Das Berufsbild Elektriker umfasst weit mehr, als nur einen Stecker in die Steckdose zu stecken. Für den Elektriker, heute Elektroniker genannt, bieten sich zahlreiche Einsatzfelder. Sie warten, installieren, reparieren und modernisieren Energieversorgungsanlagen wie Beleuchtungs- oder Kommunikationstechnik. Je nach Spezialisierung sind sie auch für die Programmierung und Konfiguration von Systemen verantwortlich. Das Spektrum der Branchen, in denen Elektroniker eingesetzt werden können, ist breit. Beschäftigt sind sie hauptsächlich in Dienstleistungsunternehmen.
Elektriker müssen sich noch während Ihrer Ausbildung auf ein Fachgebiet spezialisieren, beispielsweise in der Informations- und Kommunikationstechnik, der Automatisierungstechnik, der Energie- und Gebäudetechnik oder der Betriebstechnik.
Geschichte des Berufes
1866 wurde die Elektrizität und die Umwandlungen der Energieformen mechanische in elektrische Energie und andersrum von Werner von Siemens entdeckt. Die Elektrizität hielt danach zunehmend Einkehr in die Betriebe, die sich nach und nach umstrukturierten. Mechanische Vorgänge wurden, da wo es ging, durch elektrische ersetzt. Zunächst übernahmen Schlosser und Schmiede die Aufgaben des heutigen Elektriker. Sie verlegten beispielsweise Stromkabel und installierten Lampen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts fragten auch zunehmend private Haushalte nach Elektrizität. In den 1950ger und 1960ger Jahren erlebte das Geschäft mit elektrischen Haushaltsgeräten einen Boom. Die ersten Computer wurden gebaut und die Unterhaltungselektronik eroberte die Wohn- und Spielzimmer in deutschen Haushalten. Durch diese Entwicklung eröffnete sich ein neuer Berufszweig; die Gerätschaften mussten in Betrieben und Privathaushalten installiert, gewartet und repariert werden. Der Beruf des Elektrikers war geboren.
Mögliche Spezialisierungen während der Ausbildung
Betriebstechnik

Immer dann, wenn Gebäude neu- oder umgebaut werden, sorgen Elektriker für Betriebstechnik für eine fachgerechte Installation der Anlagen. Sie sind für die Entwürfe verantwortlich, müssen Störungen analysieren, beraten Kunden und Auftraggeber und organisieren und gewährleisten die Stromversorgung in den Betrieben. Außerdem sind sie auch für die Konfiguration von Systemen verantwortlich. Ihre Einsatzfelder können betriebliche Anlagen, Schalt- und Steueranlagen sowie Energieverteileranlagen- und Netze sein.
Für Elektriker kann es lebenswichtig sein, die entsprechenden Sicherheitsvorschriften einzuhalten. Sie müssen die Mitarbeiter der entsprechenden Betriebe in die Funktionalität einweisen und die Mitarbeiter für die Bedienung der installierten Anlagen schulen. Auftraggeber können Umspannwerke, Chemie oder Energieversorgungsunternehmen sein. Als berufliche Perspektive steht einem Elektriker, der sich auf die Betriebstechnik spezialisiert hat, eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister offen.
Energie- und Gebäudetechnik
Elektriker für Energie- und Gebäudetechnik planen die energetische Infrastruktur von Gebäuden. Sie installieren Anlagen wie beispielsweise Beleuchtungsanlagen für Straßenbahnen. Als Haustechniker in Gebäuden übernehmen sie Hausmeisteraufgaben. Sie gewährleisten auch die Energieversorgung in Windanlagen, Flughäfen oder Krankenhäusern. Elektriker für Energie- und Gebäudetechnik müssen Schaltkreise und Baupläne lesen können, damit sie Ursachen für Störungen finden können. Sie müssen diese nicht nur diagnostizieren sondern auch beheben können. Elektriker müssen ihre Arbeit dokumentieren und protokollieren, damit es auch für andere Mitarbeiter nachvollziehbar bleibt, was installiert oder verändert wurde.
Die Branche durchlebt eine schnelle Entwicklung. Es entstehen fortlaufend neue Systeme, deren Bedienung Aufgabe des Elektrikers ist. Daher ist der Elektriker auf regelmäßige Fortbildungen angewiesen. Elektriker für Energie- und Gebäudetechnik arbeiten auf Baustellen oder in Netzwerkräumen, in Hallen oder im Freien. Sie können sich nach ihrer Ausbildung weiter spezialisieren beispielsweise auf Bauelektriker, Schiffselektriker oder Servicetechniker.
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Informations- und Kommunikationstechnik
Elektriker mit dieser Spezialisierung sind verantwortlich für die Planung und Kontrolle von Informations- und Telekommunikationstechnik. Dies können beispielsweise Alarmanlagen oder Überwachungssysteme sein. Elektriker für Informations- und Kommunikationstechnik sind auch für die Installation von Netzwerken oder Software sowie deren Wartung und Inspektion verantwortlich. In ihrem Aufgabenbereich gehört die Betreuung, Beratung und Schulung ihrer Kunden. Elektriker für Informations- und Kommunikationstechnik arbeiten viel in größeren Höhen, beispielsweise auf Gerüsten oder Leitern. Nach ihrer Ausbildung haben sie die Möglichkeit, sich weiter zu spezialisieren und als Antennenmonteure, Qualitätskontrolleure und Systemprogrammierer zu arbeiten.
Automatisierungstechnik
Elektriker für Automatisierungstechnik bedienen hochkomplexe Anlagen; sie nehmen sie in Betrieb, programmieren und testen sie. Sie stellen elektrische Anschlüsse her und müssen die Steuerungstechnik bedienen. Der Arbeitsplatz eines Elektrikers für Automatisierungstechnik liegt häufig in einer Werkhalle. Hier sind die Mitarbeiter in der Regel einer hohen Lautstärke ausgesetzt. Elektriker für Automatisierungstechnik müssen mit Schichtarbeit rechnen.
Arbeitsbedingungen
Elektriker müssen selbstständig und verantwortungsbewusst arbeiten. Bei größeren Einsätzen arbeiten sie im Team und eng mit ihren Kollegen zusammen. Da der Umgang mit Strom lebensbedrohlich werden kann, ist bei der Teamarbeit gegenseitiges Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein erforderlich. Je nach Anstellungsverhältnis müssen Elektriker auch mal auf Montage gehen und auswärts arbeiten.
Oftmals arbeiten Elektriker in unbequemer Körperhaltung, beispielsweise im Stehen, in gebückter Haltung oder über Kopf, auf Leitern und Gerüsten. Die Arbeit kann körperlich anstrengend werden, wenn Bauteile getragen werden müssen. Wenn die Arbeit im Freien anfällt, arbeiten Elektriker bei jeder Witterung. Sie tragen in der Regel eine spezielle Schutzkleidung wie Sicherheitsschuhe oder Helme.
Elektriker müssen im eigenen Interesse und zu ihrem Schutz immer streng darauf achten, die Sicherheitsanweisungen einzuhalten. Der Umgang mit Strom kann bei Nachlässigkeiten lebensgefährlich sein. Elektriker stehen oftmals unter Zeitdruck. Wenn eine Anlage wieder in Gang gebracht werden muss, sind schnelle Entscheidungen notwendig. Elektriker müssen oftmals auf Abruf zur Verfügung stehen und bereit sein, Überstunden zu leisten.
Berufliche Voraussetzungen
Elektriker müssen ein Interesse an Mathematik und Naturwissenschaft haben sowie technische Fähigkeiten und ein Verständnis für technische Vorgänge. Sie dürfen Respekt aber keine Angst vor Elektrizität haben.
Der Beruf des Elektrikers erfordert einen regelmäßigen Umgang mit Kunden; daher sollten Elektriker ein kommunikatives und freundliches Wesen haben. Sie arbeiten nicht immer an sauberen Arbeitsplätzen – daher sollten angehende Elektriker keine Scheu davor haben, sich auch mal die Hände schmutzig zu machen. Elektriker müssen in der Regel eine bestimmte Berufsbekleidung tragen. Manchmal fallen auch Arbeiten an ungewöhnlichen Orten an; beispielsweise in großer Höhe oder in engen Räumen wie Fahrstühlen. Daher sollten Elektriker resistent sein gegen Höhen- und Platzangst. Sie brauchen oftmals viel Geduld.
Ein Elektriker muss praktisch veranlagt sein und darf nicht die berühmten zwei linken Hände haben. Er braucht Freude an organisatorischen und planerischen Aufgaben, sollte zeichnerische Fähigkeiten besitzen sowie Flexibilität und Lernbereitschaft.
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