Die Autolackiererei – Lack, Vorteile, Preise
Viele definieren ihr Auto stark über das Aussehen. Auch bei Fahrzeugen gibt es Moden: Eine Zeit lang galt weiß als absolut „in“, rot als total „out“ und schwarz ist sowieso ein Dauerbrenner, der jedes Auto edel wirken lässt. Manche Automarken, wie beispielsweise Ferrari, beanspruchen eine bestimmte Farbe für sich (nicht umsonst heißt es „Ferrari-Rot“), andere Farben sind geradezu prädestiniert für bestimmte „Geschäftszweige“ (Das “klassische” Mafia-Auto ist schwarz, ebenso wie das eines Bankiers, Diplomaten oder Politikers).
Die Hauptaufgabe des Autolackes ist jedoch nicht das hübsche Aussehen, sondern der Schutz der Karosserie vor Korrosion.
Der Lack – Bestandteile, Zusammensetzung, Lacksysteme
Als das Auto noch jung war und die Technik in den Kinderschuhen steckte, bestand der Lack aus Naturstoffen wie Harz oder Öl und wurde in langwierigen, meist Wochen andauernden Arbeitsschritten aufgetragen und getrocknet.
Mit der Zeit, und vor allem mit Beginn der Serienproduktion, trockneten die Lacke schneller, brauchten weniger Pflege und schützten bei längerer Haltbarkeit auch vor UV-Strahlen, Säuren und Steinschlägen.
Mittlerweile ist die Materie etwas komplizierter geworden. Das frühere Naturharz wurde erst durch Acrylharze als Lösungsmittel ersetzt, dann wurden zunehmend Lacke auf Wasserbasis genutzt.
Man unterscheidet zwischen ein- und zweikomponentigen Systemen:
Einkomponentige Systeme härten an der Luft aus, jene aus zwei Komponenten dagegen nur mithilfe eines Härters. Diese entwickeln dabei eine sehr belastbare Oberfläche.
Außerdem unterscheitet man zwischen ein- und zweischichtigen Systemen:
Hier ist der Name Programm: Einschichtig, also nur eine Schicht, bedeutet, dass der Härter direkt in den farbigen Lack gegeben wird. Bei zweischichtigen Systemen trägt der Fachmann zunächst eine Farbschicht auf, die bei der Austrocknung matt wird und schützt diese mit einer zweiten, durchsichtigen Lackschicht, welche meistens aus zwei Komponenten besteht und den Härter enthält. Jene Systeme mit einer Schicht sind weniger beständig gegen UV-Strahlen, Kratzern und Säuren. In der Serienproduktion werden daher zumeist zwei Lackschichten aufgetragen. In der Fabrik härten die Lacke bei etwa 160° Celsius aus, Reparaturlacke trocknen im Gegensatz dazu an der Luft.
Umspritzen – Ausbesserung, Effektlacke, Bootslack
Es gibt viele Gründe, den originalen Lack zu ersetzen. Großflächige Schäden, die beispielsweise mit einem Schlüssel eingeritzt wurden, Dellen und Beulen, Roststellen oder Steinschlag, müssen meist mit einem neuen Lack instandgesetzt werden. Auch ein Unfall, wenn das Blech ausgebeult wurde und die abgeschrammten Stellen zum Vorschein kommen, erfordert meist eine Neueinkleidung des Autos.
Ein anderer Grund wäre der Geschmack des Autoinhabers. Sei es, dass er nicht auf schrille Farben wie Pink steht (oder gerade das!) oder dass er sich einen Effektlack wünscht, auch dies sind oft genannte Gründe für die Farbänderung.
Wer jedoch denkt, es ist mit ein bisschen Abschleifen, Grundieren und Spraydosenspritzen getan, irrt. Wenn das Ergebnis sich noch auf der Straße sehen lassen soll, muss ein Profi die Arbeit übernehmen. Es genügt nicht, ein paar Spraydosen zu kaufen, denn diese sind nur für die Beseitigung kleinerer Schäden gedacht. Ähnlich wie man Beulen und Dellen lieber nicht schwarz reparieren lassen sollte, sondern von einer spezialisierten und zertifizierten Werkstatt ausbessern lässt, bringt hier ungelernte Handarbeit meist nur Ärger.
Allein, weil der Sprühdruck bei einer Dose beständig abnimmt, kann kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden. Des Weiteren will der Umgang mit einer Spraydose – ebenso wie mit einer professionellen Sprühvorrichtung – gelernt sein, sonst bilden sich Flecken, Nasen und Falten.
Damit die anderen Bauteile des Autos nicht ebenfalls mit eingesprüht werden, muss jedes zu lackierende Teilstück entfernt, abgeschliffen, gefüllt, grundiert, an einem anderen Ort besprüht und wieder an das Auto angebaut werden.
Dieser Vorgang ist auch nicht irgendwo in einer Wohnsiedlung möglich, da Staub das Resultat zusätzlich beeinträchtigt. Wer sein Auto so besprühen möchte, dass er sich darin nicht nur wohlfühlt, sondern es eines Tages auch in Zahlung geben oder verkaufen kann, sollte dringend auf Eigenexperimente verzichten.
Ist dennoch eine Farbänderung für wenig Geld gewünscht, gibt es zwei weitere Möglichkeiten: Zum einen kann das Auto mit einer speziellen Folie beklebt werden, die sich optisch kaum von einer Lackschicht unterscheidet, dafür aber jederzeit wieder gelöst werden kann, oder der Laie versucht es mit Bootslack und einer Farbrolle. Das Ergebnis reicht zwar ebenfalls nicht an das eines Profis heran, aber der Umgang mit der Farbrolle ist wesentlich einfacher als mit einer Sprühdose.
Beim Profi – Autolackiererei, Lackarten, Kostenpunkt
Eine Autolackiererei hat sich auf dieses Thema spezialisiert. Ausgebildete Experten wissen genau, welcher Lack für welches Auto am besten geeignet ist, wie er erhalten oder instand gesetzt wird und ab wann eine komplette Neulackierung die richtige Entscheidung wäre. Des Weiteren bringt die Autolackiererei auch Werbemotive oder individuelle Graphiken auf das Auto, dabei sollte man sich allerdings schon im Vornherein informieren, welche Lackiererei so etwas schon einmal gemacht hat und ob die Arbeit stilsicher und sauber ausgeführt wurde.
Die erste Entscheidung, die der lackierwillige Kunde zu treffen hat, ist die Farbwahl. Allein dies kann zu einer gigantischen Herausforderung anwachsen, denn wenn es alles so vielfältig gäbe wie Farben, sähe die Welt ganz anders aus.
Ist der richtige Farbton gewählt, berät der Profi zur Lackart und Optik: Matt oder Glänzend? Wie sieht es mit der Pflege aus? Außerdem gibt es Lacke mit bestimmten Effekten, sie schimmern aus dem einen Blickwinkel in der einen, aus einem anderen Blickwinkel in einer anderen Farbe (Effektlack, Flip Flop), es gibt Chromlack, der metallisch aussieht, es aber nicht ist, extrem glänzender Nano-Lack, der besonders lang hält und so weiter.
Eine gute Lackiererei arbeitet sehr sauber, daher kann es ein paar Tage dauern, bis man das Auto abholen darf. Dies liegt vor allem daran, dass alle Bauteile einzeln abmontiert und bearbeitet werden müssen. Der größte Aufwand entsteht nicht beim Lackieren selbst, sondern in der Vor- und Nachbereitung wie abmontieren, abschleifen, füllen und grundieren.
Daher hat eine Lackiererei auch ihren Preis. Dieser richtet sich nach Autotyp, Materialkosten, Autowerkstatt und Garantien, eine konkrete Aussage zum Preis einer Komplettlackierung ist daher nicht möglich, allgemein kann man mit einem „normalen“ Lack jedoch mit etwa 2000 Euro rechnen.
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