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Hebammen – unermüdliche Helferinnen in der Krise

Die alternde Gesellschaft braucht dringend Nachwuchs. Dabei vergessen viele eine der wichtigsten Berufsgruppen hierbei: die krisengeschüttelten Hebammen, die seit Jahren um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten.

Hebammen verdienen nicht viel und sind dafür rund um die Uhr für ihre Kundinnen da. Umso bewundernswerter sind die Frauen, die den Beruf nach wie vor voller Freude und Hingebung ausüben. Nun droht den freien Hebammen seit einigen Jahren besonders von Seiten der Versicherungsunternehmen, die sich das Risiko von Komplikationen bei einer Geburt teuer bezahlen lassen, das Aus. Die Politik versucht hier zwar gegenzusteuern, erzielte bisher aber nur ungenügende Kompromisse. Dabei leisten Hebammen auch außerhalb des Kreißsaals einen wichtigen Beitrag, um jungen Familien den Start in die gemeinsame Zukunft zu erleichtern.

Wegen der erschwerten Arbeitsbedingungen geht die Zahl der Hebammen in den letzten Jahren kontinuierlich zurück und Nachwuchskräfte werden rar. Krankenhäuser im ländlichen Bereich schließen und auch die Städte streichen die Kreißsäle aus Kostengründen zunehmend zusammen. Die Versorgung im städtischen Bereich mit selbstständigen Hebammen wird immer dünner, sodass es schwer ist, Termine zu bekommen. In manchen ländlichen Gegenden gibt es keine eigenständigen Geburtshelferinnen mehr. Für uns als Gesellschaft ist ein Aussterben dieser Berufsgruppe eigentlich nicht tragbar. Hier sparen Versicherungen und Politik an der falschen Stelle. Es bedarf großzügiger Unterstützung, damit sich der Job auch weiterhin finanziell rechnet. Denn die Arbeit der Hebammen ist hart und immens wichtig.

Der Kreißsaal – Schwerstarbeit für alle Beteiligten

Angestellte Beleghebammen im Krankenhaus leisten heutzutage einen harten Job. Im Schichtdienst betreuen sie rund um die Uhr Geburten, manchmal auch mehrere gleichzeitig. Denn Kinder achten nicht auf einen ausgewogenen Schichtplan, wenn sie zur Welt kommen. Im Gegenteil finden viele Geburten abends oder nachts statt und gehen über viele Stunden. Während dieser Zeit überwachen die Geburtshelferinnen den gesundheitlichen Zustand von Mutter und Kind. Dabei spielt ihre Erfahrung eine ähnlich große Rolle wie die medizintechnischen Geräte.

Sie geben Tipps, wie die Wehen leichter zu ertragen sind, und beruhigen die werdenden Eltern. Der Geburtsvorgang selbst ist dann nochmal harte körperliche Arbeit für die Hebamme. Wenn das Kind nicht richtig liegt oder in den letzten Augenblicken zu viel Zeit braucht, ist es die Geburtshelferin, die mit vollem Körpereinsatz nachhilft und für eine natürliche Geburt sorgt. Dabei liegt die Hauptverantwortung bei der diensthabenden Hebamme. Ärztinnen und Ärzte kommen erst dazu, wenn es schwere medizinische Komplikationen gibt. Nach der Geburt übernehmen die Hebammen die Erstversorgung des Neugeborenen. Sie versorgen die Nabelschnur, messen Größe und Gewicht der Kleinen und sorgen dafür, dass sich Mutter und Kind in Ruhe kennenlernen.

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Dieser Moment ist wichtig für die weitere Entwicklung des Babys. Jetzt lernt das Neugeborene, an der Brust zu trinken. Dabei leisten die Geburtshelferinnen ebenfalls die notwendige Unterstützung. Denn anders als viele denken, ist das Saugen für die Kleinen eine komplizierte Angelegenheit. Viele frischgebackene Mutter-Kind-Gespanne benötigen dabei die Hilfe einer erfahrenen Hebamme. Liegt das frischgewaschene und gefütterte Baby dann friedlich auf der glücklichen Mutter, eilt die Geburtshelferin wahrscheinlich schon zu ihrem nächsten Einsatz. Viele Kliniken bieten den werdenden Müttern die Möglichkeit an, die Hebamme ihres Vertrauens mitzubringen. Die Kosten dafür übernehmen die Krankenversicherungen in der Regel aber nicht.

Geburtshaus und Hausgeburt – Alternativen mit Vorteilen und Risiken

Mit fortschreitender medizinischer Technik entscheiden sich werdende Mütter zunehmend für eine Alternative zum Krankenhaus. Der Trend geht zu mehr Natürlichkeit und Ruhe während der Geburt. Denn auch wenn die Krankenhausmitarbeiterinnen einen tollen Job machen, sind doch alle Beteiligten den Regeln und der Logik eines großen Betriebs unterworfen. Die häufigste Alternative ist ein Geburtshaus, gefolgt von Hausgeburten. Geburtshäuser bieten zahlreiche Möglichkeiten, die Geburt individuell zu gestalten. Beim Einrichten achten die Betreiber auf den Wohlfühl-Faktor.

Sie stellen weniger die praktischen Erfordernisse in den Vordergrund, wie das bei Kliniken der Fall ist. Oftmals bieten die Häuser auch eine Reihe von Kursen rund um die Geburt an, sodass echte Gemeinschaften während der Schwangerschaft entstehen. In den meisten Geburtshäusern hat sich ein festes Hebammen-Team zusammengeschlossen. Die Hebammen betreuen „ihre“ Schwangeren vor, während und nach der Geburt. So findet der Geburtsvorgang selbst in einer entspannten und vertrauten Atmosphäre statt. Die entspannende Umgebung und das ganzheitliche Versorgen sind die großen Stärken der Geburtshäuser. Bei Komplikationen während einer Geburt zeigt sich die Schwäche der Häuser: intensives medizinisches Betreuen ist hier nicht möglich. Die Schwangeren sind in solchen Fällen erst in ein nahegelegenes Krankenhaus zu bringen, was Zeit und Nerven kostet.

Erfahrene Hebammen erkennen die Anzeichen für Komplikationen aber meist früh und reagieren entsprechend. Selten, aber immer häufiger, entscheiden sich Frauen für eine Hausgeburt. Da Entspannen und Wohlbefinden zwei wichtige Grundlagen für eine unkomplizierte Geburt sind, ist das keineswegs so riskant, wie viele glauben. Hier gilt aber noch mehr als im Geburtshaus, dass medizinische Hilfe im Notfall nicht sofort verfügbar ist. Gerade bei einer Erstgebärenden lehnen viele Hebammen eine Hausgeburt daher ab.

Weit mehr als „nur“ Geburtshilfe

Die Tätigkeitsbereiche von Hebammen reichen noch viel weiter. Hier kommen hauptsächlich die selbstständigen Kolleginnen ins Spiel, die eine Geburt aus Kostengründen immer seltener im Krankenhaus unterstützen. Sie beraten, begleiten und betreuen die werdenden Mütter meist Monate vor und nach dem eigentlichen Geburtsvorgang. Viele der selbstständigen Hebammen sind rund um die Uhr für „ihre“ Schwangeren da und stehen ihnen jederzeit bei Fragen und Problemen zur Seite. Besonders beim ersten Kind entschärfen sie dadurch viele Probleme, die während einer Schwangerschaft auftreten und die Betroffenen schnell in Angst versetzen. Das geht schon beim Beraten zur Familienplanung los.

Hier stellen sich viele Selbstständige als vertrauensvolle Gesprächspartnerinnen zur Verfügung. Während der Schwangerschaft helfen die Hebammen mit fundierten Ratschlägen weiter. Jetzt stellen sich den Schwangeren tausend Fragen, an die sie vorher nie dachten. Was mache ich bei den ständigen Rückenschmerzen? Darf ich noch Kaffee trinken? Hilft mir Yoga vor der Geburt? Ist das ständige Ziehen im Bauch ein Problem? Fragen, die sich bei einer Tasse Tee viel besser klären lassen als im Behandlungszimmer des Frauenarztes. Die meisten Hebammen übernehmen während dieser Phase auch medizinische Untersuchungen wie die regelmäßige Kontrolle des Herzschlags beim Fötus. Das erspart Arztbesuche und löst im Notfall viele Sorgen auf der Stelle auf.

Fast noch wichtiger ist die Tätigkeit der Hebammen nach der Geburt. Krankenkassen zahlen in der Regel um die 25 Nachsorgetermine. Gerade hier ist die Hilfe der Hebammen kaum zu überschätzen. Sie untersuchen nicht nur die Mütter, sondern zeigen ausgiebig und geduldig wie die frischgebackenen Eltern mit ihrem Nachwuchs am besten umgehen. Das erstreckt sich vom gemeinsamen ersten Bad für die Kleinen bis zu praktischen Tipps rund ums Wickeln. Bei anfänglichen Problemen, wie durchwachten Nächten oder dem ersten Schnupfen, stehen die Hebammen den geforderten Eltern mit ihrem Profi-Wissen zur Seite. So tragen sie maßgeblich dazu bei, dass der Start ins gemeinsame Leben ein Traumstart ist.

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Fazit


Hebammen leisten vielfältige Arbeit rund um das Thema Geburt.
Dazu gehört nicht nur der Geburtsvorgang selbst. Gerade Vor- und Nachsorge sind wichtige Bestandteile, damit der Start als junge Familie rundum glücklich verläuft. Dafür sorgen in erster Linie die Hebammen, die „ihren“ Müttern oftmals Tag und Nacht zur Seite stehen. Die Geburtshelferinnen ermöglichen durch Geburtshäuser oder Hausgeburten auch eine individuelle Entscheidung für das Wie der Geburt. Mit das Wichtigste ist, dass sich die werdenden Mütter wohlfühlen.

Das erspart so manche Komplikation. Trotzdem geraten Hebammen zunehmend durch Sparmaßnahmen der Krankenhäuser und Beitragserhöhungen der Versicherer unter Druck. Geht diese Entwicklung so weiter, lohnt sich der Beruf bald finanziell nicht mehr. Hier ist die Politik aufgefordert, nicht nur halbgare Kompromisse, sondern echte Lösungen zu finden. Denn als Eltern wissen Sie, dass die Hilfe einer Hebamme nicht zu ersetzen ist.



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