Ein Versicherungsmakler arbeitet im Gegensatz zum Versicherungskaufmann nicht für eine bestimmte Versicherung, sondern berät Kunden unabhängig und vermittelt beratend zwischen Versicherung und Versicherungsnehmer.
Seine Aufgabe ist es, für einen Kunden die geeignete Versicherung mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis herauszusuchen und ihm bei der Wahl eines geeigneten Versicherungspaketes kompetent zur Seite zu stehen. Hier gibt es eine strenge Abgrenzung vom Versicherungsfachmann, der meist nur für eine Versicherung tätig ist und von dieser in Form von Provisionen bezahlt wird.
Der Versicherungsmakler ist verpflichtet, im Sinne seines Kunden zu handeln und das für ihn beste Angebot herauszusuchen. Er handelt damit auch im eigenen Interesse, denn bei falscher Beratung haftet der Versicherungsmakler für Schäden, die dem Kunden dadurch entstanden sind. In der Regel ist der Versicherungsmakler auch während der Vertragslaufzeit jederzeit bei Fragen und Problemen Ansprechpartner für den Kunden und steht ihm beratend zur Seite. Seine Aufgabe ist es auch, den Kunden über Risiken sowie Vor- und Nachteile einzelner Abschlüsse aufzuklären.
Der Arbeitsplatz eines Versicherungsmaklers ist in der Regel ein Maklerbüro. Er arbeitet dort entweder selbstständig oder als Angestellter eines eigenständigen Maklers. Im Rahmen Ihrer Serviceleistungen besuchen Versicherungsmakler ihre Kunden auch zuhause und beraten sie dort. Daher gehören auch unregelmäßige Arbeitszeiten zum Berufsbild.
Wenn ein Versicherungsmakler selbstständig arbeitet, erhält er sein Geld in Form von Abschlussprovisionen. Die Höhe seines Einkommens kann also von Monat zu Monat variieren. Wer als Angestellter arbeitet, bekommt sein Gehalt meist als Kombination eines festen Grundgehaltes einschließlich der entsprechenden Abschlussprovisionen. Eine weitere Einnahmequelle für den Versicherungsmakler sind die Bestandsprovisionen. Hierbei erhält er fortlaufend von einer Versicherung gestaffelte Provisionen für einen Abschluss über die gesamte Länge der Vertragslaufzeit.
Ein Versicherungsmakler kann und sollte sich auf eine bestimmte Versicherungsart spezialisieren wie beispielsweise eine Lebensversicherung. Er gewährleistet damit, dass er in seinem Fachgebiet Experte ist und den vollen Überblick über Anbieter und Leistungen hat. Spezialisierte Versicherungsmakler können Kunden effizienter beraten.
Geschichte des Berufes
Bereits 2000 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung wurde in Babylonien die Not des Einzelnen gemeinschaftlich getragen, wenn jemand beispielsweise durch einen Raubüberfall zu materiellem Schaden gekommen war.
Die Verhandlungen zum Schadensausgleich wurden durch Ehrenmänner geführt; sie sammelten im Vorfeld Geld ein, um im Ernstfall einen finanziellen Schaden einer Privatperson damit decken zu können. Der Beruf des Versicherungsmaklers blickt somit auf eine ehrenvolle Geschichte zurück. Diese Ehrenmänner waren so etwas wie die Urform des heutigen Versicherungsmaklers.
Sie verwalteten die geldlichen Mittel, prüften den Einzelfall und verteilten sie an die zu Schaden gekommenen. Es konnten nur diejenigen Ehrenmänner werden, die eine reine Weste und sich noch nie etwas zu Schulden haben kommen lassen. Sie wurden in diesem Amt vereidigt und mussten ehrlich, fair und gewissenhaft sein. Diese ersten Formen des Schadensausgleiches entstanden zur Abwehr von existenziellen Nöten und boten schon früher den Menschen Schutz vor unvorhersehbaren Katastrophen wie Krankheit oder Missernten. Das Prinzip funktioniert im Grunde genommen bis heute so.
Im 17. Jahrhundert hab es in Deutschland erste gesetzliche Regelungen für Versicherungsfälle. So mussten nun beispielsweise Baumeister, durch deren Arbeit Schäden an Gebäuden entstanden waren, selbst dafür haften. Auch für die Angehörigen von Schiffbrüchigen gab es Einrichtungen, die die Familien nach dem Tod des Seemanns versorgten.
Suchen Sie jetzt nach Spezialisten zum Thema Versicherungsmakler in Ihrer Nähe!
Geben Sie einfach „Versicherungsmakler“ und eine Ortsbezeichnung in das Formular ein.
Bereits 1676 gab es das erste Versicherungsunternehmen: Die Hamburger Feuerkasse, die bis heute besteht. Es folgten weitere Versicherungen, die immer mehr Risiken abdeckten. Einen weiteren Meilenstein legte dann Otto von Bismarck, indem er die Sozialversicherungen ins Leben rief.
Mit den Versicherungen entstanden neue Berufsgruppen. Zeitweilig geriet das Berufsfeld etwas unter Beschuss, denn es konnten sich zunehmend auch Personen ohne spezielle persönliche oder fachliche Kompetenzen Versicherungsmakler nennen. Dadurch litt die Qualität der Beratung. Eine kurze Schulung reichte aus, um fortan als Versicherungsmakler zu arbeiten. Der Beruf litt an schlechtem Ansehen; Versicherungsfachleute wurden Klinkenputzer genannt, die den Menschen Versicherungen aufschwatzten, die sie nicht brauchten. Versicherungsunternehmen versuchten die Makler an sich zu binden und in ihrem Sinne zu arbeiten, was den Verlust der Unabhängigkeit des Versicherungsmaklers nach sich zog.
Heute muss jeder Versicherungsmakler eine fachspezifische Ausbildung durchlaufen oder einen weiterführenden Studiengang absolvieren. Beispielsweise kann ein/e gelernter Versicherungskaufmann/Kauffrau oder ein/e Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen im Anschluss eine Zusatzausbildung zum Versicherungsmakler absolvieren. Zur Qualitätssteigerung existieren mittlerweile eine neue Richtlinie der EU sowie ein Versicherungsvertragsgesetz.
Versicherungsmakler: Ein Beruf mit Zukunft?
Der Markt der Versicherungen und Finanzen lebt von kompetenten Beratern. Für den Einzelnen gibt es mittlerweile eine unüberschaubar gewordene Anzahl an Versicherungsunternehmen- und Leistungen. Daher werden auch perspektivisch immer mehr Menschen die Hilfe eines Versicherungsmaklers in Anspruch nehmen.
Die Branche ist ein wachsender Wirtschaftsbereich; selbst oder gerade in Krisenzeiten und wird dauerhaft stabil bleiben. Versicherungen können außerdem nicht wie Banken unerwartet in Liquiditätsprobleme geraten. Nicht jeder kann sich Versicherungsmakler nennen.
Seit dem Jahr 2007 bedarf es einer speziellen Zulassung, damit man sich Versicherungsmakler nennen darf. Davor konnte sich im Prinzip jeder Versicherungsmakler nennen. Deshalb gab es entsprechend viele schwarze Schafe, die schnell das große Geld machen wollten. Um dieser Entwicklung zu begegnen und eine einheitliche EU-Richtlinie zu schaffen, gibt es seit 2007 eine Zulassungspflicht für Versicherungsmakler. Heute muss jeder angehende Versicherungsmakler Fachkentnisse nachweisen, um in dieser Branche tätig werden zu können. Dazu muss er eine entsprechende schriftliche und praktische Prüfung bei der entsprechenden Kammer ablegen. Diese Hürde muss jeder bestehen, um seine Zulassung zu erhalten.
Mittlerweile ist der Beruf des Versicherungsmaklers vertrauenswürdiger geworden. Wer als Versicherungsmakler arbeiten will, muss eine entsprechende Berufshaftpflichtversicherung abschließen, falls es durch eine Fehlberatung seiner Kunden zu Vermögensschäden kommt.
Auch persönliche Eigenschaften spielen eine wesentliche Rolle für den Erfolg eines Versicherungsmaklers. Sie sollten kommunikativ, sicher im Umgang mit anderen Menschen sein und vor allem Geschick in Verhandlungsfragen mitbringen. Außerdem sollten sie im eigenen Interesse regelmäßig an Weiter- und Fortbildungen teilnehmen.
Konkurrenz durch Direktversicherungen?
Direktversicherungen sind Versicherungen, die ohne Makler direkt über das Internet abgeschlossen werden. Die Geschäftsbeziehung wird nicht über Dritte vermittelt. Hier ist der Versicherungsnehmer allerdings wieder selbst in der Pflicht, alle Angebote miteinander zu vergleichen. Auch an Direktversicherungen gibt es mittlerweile schon eine beträchtliche Anzahl. Selbst wenn diese oftmals günstigere Versicherungspakete anbieten, wird die Beratung vor Ort dadurch nicht ersetzt werden können.
Bildquellen:
David Morrison/123rf.com
Thorsten Schmitt/123rf.com
pejo/123rf.com

Einen Kommentar schreiben