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Mein eigenes Meerwasseraquarium – Kosten, Aufwand und Umsetzungstipps

Mit einem Meerwasseraquarium können Sie sich ein Stück Exotik nach Hause holen. Dieses Aquarium erfordert aber viel Vorbereitung und Aufmerksamkeit. Ihre Mühe wird dann mit einem interessanten Biotop belohnt.

Neugier und Interesse anderer Menschen sind Ihnen sicher. Nebenbei lernen Sie eine ganze Menge Wissenswertes über die Bewohner und können sich ausgiebig mit ihnen beschäftigen. Es ist wichtig, sich vor dem Errichten des Aquariums gut zu informieren. Die artgerechte Einrichtung nimmt einen Zeitraum von mehreren Wochen in Anspruch, weil die Lebewesen des Aquariums konstante Bedingungen benötigen, um sich wohlzufühlen.

Eine artgerechte Tierhaltung ist inzwischen auch vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Rat und Hilfe finden Interessierte im Fachhandel für Aquaristik und in einschlägigen Ratgebern. Hier werden vorab die wichtigsten Arbeitsschritte zusammengefasst und kurz erklärt.

Meerwasseraquarium: Grundausstattung

Ein Meerwasseraquarium gelingt mit den richtigen Voraussetzungen. In der folgenden Checkliste finden Sie die notwendigen Elemente einer Grundausstattung ‒ ohne Bewohner:

  • Stabiler Unterbau mit einer Tragfähigkeit von mindestens 350 Kilogramm
  • Becken mit einem Fassungsvermögen von 200 Litern
  • Kunststoffplatte für den Aquariumboden
  • Elastische Unterlage für das Aquarium
  • Dekorationsgestein für den Aufbau der Wasserlandschaft
  • Beleuchtung für konstante Lichtverhältnisse
  • Strömungspumpen für Wasserumlauf
  • Heizung für konstante Temperaturen
  • Umkehrosmose-Anlage zum Reinigen und Entsalzen des Wassers
  • Bodengrund aus Muschelsand
  • Salz für das Wasser
  • Präzisions-Aräometer zum Messen des Salzgehalts
  • Thermometer zum Messen der Wassertemperatur
  • Reinigungsschwamm und saubere Tücher

Mit dieser Ausrüstung lässt sich ein Aquarium so einrichten und instand halten, dass es besiedelt werden kann.

Meerwasseraquarium einrichten

Vor dem Aufstellen des Aquariums sollte der Unterbau auf seine Tragfähigkeit hin geprüft werden. Zwischen den stabilen und waagrechten Unterbau und das Aquarium legen sie eine flexible Unterlage. Sie verhindert das Brechen des Aquariumbodens nach dem Befüllen. In das aufgestellte Aquarium legen sie die Trennplatte aus Kunststoff.

Das Aquarium darf keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Als Lichtquelle dient die Beleuchtungsanlage. Für die Dekoration können auf die Trennplatte nun die Steine gestellt werden. Die Dekorationssteine sollten so angebracht sein, dass möglichst viele Höhlen und Vorsprünge entstehen, in denen sich die Bewohner verstecken können.

Es sollte genug Platz für das Lebendgestein vorhanden sein. Im Handel wird totes Lebendgestein angeboten. Auch Lochsteine aus dem Baustoffhandel werden verwendet. Ungeeignet sind Lavagestein und alle Steine, die Metalleinschlüsse enthalten.

Nun können der Eiweißabschäumer, die Heizung und die Strömungspumpen im Becken angebracht werden. Die Installationsanleitungen liegen den Geräten bei und müssen genau beachtet werden. Die Beleuchtung wird angebracht, wenn das Wasser im Becken ist. Erst dann können die Lichtverhältnisse richtig eingeschätzt werden.

Der Bodengrund wird auch erst jetzt eingebracht, damit keine Fäulniserde unter dem Riffaufbau entstehen kann und grabende Tiere ihn nicht zum Einsturz bringen. Eine Schichthöhe aus drei bis vier Zentimeter Korallensand reicht für die meisten Bewohner aus. Grabende Tiere wie Brunnenbauer benötigen einen tieferen Bodengrund.

Wer Leitungswasser in das Aquarium einfüllen möchte, sollte es vorher auf Schwermetalle testen. Kupfer ist giftig für alle wirbellosen Tiere, die das Aquarium später bewohnen sollen. Besser als Leitungswasser eignet sich entmineralisiertes Wasser aus einer Umkehrosmoseanlage. Auch beim Nachfüllen von verdunstetem Wasser sollte nur reines Wasser verwendet werden, da sich sonst der Ionenhaushalt des Wassers verschieben kann.

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Nun kann auch die Technik in Betrieb genommen werden, damit das Wasser die passende Temperatur erreicht. Wenn das Becken ausreichend voll ist, kann das Salz hinzugefügt werden. Die Strömung hilft, das Salz schneller aufzulösen. Gute Markensalze lösen sich dabei schnell und ohne Ausfällungen auf.

Für zehn Liter Wasser werden etwa 320 Gramm benötigt. Die genaue Dichte wird durch Hinzugeben von Wasser erst dann eingestellt, wenn das gesamte Salz aufgelöst ist. Einfach das Salz langsam in der Nähe der Strömungspumpen einrieseln lassen. So wird es besser mit dem Wasser vermischt. Wenn das Wasser den richtigen Salzgehalt erreicht hat, muss das Aquarium erst eine Woche stehen.

Nach einer Woche können die ersten Lebendsteine eingebracht werden. Sie haben die Aufgabe, das Aquarium biologisch anzuimpfen. Auch eine Handvoll Bodengrund aus einem gesunden Aquarium hilft dabei. Ein paar Büschel höhere Algen helfen beim ersten Besiedlungsschritt. Sie erhöhen die biologische Stabilität und begrenzen Schadstoffe.

Nun kann die Beleuchtung installiert werden, damit die Algen genug Licht bekommen. Nun beginnt die Wartezeit. Die Bewohner des Beckens müssen eine biologische Stabilität ausbilden. Die Wartezeit ist zwingend erforderlich.

Erst nach einer Standzeit von zwei Jahren kann von einem wirklich stabilen Becken gesprochen werden. Bis zum ersten Besatz sollten wenigstens sechs bis acht Wochen vergehen. In dieser Zeit tauchen meist unschöne Schmierbeläge auf, die verschwinden, wenn die Parameter des Beckens stabil werden.

Der Abschäumbecher und die Pumpen sollten regelmäßig gereinigt und die Parameter überprüft werden. Nach einigen Wochen verschwinden die Beläge und das Wasser wird wieder klarer. Nun ist die Zeit reif für die endgültige Besiedlung.

Robuste Bewohner wie Korallen und Fische dürfen einziehen. Das Aquarium sollte aber langsam Schritt für Schritt besiedelt werden, denn es kann extreme Schwankungen nicht verkraften. Zwischen jedem Besatz können Tage und Wochen vergehen. Geduld wird hier belohnt. Währenddessen sollte immer genau beobachtet werden, wie das Aquarium den Besatz verkraftet.

Wenn das Becken steht und sich seine Bewohner wohlfühlen, müssen die routinemäßigen Arbeiten erledigt werden. Die Technik muss einwandfrei arbeiten, Salzgehalt und Temperatur müssen konstant bleiben. Die Beleuchtung muss funktionieren. Weitere Bewohner dürfen nur dann folgen, wenn die Verhältnisse konstant und stabil sind.

Kosten eines Meerwasseraquariums

Welche Kosten kommen auf den Besitzer eines Meerwasseraquariums zu? Es ist nicht einfach, hier genaue Angaben zu machen, und viel hängt von der Vorgehensweise ab. Im Handel werden kleinere Meerwasseraquarien komplett ohne Tiere angeboten. Hier gibt es kleine Einsteigermodelle zwischen 300 und 500 Euro.

Genauer lassen sich Kosten mit einer Checkliste und einer Excel-Tabelle kalkulieren, wenn alle erforderlichen Teile bestimmt und die Preise des Lieferanten bekannt sind. Es ist klar, dass exotische Fische ihren Preis haben. Berufstätige sollten auch die Zeit einkalkulieren, die zur Einrichtung des Aquariums benötigt wird.

Ein größeres Aquarium kann deutlich mehr als 1000 Euro kosten, bis sich alle Bewohner eingelebt haben. Je sorgfältiger Sie planen, desto genauer können Sie dann auch die Kosten einschätzen. Nicht zu vergessen: Für den laufenden Betrieb wird auch Strom benötigt!

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Fazit:

Bis zur Besiedlung eines Aquariums vergehen wenigstens zwei Monate. Bis dahin müssen eine ganze Reihe Arbeitsschritte durchgeführt und viele Details beachtet werden. Anfängern stehen viele Informationsquellen zur Verfügung. Ratgeber zum Thema Aquaristik helfen ebenso weiter wie Fachhändler. Außerdem ist es wichtig, sich gegen die Risiken abzusichern. Sie reichen von einem Wasserschaden durch Glasbruch bis zum Sterben der Bewohner durch Keime.

Wer gut informiert ist und sich Zeit nimmt, kommt schneller zum Ziel und hat länger Freude an seinem Aquarium als Ungeduldige. Das eigene Meerwasseraquarium ist ein langfristiges Projekt, das auch noch Pflege und Aufmerksamkeit benötigt, wenn sich alle Bewohner eingelebt haben. Und auch dann heißt es, geduldig sein. Ein stabiles Aquarium mit vielfältigen Bewohnern sollte keinen überflüssigen Belastungen durch weiteren Besatz ausgesetzt werden.

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