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Ein guter Tipp kann oft Gold wert sein

Wiesbadener Kurier

Dellen und Beulen am Auto – lieber gleich vom Profi repariert

Geschrieben von Petra Mayer

Neulich auf dem Parkplatz: Die Parklücke sah gut aus, breit genug, optimal zum rückwärts einparken, und genau vor dem Geschäft. Bei strömendem Regen ein unschätzbarer Vorteil. Das Einparken lief problemlos. Schließlich hat man ja einen Parkassistenten an Bord, der immer aufgeregter piepst, je näher das feindliche Hindernis kommt … Einkaufen, wieder rein ins Auto, Gang reinlegen und los geht’s – es wäre perfekt gelaufen, wenn nicht gerade in dem Moment der BMW aus der Parklücke gegenüber ausgeschert wäre.

Kleine Delle vorne links, am gegnerischen Fahrzeug nur ein Lackkratzer – bei den niedrigen Geschwindigkeiten auf einem Parkplatz passiert nicht viel. Polizei und Versicherung sind schnell informiert, der Papierkram ist ärgerlich, aber man ist sich ob der geteilten Schuld einig, tauscht Telefonnummern aus und beschließt, den geringen Schaden in Eigenregie beheben und die Kosten teilen zu wollen. Wie gut, dass der Kumpel vom Nachbarn Kfz-Mechaniker ist und Dellen und Beulen gerne zu Hause nach Feierabend bearbeitet. Damit kann man sich die Fahrt in die teure Autowerkstatt ersparen. Tatsächlich?

Autodelle lieber ‘schwarz’ reparieren als bei der Werkstatt?

Meist erscheint es kostengünstiger, wenn man kleinere Schäden wie Schrammen im Lack, minimale Dellen und Beulen und dergleichen “schwarz” beheben lässt. Dass man sich damit strafbar macht, ist den meisten Menschen zwar bekannt, wird aber von allen Beteiligten gerne ignoriert. Abzuwägen ist ob man auch wegen eher geringfügigen Schäden in die Werkstatt fahren sollte? Man geht mit Schnupfen ja auch nicht gleich zum Arzt, sondern fragt Oma nach Kräutertee und Honigmilch. In den meisten Fällen geht es gut. Kleine Schäden können tatsächlich günstig und schnell selbst behoben beziehungsweise im Rahmen der erlaubten Nachbarschaftshilfe beseitigt werden. Und wer einen Kfz-Mechaniker mit der entsprechenden Ausbildung kennt, der obendrein noch Sorgfalt walten lässt und gewissenhaft arbeitet, der kann unter Umständen von der Nachbarschaftshilfe profitieren.

Risiken und Nebenwirkungen

Aber was kommt danach? Angenommen, der Kratzer im Lack ist so fein, dass der behebende Helfer ihn nicht komplett sieht, folglich nur halb erwischt und sich in der Folge Rost bildet, der sich unter dem Lack weiterfrisst? Das kann auf lange Sicht teuer werden, denn eine rostige Stelle ist nicht mehr nur ein Schönheitsmakel, sondern kann sich ausweiten und das Auto ernsthaft schädigen. Der hilfreiche Mitmensch mit dem Lackstift wird für den Folgeschaden wohl kaum aufkommen, und keine Versicherung wird den Schaden tragen.

Das gleiche Szenario kann sich bei Dellen, Beulen und dem Kauf von Ersatzteilen abspielen. Natürlich ist ein Ölwechsel kein großes Problem – wenn man alles richtig macht, das alte Öl vorschriftsgemäß entsorgt und keine Schäden entstehen. Aber das ist nun einmal nicht immer der Fall. Wenn Schäden am Kfz privat behoben werden, wenn Dienstleistungen wie Öl- oder Reifenwechsel von privater Hand erledigt werden, dann kommt niemand für die Folgeschäden auf. Sollte tatsächlich mal etwas schief gehen, dann gibt es keine Garantie, keine Versicherung kommt für die Schäden auf, und am Ende steht die lange Rechnung. Dabei muss es sich nicht einmal um böswillig angerichteten Schaden handeln – niemand ist perfekt, und niemand arbeitet immer zu einhundert Prozent fehlerfrei.

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Kfz-Werkstatt

Eine Kfz-Werkstatt muss nicht unbedingt so viel teurer sein als der Deal mit dem Privatmann. Gerade die freien Werkstätten arbeiten häufig sehr gewissenhaft, haben erstklassig ausgebildetes Personal und hervorragenden Service. Da ist dann auch schon mal ein Ersatzwagen drin, solange das eigene Fahrzeug sich in Behandlung oder Schönheitspflege befindet – kostenfrei natürlich. Alle Leistungen in einer Autowerkstatt haben Garantie – wenn der Meister pfuscht, dann muss der Schaden auf Kosten der Werkstatt behoben oder für Ersatz gesorgt werden. Werkstätten kommen leicht und häufig kostengünstiger als Privatleute an Ersatzteile heran, werden bevorzugt beliefert und haben zudem viele Autoteile vorrätig. Und das gilt alles auch für die Vertragswerkstätten!

Welche Werkstatt?

Neuwagen mit der entsprechenden Herstellergarantie fahren am Besten in die Vertragswerkstatt, denn so wird den Anforderungen des Herstellers mit Sicherheit Genüge getan und die Rechnung bleibt womöglich ganz aus. Bei älteren Fahrzeugen und Gebrauchtwagen kommt es auf den Versicherungsschutz an. Manche Kfz-Versicherungen bestehen darauf, die Werkstatt selbst zu benennen, andere wollen nur Vertragswerkstätten, wieder andere stellen es dem Fahrzeughalter frei.

Es ist sinnvoll, sich bei der KFZ-Versicherung zu erkundigen. Und wenn der Schaden kein Versicherungsfall ist, dann sucht man sich eine Werkstatt des Vertrauens aus. Für Vertragswerkstätten spricht, dass sie auf die jeweilige Automarke spezialisiert sind, gegen sie spricht in der Regel der genannte Preis. Für die freien Werkstätten spricht der Preis, dagegen spricht die zeitnahe Verfügbarkeit eventuell benötigter Ersatzteile. Ein Anruf bei den wohnortnahen Werkstätten und ein Kostenvoranschlag können die Entscheidung erleichtern.

Was oft auch nicht bekannt ist: Ein kostenpflichtiger Kostenvoranschlag ist zwar üblich, aber häufig wird der gezahlte Betrag bei ausgeführter Dienstleistung von der Rechnung abgezogen. Einfach nachfragen, das hat mit Dreistigkeit nichts zu tun, sondern gehört ebenso zum Service wie die Tasse Kaffee, die die Wartezeit verkürzen soll.

Die Qual der Wahl – Aus dem Überangebot die richtige Werkstatt finden

Nein, die Suche nach einer geeigneten Autowerkstatt muss nicht sein wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Branchenverzeichnisse KennstDuEinen.de informieren schnell und einfach, wie viele und welche Kfz-Werkstätten in der Nähe sind. Speziellere Informationen bezüglich der Preise, Kundenzufriedenheit, Service et cetera können online und über Kontaktformulare abgefragt werden. Denn Kunden und Kundinnen der Werkstätten haben die Möglichkeit, über diesen Internetdienst frühere Leistungen der Werkstätten zu bewerten und damit ihre Erfahrungen anderen Kunden/Kundinnen zur Verfügung zu stellen. Die Suche über das Onlineportal ist recht einfach: Wohnort und gewünschte Dienstleistung werden angegeben, den Rest erledigt der Computer.

Bagatellen und Kavaliere

Auch, wenn es sich um einen Bagatellfall handelt, sollte man sich im Fall von Dellen, Beulen und Kratzern am Auto an den Fachmann wenden – allein schon um eventuelle Garantieleistungen beanspruchen zu können. Und die Begünstigung von Schwarzarbeit ist längst kein Kavaliersdelikt mehr, sondern wird mit Geldbußen und zum Teil recht schmerzhaften (teuren) Strafen geahndet. Kavaliere suchen sich also einen autorisierten Dienstleister, bevor sie auf hohen Kosten sitzenbleiben und profitieren von dessen guten Service und seiner Erfahrung.

Bildquellen:

„Dicht beieinander“ © 2011 olga meier-sander/pixelio.de
„Falschparker 2“ © 2011 jurec/pixelio.de
„Licht in der Dunkelheit“ © 2011 GTU/pixelio.de
„Oldtimer Light 2“ © 2011 fotogrkunst/aboutpixel.de


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