faustregel kann man formulieren: Wenn Ihr Waren- oder Dienstleistungsangebot nicht lokal begrenzt ist, sondern landesweite oder gar internationale Konkurrenz zu erwarten ist, lohnt sich auch der Schutz von Marke und Logo.




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