Fenster zu renovieren oder zu streichen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Dazu benötigen Sie nicht nur die nötigen Materialien, sondern auch viel handwerkliches Geschick.
Holzfenster renovieren
Holzfenster sollten öfter einen
neuen Anstrich bekommen, damit das Holz durch
Witterungseinflüsse nicht irreparabel geschädigt wird. Wenn Sie bereits Schäden am Lack feststellen, sollten Sie nicht zu lange mit der Renovierung warten.
Material und Vorbereitungen
Stellen Sie zunächst fest, mit welcher Art Lack Ihre Fenster bisher gestrichen waren – mit
wasserbasiertem Acryllack mit kürzeren Trocknungszeiten oder mit
lösungsmittelhaltigem Alkydharzlack mit längeren Trocknungszeiten. Ein zufriedenstellendes Ergebnis erhalten Sie nur dann, wenn Sie die gleiche Art Lack wie beim Altanstrich verwenden – es sollte jedoch unbedingt ein
blockfester Fensterlack sein. Diese Art Lack ist bildet einen
elastischen Lackfilm, der auch bei tiefen Temperaturen nicht reißt. Die Blockfestigkeit verhindert ein Verkleben der Fensterflügel in geschlossenem Zustand.
Beginnen Sie Ihre Arbeiten möglichst
früh morgens, damit genug Zeit zum Trocknen der Anstriche bleibt. Wenn Sie lediglich die Farbe wechseln wollen und Ihre Fensterrahmen keine Lackschäden aufweisen, kommen Sie mit einem
einzigen Anstrich aus. Es ist von Vorteil, wenn Sie die Fensterflügel für die Schleif- und Spachtelarbeiten
aushängen können. Spezielle Böcke sind dabei sehr praktische Hilfen. Es ist schwieriger, die Arbeiten an nicht ausgebauten Fensterflügeln vorzunehmen. Zwischen den Streichgängen bewahren Sie die Pinsel in einer kleinen Plastiktüte auf, die Sie
luftdicht andrücken und mit einem Klebeband oder Gummiband verschließen – so sparen Sie sich das Auswaschen. Alternativ können die Pinsel auch in Alufolie eingepackt und im Gefrierfach aufbewahrt werden.
Entfernen des losen Altanstrichs
Mit der Abdeckplane decken Sie die Bereiche unter den Böcken und unterhalb des Fensterrahmens ab. Demontieren Sie die Fensterflügel und legen Sie sie auf die vorbereiteten Böcke. Um den losen alten Anstrich zu entfernen, benutzen Sie für die gröbsten Stellen einen sogenannten
Japanspachtel, den Sie über die Rahmen ziehen. Anschließend bürsten Sie mit einer
Messingbürste die verbliebenen lockeren Lackreste ab. Schleifen Sie Rahmen und Flügel zunächst mit
grobem Schleifpapier (K 80) und anschließend mit den feineren Körnungen, bis Sie eine glatte Fläche erhalten. Das lässt sich größtenteils mit dem Elektroschleifer bewerkstelligen, aber in manche Profilrillen werden Sie nur mit dem Handschleifpapier und dem Schleifblock gelangen. Achten Sie darauf, auf keinen Fall das Glas zu beschädigen. Entfernen Sie den Schleifstaub mit Tuch und Staubsauger.
Ausbessern von schadhaften Stellen
Nun können Sie Rahmen und Flügel Ihres Fensters inspizieren und feststellen, ob sie schadhafte Stellen wie Risse oder Abspaltungen aufweisen. Verwenden Sie zum Ausbessern den
Japanspachtel und Holzspachtelmasse. Planen Sie anschließend ausreichend Trocknungszeit ein. Bei tieferen Rissen müssen Sie den Arbeitsgang eventuell wiederholen. Nur wenn Sie hier sorgfältig arbeiten und eine wirklich glatte Fläche herstellen, werden Sie einen schützenden Anstrich erhalten. Reinigen Sie Fenster und Rahmen nun besonders gründlich. Es sollte sich kein Schleifstaub mehr auf Glas oder Rahmen befinden.
Kontrollieren der Anschlüsse von Fensterrahmen und Glas
Überprüfen Sie nun noch, ob die Fensterscheiben gut im Rahmen sitzen und überall abgedichtet sind. Entfernen Sie
losen Kitt oder lose Silikonfugen und erneuern Sie diese Stellen. Glätten Sie die Oberflächen mit dem Kittmesser oder dem Silikonabzieher. Beachten Sie auch hier die Trocken- bzw. Aushärtzeiten.
Kantentechniken der Profis
Verzichten Sie auf das Abkleben der Kanten zwischen Rahmen und Glas. Es hat mehrere Nachteile: Farbe läuft häufig unter das Klebeband und die Kante ist selten ausreichend gerade geklebt. Das bessere Verfahren ist das von den Profis verwendete
„Beschneiden“. Hierbei fahren Sie
mit einem schon etwas abgestrichenen Pinsel im 45°-Winkel die Kante entlang. Dabei ist allerdings eine sichere Hand gefragt.
Gerät Farbe auf das Glas, haben Sie zwei Möglichkeiten: Frische Ausrutscher
wischen Sie mit einem Lappen weg, bereits angetrocknete lassen Sie zunächst durchtrocknen. Am Ende aller Arbeiten entfernen Sie sie mit einem
Lackschaber, einer dünnen Ziehklinge im praktischen Halter. Kittanschlüsse und Acrylfugen werden mitgestrichen –
Silikonfugen nicht, da hier der Lack abblättern würde.
Eine gute Basis – die Grundierung
Gleich, ob mit
Dickschichtlasur oder deckendem Fensterlack, das Prinzip des Anstrichs ist für beide Arten gleich. Beginnen Sie jeweils mit den Innenseiten des Rahmens und den schmalen Flügelkanten, also den Bereichen, die bei geschlossenem Fenster aneinander liegen. Diese sollten die längste Trockenzeit erhalten. Streichen Sie nun alle Stellen, an denen das Holz freiliegt, mit einer Grundierung. Diese zieht tief in das Holz ein, versiegelt es und gewährleistet eine stabile Verbindung der Farbe zum Holz. Bei Fensterrahmen aus Hartholz können Sie diesen Schritt auch mit Fensterlack ausführen.
Tauchen Sie den Pinsel nur etwa bis zur Hälfte in den Lack und lassen Sie noch etwas Farbe ablaufen, bevor sie den Pinsel aus dem Topf nehmen. Streichen Sie immer
in Maserrichtung des Holzes und lassen Sie anschließend alles gut durchtrocknen.
Der glänzende Abschluss – der Farbanstrich
Nehmen Sie nun ein
feines Schleifpapier (K 200), glätten Sie die gestrichenen Flächen und befreien Sie sie erneut vom Schleifstaub. Tragen Sie die Farbe eher dünn auf, denn jede zusätzliche Farbschicht verringert den Platz zwischen Flügel und Rahmen. Haben Sie alle Stellen gestrichen, die bei eingehängtem Fensterflügel schwer zu erreichen sind, hängen Sie diesen wieder ein.
Nun streichen Sie die Rahmenflächen: Zunächst sind die
Querverbindungen an der Reihe, dann die
senkrecht verlaufenden Partien. Bearbeiten Sie jeweils zuerst die
Innenkanten und dann die
großen Außenpartien. Streichen Sie
von unten nach oben und vermeiden Sie laufende Tropfen (Nasen) – diese sind ein Zeichen, dass Sie zu viel Farbe einsetzen. Um einen besonders gleichmäßigen Farbauftrag zu erhalten, können Sie die Flächen nach dem Pinseln mit einem
Farbroller nachfahren. Dies gelingt aber nur dann gut, wenn die Farbe noch nicht angetrocknet ist. Sie sollten also möglichst zügig arbeiten. Lassen Sie die gestrichenen Flächen ausreichend trocknen. Anschließend streichen Sie alle Flächen ein weiteres Mal. Besonders glatt wird der zweite Anstrich, wenn Sie vorher
einen Zwischenschliff mit feinstem Schleifpapier vorgenommen haben.
Vorsorge
Die am meisten gefährdeten Stellen der Holzrahmen können Sie mit sogenannten
Flügelabdeckprofilen aus Aluminium vor zukünftigen Witterungseinflüssen schützen. Da diese genau angepasst werden müssen, ist der Rat eines Fachmanns empfehlenswert.
Fenster mit Kunststoffrahmen oder Aluminiumrahmen streichen
Beide Rahmenarten benötigen keinen Erhaltungsanstrich, hier sind Neuanstriche lediglich kosmetischer Natur. In den meisten Fällen reicht eine Vorbehandlung mit einem sogenannten
Anlauger völlig aus. Dieser entfernt Schmutz und Fette, damit der Untergrund völlig sauber ist.
Vergewissern Sie sich, dass Sie einen zum Material passenden Lack wählen – ansonsten blättert die Farbe schnell wieder ab und die Fenster werden unansehnlich. Insgesamt ist bei diesen Oberflächen
besonderes Geschick beim Streichen gefragt. Hat Ihr Fensterrahmen Gummidichtungen, dürfen diese
nicht mitgestrichen werden, da sie durch die Farbe brüchig werden können. Streichen Sie zunächst einen Haftgrund, anschließend eine Grundierung und abschließend mit der Lackfarbe den Schlussanstrich.
Fazit
Fenster gut und dauerhaft wetterbeständig zu streichen,
erfordert einiges Geschick. Sie sollten diese Arbeiten nur ausführen, wenn Sie die nötigen Techniken ausreichend beherrschen. Einmal durch falsche Behandlung zerstörte Fenster sind selten noch zu reparieren und selbst unsaubere Lackarbeiten können am Ende frustrierend sein. Im Zweifel hilft Ihnen ein Fachmann weiter, damit die Fenster für lange Zeit gut geschützt sind.