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Wiesbadener Kurier

Haarentfernung zuhause – Depilation oder Epilation?

Geschrieben von Anne Garske

Haarentfernung durch RasurWer denkt, die Haarentfernung wäre ein vor wenigen Jahren herübergekommener Trend aus den USA, irrt sich gewaltig. Zwar erinnern wir uns alle noch an deutsche Achselhaarfrisuren à la “Nena”, die erst mit besagtem Trend ein Ende fanden, doch die wahre Tradition der Haarentfernung nahm ihren Anfang im Orient.
Schon vor 4000 Jahren entfernten sich Frauen mit Harzen, Pflanzenextrakten oder scharfen Muscheln ihre Körperbehaarung, um dem gängien Vorstellungen von Schönheit und Gepflegtheit zu entsprechen.

Die Rasur des kompletten Intimbereiches galt damals vor allem als hygienische Maßnahme, um Keime und Krankheiten zu minimieren. Außerdem stellte es ein Schönheitsideal dar, die Vorliebe der Männer für im Intimbereich enthaarte Frauen kam noch dazu. Im Allgemeinen kann man sagen: durch die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch, von der Antike über das Mittelalter bis hinein in die Frühe Neuzeit, war Haarentfernung ein Thema. Motiviert wurde dies durch den Wunsch nach Hygiene und Ästhetik. In die USA kam der Trend aus Brasilien, wo die Bikinis immer knapper wurden und der Wunsch nach vollständiger Enthaarung stieg, dann kam er – wieder einmal – nach Europa zurück.

Verfahrensweisen der Haarenfernung

Zunächst muss unterschieden werden zwischen Depilation und Epilation.

Bei der Depilation werden ausschließlich die sichtbaren Teile des Haares entfernt, also alles außerhalb der Haut. Eine Depilation hat nur kurzzeitige Wirkung, da das Haar schnell wieder nachwächst.

Bei der Epilation wird das Haar unter der Haut entfernt. Dabei wird die Wurzel entweder zerstört und die Haare bleiben für immer verschwunden oder das Haar wird nur an der Wurzel ausgerissen und wächst nach einer gewissen Zeit (vier bis sechs Wochen) wieder nach. Dauerhafte Haarentfernung können Sie zuhause nicht vornehmen, mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Verfahren der Depilation

Rasur
Das typische Verfahren ist hier die Rasur, nass oder trocken. Das Ergebnis bei einer Nassrasur ist allerdings zufriedenstellender, die Haut ist glatter und weniger stark gereizt. Je nach Intensität des Haarwachstums muss man täglich rasieren und gerade Menschen mit verstärktem Haarwachstum werden damit leben müssen, dass sie jeden Abend harte Stoppeln an den betreffenden Stellen vorfinden. Vor allem im Sommer, wenn sie unter den Achseln stark schwitzen und die Reibung der Stoppeln ihr übriges tut, kann es hier zu Entzündungen der Haut kommen. Dies ist allerdings mehr die Ausnahme als die Regel, in den meisten Fällen sind eine Rasur und deren Folgen mit keinerlei Schmerzen verbunden.
Eine Nassrasur stellt die schnellste und preiswerteste Methode dar, um Haare zu entfernen. Alles, was man braucht, ist ein Rasierer, Rasierschaum und eine Pflegecreme für die Nachbehandlung. Es empfiehlt sich, mit der Haarwuchsrichtung zu rasieren (das Ergebnis gegen die Haarwuchsrichtung ist zwar glatter, aber die Haut wird stark gereizt und es kann zu Pickelbildung und Entzündungen kommen). Außerdem sollten stumpfe Klingen vermieden werden. Direkt nach der Rasur sollten Sie zusätzlich auf Deodoranten und Parfums verzichten, die Alkohol enthalten.

Enthaarungscreme
Eine weitere Form der Depilation ist die Verwendung von Enthaarungscremes. Hierbei sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie pure Chemie an Ihre Haut lassen. Prüfen Sie vor der Behandlung die Hautverträglichkeit, sonst kann es unschöne Nebenwirkungen wie Rötungen oder Reizungen, im Extremfall auch einen Allergieschock geben. Eine Haarentfernung im Intimbereich ist damit nicht möglich, da keine Chemie auf die Schleimhäute gelangen darf.
Mit Enthaarungscreme dauert die Haarentfernung etwas länger als mit einem Nassrasierer, die meisten Produkte geben eine Einwirkzeit zwischen 10 und 20 Minuten vor. Das Ergebnis ist zwar schön glatt, hält aber, ähnlich wie beim Nassrasierer, nicht sehr lange.

Verfahren der Epilation

Temporäre Epilation
Um es kurz zu machen: Wenn Sie nicht schmerzresistent sind, sollten Sie bei der Depilation bleiben. Egal, welches Epilationsverfahren Sie nutzen, wenn Sie den Schmerz nicht beispielsweise durch tantrische Bewusstseinsmethoden unterdrücken können, werden Sie zumindest anfangs nicht drumherum kommen. Wer sich jetzt fragt, warum er sich das dann überhaupt antun soll: Epilation birgt viele Vorteile. Zum einen hat man nicht jeden Tag den Stress mit den Haaren, denn das Ergebnis der Epilation ist dauerhaft glatt. Vier bis fünf Wochen lang wächst nichts nach. Lästige Stoppeln sind mit der Epilation ebenfalls Geschichte, denn die nachwachsenden Haare sind fein und weich, nach ein paar Jahren wachsen sie sogar verringert nach. Ein weiterer Vorteil ist, dass Epilation auf Dauer weniger Stress für die Haut bedeutet.

Die Behandlung an sich ist im Stressfaktor zwar kaum zu übertreffen, da sie aber nur höchstens einmal im Monat durchgeführt wird, relativiert sich dies wieder. Je öfter man sich die Haare mittels Epilation entfernt, desto weniger tut es auch weh. Dies unterscheidet sich allerdings von Mensch zu Mensch, und auch die Stelle, an der epiliert wird, ist zu beachten. An den Beinen wird man irgendwann keine Schmerzen mehr spüren, Bikinizone und Achselbereich sind dagegen sehr viel empfindlicher. Wer Schmerzen in welcher Intensität empfinden wird, kann daher nicht vorhergesagt werden, nur eines ist sicher: es wird weniger, das erste Mal ist auch das Schlimmste, danach kann es nur noch besser werden.

Das Epiliergerät
Mit dem Kauf eines Epiliergerätes tätigen Sie eine einmalige Investition zwischen 40 und 120 Euro. Wer billig kauft, kauft hierbei zwar nicht unbedingt zweimal, aber dafür schmerzhafter. Hochqualitative Geräte massieren die Haut, bevor sie epilieren, zum Teil liegen der Packung sogar kühlende Päckchen mit bei, die Hautreizungen zusätzlich minimieren. Wenn Sie ein Gerät verwenden, das nur wenige Haare auf einmal ausreißt, wird der Schmerz zusätzlich verringert. Des Weiteren kann es sinnvoll sein, ein Gerät zu nehmen, das die Haare vor der Epilation trimmen kann, denn Haare zwischen 2 und 5 mm Länge lassen sich nicht nur am besten entfernen, bei dieser Länge schmerzt es auch am wenigsten. Neuartige Epilierer können sogar Haare mit einer Länge von 0,5 mm Länge entfernen, sodass man nicht warten muss, bis sie eine bestimmte Länge erreicht haben. Vor der Epilation sollte die Haut sauber sein, also frei von Cremerückständen und bestenfalls auch von abgestorbenen Hautschüppchen – hier wäre ein Peeling die ideale Vorbereitung.

Tipp: Epilieren Sie im besten Fall abends, dann hat die Haut eine ganze Nacht lang Zeit sich zu erholen, bevor sie wieder mit enger Kleidung in Berührung kommt. Tragen Sie nach dem Epilieren eine Pflegelotion mit Aloe Vera oder Kamillenextrakt auf, dann steht einem perfekten Auftritt am nächsten Morgen nichts mehr im Wege. Den Intimbereich sollten Sie allerdings nicht mit dem Epiliergerät behandeln, da die Pinzetten zu langsam greifen und erhöhte Schmerzen sowie kleine Blutungen die Folge sind.

Je nach Qualität sind Epiliergeräte sehr gründlich, sodass eine Stelle nicht mehrere Male behandelt werden muss. Dennoch sollten Sie bedenken: Epiliergeräte arbeiten langsam. Vergleichbar ist dies mit dem Abziehen eines Pflasters: Ziehen Sie es langsam ab, tut es weh, machen Sie es schnell, tut es nur kurz weh. Eine Lösung dieses Problems wäre das Wachsen.

Wachsen
Hier gibt es zwei Methoden: Warmwachsen und Kaltwachsen. Beide sind für alle Körperregionen geeignet und funktionieren nach demselben Prinzip, haben aber unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Kaltwachsstreifen sind Stoffstreifen, auf denen bereits gleichmäßig Wachs verteilt ist. Für die Anwendung müssen zwei Kaltwachsstreifen gegeneinander gepresst und durch Reibung erwärmt werden. Da die Form und Größe der Streifen schon vorbereitet sind, kann es zur Verschwendung der Streifen kommen, wenn nur noch kleinere Flächen behandelt werden müssen. Ein Kaltwachsstreifen ist etwa drei bis viermal anwendbar, dann klebt das Wachs nicht mehr genügend. Nach der Behandlung können die Kaltwachsstreifen einfach weggeworfen werden.

Warmwachs empfinden viele Frauen als etwas komplizierter. Hierbei wird das Wachs, welches sich in einem kleinen Behälter befindet, in der Mikrowelle oder einem Wasserbad erwärmt und dann mit einem Holzspatel auf die Haut aufgetragen. Dann werden die in der Packung enthaltenen Stoffstreifen auf die betreffende Hautstelle gelegt und abgezogen.

Vorteil: Die Stoffstreifen und die Wachsmenge kann man sich selbst einteilen, sodass nur sehr wenig Wachs verschwendet wird. Die Wärme des Wachses empfinden viele Frauen als wohltuend.
Nachteil: Da die Packung nur eine bestimmte Menge an Stoffstreifen enthält, muss diese nach der Enthaarung mit warmen Wasser entfernt werden, was etwa zehn Minuten zusätzlich in Anspruch nimmt. Ein Töpfchen Warmwachs kostet im Handel mehr als eine Packung Kaltwachsstreifen, hält aber ungleich länger. Einen Nachteil haben beide gemeinsam: Die Haare müssen eine Länge von 2mm haben, sodass man etwa eine Woche lang mit unansehnlichen Körperstellen herumlaufen muss.

Was die Behandlung angeht, sind beide Formen gleich: Das Wachs wird in Haarwuchsrichtung aufgetragen und mit einer schnellen Bewegung gegen die Wuchsrichtung abgezogen.

Bildquelle:
aboutpixel / mp3_master


5 Antworten zu “Haarentfernung zuhause – Depilation oder Epilation?”

  1. Inka sagt:

    Wirklich hilfreicher Artikel! Aber ich bleibe dem Rasierer wohl doch treu ;-)

  2. Fia sagt:

    Interessant!! Also ich behandel immer mein Intimbereich mit Warmwachs und anschließend die einzelnen Haare die noch über geblieben sind mit dem Epilierer.
    Für die Beine und im Achselbereich benutze ich grundsätzlich nur den Epilierer! Ich habe einen den man auch unter Wasser verwenden kann (ca. 80€ von Panasonic) der ist echt sehr sehr gut! Mit ganz vielen Funktionen und so.

    Also von Rasieren und Enthaarungscreme halte ich nichts! Das ist nur Geldverschwendung.
    Ich hätte absolut keine Lust und keine Nerven dafür jeden zweiten, oder dritten Tag meine Beine etc. zu rasieren…
    Dann lieber etwas Schmerzen haben und man hat aber sehr lange Ruhe! Dafür nehme ich die Schmerzen gerne in Kauf… :-)

  3. Eva sagt:

    ich epiliere seit Jahren und empfinde dabei keinen Schmerz, allerdings habe ich häufig das Problem, dass Haare einwachsen und dann Pickel entstehen, deswegen muß ich viel peelen und cremen oder eben zwischendurch depilieren, da schlage ich dann zwei Fliegen mit einer Klappe: peelen und nachwachsende Haare sanft entfernen. Rasieren kommt für mich nur unter den Armen in Frage, da ich dort (im gegensatz) extrem schmerzenpfindlich bin.

  4. Gesunde Frau sagt:

    Epilierer im Test…

    Die Haarentfernung ist ein wiederkehrendes Ritual, das auf verschiedene Weise bewerkstelligt werden kann, wobei Frau die Wahl zwischen der Nassrasur, Wachs oder einem Epiliergerät hat. Jede Art hat dabei Vor- und Nachteile und abgesehen vom Schmerzempf…

  5. Die Erklärung sagt:

    Ausstattung für Nassrasur im Internet kaufen…

    Bei der Suche nach Anbietern für Rasierer und Rasurzubehör im Internet wird von den meisten Verbrauchern der Sicherheit und der Qualität der angebotenen Produkte die höchste Priorität zugemessen. Diese Punkte werden vom Online-Shop rasiermesser-online….

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