- Sehtest (Standard)
- Sehtest (inkl. Dämmerung)
- Einstärkenbrille (Gläser+Fassung)
- Gleitsichtbrille (Gläser+Fassung)
- Arbeitsplatzbrille
- Kontaktlinsen-Anpassung
- Kontaktlinsen (Monatspack)
- Brillenreinigung/Service
Inhaltsverzeichnis
Warum ein guter Optiker mehr ist als „Brille verkaufen“
Wann solltest du zum Optiker gehen (und nicht erst, wenn’s nervt)?
Sehtest: Was passiert da eigentlich?
Brillengläser: Das kleine 1×1 der großen Unterschiede
Fassungen & Stil: Wie du etwas findest, das sich nach dir anfühlt
Kontaktlinsen: Freiheit, ja — aber bitte mit Plan
Kinderbrillen & Myopie: Wenn die Kurzsichtigkeit plötzlich Thema wird
Bildschirm, Büro, Blaulicht: Was hilft wirklich?
Kasse, Zuschüsse & Kosten: Was du realistisch einplanen solltest
Woran du Qualität erkennst (ohne Fachchinesisch-Studium)
Online-Brille vs. Laden um die Ecke: fairer Vergleich
Pflege & Haltbarkeit: Damit Gläser nicht nach 3 Wochen aussehen wie 3 Jahre
Fragenliste für deinen Termin (zum Mitnehmen)
Warum ein guter Optiker mehr ist als „Brille verkaufen“
Eine Brille ist kein Toaster. Du kaufst nicht einfach „ein Modell“ und gut ist. Ein guter Optiker übersetzt deine Sehgewohnheiten in eine Lösung, die im Alltag funktioniert: am Bildschirm, beim Autofahren in der Dämmerung, beim Lesen im Café (ja, das Licht dort ist oft mies). Und manchmal ist’s sogar ein bisschen Psychologie: Welche Fassung fühlt sich nach dir an, ohne dass du dich verkleidet fühlst?
Merke dir das:
- Ein Optiker kombiniert Messwerte mit Alltagssituationen (Büro, Sport, Nachtfahrt).
- Gute Beratung heißt: Fragen stellen, nicht nur Produkte zeigen.
- Passform und Zentrierung sind genauso wichtig wie Dioptrien.
- Wenn du dich „gesehen“ fühlst, ist das oft ein Qualitätszeichen.
Unter uns: Der Unterschied zwischen „passt schon“ und „wow, so klar kann die Welt sein“ liegt oft in Details. Sitz der Brille, Augenabstand, Blicksenkung beim Lesen, sogar deine Körperhaltung am Laptop. Klingt pingelig? Ist aber genau die Art von Pingeligkeit, die später entspannte Augen macht.
Tipps & Tricks: So erkennst du die Extra-Sorgfalt
- Der Optiker fragt nach Kopf- und Nackenhaltung (z. B. bei Gleitsicht).
- Es wird nicht nur „gemessen“, sondern auch erklärt, was die Werte bedeuten.
- Du darfst probieren, laufen, lesen, ans Fenster schauen.
- Es gibt eine Nachkontrolle oder Anpassung ohne Drama.
Wann solltest du zum Optiker gehen (und nicht erst, wenn’s nervt)?
Viele warten, bis Kopfschmerzen kommen oder Straßenschilder abends „ausfransen“. Dabei sind das schon ziemlich deutliche Zeichen. Typisch sind auch müde Augen nach Videocalls, häufiges Blinzeln, oder dieses Gefühl, ständig „nachschärfen“ zu müssen. Weißt du was? Man gewöhnt sich an schlechtes Sehen schneller, als man denkt — und merkt’s dann erst auf Fotos, wenn man wieder halb die Augen zusammenkneift.
Checkliste: Diese Signale sind ein Termin wert
- Kopfschmerzen nach Lesen/Screen-Time
- Schwierigkeiten bei Dämmerung/Nacht
- Du hältst das Handy weiter weg (Hallo, Altersweitsicht)
- Du brauchst mehr Licht zum Lesen
- Neue Probleme nach Brillenwechsel (kann an Zentrierung liegen)
Und dann gibt’s noch die „leisen“ Fälle: Du siehst eigentlich gut, aber die Augen brennen. Oder du hast trockene Augen, weil Heizungsluft und Klimaanlage dein Leben bestimmen. Ein Optiker kann da oft pragmatisch helfen — manchmal mit simplen Tricks, manchmal mit einer anderen Glaslösung oder Kontaktlinsen-Option.
Häufige Fragen zu trockenen, müden Augen
- Einfacher Start: öfter blinzeln, 20-20-20-Regel (alle 20 Min. 20 Sek. in 20 Fuß/6 m schauen).
- Luftfeuchte erhöhen, Bildschirm tiefer stellen, Pausen wirklich machen.
- Tränenersatz (z. B. Hylo-Comod) kann helfen; bei starken Beschwerden ärztlich abklären.
- Kontaktlinsen brauchen ggf. anderes Material oder andere Tragedauer.
Sehtest: Was passiert da eigentlich?
Der Sehtest ist mehr als Buchstabenraten. Meist startet’s mit einer objektiven Messung (Autorefraktometer) und geht dann in die subjektive Feinabstimmung: „Ist eins oder zwei besser?“ Das wirkt banal, ist aber der Moment, in dem deine Wahrnehmung zählt. Gute Optiker lassen dir Zeit. Denn Stress macht Werte manchmal schlechter — und dann wunderst du dich später über „zu starke“ Gläser.
So läuft’s typischerweise ab
- Vormessung (Gerät) als Orientierung, nicht als Endergebnis
- Subjektiver Test mit Probiergläsern („1 oder 2?“)
- Prüfung beider Augen zusammen (binokulares Sehen)
- Je nach Bedarf: Nahsehen/Lesetest, Kontrast, ggf. Winkelfehlsichtigkeit-Screening
Ehrlich gesagt: Der beste Sehtest bringt wenig, wenn du mit völlig übermüdeten Augen kommst oder gerade seit Stunden am Monitor klebst. Wenn’s geht, gönn dir vorher eine kleine Pause. Und bring deine aktuelle Brille mit — auch wenn sie zerkratzt ist. Gerade dann ist sie interessant, weil sie zeigt, wie du bisher „funktioniert“ hast.
Vorbereitung: Kleine Dinge, große Wirkung
- Wenn möglich: 30–60 Minuten vor dem Termin weniger Bildschirm
- Aktuelle Brille/Kontaktlinsenwerte mitnehmen
- Notieren: Wann genau treten Probleme auf? (Auto, Büro, Lesen)
- Bei Kontaktlinsen: Tragezeit und Pflegemittel nennen
Brillengläser: Das kleine 1×1 der großen Unterschiede
Hier wird’s spannend, weil „Glas ist Glas“ eben nicht stimmt. Material, Schliff, Beschichtungen — das ist wie bei Reifen: Von außen sehen viele gleich aus, aber im Regen merkst du den Unterschied. Standard sind heute meist Kunststoffgläser; sie sind leicht und bruchsicher. High-Index-Materialien machen Gläser bei hohen Stärken dünner. Und dann kommen die Beschichtungen: Entspiegelung, Hartschicht, Clean-Coat. Das klingt nach Marketing, ist aber im Alltag wirklich angenehm (weniger Reflexe, leichter zu putzen).
Gläser-Wissen, das sofort hilft
- Kunststoff ist Standard: leicht, robust, alltagstauglich.
- High-Index lohnt sich bei höheren Stärken (dünner, oft schöner im Profil).
- Gute Entspiegelung reduziert störende Reflexe (v. a. abends).
- Hartschicht + schmutzabweisende Schicht sparen Nerven beim Putzen.
Dann gibt’s die großen „Use-Cases“: Einstärken für Ferne oder Nähe, Gleitsicht für alles, und Arbeitsplatzgläser fürs Büro. Gleitsicht ist super — kann aber am Anfang gewöhnungsbedürftig sein. Und ja, hier kommt die kleine „Widerspruchs-Ecke“: Manche lieben Gleitsicht sofort, andere brauchen zwei, drei Wochen. Beides ist normal. Die Lösung ist nicht immer „mehr Stärke“, sondern oft bessere Zentrierung oder ein Glasdesign, das zu deinem Blickverhalten passt.
Entscheidungshilfe: Welche Glasart passt zu dir?
- Einstärken: wenn du klar einen Sehbereich brauchst (z. B. nur Ferne).
- Gleitsicht: wenn du häufig zwischen Handy, Laptop und Ferne wechselst.
- Arbeitsplatzglas: wenn du viel am Schreibtisch bist (breites Nah- und Zwischenfeld).
- Für Autofahrer: auf Kontrast und Entspiegelung achten.
Fassungen & Stil: Wie du etwas findest, das sich nach dir anfühlt
Eine Fassung ist wie ein guter Schuh: Wenn sie drückt, wirst du sie hassen, egal wie schick sie ist. Und wenn sie wackelt, wirst du ständig schieben. Gute Optiker schauen deshalb nicht nur auf Mode, sondern auf Nasenauflage, Bügellänge, Material und Gewicht. Acetat wirkt oft warm und „ehrlich“, Metall ist leicht und präzise, Titan kann richtig angenehm sein. Und ja — manchmal ist die teurere Fassung schlicht die, die nach acht Stunden nicht nervt.
Passform-Quickcheck im Laden
- Sitzt sie gerade, ohne dass du den Kopf „korrigieren“ musst?
- Rutscht sie beim Lächeln oder wenn du nach unten schaust?
- Drückt sie an den Schläfen oder hinter den Ohren?
- Siehst du die Augen mittig im Glas? (wichtig für die Zentrierung)
Ein kleiner Stil-Exkurs, weil’s dazugehört: Viele unterschätzen, wie sehr Brillen das Gesicht „rahmen“. Eine eckige Fassung kann weiche Gesichtszüge betonen; runde Formen können Strenge rausnehmen. Und wenn du auf Fotos oft glänzende Gläser hast — das liegt meist an Reflexen, nicht an dir. Eine gute Entspiegelung ist da Gold wert, gerade für Teams-Calls.
Style ohne Stress: So triffst du eine gute Wahl
- Nimm ein Outfit-Foto mit, das du oft trägst (Jacke, Schal, Businesslook).
- Teste die Brille bei Tageslicht am Fenster.
- Bei Videocalls: Entspiegelung + passende Fassungsfarbe machen viel aus.
- Frag nach Anpassung: Nasenpads/Bügel lassen sich oft fein einstellen.
Kontaktlinsen: Freiheit, ja — aber bitte mit Plan
Kontaktlinsen sind genial, wenn sie passen. Und sie sind nervig, wenn man sie „irgendwie“ trägt. Der Schlüssel ist Anpassung: Hornhautradius, Tränenfilm, Material, Sauerstoffdurchlässigkeit. Tageslinsen sind bequem und hygienisch, Monatslinsen oft günstiger im Alltag — aber nur, wenn du Pflege ernst nimmst. Offen gesprochen: Wer bei der Reinigung schludert, bezahlt später mit gereizten Augen.
Kontaktlinsen-Basics, die du nicht skippen solltest
- Anpassung ist Pflicht, nicht Kür: Passform schützt die Hornhaut.
- Tageslinsen: wenig Aufwand, gut für empfindliche Augen.
- Monatslinsen: Pflege und Wechselrhythmus strikt einhalten.
- Nie mit Wasser reinigen; immer passende Lösung verwenden.
Und dann gibt’s diese typische Situation: Du willst Linsen „nur ab und zu“ — für Sport, Feiern, Urlaub. Das ist super, aber sag’s genau so. Dann kann man Material und Trageplan darauf ausrichten. Übrigens: Bei Heuschnupfen-Zeit (Frühling, du weißt schon) sind Tageslinsen oft die entspannteste Wahl, weil du abends alles entsorgst, statt Pollen mit einzulagern.
Saison-Tipp: Linsen in der Allergiezeit
- Tageslinsen reduzieren Ablagerungen durch Pollen.
- Augentropfen nur nutzen, wenn sie linsenverträglich sind.
- Bei starkem Juckreiz lieber Brille tragen und Augen beruhigen.
- Optiker kann Alternativen empfehlen (Material, Tragezeit, Pflege).
Kinderbrillen & Myopie: Wenn die Kurzsichtigkeit plötzlich Thema wird
Wenn Kinder schlechter sehen, ist das oft ein schleichender Prozess: näher an den Fernseher, in der Schule „komisch“ sitzen, beim Ballspiel daneben greifen. Dazu kommt ein Trend, über den viele Eltern erst stolpern, wenn’s zu spät wirkt: Myopie (Kurzsichtigkeit) nimmt weltweit zu — viel Naharbeit, wenig Tageslicht. Ein Optiker kann erste Hinweise geben und passende Brillen anpassen; für medizinische Fragen und Myopie-Management lohnt zusätzlich der Weg zur Augenärztin oder zum Augenarzt.
Woran Eltern Kurzsichtigkeit oft erkennen
- Kind kneift die Augen zusammen, um in die Ferne zu sehen.
- Hausaufgaben gehen, aber Tafel ist schwierig.
- Häufige Kopfschmerzen nach Schule.
- Mehr Stolpern/Unsicherheit draußen, besonders abends.
Ein alltagstauglicher Hebel ist simpel: mehr Zeit draußen. Tageslicht scheint (Wortspiel, sorry) eine Rolle zu spielen. Und ja, es ist manchmal ein Kampf gegen Tablet, Konsole und Serien — aber schon regelmäßige Outdoor-Zeit kann helfen. Wichtig ist außerdem, dass Kinderbrillen stabil sind und gut sitzen. Kinder sind Kinder. Die Brille muss das aushalten.
Alltagshacks für Kinderbrillen
- Brille mit flexiblen Bügeln und robustem Material wählen.
- Sportband/Stopper für sicheren Sitz beim Toben.
- Regelmäßig Sitz kontrollieren (Kinder wachsen schnell).
- Mehr Tageslicht: feste Draußen-Zeiten statt „wenn’s passt“.
Bildschirm, Büro, Blaulicht: Was hilft wirklich?
Das Thema Blaulichtfilter ist so ein Klassiker: Manche schwören drauf, andere merken nix. Der Punkt ist: Nicht jeder braucht einen Filter, aber viele brauchen eine bessere Seh-Lösung für den Arbeitsabstand. Wenn du 8 Stunden auf 60–80 cm schaust, ist eine normale Fernbrille oft nicht ideal. Arbeitsplatzgläser oder eine Bildschirmbrille können den Nacken entspannen, weil du nicht ständig in eine unnatürliche Haltung rutschst.
Real Talk: Was bei Bildschirmarbeit wirklich zählt
- Arbeitsabstand ist entscheidend (Monitorposition messen!).
- Arbeitsplatzgläser bieten breitere Zonen für Nähe/Intermediate.
- Blaulichtfilter kann angenehm sein, ersetzt aber keine passende Stärke.
- Entspiegelung reduziert Reflexe durch Lampen und Fenster.
Und dann noch der unterschätzte Teil: Licht und Kontrast. Wenn dein Arbeitsplatz eine helle Lampe im Rücken hat, siehst du Reflexe. Wenn du nur mit Notebook arbeitest, ist die Schrift oft klein und der Kontrast mies. Ein Optiker kann dir sagen, ob eine kleine Nahunterstützung reicht oder ob du mit einer speziellen Glaslösung wirklich entspannter arbeitest. Auf den Punkt gebracht heißt das: Erst Ergonomie, dann Filter.
Mini-Setup fürs Büro (ohne großen Umbau)
- Monitor etwas tiefer stellen, damit der Blick leicht nach unten geht.
- Seitliches Licht statt direkt von hinten oder vorne.
- Schriftgröße erhöhen: weniger Stress, mehr Lesefluss.
- Beim Optiker gezielt nach „Arbeitsplatzglas“ fragen.
Kasse, Zuschüsse & Kosten: Was du realistisch einplanen solltest
Kosten sind oft der Moment, wo man kurz schluckt. Verständlich. Gesetzliche Kassen zahlen bei Erwachsenen meist nur in klar definierten Fällen (z. B. bestimmte Sehwerte oder medizinische Indikationen). Bei Kindern sieht’s häufig besser aus. Dazu kommen Extras, die nicht „Luxus“ sein müssen: Entspiegelung, dünneres Material, besseres Glasdesign. Das ist ein bisschen wie beim Fahrrad: Du kommst auch ohne Gangschaltung ans Ziel — aber mit macht’s mehr Spaß.
Geldfragen, die du offen ansprechen darfst
- Frage nach Kassenleistung/Zuschuss und was du selbst trägst.
- Lass dir Alternativen zeigen: „gut“, „besser“, „sehr gut“.
- Wichtig: Was kostet Anpassung/Nachkontrolle?
- Bei Kindern: Kassenregelungen und Ersatz bei Bruch erfragen.
Viele Optiker bieten Ratenzahlung oder Aktionen an (z. B. Zweitbrille). Das kann sinnvoll sein, muss aber nicht. Wenn du viel Auto fährst oder am Bildschirm arbeitest, kann eine zweite, spezialisierte Brille wirklich praktisch sein. Und falls du dich fragst, ob teure Gläser immer besser sind: Nein. Aber passende Gläser sind fast immer besser. Klingt wie Haarspalterei — ist in der Praxis der Unterschied zwischen „geht“ und „entspannt“.
So triffst du eine Kosten-Entscheidung ohne Reue
- Priorisiere Nutzung: Alltag, Autofahren, Büro, Sport.
- Investiere eher in Glasqualität als in „nur“ Markenlogo.
- Plane eine Nachjustierung ein (Sitz verändert sich).
- Frag nach Garantie/Umtausch bei Eingewöhnungsproblemen (v. a. Gleitsicht).
Woran du Qualität erkennst (ohne Fachchinesisch-Studium)
Qualität fühlt sich oft unspektakulär an — und genau das ist das Gute daran. Du setzt die Brille auf und vergisst sie. Kein Druck, kein Schieben, kein „komisches“ Bild am Rand. Technisch hängt viel an Zentrierung und Anpassung. Ein seriöser Optiker misst Pupillendistanz, Einschleifhöhe und berücksichtigt deine natürliche Kopfhaltung. Und er sagt auch mal: „Das ist für Sie nicht nötig.“ Das ist selten, aber ein starkes Signal.
Qualitäts-Indizien im Laden
- Es wird gemessen, wie die Brille wirklich auf deinem Gesicht sitzt.
- Du bekommst Erklärungen statt nur Verkaufsargumente.
- Nachkontrollen sind vorgesehen (und willkommen).
- Man nimmt sich Zeit für Probetragen/Alltags-Simulation.
Ein kleiner Widerspruch, den ich versprochen habe aufzulösen: Manchmal wirkt eine „zu scharfe“ Brille im Laden beeindruckend — draußen aber anstrengend. Das liegt nicht unbedingt daran, dass der Optiker schlecht ist. Es kann sein, dass du überkorrigiert bist oder dass dein Sehsystem Zeit braucht. Gute Optiker reagieren darauf pragmatisch: nachmessen, anpassen, erklären. Nicht abwinken.
Wenn’s nicht passt: Was du tun kannst
- Beschreibe konkret: Wann ist es schlimm? (Treppen, Bildschirm, Supermarkt)
- Gib der Eingewöhnung Zeit, aber nicht ewig (meist 1–2 Wochen).
- Prüfen lassen: Sitz, Zentrierung, Stärke, Glasdesign.
- Bei Schwindel/Doppelbildern: zeitnah kontrollieren lassen.
Online-Brille vs. Laden um die Ecke: fairer Vergleich
Online Brillen bestellen kann funktionieren — besonders, wenn du einfache Einstärken hast und deine Werte stabil sind. Aber: Die Passform und Zentrierung sind die Stolperstellen. Eine Brille ist eben nicht nur ein Produkt, sondern auch eine Anpassung. Im Laden bekommst du außerdem schnelle Hilfe, wenn die Brille rutscht oder drückt. Und ganz banal: Du siehst im Spiegel bei echtem Licht, wie die Farbe wirkt.
Online oder lokal? Entscheidungshelfer
- Online eher okay: einfache Einstärken, bekannte Werte, wenig Sonderwünsche.
- Lokal oft besser: Gleitsicht, hohe Stärken, spezielle Anforderungen (Auto/Büro).
- Service zählt: Anpassungen, Reparaturen, Nachmessen.
- Gesicht ist individuell: „Standardmaße“ passen nicht immer.
Wenn du online kaufst, mach’s smart: Geh vorher zum Sehtest, klär Pupillendistanz und notier dir alles sauber. Manche machen auch hybrid: Gestell online, Gläser und Anpassung lokal — je nach Optiker ist das möglich oder eben nicht. Frag freundlich nach. In Deutschland ist man da manchmal „direkt“, aber ein klares Gespräch spart allen Zeit.
Hybrid-Ansatz: So klappt’s ohne Frust
- Vorab klären, ob der Optiker Fremdgestelle verglast.
- PD und Einschleifhöhe sauber dokumentieren lassen.
- Bei Gleitsicht lieber komplett lokal, wenn du unsicher bist.
- Servicebedingungen (Rückgabe, Nacharbeit) schriftlich prüfen.
Pflege & Haltbarkeit: Damit Gläser nicht nach 3 Wochen aussehen wie 3 Jahre
Brillenpflege ist so ein Thema, das man gern „später“ macht — bis man plötzlich nur noch Schlieren sieht. Heißer Tipp: Mikrofasertuch ja, aber sauber. Und bitte nicht mit dem T-Shirt, auch wenn’s verlockend ist. Staub ist wie Schmirgelpapier. Am besten kurz mit lauwarmem Wasser abspülen, ein Tropfen mildes Spülmittel, abtupfen, dann mit einem sauberen Tuch nachpolieren. Das dauert 30 Sekunden und spart Kratzer.
Pflege-Routine, die wirklich alltagstauglich ist
- Erst abspülen, dann wischen (Staub runter).
- Lauwarmes Wasser, mildes Spülmittel, keine aggressiven Reiniger.
- Mikrofasertuch regelmäßig waschen (ohne Weichspüler).
- Brille nicht mit Gläsern nach unten ablegen.
Und wenn Schrauben locker sind oder die Brille schief sitzt: Geh kurz zum Optiker. Viele richten das fix — oft kostenlos oder für kleines Geld. Das ist auch so ein stiller Vorteil vom Laden in der Nähe. Gerade im Winter, wenn du von kalt nach warm gehst und alles beschlägt, helfen gute Beschichtungen und manchmal auch ein Antibeschlag-Spray. Nicht immer perfekt, aber oft besser als fluchen.
Winter & Brille: Kleine Helfer gegen Beschlag
- Antibeschlag-Sprays oder -Tücher testen (Optiker hat oft Empfehlungen).
- Maske/Schal so anpassen, dass Luft nicht nach oben ausströmt.
- Beschichtung beim Kauf ansprechen, wenn du viel draußen bist.
- Regelmäßig Sitz prüfen: Je dichter am Gesicht, desto mehr Beschlag-Risiko.
Fragenliste für deinen Termin (zum Mitnehmen)
Wenn du im Laden stehst, ist man schnell abgelenkt: Gestelle, Spiegel, Licht, und plötzlich vergisst du die Hälfte. Deshalb hier ein kleiner Spickzettel. Du musst nicht alles fragen — aber ein, zwei davon bringen die Beratung oft auf ein richtig gutes Niveau. Ich hole jetzt einfach mal aus: Je klarer du deine Nutzung beschreibst, desto passender wird die Lösung. Klingt simpel, ist es auch.
Spickzettel: 10 Fragen, die sich lohnen
- Welche Glaslösung passt zu meinem Alltag (Auto/Büro/Lesen)?
- Wie wurde zentriert (PD, Höhe, Sitz) und kann ich das nachvollziehen?
- Welche Beschichtung ist für meine Nutzung sinnvoll?
- Wie lange ist die Eingewöhnung realistisch (v. a. Gleitsicht)?
- Was passiert, wenn ich nicht klarkomme — gibt’s Nacharbeit/Umtausch?
- Wie pflege ich die Gläser, ohne sie zu zerkratzen?
- Welche Kosten sind „Muss“, welche sind „Nice-to-have“?
- Wie oft sollte ich Werte prüfen lassen?
- Gibt’s eine Lösung für Bildschirmarbeit (Arbeitsplatzglas)?
- Wie sitzt die Fassung nach 10 Minuten Tragen — können wir nachstellen?
Fazit
Ein guter Optiker bringt Messwerte, Alltag und Passform zusammen — und genau daraus entsteht Sehen, das sich leicht anfühlt. Wenn du bei der Suche nach einer Beratung in deiner Nähe unsicher bist, können Kundenbewertungen und Empfehlungen ein echter Kompass sein; auf KennstDuEinen lässt sich die Online-Reputation von Anbietern gut einschätzen, bevor du einen Termin machst.
| Kategorie | Kosten / Preis |
| Sehtest (Standard) | 60 € |
| Sehtest (inkl. Dämmerung) | 100 € |
| Einstärkenbrille (Gläser+Fassung) | 450 € |
| Gleitsichtbrille (Gläser+Fassung) | 500 € |
| Arbeitsplatzbrille | 150 € |
| Kontaktlinsen-Anpassung | 200 € |
| Kontaktlinsen (Monatspack) | 300 € |
| Brillenreinigung/Service | 220 € |