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Wiesbadener Kurier

Hypnose – Stressfreie Zahnbehandlung für Angstpatienten

Geschrieben von Deborah Seifert

Hypnose beim Zahnarzt

Denkt man an Hypnose, so hat man schnell Bilder von willenlosen Menschen im Kopf, die auf einer Showbühne blind jeden absurden Befehl befolgen. Mal ganz abgesehen von der fragwürdigen Echtheit solcher Aufführungen, hat therapeutisch eingesetzte Hypnose nicht das Geringste mit so einer Varieté-Nummer zu tun.

Hypnose ist ein wissenschaftlich entwickelter, alternativer Ansatz für alle, die den Zahnarztbesuch stressfreier für sich gestalten wollen.

Es ist außerdem eine sanfte Methode für Angstpatienten, die mit reiner Vernunft ihrer Panikgefühle beim Zahnarzt oder beim Kieferorthopäden nicht mehr Herr werden können und eine Behandlung unter Vollnarkose ablehnen.

Das Gesundheitsrisiko einer Vollnarkose steht in den allermeisten Fällen in keinem Verhältnis zum Behandlungsaufwand und –umfang.

In der modernen, klinischen Hypnose geht es darum, das Bewusstsein in einen Zustand zu versetzen, in dem Angstgefühle und die Wahrnehmung von Schmerz erheblich verringert werden. Die Aufmerksamkeit des Patienten wird stark auf sein inneres Erleben gelenkt. Der Patient nimmt sein Umfeld noch weiter wahr, auch der Gesprächskontakt bleibt weiterhin erhalten, jedoch rückt das Geschehen um ihn herum in weite Ferne und die Angst vorm Zahnarzt sinkt.

Für wen ist Hypnose geeignet?

Ungefähr vier Fünftel der Menschen lassen sich leicht bis sehr leicht hypnotisieren. Voraussetzung dafür ist ein vertrauensvolles Verhältnis zum Arzt, psychische Gesundheit, Fantasie und Sprachverständnis. Kleinkinder und Demente sind daher von einer Behandlung ausgeschlossen. Menschen mit Zahnarztphobie sind meist für die in der Hypnose aufgebauten positiven Bilder sehr empfänglich, allerdings erfordert es unbedingt ein Umfeld, in dem sich der Patient völlig entspannen kann.

Die bekannteste Strategie, um jemanden in Trance zu versetzen ist die Fixationsmethode. Der Patient konzentriert seinen Blick auf einen festgelegten Gegenstand und wird dabei vom Hypnotiseur mit beruhigender Sprache begleitet. In diesem Zustand werden die Suggestionen, also die Anweisungen des Behandelnden, vom Patienten befolgt – solange er diese vertretbar und erstrebenswert findet.

Denn entgegen dem in der Showhypnose propagiertem Bild ist es nicht möglich, jemanden zu Handlungen oder Äußerungen gegen seinen eigenen Willen zu veranlassen.

Das Verfahren bewirkt jedoch nicht eine völlige Ausschaltung des Schmerzes oder der Wahrnehmung, die Hypnose ersetzt also nicht die Betäubungsspritze. Aber in den meisten Fällen kann die Dosis des Anästhetikums deutlich verringert werden, wodurch diese Methode z. B. für Schwangere sehr attraktiv wird.

Hypnose bei Kindern

Gerade Kinder haben oft Angst vorm Zahnarzt, selbst wenn es sich dabei um einen speziellen Kinderzahnarzt handelt – die fremde Umgebung, die unangenehmen Geräusche und dazu noch die Schmerzen. Da geht der Stress für die Familien oft schon im Wartezimmer los. Aber zum Glück sind gerade die jungen Patienten sehr empfängliche Kandidaten für Hypnose. Sie sind der Methode gegenüber nicht eingenommen und gleiten oft viel schneller in Trance als Erwachsene.

Die meisten Zahnarzt-Patienten – ob jung oder alt – berichten, dass sie den Zustand während der Hypnose als extrem zeitverkürzt und entspannend empfinden.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Hypnose beim Zahnarzt?

Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel keine Kosten. Der Patient muss den finanziellen Aufwand individuell mit dem behandelnden Arzt abklären. Die Erstsitzung ist meist am kosten- und zeitintensivsten und schlägt mit ca. 120€ zu Buche. Danach verringern sich die Kosten üblicherweise erheblich, da der Patient immer weniger Anleitung braucht, um den gewünschten Wahrnehmungszustand zu erreichen.

Bildquellen:

„Bleaching“ © 2011 Harry Hautumm/pixelio.de
„Weißheitszahn oben links“ © 2011 KHLaube/pixelio.de


5 Antworten zu “Hypnose – Stressfreie Zahnbehandlung für Angstpatienten”

  1. Guten Tag,

    gestatten Sie eine Frage. Haben Sie wirklich dieses Bild der Hypnose vermittelt bekommen, oder wollen Sie die Leser bewusst belügen? Zitat: “Denn entgegen dem in der Showhypnose propagiertem Bild ist es nicht möglich, jemanden zu Handlungen oder Äußerungen gegen seinen eigenen Willen zu veranlassen.” Das ist natürlich falsch. Auch ist Hypnose nicht “wissenschaftlich entwickelt”. Hypnose ist viel älter wie jede Wissenschaft. Die “fragwürdige Echtheit” von Varietéveranstaltungen disqualifiziert Sie leider vollends. Es bedeutet für mich, dass Sie leider nur sehr wenig Ahnung von dem haben, wovon Sie reden. Nachplappern ist noch lange kein Wissen.
    Ich finde es sehr schade, denn das Thema an sich ist natürlich hervorragend! Hypnose beim Zahnarzt ist genial! Die von Ihnen propagierte Fixationsmethode ist auch eine der eher geeigneten Methoden um eine tiefe Trance zu induzieren. Daher verwundert mich das sehr, dass Sie solche Dinge schreiben, oder haben Sie selbst noch nie wirklich damit gearbeitet?

    Bitte sehen Sie das nicht als Angriff. Ich schreibe mit Real-Name und ich sage nur meine Meinung. Ich kommentiere nur. Ich habe kein Problem mit Ihnen, jedoch mit dem Inhalt des meines Erachtens abgeschriebenen oder nachgeplapperten Textes. Ich hypnotisiere seit über 20 Jahren. Meine ersten Versuche sind über 30 Jahre her. Ich weiß wovon ich rede und kann es auch belegen. Das sollte Sie und andere Leser vielleicht auf die Idee bringen, mein Statement zu hinterfragen anstatt zu löschen. Meinungen kann man auch ändern. Nur ist es schwer. Das Obrigkeitsdenken verbietet es sehr oft. Ich weiß, dass die Obrigkeit die hier verbreitete Meinung veröffentlicht (obwohl sie wohl selbst nicht daran glauben, aber das ist ja völlig normal). Wie wäre es denn mit der Wahrheit? Ändert es etwas an den hervorragenden Möglichkeiten der zahnärztlichen Hypnose, wenn man zugibt, dass Hypnose WIRKSAM ist und wie jedes andere Werkzeug auch missbraucht werden kann?

  2. Deborah Seifert sagt:

    Hallo Herr Künzel,
    vielen Dank für diesen qualifizierten Kommentar. Grundsätzlich sollte hier keine ablehnende Haltung gegenüber der “Show-Hypnose” im Allgemeinen abgeliefert werden. Ziel war es einen deutlichen Unterschied zwischen der seriösen, therapeutischen Anwendung und den bisweilen inhaltlich doch sehr reißerisch inszenierten Varieté-Nummern zu skizzieren…

  3. Ich kann den großen Nutzen der Hypnose für alle Beteiligte nur bestätigen. Seitdem wir in unserer Zahnarztpraxis Hypnose anwenden , ist viel passiert. Ich habe mich verändert, meine Mitarbeiter, ja auch meine Patienten. Elemente der Hypnose fließen mehr oder weniger stark in den Umgang mit jedem Patienten ein. Ungefähr jeder zweite Patient schiebt notwendige Behandlungen auf oder hat ein mulmiges Gefühl, wenn er die Praxis betritt, jeder zwanzigste starke Ängste. Durch die Hypnose erlebt auch der Angstpatient die Behandlung entspannter, er bekommt das Gefühl, jede Behandlung wird möglich. Nach wenigen Sitzungen ist die Angst weg! Das schafft Vertrauen und die Patienten kommen gern wieder. Oft haben Patienten nicht nur vor einer Zahnbehandlung Angst, sondern auch vor einer Hypnose, weil unangenehme Assoziationen zur Showhypnose hergestellt werden. Deshalb grenzt sich die zahnärztliche Hypnose davon ab und verweist auf wissenschaftliche Untersuchungen, die die Wirksamkeit bestätigt.
    Weitere Informationen und Links auf meiner Webseite http://www.zahnarzt-borchard.de/hypnose/index.php Dort ist auch ein Patienteninterview zur Hypnose zu sehen

  4. Angst vorm Zahnarzt?…

    Niemand geht gerne zum Zahnarzt. Aber dennoch treten die meisten Menschen diesen ungeliebten Gang an, wenn sie akute Probleme haben. Auch wenn alleine das Geräusch des Bohrers und der Geruch einer Zahnarztpraxis bei den meisten schon Angst und Unbehage…

  5. Sebastian sagt:

    Das Wichtigste bei Behandlungen ist definitiv das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Wenn der Patient sich innerlich dagegen sträubt, sich hypnotisieren zu lassen, weil er Angst vor dem hat, was mit ihm passieren könnte während er “nicht ganz da” ist, wird natürlich jede noch so professionell durchgeführte Hypnose erfolglos bleiben. Daher sind meist mehere Vorgespräche nötig, während derer der Patient ausreichend Zeit hat, den behandelnden Arzt (womöglich sogar das ganze Team) kennenzulernen.

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