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Wiesbadener Kurier

Vergleichsrechner für Strom, Gas und Heizung

Geschrieben von Anne Garske

Beim Blick auf die Stromrechnung ist schon so manchem die Kinnlade heruntergeklappt.“ Kein Mensch kann so viel Strom verbrauchen“, wird sich dann ereifert, bis der Blick auf den tatsächlichen Verbrauch fällt und die Kinnlade endgültig auf dem Boden landet. Nein, so viel hat man gar nicht verbraucht, nur der Preis ist derart gestiegen. Doch was kann man tun, um aktiv Kosten zu sparen? Was bieten in diesem Zusammenhang eigentlich Vergleichsrechner, wie man sie zuhauf im Internet findet?

Kostenspirale Energieverbrauch – Steigende Kosten bei Gas, Heizung und Strom

Ähnlich kann es in allen Fragen des Energieverbrauches sein. Ob Heizung, Gas oder Strom, die meisten Deutschen zahlen zu viel. Gerade im letzten Jahr kletterten die Strompreise rasant in die Höhe, einer Analyse des Verbraucherportals „Toptarif“ zufolge zahlten die 40 Millionen deutschen Haushalte 6,8% mehr Geld für Strom als noch im Vorjahr.

Damit ist es jedoch noch längst nicht ausgestanden, für 2010 kündigen viele Stromanbieter weitere Preiserhöhungen an. Das ist jedoch noch nichts im Vergleich zu den Gaspreisen, die seit dem Jahr 2000 “himalajische” Höhen erklommen haben. Allein zwischen den Jahren 2000 und 2007 sind die Gaspreise um 76% gestiegen, während Strom, einschließlich Steuern und Abgaben „nur“ um 46% stieg. Die Preisspirale nimmt kein Ende, auch wenn sich Preise seit 2009 kurz innegehalten und verschnauft haben auf ihrer Gipfeltour.

Teurer wird es sowieso, wie teuer kann allerdings jeder selbst entscheiden. Der Deutsche gilt als Wechselfaul und genau darauf stützen sich vor allem die großen Energiekonzerne, die ihren Kunden eine Erhöhung nach der anderen per Post zusenden.

Die einfachste Lösung für den geplagten Kunden ist also: wechseln Sie, kurbeln Sie den Konkurrenzmarkt an, zahlen Sie weniger. Um einen solchen Wechsel zu erleichtern, gibt es im Internet zahlreiche Vergleichsrechner, mit denen man ganz individuell schauen kann, ob man zu viel zahlt und wo man weniger zahlen könnte. Das Ganze dauert höchstens fünf Minuten und danach ist man um einiges schlauer.

Vergleichsrechner gibt es so ziemlich für alles: Heizkosten, Strom, Ökostrom und Gas, aber auch für andere Themengebiete wie Versicherungen, Finanzen, Telefontarife… doch was genau erfahre ich eigentlich, wenn ich einen solchen Rechner konsultiere? Bleiben wir zunächst beim Thema Energie und schauen uns die Top Drei der Energieversorger an: Strom, Gas, Heizung.

Stromtarifrechner

Natürlich nützt es nichts, einfach zu wissen, wo Strom weniger kostet, denn auch Laufzeiten und Klauseln wie beispielsweise Kautionen, Vorauszahlungen und Bonuszahlungen sind interessant. Doch keine Angst, genau darauf ist der Stromtarifrechner ausgelegt. Zunächst wird man befragt, welche Postleitzahl der betreffende Standort hat, ob es ein Privathaushalt oder ein Gewerbe ist und wie viel Kilowattstunden man ungefähr verbraucht.

Nehmen wir an, wir leben in Berlin Mitte in einem Mehrfamilienhaus als Mieter und verbrauchen 2500 Kilowattstunden im Jahr. Klicken wir auf “Anzeigen” und schon erfahren wir, welche Faktoren in die Rechnung mit einbezogen wurden: Tarife mit Vorauskasse, mit einmaligem Bonus, Preisgarantie und Preisfixierung. Außerdem kann man wählen, ob man nur Ökostrom berücksichtigen will, wie viel Laufzeit man höchstens haben will und ob auch Nebenzeiten berechnet werden sollen. (Manche Stromversorger bieten Tarife an, bei denen zwischen einer Haupt- und einer Nebenzeit unterschieden wird, dies wird vor allem für Menschen interessant, die nur Abends und am Wochenende Strom verbrauchen, also in der Nebenzeit. Voraussetzung für diesen Tarif ist der Einbau eines Zweittarifzählers.)

Auf diese Art kann ganz individuell bestimmt werden, worauf man achtet und welcher Tarif für einen jeden der Beste ist. In unserer Rechnung haben wir alles offen gelassen, also Laufzeit, Vertragsinhalte und Art des Stroms ist uns egal. Das Ergebnis ist verblüffend: zwischen dem billigsten Angebot (12 Monate Vorauskasse, 3 Monate Preisgarantie, 109 Euro Bonus, 25 Freikilowattstunden, Online-Kommunikation) und dem teuersten (Preisfixierung bis 31.12.2010, Ökostrom) liegen 280,27 Euro. Rechnen wir das auf ein paar Jahre hoch, ist allein davon ein gebrauchter Kleinwagen drin. Oder ein Familienurlaub.

Wir erfahren also welcher Stromanbieter für uns der Richtige ist und, ganz wichtig, was er uns in etwa anbietet. Auch die Kosten sind übersichtlich aufgelistet, sodass einem Benutzer des Rechners nur noch bleibt, auf „Unterlagen anfordern“ zu klicken, um sich genauer zu informieren. Hier werden also nicht nur die Preise, sondern auch in sehr übersichtlicher Form die Konditionen der Tarife verglichen. Das Zauberwort ist „Überblick“ und genau danach sucht man, wenn man sich endlich dazu durchgerungen hat, dem überteuerten Anbieter den Rücken zu kehren. Und genau das findet man bei einem Stromtarifrechner in benutzerfreundlicher Form.

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Heizkostenrechner allgemein

Auch hier wird individuell auf die eigene Position eingegangen, es dauert nur ein klein wenig mehr Zeit, da mehr berücksichtigt werden muss. Meist beschäftigen sich Heizkostenrechner mit der Frage: Öl- und Gasheizung oder alternative Energien wie Solar, Wasserpumpe oder Holz? Hier haben die wenigsten Mieter ein Mitspracherecht, meist ist die Anlage im Mietshaus längst eingebaut und es besteht nur noch die Entscheidungsfreiheit, welchen Gas- oder Ölanbieter man wählt. Bewohner eines Eigenheims, gerade jene die neu bauen und deren Entscheidung, welche Energie sie für die Heizung nutzen möchten, noch aussteht, haben hier mehr Entscheidungsfreiheit. Aber auch für Alteingesessene kann es sich lohnen, und einfach ist der Vergleich ebenfalls.

Zunächst sollte man einige Grunddaten im Kopf haben oder heraussuchen, wie Art der Heizkesselanlage, den jährlichen Öl- oder Gasverbrauch und den jeweiligen Preis. Außerdem wird abgefragt, wie alt das Gebäude ist und wie viel Fläche beheizt werden soll. Hat man das alles eingegeben, wird angezeigt, wie viel man jetzt bezahlt und mit welchem Heizsystem man bei aktuellen Preisen sonst bezahlen würde. Beispiel: wir bezahlen mit unserer Altanlage (Öl) 6.273,26 Euro im Jahr für Brennstoff. In einer übersichtlichen Tabelle wird uns bei diesem Ergebnis angezeigt, wie viel Prozent Kostenersparnis (bis zu 71,49%!) wir mit einer alternativen Anlage hätten und welche Anlage dies wäre. Dabei werden allerdings nicht die Anschaffungs- und Einbaukosten berechnet, ausschließlich Brennstoffkosten und Betriebskosten pro Jahr werden mit einbezogen. Auch die Eignung der Heizungsart für das jeweilige Haus kann dabei nicht berücksichtigt werden. Man bekommt einen Überblick der Möglichkeiten – nicht mehr und nicht weniger.

Wer es etwas genauer wissen möchte, kann seinen derzeitigen Heizenergieverbrauch im Internet berechnen lassen. Dabei werden auch Parameter wie „Einfamilienhaus“ oder „Mehrfamilienhaus“ sowie die Art der herumliegenden Bebauung einbezogen. Das Ergebnis ist viel genauer und sagt aus, ob und wie weit man über dem Durchschnitt der Region liegt sowie, auf welche Weise man die Heizkosten senken kann. (Dämmung, Isolierung, alternative Heizanlage, etc.)

Wer es ganz genau wissen will, wird um einen Beratungstermin vor Ort zwar nicht herumkommen, aber um sich ein gewisses Vorwissen anzueignen sind die Heizkosten-und Energieverbrauchsrechner bestens geeignet.

Heizkosten senken kann man allerdings auch ohne das Altsystem zu wechseln, das ist also auch für einen ganz normalen Mieter einer Stadtwohnung kein Problem.

Zum einen sollte man darauf achten, nicht mehr als 20° tags und 5° nachts einzustellen, denn jedes Grad Temperatursenkung spart bis zu sechs Prozent der Heizkosten. Auch richtiges Lüften ist wichtig: einmal kurz das Fenster aufreißen ist immer besser, als langanhaltendes Lüften per Klappfenster. Die Heizkörper sollten frei stehen, damit die Wärme optimal abgestrahlt werden kann und elektronische Heizlüfter sollten, wenn man gerade keinen Bedarf hat, ausgestellt werden. Außerdem lohnt es sich, nachts die Vorhänge und Rollläden zu schließen, damit bleibt mehr Wärme im Raum. So kann man ohne großes “Brimborium” ebenfalls Energie sparen. Bestehen erhebliche Probleme, ist es sinnvoll man engagiert fähige Fachleute für das Thema Klimatechnik und Belüftung.

Gastarifrechner

Mieter in Stadtwohnungen mieten auch die Art der Heizung gleich mit und können nur noch schauen, wo sie den günstigsten Gas- oder Ölanbieter finden. Da Öl in pauschalen Mengen geliefert wird, wenden wir uns ausschließlich dem Gastarifrechner zu – denn uns geht es vor allem darum, uns im Tarifwirrwarr zurechtzufinden.

Die Bedienung des Gastarifrechners ist ebenso simpel wie beim Stromtarifrechner. Man gibt die Postleitzahl, den Jahresverbrauch und die Leistung der Gasanlage an und los geht’s (Jahresverbrauch und Leistung entnimmt man der Gasrechnung).

Auch hier kann man entscheiden, ob man Tarife mit Kaution und Vorauskasse berücksichtigen will, auch Erstjahresrabatte können einberechnet werden. Weiterhin ist es möglich, sich nur Tarife mit Preisgarantie und –fixierung anzeigen zu lassen.

Machen wir eine weitere Beispielrechnung: Wir leben also wieder in Berlin Mitte, unser Verbrauch liegt bei 20.000 Kilowattstunden im Jahr und die Leistung bei 15 Kilowatt. Ebenso wie beim Stromanbieter werden die Gesamtkosten sowie die Konditionen der Leistungen angezeigt. Zwischen dem teuersten (Preisfixierung 12 Monate und 75 Euro Bonus) und dem billigsten Anbieter (200 Euro Kaution, 12 Monate Vorauskasse, 12 Monate Preisgarantie, 100 Euro Bonus) liegen sage und schreibe 683 Euro. Zusammen mit der Ersparung beim Strom ist schon nach zwei oder drei Jahren ein neuer Kleinwagen drin. Oder ein Familienurlaub. Oder eine alternative Heizungsanlage, die auf Dauer noch günstiger ist.

Fazit:
Die Devise heißt also: keine Angst vor den Tarifen, denn im Internet gibt es genügend Stellen, an denen man sich einen Erstüberblick verschaffen kann, was alles möglich ist und wie viel Ersparnis das Resultat sein könnte. Der direkte Vergleich ist simpel und übersichtlich, das Ergebnis meist verblüffend. Und selbst, wenn Sie mit ihrer Strom- oder Heizkostenrechnung zufrieden waren, probieren Sie es aus. Kann gut möglich sein, dass Sie Ihren Stromanbieter an fünfter oder sechster Stelle bei den billigsten Tarifen finden und so zumindest wissen, was bei Laufzeitende des derzeitigen Tarifes alles möglich wäre. Anschließend können Sie immer noch einen Energieberater kontaktieren…

Hier finden Sie weiterführende Links zu etlichen, praktischen Vergleichsrechnern:
www.verivox.de
www.geld-magazin.de
www.n-tv.de

Bildquelle:
pixelio / Maren Beßler


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