Ein Dach über dem Kopf zu haben, ist heute Grundvoraussetzung für ein geregeltes Leben. Dies ist nicht nur sprichwörtlich zu sehen. Das Dach über uns schützt uns täglich vor Witterung, vor Sonne und sonstigen Umwelteinflüssen. Die Voraussetzung: es muss dicht sein und der Dachdecker muss gute Arbeit geleistet haben.
Dachdecker: Die Geschichte eines Berufes
Seitdem die Urmenschen ihre Höhle verlassen haben und in Häuser umgesiedelt sind, brauchen sie ein Dach über dem Kopf. Die allerersten Dächer wurden mit getrockneten Tierhäuten gedeckt ohne Rücksicht auf optische Aspekte. Ein Dach sollte lediglich den Zweck erfüllen, die Bewohner zu schützen und einigermaßen warm zu halten.
Früher war der Aufgabenbereich des Dachdeckers noch nicht so komplex wie heute. Erst ab dem 13. Jahrhundert galt das Dachdeckerhandwerk als eigenständiger Beruf. Die wichtigsten Werkzeuge des Dachdeckers waren in Zeiten des Mittelalters sein Dachdeckerbeil und sein Zirkel.
Seit jeher arbeiteten Dachdecker nahezu selbstständig, denn weder die Bauherren noch die Architekten konnten ihre Arbeit überwachen, da sie sich meist selbst nicht in diese schwindelerregende Höhe trauten. So konnten Dachdecker auf ihren Dächern schalten und walten wie es ihnen beliebte. Diesen Umständen hat auch der Spruch „Das kannst du halten wie ein Dachdecker“ seine Entstehung zu verdanken.
Der Arbeitsalltag eines Dachdeckers

Die Hauptaufgabe des Dachdeckers ist es, bei Hausneubauten das Dach zu verkleiden und es beispielsweise zusätzlich mit Blitzableitern oder Dachrinnen zu versehen. Auch ältere Dächer instand zu halten, sie zu reparieren und schadhafte Elemente auszutauschen, gehört zu ihrem Tätigkeitsbereich. Dachdecker kümmern sich außerdem um das Verdichten von Dachfenstern.
Bei einem Dach hat jeder das klassische rote Ziegeldach im Kopf. Dabei gibt es zahlreiche verschiedene Arten von Dächern. Es gibt beispielsweise Flachdächer, Turmdächer oder Satteldächer, die alle mit unterschiedlichsten Materialien gedeckt sein können.
Ein Dach soll zum einen das Haus und die Bewohner schützen, aber sich auch optisch in die Umgebung gut einfügen und zum Stil des Hauses passen. Daher müssen sich Dachdecker mit einer Vielzahl von Materialien auskennen. So passt beispielsweise zu einem Fachwerkaus kein klassisches Ziegeldach. Dachdecker müssen Baupläne lesen können und das Dach entsprechend der Unterlagen auf die richtige Art und Weise und mit den passenden Materialien decken. Sie müssen auch nach Bedarf Kunden entsprechend beraten.
Dachdecker arbeiten nach vorgegebenen Standards. Beispielsweise muss ein Dach so gedeckt sein, dass es schallgeschützt und auch entsprechend der ökologischen Vorschriften wärmegedämmt ist. Wichtig ist auch der Schutz gegen Feuchtigkeit – hier sind Dachdecker neben dem Feuchtigkeitsschutz der Dächer auch für die Dämmung der Fassaden zuständig.
Welche Dächer und Dachabdeckungen gibt es?
Früher dienten Dächer nur als Schutz vor der Witterung und sollten lediglich diesen Zweck erfüllen. Auf Optik legte man dabei keinen Wert. Am zweckmäßigsten sind bis heute Satteldächer. Hier können Wettereinflüsse durch die Neigung des Daches weniger Schäden verursachen, weil Niederschläge wie Regen und Schnee leichter abfließen können.
Um Dachschrägen im Inneren des Hauses zu vermeiden, sind vorrangig im südlichen Deutschland Flachdächer weit verbreitet. Hier bringt der Dachdecker in der Regel keine Ziegel an, sondern eine entsprechende Dachhaut. Aber auch bei Flachdächern muss eine Mindestneigung vorhanden sein, damit sich keine Niederschläge sammeln und das Dach zum Einsturz bringen können.
Die meisten Dächer sind entweder mit Dachziegeln, Kupferdächern oder Dachsteinen gedeckt, je nach Baustil des Hauses, Umgebung und Lage. Wichtig ist, dass Häuser und auch Dächer zum Stadtbild passen. Es gibt ganze Städte mit einheitlichen Dachabdeckungen. So darf beispielsweise nicht mitten in einer Siedlung mit Dachpfannen plötzlich ein Reetdach stehen.
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Wer kann Dachdecker werden
Dächer befinden sich selten zu ebener Erde. Daher sollten Dachdecker zuerst einmal schwindelfrei sein und problemlos in großen Höhen arbeiten können. Dachdecker müssen natürlich auch handwerklich begabt sein, im Team arbeiten können und besonders verlässlich sein. Außerdem müssen sie in der Lage sein, selbstständig zu arbeiten und auch flexibel eigene Entscheidungen treffen zu können. Wichtig ist ein gutes Körpergefühl um nicht die Balance zu verlieren und sich selbstständig sichern zu können.
Dachdecker verrichten körperlich anstrengende Tätigkeiten. Voraussetzung für diesen Beruf ist also eine entsprechende Fitness, denn auf Baustellen wird außerdem viel gehoben und getragen. Dachdecker müssen Geduld haben und sehr genau arbeiten können, um gegebenenfalls undichte Stellen zu erkennen.
Dachdecker müssen Arbeitsanweisungen schnell umsetzen können und auch unregelmäßige Arbeitszeiten in Kauf nehmen. Wenn auf einer Baustelle beispielsweise Termindruck herrscht und die Arbeiten durch die Witterung zwischenzeitlich zum Erliegen kamen, müssen Überstunden eingelegt werden. In der gesamten Handwerksbranche wird oft mit Materialien gearbeitet, die sich schädlich auf die Gesundheit auswirken können. Daher ist es auch für einen Dachdecker wichtig, entsprechende Schutzkleidung zu tragen.
Der Arbeitsplatz des Dachdeckers
Dachdecker sind auf vielen unterschiedlichen, wechselnden Baustellen tätig. Sie sind oftmals selbst dafür verantwortlich, dass ihr Arbeitsplatz gesichert ist und sie beim Betreten des Daches kein Risiko eingehen. Gleichzeitig müssen sie auch dafür sorgen, dass andere Menschen nicht in Gefahr geraten und versehentlich eine ungesicherte Baustelle betreten.
Dafür müssen Schilder und Warntafeln aufgestellt werden. Außerdem sind sie teilweise auch dafür verantwortlich, Gerüste aufzustellen und diese im eigenen Interesse entsprechend zu sichern. Dachdecker arbeiten meist in Dachdeckereien. Sie müssen sich darauf einstellen, auch außerhalb ihres Wohnortes auf Montage zu arbeiten. Da sie in der Regel auf Baustellen tätig sind, sind Dachdecker oft auch hoher Lärmbelastung ausgesetzt, sowie der Belastung durch Baustaub und Chemikalien.
Der Arbeitsplatz eines Dachdeckers liegt so gut wie nie im Inneren eines Gebäudes. Daher ist diese Berufsgruppe täglich hoher Witterung ausgesetzt. Dachdecker müssen in der Regel sowohl bei großer Hitze als auch unter dem Einfluss von Kälte und Frost sowie Regen und Schnee arbeiten. Daher sind sie auf das Tragen von Schutzkleidung angewiesen. Das Arbeiten in unnatürlicher Haltung, über Kopf und auf den Knien muss ebenfalls in Kauf genommen werden.
Der Arbeitsplatz eines Dachdeckers kann ihn vom Dach sogar bis in den Keller führen. Wenn ein Keller undicht ist, muss der Dachdecker zum Teil Fassaden abdichten, um zu verhindern, dass Wasser eindringt.
Berufliche Perspektiven
Für einen Dachdecker gibt es zahlreiche berufliche Perspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten wie beispielsweise auf Reetdacharbeiten. Die Reetdachtechnik ist spezielle Art der Bedachung, die gesondert gelernt werden muss und verlangt von einem Dachdecker besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten. Dachdecker sollte nach ihrer Ausbildung als nächste Station ihren Meister anstreben oder einen speziellen, weiterführenden Studiengang.
Bildquellen:
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