- Fassadengerüst (Standard-Aufbau) – 1200 €
- Treppenturm (Zugang & Verkehr) – 900 €
- Dachfanggerüst (Absturzschutz) – 650 €
- Schutznetz / Staubschutznetz – 280 €
- Einhausung (Wetterschutz) – 1400 €
- Schutzdach (z. B. über Eingang/Gehweg) – 1100 €
- Sondernutzung / Genehmigung (Kommunal) – 180 €
- Aufmaß & Baustellenbesichtigung – 150 €
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Gerüstbau eigentlich – und warum ist das mehr als „ein paar Stangen“?
- Welche Gerüstarten gibt’s – und welches passt zu deinem Projekt?
- Gerüst-Arten im Detail:
- Vom ersten Anruf bis zur Abnahme: So läuft ein Gerüst-Projekt wirklich ab
- Kosten & Preise im Gerüstbau: Wovon hängt’s ab?
- Sicherheit: Geländer, Beläge, Fangnetze – und wer haftet eigentlich?
- Genehmigung & Gehweg: Was gilt, wenn das Gerüst in den öffentlichen Raum ragt?
- Typische Fehler (die erstaunlich oft passieren) – und wie du sie vermeidest
- Mini-Checkliste für dein Angebot: Diese Punkte sollten drinstehen
- Kostenübersicht als Tabelle
- Kosten als Balkendiagramm
- Fazit
Was ist Gerüstbau eigentlich – und warum ist das mehr als „ein paar Stangen“?
Gerüstbau heißt: Ein temporäres Arbeits- und Schutzsystem aufbauen, das Menschen, Material und manchmal auch Passanten schützt. Klingt trocken, ist aber ziemlich praktisch. Denn auf der Baustelle zählt nicht, ob’s „irgendwie geht“, sondern ob’s stabil, begehbar und regelkonform ist. Ein ordentliches Gerüst fühlt sich an wie ein sicherer Balkon auf Zeit – mit klaren Wegen, Geländern und tragfähigen Belägen. Und ja: Die meisten Gerüste werden nach System gebaut (Systemgerüst), damit alles zusammenpasst und die Lasten berechenbar bleiben.
Quick-Check: Was Gerüstbau im Kern leisten muss- Arbeitsflächen schaffen: sicher stehen, Werkzeug ablegen, Material bewegen.
- Absturz verhindern: Seitenschutz, Durchsturzsicherung, sichere Zugänge.
- Lasten aufnehmen: Personen, Material, Windlasten (je nach Einhausung/Netzen).
- Saubere Logistik ermöglichen: Auf- und Abbau, Anlieferung, Lagerung.
Welche Gerüstarten gibt’s – und welches passt zu deinem Projekt?
Weißt du was? „Gerüst“ ist im Alltag ein Sammelbegriff. In der Praxis gibt’s unterschiedliche Bauarten – je nachdem, ob du an der Fassade arbeitest, am Dach, im Treppenhaus oder mitten in einer Industrieanlage. Und genau da passieren viele Fehlentscheidungen: Man nimmt das „Standardgerüst“, obwohl eine kleine Speziallösung schneller, sicherer und am Ende sogar günstiger wäre.
Gerüst-Arten in einem Satz erklärt- Fassadengerüst: der Klassiker für Putz, Anstrich, WDVS, Fenster.
- Dachfanggerüst: Absturzschutz an der Traufe, oft Pflicht bei Dacharbeiten.
- Rollgerüst: flexibel für innen/kurze Einsätze; perfekt, wenn man „mitwandert“.
- Treppenturm: sicherer Zugang, wenn viele Gewerke hoch und runter müssen.
- Einhausung/Schutzdach: Wetter- oder Staubschutz, z. B. bei Sanierung.
Ein Fassadengerüst ist schnell erklärt: Rahmen, Beläge, Diagonalen, Geländer – fertig. Aber die Details machen’s. Wie viele Arbeitsebenen brauchst du wirklich? Wo sollen Materialaufzüge oder Lasten abgelegt werden? Und: Wird am Ende ein schweres WDVS montiert oder nur gestrichen? Das beeinflusst die Lastklasse und damit Aufbau und Preis. Übrigens: Ein bisschen „zu knapp“ geplant rächt sich fast immer – dann wird nachgerüstet, und Nachrüsten ist selten elegant.
Praxis-Tipps: Damit das Fassadengerüst nicht nervt- Plane genug Arbeitslagen ein (Lieber eine Ebene mehr als dauernd umbauen).
- Kläre, ob Konsolen nötig sind (mehr Arbeitsbreite bei Dämmung).
- Denke an Zugänge: Leitergang vs. Treppenturm – Komfort ist auch Sicherheit.
- Sprich Wind- und Wetterschutz früh an (Netze/Planen ändern Statik und Lasten).
Rollgerüste wirken harmlos, weil sie kleiner sind. Genau das ist der Denkfehler. Innenausbau, Hallenwartung, Treppenhausarbeiten – da ist ein Rollgerüst oft perfekt. Aber nur, wenn der Untergrund passt, die Ausleger korrekt gesetzt sind und niemand auf die Idee kommt, das Gerüst „besetzt“ zu verschieben. Klingt banal, passiert aber. Und dann wird’s abrupt unlustig.
Safety-Shortlist fürs Rollgerüst- Nur auf tragfähigem, ebenem Untergrund rollen (keine improvisierten Keile).
- Ausleger/Stabilisatoren konsequent nutzen – auch wenn’s „nur kurz“ ist.
- Niemals mit Person(en) drauf verfahren.
- Innen: auf Türstürze, Leitungen, Sprinkler und Engstellen achten.
Sobald du am Dach arbeitest, geht’s um Absturzkanten, Materialrutschen, Wind – also um echtes Risiko. Dachfanggerüste fangen im Ernstfall, was nicht fallen soll. Schutzdächer oder Einhausungen sind wiederum Gold wert bei Sanierungen, wenn Regen droht oder Staub/Schmutz im Zaum bleiben muss (Stichwort Innenstadt, Passanten, Nachbarn). Kleiner Widerspruch: Eine Einhausung macht’s oft sicherer, kann aber zugleich windanfälliger werden. Genau deshalb gehört so was in Profi-Hände.
Wann Spezialschutz fast immer Sinn ergibt- Bei Dachsanierung mit öffentlichem Gehweg oder Einfahrt darunter.
- Bei Arbeiten mit viel Staub (Schleifen, Abbruch, Fassadenfräsen).
- Bei wetterkritischen Gewerken (Holz, Dämmung, Abdichtung).
- Wenn die Baustelle in enger Bebauung liegt (Nachbarn, Schaufenster, Schulen).
Gerüst-Arten im Detail:
- Fassadengerüst (Standgerüst)
- Rollgerüst (Fahrgerüst)
- Hängegerüst
- Dachfang- & Schutzgerüst
- Raum- & Modulgerüst
- Industriegerüst
- Brücken- & Sondergerüstbau
- Tribünen- & Eventgerüste
- Einrüstung für Privatkunden
- Sicherheit & gesetzliche Vorgaben
Fassadengerüst (Standgerüst)
Das klassische Gerüst, das du an Hausfassaden siehst. Es steht auf dem Boden, wird an der Wand verankert und ermöglicht Arbeiten in verschiedenen Höhen – etwa für Maler-, Putz- oder Sanierungsarbeiten.
Typische Einsatzbereiche & Zielgruppen: Für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe, Dachdecker oder private Hausbesitzer bei Renovierungen und Wärmedämmungen.
Die häufigsten Fragen auf der Baustelle
- Frage: „Wie lange dauert der Aufbau?“ Antwort: Je nach Größe meist 1–2 Tage.
- Frage: „Muss das verankert werden?“ Antwort: Ja, für Stabilität und Sicherheit.
- Frage: „Wer haftet bei Schäden?“ Antwort: In der Regel das Gerüstbauunternehmen im Rahmen der Versicherung.
Rollgerüst (Fahrgerüst)
Ein mobiles Gerüst auf Rollen, das flexibel verschoben werden kann. Ideal für Arbeiten im Innenbereich oder an kleineren Objekten.
Typische Einsatzbereiche & Zielgruppen: Für Elektriker, Maler, Trockenbauer oder Facility-Teams in Hallen und Gebäuden.
Flexibilität im Fokus
- Frage: „Darf ich es verschieben, wenn jemand draufsteht?“ Antwort: Nein – erst absteigen, dann bewegen.
- Frage: „Auch für außen geeignet?“ Antwort: Ja, aber nur auf ebenem Untergrund und gesichert.
- Frage: „Schneller aufgebaut?“ Antwort: Ja, deutlich schneller als große Fassadengerüste.
Hängegerüst
Wird von oben abgehängt, zum Beispiel an Brücken oder Hochhäusern. Kommt dort zum Einsatz, wo kein Standgerüst vom Boden aus möglich ist.
Typische Einsatzbereiche & Zielgruppen: Für Spezialfirmen im Hoch- und Ingenieurbau oder bei Fassadenarbeiten in großer Höhe.
Speziallösung für besondere Situationen
- Frage: „Ist das sicher?“ Antwort: Ja, bei fachgerechter Montage und regelmäßiger Prüfung.
- Frage: „Teurer als normale Gerüste?“ Antwort: Meist ja, wegen höherem Aufwand.
- Frage: „Wann ist das nötig?“ Antwort: Wenn Bodenaufbau nicht möglich oder praktikabel ist.
Dachfang- & Schutzgerüst
Speziell zur Absturzsicherung bei Dacharbeiten. Es fängt Personen oder Material auf und schützt zusätzlich Passanten vor herabfallenden Gegenständen.
Typische Einsatzbereiche & Zielgruppen: Dachdeckerbetriebe, Solarinstallateure oder Bauprojekte mit erhöhter Absturzgefahr.
Sicherheitsfragen kompakt
- Frage: „Pflicht bei Dacharbeiten?“ Antwort: Oft ja, abhängig von Höhe und Gefährdung.
- Frage: „Nur für Neubauten?“ Antwort: Nein, auch bei Sanierungen üblich.
- Frage: „Schützt das auch Fußgänger?“ Antwort: Ja, durch Netze und Schutzdächer.
Raum- & Modulgerüst
Flexible Gerüstsysteme für komplexe Innenräume oder unregelmäßige Bauformen. Module lassen sich individuell anpassen.
Typische Einsatzbereiche & Zielgruppen: Kirchen, Hallen, Theater, Industrieanlagen oder denkmalgeschützte Gebäude.
Wenn Standard nicht reicht
- Frage: „Warum Modulbauweise?“ Antwort: Für maximale Anpassungsfähigkeit.
- Frage: „Teurer als Standard?“ Antwort: Häufig ja, wegen individueller Planung.
- Frage: „Auch für große Höhen?“ Antwort: Ja, je nach System statisch berechnet.
Industriegerüst
Speziell für Industrieanlagen, Raffinerien oder Kraftwerke. Hier geht es um komplexe Strukturen, enge Räume und hohe Sicherheitsanforderungen.
Typische Einsatzbereiche & Zielgruppen: Industrieunternehmen, Wartungsfirmen und technische Dienstleister.
Industrie-Realität
- Frage: „Warum Spezialfirmen?“ Antwort: Wegen komplexer Sicherheits- und Zugangsanforderungen.
- Frage: „Kurze Einsatzzeiten?“ Antwort: Oft ja, z. B. bei Wartungsstillständen.
- Frage: „Besondere Schulungen nötig?“ Antwort: Ja, Arbeitsschutz ist hier extrem wichtig.
Brücken- & Sondergerüstbau
Maßgeschneiderte Konstruktionen für Infrastrukturprojekte. Jede Konstruktion wird individuell geplant und statisch berechnet.
Typische Einsatzbereiche & Zielgruppen: Bauunternehmen im Straßen- und Ingenieurbau oder öffentliche Auftraggeber.
Individuelle Lösungen gefragt
- Frage: „Standardlösung möglich?“ Antwort: Meist nein – Sonderplanung ist üblich.
- Frage: „Hoher Planungsaufwand?“ Antwort: Ja, inklusive Statik und Genehmigungen.
- Frage: „Langfristige Projekte?“ Antwort: Oft über mehrere Monate.
Tribünen- & Eventgerüste
Gerüstkonstruktionen für Veranstaltungen – etwa Tribünen, Bühnen oder temporäre Zuschauerbereiche.
Typische Einsatzbereiche & Zielgruppen: Eventagenturen, Kommunen oder Veranstalter von Sport- und Kulturveranstaltungen.
Event-Check
- Frage: „Sicher bei vielen Menschen?“ Antwort: Ja, bei normgerechter Planung und Belastungsprüfung.
- Frage: „Schneller Auf- und Abbau?“ Antwort: Ja, oft innerhalb weniger Tage.
- Frage: „Wetterfest?“ Antwort: Je nach Konstruktion und Zusatzkomponenten.
Einrüstung für Privatkunden
Auch bei Einfamilienhäusern brauchst du oft ein Gerüst – etwa für Dachsanierung, Photovoltaik oder Fassadenarbeiten.
Typische Einsatzbereiche & Zielgruppen: Private Bauherren, Renovierer und Eigentümer.
Privatkunden-FAQ
- Frage: „Darf ich selbst aufbauen?“ Antwort: Nicht empfehlenswert – Sicherheitsrisiko.
- Frage: „Wie lange darf es stehen?“ Antwort: Je nach Mietvertrag vereinbart.
- Frage: „Was kostet das?“ Antwort: Abhängig von Größe, Dauer und Aufwand.
Sicherheit & gesetzliche Vorgaben
Gerüstbau unterliegt strengen Normen und Arbeitsschutzvorschriften. Regelmäßige Prüfungen und fachgerechte Montage sind Pflicht.
Typische Einsatzbereiche & Zielgruppen: Relevant für alle Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und Auftraggeber.
Unbedingt beachten
- Frage: „Sind Prüfungen vorgeschrieben?“ Antwort: Ja, vor Nutzung und regelmäßig während der Standzeit.
- Frage: „Wer trägt Verantwortung?“ Antwort: Gerüstbauer und Nutzer jeweils im Rahmen ihrer Pflichten.
- Frage: „Was passiert bei Verstößen?“ Antwort: Bußgelder oder Baustopp sind möglich.
Vom ersten Anruf bis zur Abnahme: So läuft ein Gerüst-Projekt wirklich ab
Ich hole jetzt einfach mal aus: Viele denken, man ruft an, bestellt ein Gerüst, fertig. In der Realität läuft’s in Etappen. Erst kommt die Klärung: Was soll gemacht werden, wie hoch, wie lang, welche Zugänge, welche Untergründe? Dann folgt meist eine Besichtigung. Danach Angebot, Termin, Aufbau, Nutzung, Abnahme/Übergabe – und am Schluss Abbau. Klingt linear, ist es aber nicht immer, weil Baustellenpläne sich gern mal spontan ändern (Lieferverzug, Wetter, zusätzliche Arbeiten).
So sieht ein sauberer Ablauf aus (und warum er dir Stress spart)- Bedarf klären: Höhe, Länge, Gewerke, Dauer, Besonderheiten.
- Aufmaß/Besichtigung: Untergrund, Engstellen, Stromleitungen, Zufahrt.
- Angebot mit Positionen: Gerüsttyp, m², Treppenturm, Netze, Genehmigung.
- Aufbau + Übergabe: dokumentiert, ideal mit Protokoll.
- Abbau: terminiert, inkl. eventueller Verlängerungsregelung.
Ehrlich gesagt: Die meisten Mehrkosten entstehen nicht, weil Gerüstbauer „zu teuer“ sind, sondern weil Infos fehlen. Ein Beispiel aus dem Alltag: Der Maler will plötzlich doch eine Ecke „um die Garage rum“ mitmachen. Oder der Dachdecker braucht einen sicheren Zugang, der vorher nicht geplant war. Wenn du früh sagst, was alle Gewerke vorhaben, wird das Gerüst einmal richtig geplant – statt später Stück für Stück geflickt.
Kommunikations-Hacks, die sofort wirken- Alle Gewerke kurz zusammentrommeln (Telefonkonferenz reicht oft).
- Fotos vom Objekt schicken: Ecken, Einfahrt, Garten, Hindernisse.
- Lieferzonen und Stellflächen klären (LKW, Paletten, Container).
- „Was könnte noch dazukommen?“ einmal offen ansprechen.
Kosten & Preise im Gerüstbau: Wovon hängt’s ab?
Jetzt zum Teil, den alle wissen wollen: Was kostet ein Gerüst? Die ehrliche Antwort ist: Es hängt an ein paar sehr konkreten Stellschrauben. Fläche (m²), Höhe, Standzeit, Zugänge, Sonderbauteile, Aufwand für Transport und Montage – und auch daran, wie „knifflig“ die Baustelle liegt (Altstadt, Hanglage, Hinterhof, schmale Zufahrt). Dazu kommt: Sicherheit kostet, aber Unfälle kosten mehr. Darum ist „billig“ im Gerüstbau oft ein seltsamer Sieg.
Die wichtigsten Preisfaktoren, ohne Umwege- Gerüstfläche (m²): Basis für viele Kalkulationen.
- Höhe: mehr Ebenen, mehr Verankerung, mehr Aufwand.
- Standzeit: Miete/Monat, Verlängerungen, Blockierung von Material.
- Zubehör: Netze, Planen, Konsolen, Schutzdächer, Treppentürme.
- Baustellenlogistik: Parkverbote, Kran/Stapler, Tragewege.
Man liest online gern fixe Werte pro Quadratmeter. Das ist nett für eine grobe Idee, aber gefährlich als Erwartung. Denn zwei Fassaden mit gleicher Fläche können komplett unterschiedliche Aufwände haben: Verankerung in bröseligem Altputz, Auskragungen, Wintergarten, Glasvordach, Gefälle im Hof. Und dann ist da noch der Faktor Zeit: Wenn ein Gerüst länger steht, blockiert es Material und Personalplanung. Das ist wie beim Mietwagen – ein Tag ist was anderes als drei Wochen.
Orientierung statt Märchenzahlen- Nutze Onlinewerte nur als Startpunkt, nicht als „Dealbreaker“.
- Frage nach: Welche Position treibt den Preis? (Treppenturm, Planen, Sonderkonsolen?)
- Lass dir die Standzeit-Regelung schriftlich geben (Verlängerung pro Woche/Monat).
- Vergleiche Angebote nach Leistungsumfang, nicht nur nach Endsumme.
Sicherheit: Geländer, Beläge, Fangnetze – und wer haftet eigentlich?
Bei Gerüsten ist Sicherheit kein „Extra“, sondern das Fundament. Seitenschutz, Durchstiegssicherungen, rutschhemmende Beläge, ordentliche Verankerung – das sind keine Deko-Elemente. Und ja, es gibt Regeln (z. B. DGUV-Informationen, technische Regeln, Herstellerangaben). Wer haftet? Das kann je nach Situation aufgeteilt sein: Der Gerüstbauer für den fachgerechten Aufbau und die Übergabe, der Nutzer (z. B. Handwerksbetrieb) für die sachgerechte Nutzung. Wenn nachträglich jemand am Gerüst „rumfummelt“, wird’s heikel.
Sicherheits-Basics, die du kennen solltest- Übergabe/Abnahme dokumentieren (Protokoll ist kein Papierkram, sondern Schutz).
- Nur befugte Personen ändern das Gerüst (keine improvisierten Umbauten).
- Zugänge sichern: Leitern korrekt, besser Treppenturm bei viel Verkehr.
- Wetter beachten: Planen/Netze erhöhen Windlast – ggf. Nutzungsstopp bei Sturm.
Offen gesprochen: Die meisten Unfälle passieren nicht, weil das Gerüst zusammenbricht, sondern weil Menschen sich überschätzen. Ein Schritt rückwärts, Werkzeug in der Hand, Blick kurz weg – und plötzlich ist da keine Kante mehr. Darum sind klare Wege, Ordnung und ein bisschen Disziplin so wichtig. Und wenn du schon mal morgens auf nassen Belägen gestanden hast, weißt du: Rutschig ist rutschig, egal wie erfahren man ist.
Alltagstaugliche Regeln, die wirklich helfen- Arbeitsflächen frei halten (Kabel, Eimer, Folien sind Stolperfallen).
- Material nicht am Rand stapeln; Lasten sinnvoll verteilen.
- Bei Nässe/Frost: Tempo rausnehmen, Beläge prüfen, ggf. sperren.
- PSA (z. B. Helm) je nach Baustellenlage konsequent nutzen.
Genehmigung & Gehweg: Was gilt, wenn das Gerüst in den öffentlichen Raum ragt?
Sobald ein Gerüst auf den Gehweg, die Straße oder öffentliche Flächen ragt, wird’s formeller. Dann brauchst du oft eine Genehmigung (Sondernutzung) von Stadt oder Gemeinde. Manchmal kommen Auflagen dazu: Schutzgang für Fußgänger, Beleuchtung, Beschilderung, Abstände, sogar bestimmte Arbeitszeiten. Das ist nicht überall gleich; München ist nicht Meppen, und Köln ist nicht Chemnitz. Aber das Prinzip bleibt: Öffentlich heißt geregelt.
Genehmigung in der Praxis: Das solltest du einplanen- Früh klären, ob öffentlicher Raum betroffen ist (auch „nur ein Meter“ zählt).
- Bearbeitungszeiten einkalkulieren (je nach Kommune unterschiedlich).
- Auflagen prüfen: Fußgängerschutz, Beleuchtung, Durchgangsbreite.
- Parkverbotszone: Wer beantragt, wer stellt Schilder, ab wann gelten sie?
Typische Fehler (die erstaunlich oft passieren) – und wie du sie vermeidest
Ein bisschen Baustellenhumor muss sein: Viele Probleme sind Klassiker. Das Gerüst steht, aber der Dachdecker kommt nicht aufs Dach, weil der Zugang fehlt. Oder die Maler wollen die Fassade komplett einnetzen, aber das war nicht eingeplant. Oder die Standzeit läuft aus, während die Lieferkette beim Dämmstoff gerade wieder Theater macht. Alles lösbar – nur eben besser vorher als nachher.
Die Top-Fehlerliste (und die einfache Gegenmaßnahme)- Fehler: Zugänge vergessen. Lösung: Treppenturm/Leitergang gleich mitplanen.
- Fehler: Zusatzgewerke kommen später. Lösung: Einmal alle Gewerke abfragen.
- Fehler: Untergrund unterschätzt (Garten, Pflaster, Gefälle). Lösung: Besichtigung + Lastverteilung klären.
- Fehler: Standzeit zu knapp kalkuliert. Lösung: Verlängerungssätze im Angebot fixieren.
- Fehler: „Umbau durch Dritte“. Lösung: klare Zuständigkeiten, Hinweis an alle Firmen.
Mini-Checkliste für dein Angebot: Diese Punkte sollten drinstehen
Wenn du Angebote vergleichst, schau nicht nur auf die Summe. Schau auf die Positionen. Ein gutes Angebot liest sich fast wie ein Bauplan in Worten: Was genau wird gestellt, wie lange, mit welchem Zubehör, inkl. Transport, inkl. Auf- und Abbau, inkl. Übergabe. Und wenn öffentliche Flächen betroffen sind: Wer kümmert sich um die Genehmigung? Manche Gerüstbauer übernehmen das, manche nicht – beides ist okay, solange es klar ist.
Checkliste: Angebotspositionen, die du sehen willst- Gerüsttyp + Maße (Länge/Höhe), ideal mit m²-Angabe.
- Standzeit (Start/Ende) + Verlängerungskonditionen.
- Zubehör: Netze/Planen, Konsolen, Schutzdach, Treppenturm, Dachfang.
- Transport, Auf- und Abbau, Verankerung, Übergabeprotokoll.
- Optionen: Nachträge, Umbauten, zusätzliche Ebenen.
Kostenübersicht als Tabelle
Damit du ein Gefühl für typische Posten bekommst, kommt hier eine kompakte Kostenübersicht. Wichtig: Das sind Beispielwerte pro Projektposition (nicht pro m²) – gedacht als Orientierung, damit du Angebote besser „lesen“ kannst. Je nach Region, Objekt und Aufwand kann das abweichen. Aber als mentaler Kompass taugt’s ziemlich gut.
So nutzt du die Tabelle richtig- Vergleiche diese Kategorien mit den Positionen im Angebot (Fehlt etwas? Ist etwas doppelt?).
- Frage aktiv nach, welche Leistung in der Position enthalten ist (z. B. Montage + Miete?).
- Nimm die Werte als Plausibilitätscheck, nicht als festen Anspruch.
- Wenn ein Posten extrem niedrig wirkt: nach Details fragen (Sicherheit/Zubehör/Standzeit).
Fazit
Gerüstbau ist weniger „Metallbaukasten“ und mehr Sicherheits- und Logistikarbeit auf Zeit. Wenn du früh klärst, was wirklich gebraucht wird (Zugänge, Standzeit, Schutz, öffentliche Flächen), sparst du fast immer Geld, Nerven und Baustellen-Chaos. Und wenn du einen Anbieter suchst, der nicht nur aufbaut, sondern auch sauber berät: Ein Blick auf KennstDuEinen kann helfen, weil Kundenbewertungen und Empfehlungen oft zeigen, wer zuverlässig arbeitet. Gerade online sind Bewertungen und die Online-Reputation ein ziemlich starkes Signal, wenn man seriöse Gerüstbauer in der Nähe filtern will.
| Kategorie | Kosten / Preis |
| Fassadengerüst (Standard-Aufbau) | 1200 € |
| Treppenturm (Zugang & Verkehr) | 900 € |
| Dachfanggerüst (Absturzschutz) | 650 € |
| Schutznetz / Staubschutznetz | 280 € |
| Einhausung (Wetterschutz) | 1400 € |
| Schutzdach (z. B. über Eingang/Gehweg) | 1100 € |
| Sondernutzung / Genehmigung (Kommunal) | 180 € |
| Aufmaß & Baustellenbesichtigung | 150 € |