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Wiesbadener Kurier

Nachhilfe – Informationen zu Nachhilfefächern & Nachhilfeschulen

Geschrieben von Anne Garske

Nachhilfeunterricht – wenn die Schüler nicht mehr mitkommen

Der Druck auf unsere Kinder steigt. Wo man sich früher noch als Quereinsteiger in den Beruf „hineinmogeln“ konnte, muss die heutige Generation Unmassen an nichtbezahlten Praktika, mindestens schon fünf Jahre Berufserfahrung und Sprachkenntnisse vorweisen (die früher eines Diplomaten würdig waren), um schon in jungen Jahren eine gut bezahlte Arbeitsstelle im Traumberuf zu ergattern.

Von Anfang an richten die Eltern das Augenmerk auf die Zukunft der Kinder, ermöglichen ihnen die beste Schulbildung und tun alles, damit es die Kinder beim späteren Konkurrenzdruck im Wettrennen um den Arbeitsplatz leichter haben, beziehungsweise damit sie überhaupt eine reelle Chance bekommen.

Manche Eltern beginnen schon während der Grundschule, ihren Kindern Nachhilfeunterricht zu ermöglichen und das meist mit gutem Grund. Statt 13 Klassen im Gymnasien sind die Kinder in vielen Bundesländern schon nach 12 Jahren fertig, müssen dafür aber schon ab der siebten Klasse mit neun Unterrichtsstunden pro Tag klarkommen.

Das Studium wurde durch den Bologna-Prozess ebenfalls verkürzt und der Maßstab sehr hoch gelegt. Bildung ist eine Frage der Schnelligkeit, Auffassungsgabe und Disziplin geworden und nicht jeder Schüler kann hier mithalten.

Der Bedarf an Nachhilfe hat, gerade in den letzten Jahrzehnten, stark zugenommen. Einerseits aufgrund der schwierigen Bedingungen in der Arbeitswelt, andererseits dadurch, dass Eltern dem Schulunterricht immer weniger trauen.

Viele fragen sich: Ist qualitativ hochwertiger Unterricht bei der Masse an zum Teil schwierigen Schülern in viel zu großen Klassen und immer älter werdenden Lehrern überhaupt möglich? Die meisten Eltern sind voll berufstätig und haben selbst nicht mehr die Zeit, die Lernerfolge der Kinder genau zu beobachten, die Hausaufgaben zu überprüfen und sich mit Algebra und Geometrie auseinanderzusetzen, also müssen sie andere Wege finden. Doch nicht nur Schüler und Studenten fühlen heute den Drang sich durch zusätzliche Trainings- und Bildungsangebote Vorteile in Schule, Studium und Beruf zu verschaffen – Sprachschulen und individuell gestaltete Kurse sind heute überall en masse zu finden und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Allgemeines zur Nachhilfe

Hier kommt die Nachhilfe ins Spiel. Nach Angaben des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (PDF) geben Eltern pro Jahr etwa 0,95 bis 1,2 Milliarden Euro für Nachhilfe aus.

Das bedeutet: Etwa jeder achte bis zehnte Schüler, in der Sekundarstufe I sogar etwa jeder vierte, nimmt aktuell Nachhilfeunterricht in Anspruch.

Aus derselben Quelle ist zu entnehmen, dass der meistgenannte Grund für die Inanspruchnahme von Nachhilfe sowohl bei Eltern als auch bei Schülern die Verbesserung der Noten sowie die Vorbereitung auf Klassenarbeiten ist. Auch das Erreichen der Versetzung und die Gewährleistung des Schulabschlusses werden oft genannt.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Hilfe in den Hauptfächern Mathematik, Englisch und Deutsch, also jenen Fächern, von denen im späteren Berufsleben am meisten abhängt.

Formen der Nachhilfe

Man kann zwischen drei Formen von Nachhilfe unterscheiden: die private Nachhilfe, also Unterstützung durch Geschwister, Eltern und Freunde sowie durch gemeinnützige Organisationen, beispielsweise der Jugendhilfe oder Wohlfahrtspflege.

Wichtigstes Merkmal dieser Art ist der Non-Profit Charakter der Hilfe, ganz im Gegensatz zur dritten Form, der kommerziellen Nachhilfe, wie sie in Lernstudios und Nachhilfeinstituten angeboten wird.

Die dritte Form der Nachhilfe ist bisweilen eine Grauzone, in der manchmal Schüler und Studenten, also weder Freunde noch professionelle Lehrer, auf kommerzieller Basis Nachhilfe geben, ohne dies gewerblich anzumelden. Bezogen auf die Unterrichtsinhalte unterliegt keine der Formen staatlicher Kontrolle und es ist schwer, die schwarzen Schafe von den weißen zu unterscheiden.

Manche Eltern denken nun vielleicht, die einfachste Lösung bestünde darin, es bei eigener fachlicher Qualifikation einfach selbst in Angriff zu nehmen, doch auch davor muss gewarnt werden:

Ohne die nötige pädagogische Vorbildung der Eltern kann das Verhältnis zu den Kindern Schaden nehmen, da Eltern oft dazu neigen, sich ungeduldig zu verhalten und das Kind zu drängen. Möglich ist ebenfalls, dass Eltern falsche bzw. alternative Methoden vermitteln, die der Lehrer nicht akzeptiert, sodass das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Lehrern zerstört wird und die nachmittägliche Nachhilfe zu einem Grabenkampf zwischen den beiden Parteien ausartet.

Recht haben sie beide, aber beide haben andere Methoden und in der Mitte zwischen Stolz und Rechthaberei steht das Kind und versucht, irgendwie zu lernen und durch die Schulzeit zu kommen. Normale Hausaufgabenhilfe ist von diesem extremen Beispiel natürlich ausgenommen, hier ist ausschließlich die Rede von regelmäßig stattfindender Nachhilfe.

Das Nachhilfeinstitut – wie finde ich das richtige?

Zurück zu den schwarzen Schafen: Das Problem bei Nachhilfeinstituten kann mit dem Vertrag beginnen, der oft mit einer Mindestlaufzeit von einem halben Jahr abgeschlossen werden muss und nicht immer klare Kündigungsklauseln vorweist. Hier ist eine sorgfältige Prüfung angebracht.

Die Qualifikation des Lehrers können die Eltern nur schwer nachprüfen, denn auch wenn die Institute mittlerweile Maßstäbe für Mindestqualifikation an ihre Mitarbeiter stellen, sind diese noch längst nicht einheitlich. Außerdem werden Lehrer in Instituten mit zweifelhaftem Ruf in Ausnahmefällen auch schlecht bezahlt, was ebenfalls ein Hinweis auf ihre Qualifikation und Motivation sein kann.

Wenn Sie sich also dazu entschließen, Ihr Kind auf ein Nachhilfeinstitut zu schicken, gehen Sie vorher einmal dorthin, sprechen Sie mit den Lehrern, schauen Sie sich die Unterrichtsräume an, die ebenfalls für die Kinder ausgelegt sein müssen.

Stellen Sie Fragen:

  • Welche Methoden werden in der Schule angewandt?
  • Was genau kann der Lehrer verbessern?
  • Welche Qualifikationen hat er und wo hat er sie erlangt?
  • Kann die Qualifikation auch belegt werden?
  • Welche Erfolge kann das Institut bis jetzt verzeichnen?
  • Nach welchen Richtlinien werden die Schüler eines Gruppenunterrichtes zusammengestellt und sind diese Richtlinien sinnvoll? (zum Beispiel die Altersklasse, die Schulform, die Lernziele)

Fragen Sie auch das regionale Umfeld, ob die Schule bekannt ist und welchen Ruf sie hat, oder informieren Sie sich hier über empfohlene Nachhilfeinstitute bei KennstDuEinen.

Am empfehlenswertesten ist für besonders aufmerksamkeitsschwache Schüler der Einzelunterricht. Obwohl bisweilen recht teuer, bietet er die Möglichkeit, eine pädagogische Beziehung zum Lehrer aufzubauen, sodass sich die Schüler vielleicht sogar auf den Nachhilfeunterricht freuen. Der Lehrer kann seine komplette Aufmerksamkeit auf einen Schüler richten, sodass auch kleinere Fortschritte schnell erkannt werden und das entsprechende Lob, anders gesagt ein Motivationsschub, ausgesprochen werden kann.

Möglich ist hier, auf Einzelunterricht in einem Institut zurückzugreifen, aber auch, privat jemanden einzustellen, der den Unterricht zuhause gibt.

Der private Nachhilfelehrer – woran erkenne ich den richtigen?

Wenn Sie einen privaten Nachhilfelehrer engagieren, achten Sie darauf, dass er sowohl Ihnen, als auch Ihrem Kind sympathisch ist. Vereinbaren Sie eine Probestunde, die Sie nur bezahlen, wenn auch ein weiteres Engagement des Lehrers infrage kommt. Geduld und die Fähigkeit, schwierige Sachverhalte zu erklären gehören selbstverständlich zu den Mindestanforderungen, die an einen Lehrer gestellt werden sollten.

Prüfen können Sie dies, indem Sie bei der ersten Unterrichtsstunde im Hintergrund sitzen und beobachten. Fragen Sie im Nachhinein Ihr Kind, verlassen Sie sich ruhig auf seine Meinung, denn schließlich ist es darauf angewiesen, mit diesem Lehrer eine Weile zu arbeiten. Der Schüler weiß am besten, ob er etwas verstanden hat und ob er den Lehrer mag.

Ein weiterer Vorteil ist die freie Zeiteinteilung. Bevorzugen Sie dabei möglichst die frühen Abendstunden, damit das Kind sich zuerst vom Schulunterricht erholen kann, außerdem leiden die meisten Menschen am Nachmittag unter einem Leistungstief und der Lernerfolg sinkt.

Bei Studenten (engagieren Sie vorzugsweise Lehramt-Studenten!) ist der Preis pro Stunde nicht allzu hoch, mehr als 20 Euro für 60 Minuten brauchen Sie nicht zu bezahlen.

Doch wie finde ich nun den richtigen Lehrer?
Gerade ein persönliches Gespräch kann Aufschluss darüber geben, ob der richtige Lehrer vor einem steht. Fragen Sie, welche Ziele er für einen bestimmten Zeitpunkt hat und prüfen Sie, ob diese Ziele realistisch sind.

Fragen Sie nach den Methoden und wie sie konkret umgesetzt werden. Achten Sie darauf, dass der Lehrer nicht heimlich missioniert, denn auch Sekten wie Scientology haben das Nachhilfeangebot für sich entdeckt, um neue Mitglieder zu werben.

Zu guter Letzt: Fragen Sie auch sich selbst, was Sie erwarten? Wollen Sie, dass das Kind lernt, zu lernen? Dass der Lehrer Lernstrategien vermitteln kann? Oder sollen es nur Inhalte sein? Wenn ja, welche, mit welchem Ziel?

Nicht jeder Lehrer ist für jedes Ihrer Ziele geeignet, daher werden Sie auch in den eigenen Wunschvorstellungen, möglichst unter Mithilfe ihres Kindes, konkret. Was soll das Kind ganz genau erreichen?

Stecken Sie konkrete, realistische Ziele und wählen Sie danach den Lehrer aus. Aber: setzen Sie das Kind damit nicht zu sehr unter Druck, denn wie oben bereits erwähnt, der Druck ist längst da.

Bildquellen:

„Mathematik“ © 2011 hjinsch/aboutpixel.de
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„Buntstifte im Mäppchen“ © Xenia 23/aboutpixel.de
„Mathematik“ © 2011 mr.nico/aboutpixel.de
„lernen zu zweit“ © 2011 Schwingkopf/aboutpixel.de


Eine Antwort zu “Nachhilfe – Informationen zu Nachhilfefächern & Nachhilfeschulen”

  1. Caro sagt:

    Hallo, mittlerweile gibt es soviele Online Nachhilfekurse für Schüler und Studenten, dass man wenig bis gar kein Geld mehr für Nachhilfe ausgeben muss! Was ich eigentlich empfehlen kann, weil es leicht verständlich Wissen vermittelt und die Lernenden auch mit einbezogen werden, sind die Nachhilfekurse auf sevenload.com . Vor allem kann man sich hier in Ruhe die Videos anschauen, wiederholen und den Dozenten Fragen stellen. Das sind auch richtige Dozenten sein, aber zur Not kann man immer genauer nachfragen. Unter diesen link kommt ihr auf die Seite:
    http://bit.ly/bCE7bQ

    Viel Erfolg!

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