Der Beruf des Malers umfasst entgegen der vielfachen Meinung weit mehr, als eine Rolle mit Farbe hoch und runter zu bewegen und damit die Wände anzupinseln. Früher einfach „Anstreicher“ genannt, ist Maler ein Beruf, der nie aussterben wird und mit seiner komplexen Ausbildung viele Facetten birgt. Die vollständige Berufsbezeichnung lautet heute „Maler und Lackierer“.
Geschichte des Malers
Zählt man die Höhlenmalereien in der Steinzeit dazu, hat der Beruf des Malers eine sehr lange Geschichte. In jeder Epoche wurden Wände gestaltet und kunstvoll verziert; von der Antike bis zur Neuzeit. Im Mittelalter gab es eine erste Berufsbezeichnung dafür. Der sogenannte „Schilderer“ bemalte und verzierte beispielsweise die Wappen der Ritter. Dies wurde als hohe Kunst angesehen. Ging es nur um Anstriche, fiel dies in das Betätigungsfeld des Maurers.
Das Aufgabenfeld dehnte sich immer weiter aus. Später gehörte auch die Anfertigung von Wandmalereien in öffentlichen und privaten Gebäuden dazu. Seit dem 15. Jahrhundert gab es offiziell eine Malerzunft und spätestens hier war der Beruf des Malers geboren. Bis heute hat dieses Berufsfeld sehr viel mit Kunst und Gestaltung zu tun und geht weit über das reine anstreichen hinaus. Im 19. Jahrhundert wurden die Zünfte abgeschafft; seitdem gibt es die Malerinnung.
Warum man einen Fachmann beauftragen sollte

Streichen kann jeder: Dieses Gerücht hält sich unter Hobby-Handwerkern immer noch hartnäckig. Die zahlreich gewordenen Do-it-yourself Handwerkersendungen im Fernsehen, lassen selbst die komplizierteste Wandgestaltung denkbar einfach erscheinen.
Aber: Nicht umsonst muss jeder Maler und Lackierer eine intensive Ausbildung absolvieren, in der er lernt, auf welchen Untergründen welche Materialien eingesetzt werden können und welche Ausrüstung dafür benötigt wird. Selbst wenn eine Wand nur geweißt werden soll, ist es für einen Laien schwierig, ein gleichmäßiges Farbergebnis zu erzielen. Wer lange Freude an schön gestalteten Wänden haben will, sollte daher einen Fachmann beauftragen.
Hobby-Heimwerker, die unsachgemäß arbeiten, laufen Gefahr, mehr Schaden als Nutzen anzurichten. Laienhafte Arbeiten können schnell die Tapete ruinieren; dann zahlt man am Ende drauf und ein Fachmann muss trotzdem beauftragt werden. Laien benötigen außerdem einen wesentlich höheren Zeitaufwand. Jede Wand ist anders. Manchmal müssen Wandschäden wie Nikotinspuren, Feuchtigkeit oder sogar Schimmel mit den richtigen Materialien behandelt werden.
Geschieht dies nicht, wird nach kurzer Zeit ein neuer Anstrich erforderlich. Komplizierte Wandanstriche gehören immer in die Hände eines Fachmanns. Dies spart am Ende nicht nur Geld und unnötig verschwendete Materialien, sondern in jedem Falle auch die Enttäuschung, wenn das Ergebnis nicht so aussieht wie vorgestellt.
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Der Beruf
Maler und Lackierer ist ein sehr vielseitiger Handwerksberuf. In den Hauptaufgabenbereich fallen tapezieren, lackieren und streichen. Eine Wohnung zu tapezieren und anschließend zu streichen, verlangt heute dem Maler viele Kenntnisse ab. Er muss beispielsweise aus den zahlreichen Wandbelägen und Klebeformen die für die Wände und Fassaden geeigneten auswählen. Ein Maler muss für jeden Untergrund die richtigen Materialien wählen, um qualitative und gute Arbeit zu leisten. Neben den traditionellen Tätigkeiten nimmt der Maler und Lackierer beispielsweise auch kreative Aufgaben bei der Wandgestaltung wahr.
Auch die Instandhaltung bestimmter Materialien wie Holz oder Beton zählt zum Betätigungsfeld des Malers. Zum Berufsbild gehören auch Restaurationsaufgaben. Hier liegt der Focus vor allem auf der Erhaltung wertvoller Fassadenmaterialien oder Wandmalereien in historischen Bauten. Dies verlangt sehr viele Kenntnisse über verschiedene Stilepochen, um genau restaurieren zu können. Diese Form der Instandhaltung erfordert daher für jeden Maler und Lackierer eine spezielle Zusatzausbildung.
Maler und Lackierer: Die Arbeitsbedingungen
Nicht immer ist der Arbeitsplatz eines Malers ein gemütlich geheiztes Wohnzimmer. Auch Arbeiten an Außenfassaden gehören zu den Tätigkeiten. Hier arbeitet der Maler sowohl bei Sonnenschein als auch bei Wind und Schmuddelwetter, Nässe und Kälte. Maler sollten keine Scheu vor Schmutz und Staub haben. Trotz speziellem Schutzanzug verlässt ein Maler selten sauber seinen Arbeitsplatz. Er muss beispielsweise Wände für eine neue Gestaltung vorbereiten und dabei alte Anstriche entfernen. Dies kann manchmal sehr stauben und auch gefährliche Stoffe aufwirbeln.
Kreativität
Wände zu streichen, umfasst heute viel mehr, als mit Pinsel und Rolle eine Farbe auf die Wand zu bringen. Es gibt mittlerweile zahlreiche Gestaltungstechniken wie beispielsweise die Wischtechnik, die Lasurtechnik oder die Tupftechnik mit einem Schwamm, die der Maler können und künstlerisch umsetzen muss. Diese Techniken zu beherrschen, ist Teil einer Malerausbildung . Es verlangt außerdem viel Feingefühl im Umgang mit Farben und Formen und Verständnis für Ästhetik. Meist spezialisierte Maler beherrschen besonders kunstvolle und aufwendige Techniken beispielsweise die Imitation von Marmor oder Holz. Ein Maler muss seinen Kunden über die für sein Wohnumfeld geeignete Farbe beraten. Dazu muss er Farbwirkungen kennen und Kunden entsprechene Empfehlungen aussprechen. Oft entwirft er sogar ganze Raumkonzepte.
Der Maler als Feuerwehrmann

Der Malerberuf bietet seinen Auszubildenden viele Facetten. So sind sie sogar – im übertragenen Sinne – als Feuerwehrmänner tätig. Hier soll jedoch weder ein Feuer gelegt noch gelöscht, sondern ein Brand soll durch feuerfeste Brandbeläge verhindert werden. So gibt es bestimmte Brandschutzbeschichtungen für Holzteile, wenn diese erhöhter Gefahr von Bränden ausgesetzt sind. Auch verwendet das Malerhandwerk heute bestimmte Farben und Lacke, die bei hoher Temperaturentwicklung nicht brennbare Dämmschichten entwickeln.
Diese schützen die darunter liegenden Materialien vor weiterer Überhitzung und Feuer. Je nach Eigenschaften können diese Beschichtungen die darunter liegenden Bauteile bis zu 3 Stunden vor Feuer schützen. Der Maler muss anhand der Gebäudeart und den Möglichkeiten eventueller Brandbekämpfungsmaßnahmen entscheiden können, welche Materialien als Feuerschutz verwendet werden. Der Maler trägt hier also sehr große Verantwortung. Er muss Brandgefahr durch geeignete Beschichtungen minimieren und rettet damit vielleicht. Menschenleben.
Der Maler als Chemiker
Ein Maler muss heute sehr viele Kenntnisse in Chemie besitzen, denn er arbeitet unter anderem mit Bindemitteln und Beschichtungen, die bestimmte chemische Eigenschaften besitzen. Der Maler muss den Kunden beraten können, wie er Sachgegenstände vor verschiedenen äußeren Einwirkungen schützen kann. Dafür stehen ihm Farben und Lacke zur Verfügung, die wasserabweisend sind, bestimmte Gase nicht durchlassen oder vor Strahlen schützen. Genaue Kenntnisse über die Zusammensetzung und Eigenschaften der Farben gehören damit zum Basiswissen eines jeden Malers.
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