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Wiesbadener Kurier

Bio Drogerieartikel – wirklich gesünder oder nur teurer Mythos?

Geschrieben von Anne Garske

Gesund leben hört nicht bei der richtigen Ernährung auf. Auch Dinge des täglichen Bedarfes für den Haushalt gibt es mittlerweile als Bio-Artikel in der Drogerie zu kaufen. In beinahe allen Verpackungen und Plastikartikeln sind gefährliche Weichmacher enthalten, die über die Haut oder die Atmung in den Organismus gelangen. Diesen Giften sind viele Menschen bereits beim morgendlichen Zähneputzen mit einer herkömmlichen Zahnbürste ausgesetzt. Bio Drogerieartikel sind daher zunehmend eine Alternative zu herkömmlichen Produkten.

Doch auch für diejenigen, die gerne umweltbewusst leben und in ihrem Haushalt verantwortungsvoll handeln wollen, stellt der erhöhte Preis für Naturprodukte immer noch eine Kaufbarriere dar. Gesund leben ist auch eine Frage des Budgets. Daher ist es wichtig, zu wissen: Lohnt sich die Investition in teurere Produkte oder steht hinter dem Bio-Trend lediglich ein unnötig hoher Preis? Bringen auch Bio-Drogerieartikel die erhoffte Wirkung oder setzt hier lediglich der Placebo-Effekt ein?

Pflegende Kosmetik aus dem Bio-Sortiment


Jeder Mensch reagiert anders auf Inhaltsstoffe in Kosmetika. Während allergieanfällige Menschen schnell an Rötungen und Ausschlägen auf der Haut leiden, verursachen die chemischen und synthetischen Substanzen bei Anderen wiederum keine sichtbaren Nebenwirkungen. Dennoch können herkömmliche Kosmetikartikel eine ebenso negative Wirkung auf den Organismus haben. Nicht anders verhält es sich beim Thema Haarpflege, bei dem aus Gesundheitsgründen inzwischen immer öfter die Entscheidung hin zu natürlichen Styling-Lösungen fällt.

Konventionelle Kosmetik unterdrückt die Selbstregulierungskräfte der Haut, weil sie ihr alles an Nährstoffen von außen zuführt, was sie braucht. Oft sind in diesen Produkten aber auch Inhaltsstoffe enthalten, die die Haut eventuell gar nicht braucht, aber auf der anderen Seite auch nicht ausscheiden kann. Dies führt zu unnötigen Belastungen, wodurch das Abwehrsystem der Haut geschwächt wird.

Durch die Verwendung von Naturkosmetik sollen die Selbstregulierungskräfte der Haut erhalten bleiben. Die Produktlinien der Bio-Kosmetik richten sich nicht wie herkömmliche Produkte an fest definierte Hauttypen (wie trockene oder zu fett neigende Haut), sondern berücksichtigen primär den aktuellen Gesundheitszustand der Haut. Statt synthetischer Parfumstoffe werden ätherische Öle und Fruchtaromen verwendet, was die Haut zusätzlich schont. Bio-Kosmetik wird ausschließlich aus Naturstoffen gewonnen und die Gefahr von negativen Reaktionen des Körpers dadurch deutlich minimiert. Bio fängt bereits bei der Herstellung an: Die Natur soll durch die Produktion so wenig wie möglich belastet werden. So wird bereits bei der Produktentwicklung auf Tierversuche verzichtet und auch die Verpackungen von Bio-Kosmetik sind in der Regel wiederverwertbar.

Jeder Verbraucher sollte bei dem Kauf von Bio- und Naturprodukten bedenken, dass die Bezeichnung nicht geschützt ist und sich hinter angeblichen Bio-Kosmetika einfach nur künstlich überteuerte Waren verstecken können. Der Kauf eines Bio-Kosmetikartikels verlangt daher vom Verbraucher vor dem Kauf eine intensivere Beschäftigung. Verbraucher können aber zusätzlich auf anerkannte Siegel und Zertifizierungen achten. Zu beachten ist außerdem, dass Bio-Kosmetik durch den Verzicht auf Chemikalien weniger lange haltbar ist und schneller verbraucht werden muss. Oftmals sind jedoch die Packungsgrößen darauf abgestimmt. Da auch bei Verpackungen auf Umweltverträglichkeit geachtet wird, gibt es bei Bio-Produkten keine Mogelpackungen, die doppelt so groß sind, wie ihr Inhalt.

Auch Bio-Kosmetik kann Allergien auslösen, besonders dann, wenn für die Herstellung minderwertige Öle verwendet wurden, um die Waren günstiger anbieten zu können. Daher lohnt es sich, vor allem bei Kosmetika in Qualität zu investieren.

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Eine saubere Wohnung: Auch mit Bio-Reinigern möglich?


Die Vorteile herkömmlicher Reinigungsmittel liegen für viele Verbraucher klar auf der Hand. Mit Rohrfix, Entkalker, Backofenspray oder Polsterschaum wird eine schnelle und starke Reinigungsleistung erzielt. Im Gegensatz zu alternativen Reinigungsmitteln wird Zeit und Mühe gespart, weil Verschmutzungen beim ersten Wischen beseitigt werden können. Die Giftzeichen auf den Flaschen, die vor massiven Gesundheitsgefährdungen warnen, werden von den meisten Verbrauchern ebenso selbstverständlich überlesen, wie die Warnungen auf Zigarettenschachteln.

Beim Einsatz von Reinigungsmitteln auf chemischer Basis entstehen oftmals für Menschen gefährliche Dämpfe. Wird beispielsweise ein WC-Reiniger mit einem Allzweckreiniger kombiniert, kann für die Atemwege hochgiftiges Chlorgas entstehen. Auch die in aggressiven Putzmitteln enthaltene Natronlauge führt zu gefährlichen Verätzungen auf der Haut und in den Augen. Die Gefahr der chemischen Keule ist für den Verbraucher in der Regel gar nicht abschätzbar.

Bio- Reinigungsmittel werden auf der Basis pflanzlicher Seifen hergestellt und sind gesundheitlich vollkommen unbedenklich. Wer bewusst gesund leben möchte, kann daher auch beim Wohnungsputz nicht auf Alternativen zu chemischen Reinigungsmitteln verzichten. Bio-Reinigungsmittel sind in der Regel ebenso effektiv wie herkömmliche Putzmittel, bedürfen lediglich in hartnäckigen Fällen eine längere Einwirkzeit, die der Verbraucher jedoch zugunsten seiner Gesundheit und der Umwelt in Kauf nehmen sollte.

Bio-Waschmittel: Lohnt sich der finanzielle Mehraufwand?


Waschen ist durch den Wasserverbrauch, den Energieaufwand und den Einsatz von Reinigungsmitteln immer eine Belastung für die Umwelt. Diese kann mit einem entsprechenden Waschmittel jedoch deutlich reduziert werden.

Bei vielen Verbrauchern hat sich der Mythos eingebrannt, dass die Wäsche ohne schädliche Chemie nicht richtig sauber werden kann. Bei den heutigen Bio Drogerieartikeln ist diese Angst jedoch unbegründet. Waschmittel, die auf haut- und umweltschädliche Tenside verzichten, bestehen aus einer Pflanzenseife, deren Herkunft biologisch kontrolliert wurde. Auch die Düfte im Waschpulver werden ohne künstliche und hautunfreundliche Synthetikstoffe erzeugt. Als Duftkomponente werden ätherische Öle verwendet; auf den Zusatz von Bleichstoffen und Enzymen, die durch das Waschen an die Haut gelangen, wird gänzlich verzichtet. Bio-Waschmittel sind biologisch abbaubar und besonders für Allergiker geeignet.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Haut täglich mit dem verwendeten Waschmittel in Berührung kommt, lohnt sich die bewusste Wahl eines umwelt- und gesundheitsverträglichen Waschmittels der eigenen Gesundheit zuliebe. Den Mehrwert eines Bio-Waschmittels erlebt außerdem nicht nur der Verbraucher. Die chemischen Stoffe, auf die in Bio-Waschmitteln verzichtet wird, gelangen mit dem Abwasser in die Natur bzw. die Gewässer und es dauert lange, bis sie dort abgebaut werden können. Sie schädigen nicht nur die Natur sondern auch dort lebende Tiere. So lohnt sich der Gang zu Reformhaus zum Kauf von Reinigungsmitteln also aus vielerlei Hinsicht.

Tipps für den Bio Haushalt


Der Einsatz von Chemikalien im Haushalt kann schon mit kleinen Achtsamkeiten verringert werden. Es reicht schon aus, darauf zu achten, die Reinigungsmittel richtig zu dosieren. Flecken lassen sich am besten beseitigen, wenn sie gleich entfernt werden, statt sie lange eintrocknen zu lassen. Lassen Sie starke Verschmutzungen über Nacht einwirken; oft können Flecken dann ganz ohne zusätzliche Reinigungsmittel entfernt werden. Waschen mit niedrigen Temperaturen schont die Umwelt. Waschmittel, das sich nur bei hohen Temperaturen auflöst, kann in wenig heißem Wasser bereits vorgelöst werden.

Bio-Drogerieartikel sind für einen umwelt- und gesundheitsbewussten Haushalt heute unentbehrlich geworden. Der finanzielle Mehraufwand für hochwertigere Haushaltswaren lohnt sich sowohl für die Umwelt, als auch für die eigene gesunde Lebensweise.

Bilquelle:
Barbara Eckhold/Pixelio.de
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‘Fleißiges Bienchen’ Martina/aboutpixel.de
‘ZiSssCchhhhh’ Uwe Dreßler/aboutpixel.de
‘Eine saubere Sache’ Heinz Hasselberg/pixelio.de
‘Waschtag’ Günther Havlena/pixelio.de


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